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27.05.2019
Beijmos große Worte gegen den Karriereknick

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

© nordphoto


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Zwei Jahre ist es her, da schien die Welt des Felix Beijmo keine Grenzen zu kennen. In einem Interview mit der Zeitung „Aftonbladet“ sprach er im Sommer 2017 über seine sportlichen Ziele, er war da gerade mal ein halbes Jahr Profi. Der beste Rechtsverteidiger der Welt wolle er werden, sagte Beijmo damals. Ein ambitioniertes Ziel, näher gekommen ist ihm der 21-Jährige bis heute nicht. Im Gegenteil, der schwedische Rechtsverteidiger, der vor einem Jahr für drei Millionen Euro aus Djurgarden nach Bremen gewechselt ist, muss nun einen Karriereknick ausbügeln.

Die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist groß. Keine einzige Minute kam Beijmo vergangene Saison in einem Profi-Pflichtspiel zum Einsatz, sieben Mal nur stand er im Kader. Der letzte Einsatz in einem Wettbewerbsspiel für Werder datiert aus dem Dezember 2018, es war ein 1:0-Sieg der U23 gegen Havelse. Immerhin spielte Beijmo volle 90 Minuten durch.

Als Erklärung wurde immer wieder die Umstellungsprobleme von der schwedischen auf die deutsche erste Liga hingewiesen. Noch in der Winterpause prognostizierte Florian Kohfeldt Beijmo für die Rückrunde vermehrt einen Platz im Kader. Was tatsächlich eintrat, jedoch nur aufgrund personeller Engpässe, nicht aufgrund sportlicher Leistungen.

Statt ein weiteres Jahr in Bremen zu trainieren, kündigte Frank Baumann nun ein Leihgeschäft für die nächste Spielzeit an, um Beijmo Spielpraxis zu verschaffen. Sein Vertrag in Bremen läuft bis 2022, genug Zeit also, auch bei Werder den Durchbruch zu schaffen. Aktuell ist er davon jedoch so weit entfernt, dass ein Zwischenschritt in einer anderen Liga notwendig ist.

Differenzen mit dem Trainer

In der schwedischen Zeitung „Expressen“ sprach Beijmo nun über seine erste Saison bei Werder. „Es lief nicht wirklich, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es war ein Lehrjahr„, sagte er. Auch wenn er weitestgehend nur trainiert habe, sei er „heute ein besserer Spieler als vor einem Jahr. Trotzdem hatte ich gehofft, etwas Spielzeit zu bekommen“. 

Es gab durchaus Möglichkeiten, Beijmo eine Chance zu geben. Doch Kohfeldt setzte lieber auf Marco Friedl, wenn es galt, Theo Gebre Selassie zu ersetzen. Das Vertrauen in Beijmos Fähigkeiten scheint begrenzt, sonst hätte mit Friedl kein Linksfuß auf rechts verteidigt. Bei Werder trauen sie ihm die Bundesliga noch nicht zu, so lässt sich die Entscheidung für Friedl interpretieren.

Ob die richtig ist, darüber sind Beijmo und Kohfeldt offenbar nicht der gleichen Ansicht. „Es gibt unterschiedliche Meinungen zwischen mir und dem Trainer dazu, wo ich stehe„, sagte Beijmo. „Ich habe dem Klub gesagt, dass ich eine Chance verdient hätte. Es ist schwer, mich zu beurteilen, wenn ich die Chance in der Bundesliga nicht bekomme.“

Fleißig, aber unauffällig

An der Einstellung zu seinem Beruf gibt es keine Zweifel. Wie Ludwig Augustinsson gilt Beijmo als „24Pro", als Profi, der sich quasi 24 Stunden am Tag professionell verhält. Die beiden Schweden würden sogar die Butter abwiegen, erzählen sie bei Werder, aus Sorge, zu viel Fett zu sich zu nehmen. Sportlich hat es Beijmo nicht weitergeholfen. Im Training fällt auf, wie wenig der Verteidiger auffällt. In fast allen Medien gilt Beijmo als millionenschwerer Flop. Dazu trägt auch bei, dass Werder Interesse an Alvaro Tejero hat, einem 22-jährigen Rechtsverteidiger von Real Madrid.

Rückendeckung bekommt er von Augustinsson. Die beiden Schweden sind Freunde, sie werden vom selben Berater vertreten. Auch er wird zitiert im Artikel der Zeitung „Expressen“, auch Augustinsson sieht die Umstellung als Problem: „Ich kenne niemanden, der aus der Allsvenskan in die Bundesliga gegangen ist und direkt gespielt hat.“ Augustinsson prophezeit Beijmo eine große Karriere: „Viele sagen, er könne nichts. Es ist immer nur negativ, negativ. Aber ich sehe, welche Schritte er gemacht hat. Er ist ein kommender Nationalspieler. Daran besteht kein Zweifel." Große Worte, den Beweis muss Beijmo allerdings erst noch erbringen.

Hier lest ihr eine Einschätzung zu Beijmo aus seiner Zeit in Schweden.

jamal0781 am 27.05.2019, 17:44
Jetzt hackt mal nicht auf den Jungen rum.Verleihen, damit er wieder Spielpraxis bekommt und dann wird man sehen.
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am 27.05.2019, 17:44
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
dalmatiner am 28.05.2019, 13:37
Ich sehe das so wie der Spieler.Es mag ja Gründe für Kohfeldt geben,ihn bisher nicht berücksichtigt zu haben.Aber ihn als Flop zu bezeichnen,finde ich ungerecht.Für mich zählen die Auftritte in der Liga.Und da hatte er keine Gelegenheit,sich auszuzeichnen.Schade,denn gerade bei den Aussenverteidigern wäre Bedarf an Alternativen.Selassie und Augustinnsson mögen einen guten Job machen,aber wenn sie ausfallen,sieht es nicht so gut aus.
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