News
Latest News
Rasenreport
26.05.2019
So ergeht es Kainz, Caldirola und Drobny

Zwei Neuanfänge und eine Hilfsmission

© nordphoto


  • 4
  • 122

Ihre jeweiligen Rollen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Und doch gab es eine nicht unwichtige Gemeinsamkeit zwischen Florian Kainz, Luca Caldirola und Jaroslav Drobny: Bei Werder spielten sie nicht mehr die allererste Geige, der eine länger, der andere kürzer. Im Winter verließ das Trio den Klub und stellte sich neuen Herausforderungen. So ist es den Ex-Bremern dabei ergangen.

Florian Kainz

So richtig glücklich war Florian Kainz in Bremen zuletzt nicht mehr gewesen. Stammspieler wollte der Österreicher in Bremen sein, stattdessen pendelte er munter zwischen Tribüne, Bank und Spielfeld her. Wer die Leistungsexplosion Milot Rashicas nach der Winterpause miterlebt hat, dem dürfte endgültig klar sein, dass Kainz an der Weser wohl langfristig Zuschauer geblieben wäre. „Ich kann sehr, sehr gut nachvollziehen, dass Kainzi die Erwartungen, die er an die Rolle hier hatte, nicht mehr erfüllt angesehen hat“, sagte Trainer Florian Kohfeldt deshalb kurz nach dem Wechsel nach Köln.

Der Zweitligist war zwar auf direktem Kurs zum Wiederaufstieg gewesen, hatte in der Hinrunde auf der linken Seite aber einige Probleme gehabt. Leonardo Bittencourt war im Sommer zur TSG Hoffenheim gewechselt, die vorhandene Lücke sollte nun Florian Kainz stopfen. Und das tat er, in seinen 14 absolvierten Spielen gehörte er stets zur Stammformation. Wirklich effektiv war der 26-Jährige anfangs aber nicht, im 3-5-2-System offenbarte er die altbekannten Schwächen im Defensivverhalten. Erst als Interimstrainer André Pawlak im Saisonendspurt auf ein 4-1-4-1 umstellte, wurde Kainz auffälliger – auch weil er nun einen Mitspieler im Rücken hatte, der für die nötige Absicherung sorgte.

In der kommenden Saison gibt es somit das schnelle Wiedersehen. Die Kölner sind zurück in der 1. Bundesliga, Florian Kainz schaut demnach an einem der kommenden Spieltage bei den alten Kollegen vorbei. „Ich hatte eine gute Zeit in Bremen, auch wenn es sportlich für mich nicht ganz optimal lief“, sagte der österreichische Nationalspieler kürzlich in einem Interview mit dem „Geißbockecho“. „Ich bin froh, dass ich jetzt in Köln bin und auf dem Platz zeigen kann, was ich draufhabe.“ Für Florian Kainz hat er also begonnen, der nächste Anlauf für den angestrebten Durchbruch im deutschen Fußball.

Luca Caldirola

Er hätte klagen, schimpfen und mosern können. Auch ein verbaler Rundumschlag wäre verständlich gewesen. Stattdessen schwieg Luca Caldirola weitestgehend. Mal gab es ein Wörtchen hier, dann ein multimediales Lebenszeichen dort. Ansonsten verhielt sich der Verteidiger vorbildlich, erschien täglich bei der Arbeit und gab sich auch sonst professionell. Allein es half nichts. So sehr ihn die Fans dank seiner Loyalität auch mochten, bei Werder spielte er einfach keine Rolle mehr.

Es war schon bemerkenswert, mit welcher Ruhe Luca Caldirola seine missliche Lage ertragen hat. Kaum einmal murrte der Italiener, dass er bei Werder auf dem Abstellgleis stand – dabei war ihm im Sommer 2017 noch ein ganz anderer Eindruck vermittelt worden. Und so hatte Caldirola seinen Vertrag damals an der Weser verlängert, um kurz darauf fast völlig in der Versenkung zu verschwinden. Am Ende war die U23 seine sportliche Heimat, allerdings ausschließlich zum Trainieren. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Bremer den Defensivakteur abgeben konnten, erst im Januar 2019 glückte ein Wechsel zum italienischen Zweitligisten Benevento Calcio.

Dort darf Luca Caldirola endlich wieder Fußball spielen und nicht nur abseits der ersten Mannschaft trainieren oder einen gut dotierten Vertrag absitzen. Als Stammkraft hat der inzwischen 28-Jährige seit dem vergangenen Winter 15 Pflichtspiele absolviert und den Aufstieg in den Play-Offs nur knapp verpasst. Unabhängig davon wird Caldirolas sportlicher Neuanfang fortgesetzt, kürzlich unterschrieb er ein neues, bis zum Jahr 2021 datiertes Arbeitspapier. „Ich bin glücklich und fühle mich geehrt, den neuen Vertrag unterschrieben zu haben“, teilte er kurz darauf via Twitter mit.

Jaroslav Drobny

Sein Abgang kam ziemlich überraschend. Es war zwar keine Nacht-und-Nebelaktion, dass aber ausgerechnet Jaroslav Drobny vorzeitig das Trainingslager in Südafrika verlassen würde, um einen neuen Vertrag bei einem anderen Klub zu unterschreiben, hätten wohl nur die Wenigsten erwartet. Immerhin war Drobny auch da schon 39 Jahre alt. Trotzdem klopfte Ligakonkurrent Fortuna Düsseldorf aufgrund einiger Personalsorgen bei Werder an. „Werder hat mir allein die Entscheidung überlassen, ob ich bleibe oder für ein halbes Jahr nach Düsseldorf gehe“, sagte Drobny später in einem Interview.

Letztlich ging Drobny, gespielt hat er für die Fortuna drei Mal. Nach einer 1:4-Niederlage im Pokal auf Schalke, folgte in der Bundesliga eine 0:2-Niederlage gegen Leverkusen. Der Tscheche durfte aber doch noch jubeln, in seinem bis dato letzten Profieinsatz am 23. Februar gegen Nürnberg gab es einen 2:1-Erfolg.

Und jetzt? Geht es vielleicht zurück nach Bremen. Mit Sportchef Frank Baumann hat es bereits Gespräche über eine erneute Beschäftigung gegeben. Allerdings geht es nicht mehr darum, aktiver Teil des Profikaders zu sein, dort will der Verein mit anderen Spielern zusammenarbeiten. Stattdessen gibt es gemeinsame Überlegungen, den Keeper in anderer Funktion einzubinden – sofern dieser seine Karriere nicht noch um ein weiteres Jahr in einem anderen Klub fortsetzen will.

slash1965 am 26.05.2019, 11:37
Irgendwie langweilig ohne den Spielen am Wochenende....wie gehts euch denn?
27
0
Chester am 26.05.2019, 11:45
Für Luca freut es mich.Wie im Text schon erwähnt war Er immer loyal und hat nie stunk gemacht.Leider ist Er eher ein Verteidiger der alten Schule. Spielerisch halt limitiert. Trotzdem ein super sympathischer Typ. Ich denke der italienische Fussball passt einfach besser zu ihm.Ich hoffe Er packt den Aufstieg.
28
0
Frank1969 am 26.05.2019, 15:48
Man hätte ihm trotzdem mal eine Chance geben können. Loyaler und sympathischer kann man sich nicht verhalten.
11
2
Alec68 am 26.05.2019, 16:05
Dem kann ich nur zustimmen!!! Und was hätte gegen einen Verteidiger der alten Schule gesprochen? Man muss nicht immer den Ball neu erfinden... und schaut ihn euch an in der 2ten italienischen Liga!!! Läuft bei ihm und Tore schießen+ köpfen kann er auch.... so what!?! Und übrigens wird Loyalität nur noch in der „alten Schule“ groß geschrieben... wenn man die jüngsten Ereignisse betrachtet...🤔
9
2

Kostenlos in der gesamten Saison 2017/2018!

Download