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Rasenreport
27.01.2019
Harnik nach 2:2 gegen Frankfurt

„Wir sind noch immer in Schlagdistanz“

© nordphoto


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Manchmal ändern sich die Perspektiven im Fußball schnell: War Martin Harnik nach zwei Fehlschüssen aus aussichtsreicher Position in der Partie gegen Hannover 96 noch einer der Werderaner, die sich teils harscher Kritik stellen mussten, avancierte der 31-Jährige gegen Eintracht Frankfurt beinahe zum Matchwinner. An beiden Treffern beim 2:2 war Harnik beteiligt – besonders natürlich am 1:0 von Maximilian Eggestein, wie der Angreifer im Mediengespräch scherzte. „Das ist zu 80 Prozent mein Tor, da muss er nur noch danke sagen“, beschrieb Harnik die Szene, bei der Eggestein sich noch per Dribbling an drei Frankfurter Verteidigern vorbeidrehen musste, augenzwinkernd. Natürlich wusste aber auch der Vorlagengeber Eggesteins Anteil am Treffer richtig einzuschätzen: „Das Tor war überragend, ein richtig geiles Ding.“

Dabei war auch Harniks eigener Treffer durchaus sehenswert: Erst hatte der Angreifer den Ball an Frankfurts Keeper Kevin Trapp vorbeigelegt, dann überlegt eingeschoben. Trainer Florian Kohfeldt hatte nach dem Spiel bereits im Spaß angedeutet, dass das Tor typisch für den eher für seine Willensstärke bekannten Harnik gewesen sei: Erst den Ball verstolpert, dann doch noch irgendwie getroffen. So ganz auf sich sitzen lassen wollte der Angreifer das nicht: „Ich bin sicher nicht der Filigrantechniker, aber in dieser Szene muss ich ihm widersprechen, weil es einen kleinen Kontakt gab“, schilderte Harnik die Szene. „Intuitiv“ habe er dann den Ball am Torwart vorbeigelegt. 

Nur leichter Groll gegen Schiedsrichter-Entscheidungen

Dass auch Harniks drittes Saisontor nicht für drei Punkte reichte, hing für manche auch mit der Schiedsrichterleistung zusammen. Auch Florian Kohfeldt hatte sich besonders über ein nicht gepfiffenes Frankfurter Handspiel aufgeregt. Dass Werder um Punkte betrogen worden sei, wollte Harnik jedoch nicht behaupten: „Betrogen ist ein hartes Wort“, wiegelte der Angreifer ab, meinte aber auch: „Es gab sehr viele 50:50-Entscheidungen, die eher zugunsten von Frankfurt entschieden wurden.“ Etwa Luka Jovics Ballannahme mit dem Oberarm vor dem zwischenzeitlichen 1:1 sei keine klare Angelegenheit gewesen: „Klar kann da der Videoschiedsrichter eingreifen und für uns entscheiden.“ Letzten Endes sei es aber vor allem das eigene Versäumnis gewesen, mit zwei Toren in Führung zu gehen, das den Sieg gekostet hätte.

Künftig sollen wieder drei Punkte am Ende des Spieltags stehen. Die Basis dafür sieht Harnik gelegt: „Wir haben zwei sehr gute Rückrundenspiele gezeigt“, findet Werders Stürmer. „Das ist das, was über allem steht.“ Vor allem der Umstand, dass man sich weiterhin Chance um Chance erarbeite, sei ein gutes Zeichen. Zwar müsse der Abschluss weiterhin noch besser werden, grundsätzlich wähnt Harnik die Grün-Weißen aber auch in dieser Hinsicht auf keinem schlechten Weg: „Wir haben auch gestern wieder zwei Tore gemacht.“ Perspektivisch müsse vor allem die Bereitschaft und die Mentalität weiter auf hohem Niveau bleiben: „Wenn wir glauben, dass wir es nur spielerisch lösen können, werden wir nicht erfolgreich sein.“

Anspruchsvoller Fußball in Bremen

Ohnehin sei die Balance zwischen disziplinierter Defensivarbeit und Angriffslust der Schlüssel zum Erfolg. Dabei zog Harnik auch den Vergleich zu seinem Ex-Verein Hannover 96: „Offensiv sind wir relativ frei und sehr flexibel. In Hannover war immer klar, dass wir mit zwei Stürmern spielen.“ Der variablere Fußball in Bremen, bei dem sich die Formation schon einmal ändert, je nach dem, welche Mannschaft den Ball hat, sei mit einem „Lernprozess“ verbunden. Dabei gehe es nicht nur um das spielerische Element, auch gegen den Ball seien die Erwartungen groß: „Die Defensivarbeit kostet viel Kraft“, erklärte Harnik und fasste zusammen: „Das, was der Trainer erwartet, erfordert viel Konzentration und Aufmerksamkeit.“

Ob diese anspruchsvolle Spielidee bis ins europäische Geschäft führt? Der Rückstand auf die begehrten Plätze beträgt nur zwei Punkte, dennoch steht Werder lediglich auf dem elften Tabellenplatz. Man sei in jedem Fall „noch immer in Schlagdistanz“, betonte Harnik, ohne die Aussagekraft der Tabelle zu diesem frühen Zeitpunkt der Rückrunde zu hoch werten zu wollen: „Es ist eine klassische Momentaufnahme. Wichtig ist, dass die Leistung und die Einstellung stimmt.“

Wer war euer „Man of the Match“ gegen Frankfurt?

jamal0781 am 27.01.2019, 13:06
Die nächsten Spiele so weiterspielen, dann kommen die Punkte auch.
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