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Rasenreport
19.01.2019
Harnik zeigt wechselhaften Auftritt

Zwischen Genie und Wahnsinn

© nordphoto


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Martin Harniks Laune war bestens. „Der Einsatz stimmt bei mir immer“, sagte der Werder-Stürmer und lachte. „Jetzt müssen nur noch die Tore kommen.“ Das war eine durchaus realistische Selbsteinschätzung des 31-Jährigen nach dem Bremer 1:0-Erfolg in Hannover. Er hatte sich wirklich reingekniet, war viel gelaufen, hatte in der Defensive ausgeholfen. Nur vorne vor dem Tor – dort, wo nun einmal Harniks Kerngebiet liegt – gelang ihm nicht viel.

Die einzige Ausnahme bildete diese eine entscheidende Szene in der 32. Spielminute. Nach einer Hereingabe von Maximilian Eggestein beförderte Harnik den Ball mit einem Hackentrick Richtung gegnerisches Tor, der manch einen Brasilianer stolz gemacht hätte. Zwar parierte Hannovers Torwart Michael Esser diesen Versuch, doch dann staubte Milot Rashica zum Bremer Siegtreffer ab. Schon allein wegen dieser Aktion hatte sich Harniks Aufstellung also gelohnt.

Normalerweise hätte wahrscheinlich Johannes Eggestein in der Startelf gestanden, doch Sprunggelenksprobleme setzten ihn außer Gefecht. Das war die Chance für Harnik, dem Florian Kohfeldt zuletzt starke Trainingsleistungen bescheinigt hatte. Es sei eine Entscheidung zwischen Routinier Harnik und Youngster Josh Sargent gewesen, erklärte der Werder-Trainer. Zwei Punkte hätten für Harnik gesprochen: Dessen gutes Anlaufverhalten und die Tatsache, dass es gegen seinen Ex-Klub Hannover ging. „Das kann ein halbes Prozent mehr bringen“, unterstrich Kohfeldt.

Verärgerter Klaassen

Tatsächlich wirkte Harnik extrem motiviert, fast schon übermotiviert. Davy Klaassen jedenfalls ärgerte sich mächtig, dass ihm Harnik in der Anfangsphase den Ball nicht zupasste, obwohl der Niederländer in bester Position stand. Harnik wollte lieber selbst das Tor erzielen, schoss den Ball jedoch in die Arme von Torwart Michael Esser. In der zweiten Halbzeit agierte der Ex-Hannoveraner noch einige Male unglücklich vor dem Tor, etwa als er den Ball mit dem rechten Fuß weit vorbeischoss, anstatt den linken zu nehmen. Diese vergebenen Gelegenheiten „gehören ebenfalls zur Wahrheit“, sagte Kohfeldt.

Dennoch zeigte sich der Coach insgesamt zufrieden mit Harniks Leistung und lobte dessen Anlaufverhalten. Außerdem stehe der Routinier für eine gewisse Haltung. In dem richtungsweisenden Spiel zum Rückrundenauftakt wollte Kohfeldt viele Spieler aus dem Mannschaftsrat auf dem Platz haben. „Es ging darum, etwas darzustellen. Dass Martin ein Führungsspieler ist, war ein Pluspunkt“, erklärte Kohfeldt. Harnik bleibt jedoch ein Führungsspieler ohne sicheren Stammplatz. Johannes Eggestein dürfte laut Kohfeldt im Heimspiel gegen Frankfurt wieder einsatzbereit sein, und Harnik muss um seinen Platz fürchten. Seine lediglich zwei Saisontreffer in der Liga taugen einfach nicht als schlagkräftiges Argument, das weiß Harnik selbst.

Alexander061080 am 19.01.2019, 20:08
Einfach mal denn 2ten und 3ten machen...
Trotzdem mal 3 Punkte für die richtige Richtung.
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pizza am 19.01.2019, 20:53
Vielleicht muss er auch mal ein paar Spiele von Anfang an machen!!!
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WERDER2016 am 19.01.2019, 22:20
Von Genie habe ich nichts gesehen. Hackentricks nach Flanken sind inzwischen Standard. Eggestein hatte auch einen und der war nicht ungefährlicher. Aber wenn jetzt schon Argumente herhalten müssen, das Spieler aus dem Mannschaftsrat ........?

Martin Harnik ist ein intelligenter, reflektierter und sympathischer Fußballspieler, der auch über den Tellerrand blickt, aber in seiner derzeitigen Verfassung gehört er nicht in die Startelf eines Bundesligisten und schon gar nicht, wenn das Ziel EL sein soll.
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wolfgramm am 19.01.2019, 23:07
Ich stimme Ihnen in der Beurteilung von Harnik zu 100% zu,ich mag ihn eigentlich sehr,aber auch,dass er zur Zeit eigentlich nicht in die Startelf gehört ist wohl richtig.Allerdings fehlten heute Osako,Eggestein und Bartels,wäre einer davon einsatzbereit gewesen,hätte er wohl nicht gespielt.Immerhin war er am Tor beteiligt.Allerdings in der Szene,als er Klaassen übersah konnte man sich schon sehr ärgern.
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WERDER2016 am 20.01.2019, 00:39
Schön, dass Sie meinen Kommentar richtig deuten. Ich mag den Menschen Martin Harnik sehr, fußballerisch hilft er Werder derzeit nicht weiter. Die von Ihnen aufgezeigten Alternativen schätze ich ähnlich ein.
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klube am 20.01.2019, 00:44
Hackentricks nach Flanken sind mittlerweile Standard. Soso! Dann hätte ich ja diesen Spieltag reichlich davon sehen müssen....

Nein, im Ernst, das war eine scharfe Hereingabe, den muss man erstmal so erwischen. Das war schon eine feine Aktion. Und auch kurz danach hat Harnik nochmal sehr gut aufgelegt, dass daraus kein Tor entsteht liegt dann nicht in seiner Verantwortung.

Und auch als Sargent sein erstes Ligator gemacht hat kam der Ball von Harnik und der wäre auch reingegangen. Dann hätte Harnik seinen Doppelpack gehabt.

Harnik war nie ein Top-Stürmer und wird es auch nicht mehr werden. Und natürlich hätte er heute ein Tor machen MÜSSEN! Aber auch Rashica hätte min. noch ein zweites Tor machen müssen. Genauso wie das Team insgesamt viel zu viel liegen lässt.

Aber Harnik hat meiner Meinung nach seine Berechtigung in diesem Kader. Sicherlich nicht mit Stammplatzgarantie zumal wir ja alle hoffen dass unsere Sturmtalente mehr Talent als Harnik haben und sich durchsetzen werden. Aber es ist gut so einen erfahrenen Spieler im Kader zu haben den man jederzeit bringen kann und der dann eine stabile Leistung abliefert.
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WERDER2016 am 20.01.2019, 16:50
Reichlich sehen kann man solche Szenen natürlich nur, wenn die Flanken entsprechend aufgelegt werden.

Dass solche Situationen feine Aktionen sind, habe ich auch nicht bestritten, mir gefällt nur der Superlativ des Genies nicht. Ansonsten gebe ich Ihnen zur Personalie Harnik recht. Er hat Erfahrung ohne Stammplatzgarantie, war bisher aber effektiver, wenn er eingewechselt wurde. Letzte Saison hat er 9 Tore gemacht und auch einige vorbereitet. Diese Quote könnte Werder in dieser Saison wahrscheinlich ebenfalls gut gebrauchen.
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