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11.01.2019
Viel Lob für Milot Rashica

Zeit für den Durchbruch

© nordphoto


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Es hätte getaugt, das Weihnachtsfest und Silvester obendrein zu verderben. Zweimal, gegen Hoffenheim und Leipzig, hatte Milot Rashica zum Ende der Hinrunde ausreichend Chancen, um Werder zum Sieg zu führen. Am Ende reichte es gegen Hoffenheim zu einem 1:1, in Leipzig ging Werder als Verlierer vom Platz. Rashica stand zweimal da wie ein Depp, der ein fast leeres Tor nicht trifft. Direkt nach Abpfiff ging Florian Kohfeldt in Leipzig zu Rashica, nahm ihn in den Arm und sprach ein paar Worte. „Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt für ihn da bin", verriet Kohfeldt anschließend.

Kohfeldt und Rashica haben ein spezielles Verhältnis. Wenn Kohfeldt über Rashica spricht, fällt es ihm schwer, seine Begeisterung über dessen Potenzial zu verbergen. Der Trainer fördert seinen Spieler, verzweifelt mitunter aber auch an ihm. Und das nicht, weil Rashica mit Toren gegen Hoffenheim und Leipzig für fünf weitere Punkte hätte sorgen können. Es ist die mangelnde Defensivarbeit, die Kohfeldt nervt. „Wir haben es versucht über Erklären, über Videos. Und irgendwann gesagt: Jetzt muss er mal für eine kurze Phase richtig leiden, sprich auf die Tribüne„, verriet Kohfeldt gerade im Interview mit dem „Kicker“. Das war nachdem Rashica gegen Nürnberg den Ausgleichstreffer zum 1:1 verschuldete, weil er vorne stehen geblieben war, statt in der Defensive mitzuarbeiten. Das kostete Werder den Sieg.

In Südafrika, im Trainingslager bei Johannesburg, ist von all dem nichts mehr zu sehen oder zu spüren. Seine vergebenen Chancen hat Rashica abgehakt, sagt Frank Baumann gegenüber Mein Werder: „Milot ist kein Spieler, der lange hadert.„ Und nach einer scheinbar unauffälligen Szene im Training, rief Kohfeldt Rashica zu: „Sehr gut, Milot. Alle haben auf Jojo geschaut, aber ich habe gesehen, dass du den Lauf gemacht hast.“

Keine Zweifel bei Baumann

Also alles bereit für den Durchbruch? Baumann ist optimistisch, dass Rashica in der Rückrunde eine dominantere Rolle als bisher einnehmen kann. „Wie er die Vorgaben des Trainers in der Defensive zuletzt umgesetzt hat, zeigt, dass er sehr lernwillig ist. Deshalb bin ich mir sicher, dass er auch vor dem Tor einen Schritt machen wird„, sagt der Sportchef. Zweifel, dass Rashica die Entwicklung vom Talent zum Stammspieler macht, hat Baumann nicht: „Wir wissen, was Milot kann.“

Vor einem Jahr kam Rashica für sieben Millionen Euro von Vitesse Arnheim nach Bremen. Schon damals hatten Baumann und Florian Kohfeldt ihn als Langzeitprojekt vorgestellt, nicht als Soforthilfe. Aber sieben Millionen Euro sind für Werder viel Geld, und nach mittlerweile zwölf Monaten ist Rashica der Durchbruch noch immer nicht gelungen. 21 Einsätze sind es nach der Rückrunde der vergangenen Saison und der Hinrunde der aktuellen Spielzeit. Zwei Tore und eine Vorlage weist die Statistik aus. Die ist ausbaufähig.

Ist das überraschend? Für Enis Alushi, einst Rashicas Kollege in der Nationalmannschaft des Kosovo, nicht. Der Schritt aus den Niederlanden nach Deutschland sei groß, sagt Alushi, zu unterschiedlich sind die Fußballkulturen. „In Holland geht vieles über die Offensive, alle spielen im 4-3-3-System. Das Ziel ist hauptsächlich, Tore zu erzielen. Flügelstürmer haben die Aufgabe, für Gefahr im Offensivbereich zu sorgen und sich dafür die Kräfte einzuteilen.„ In der Bundesliga ist die Aufgabe eines Stürmers komplexer: „Der Fußball ist taktischer, kontrollierter, mit mehr Defensivarbeit verbunden. Deswegen hat er sicherlich ein bisschen Zeit gebraucht, sich einzufinden.“

Alushi glaubt an weitere Entwicklungsschritte

Diese Phase sieht Alushi, als Profi unter anderem für Kaiserslautern, St. Pauli und Paderborn aktiv, als weitesgehend abgeschlossen an. „Vor allem in den letzten Spielen vor der Winterpause hat Milot seine Qualitäten gezeigt. Mit weiteren Entwicklungsschritten wird er noch sehr wertvoll für Werder werden„, prophezeit Alushi. „Florian Kohfeldt lässt die Art Fußball spielen, die Milot liegt. Er wird seinen Platz finden, wenn er die Philosophie automatisiert hat. Er hat das Potenzial, bei Werder Stammspieler zu sein.“

Wer Rashica in Südafrika beobachtet, sieht einen unbeschwerten Fußballer. Wenn jemanden mit dem Ball am Rande des Trainings rumtrickst, ist er es. Einmal hat sich Kohfeldt entnervt weggedreht, als Rashica in einer Trainingsübung eine Chance verballerte. Wenig später haute er einen astreinen Seitfallzieher ins Tor, als wäre nichts gewesen. Es ist Zeit, dass er das in der Rückrunde auch in der Bundesliga zeigt.

Rautenjungen am 11.01.2019, 10:57
Na denn man, toi toi toi
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fh_king am 11.01.2019, 19:16
Ich muss jetzt für Milto mal ne Lanze brechen. Okay der erste Fehlschuss aus 5m über das leere Tor, geschenkt, müssen wir nicht drüber reden. Aber beim 2. Versuch hat er halbhoch am Keeper vorbei das Tor zwar theoretisch getroffen und nur aufgrund einer sensationellen Abwehrleistung des Abwehrspielers wurd es dann doch kein Tor. Hier hat er im Grunde alles richtig gemacht, dann aber nur Pech das der Gegner so eine Rettungstat rausholt. Da mach ich ihm jetzt mal kein Vorwurf sonder verteile das Lob an den Abwehrspieler...
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WERDER2016 am 11.01.2019, 20:07
Jetzt betreibe ich mal Erbsenzählerei: mir erschließt sich nicht, weshalb Milot für den Ausgleich gegen Nürnberg in der Nachspielzeit verantwortlich ist. Wer sich das nochmal genau anschaut, sieht die gesamte Fehlerkette, die bereits bei Piza anfängt, der den Gegner nicht unter Druck setzt und so erst den langen Ball in die Bremer Abwehr zulässt, ann patzt Gebre Selassie, Veljkovic kommt zu spät und Pavlenka hätte diesen Ball in der letzten Saison und am Ende der Vorrunde auch gehalten.

Das soll die bescheidene Leistung von Rashica in diesem Spiel nicht beschönigen, aber ihn zum Sündenbock der Punktverluste abzustempeln, ist unfair.
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ikebod am 12.01.2019, 13:48
Absolut! Ich verstehe auch nicht was der Junge noch alles hätte zeigen sollen.
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