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21.02.2019
Werder-Legende Borowka im Interview

„Wir haben aus dem Fall Enke nichts gelernt“

© nordphoto


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Herr Borowka, Sie sind zweifacher deutscher Meister, DFB-Pokal- und Europapokalsieger geworden. Aber was in der Öffentlichkeit hängen geblieben ist, sind ihre Alkoholsucht und Gewalteskapaden. Wie leben Sie damit?

Uli Borowka: Natürlich werde ich immer darauf angesprochen. Ein trockener Alkoholiker hat in unserer Gesellschaft ein schweres Leben. Ich habe nach meiner Krankheit versucht, ins Leben zurückzukommen. Ich war in der Entzugsklinik und habe mich danach gefreut, dass ich wieder etwas auf die Beine stellen konnte. Ich habe mich als Jugend- oder Co-Trainer bei 20 Vereinen beworben – und 22 Absagen bekommen. Zwei Vereine hatten sich schon mal prophylaktisch gemeldet, falls ich bei denen auch anklopfe.

Warum war das so?

Wir sagen nicht: „Toll, der hat etwas gegen seine Krankheit getan, der hat eine Chance verdient.“ Wir sagen: „Stell dir mal vor, der wird rückfällig. Den können wir gar nicht einstellen!“ Damit habe ich oft zu kämpfen. Aber ich habe früher schon ein breites Kreuz gehabt, heute habe ich ein noch breiteres. Jeder hat sicher ein oder zwei Suchtkranke in seinem Verwandten- und Freundeskreis. Ich möchte deutlich machen, dass wir mit solchen Menschen anders umgehen müssen.

Könnten Sie mit Ihren Erfahrungen jungen Sportlern ganz andere Dinge mitgeben als ein Trainer mit Vorzeige-Karriere?

Absolut. Per Mertesacker sprach ja unlängst offen über seine Probleme, die er vor den Spielen hatte. Und dann kommt ein sogenannter Vorzeige-Profi wie Lothar Matthäus und maßt sich an, diesen Menschen anzugreifen. Da kann ich nur sagen: Der denkt nicht nach, bevor er etwas sagt. Aber das kommt wohl bei ihm öfter vor, er macht ja auch Werbung für Wettportale – wie übrigens Oliver Kahn auch. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit; der DFB macht eine Kampagne „Keine Macht den Drogen“ und für sauberen und fairen Sport. Und die setzen sich für Portale ein, von denen wir wissen, dass es in den vergangenen Jahren nachweislich massive Probleme gegeben hat. Matthäus hat vergessen, was er mir mit 20 Jahren bei Mönchengladbach gesagt hatte: „Ich glaube, ich gehe an dem Druck kaputt!“ Ich bin froh, dass Per Mertesacker die Nachwuchsakademie bei Arsenal London übernimmt, um Jugendliche auf das Leben vorzubereiten, und dass Lothar Matthäus in Deutschland nie Trainer geworden ist. Aber das ist eine gute Pointe: Ich habe viele Absagen bekommen, Matthäus hat wahrscheinlich noch mehr bekommen!

Wie würden sie Ihre Vita knapp beschreiben?

Ich war 16 Jahre Fußballprofi, 16 Jahre Alkoholiker, 14 Jahre medikamentenabhängig und vier Jahre spielsüchtig. Ich habe riesen Probleme gehabt. Ich habe mich da raus gekämpft und setze mich heute für Kinder aus suchtkranken Familien ein, für Menschen aus allen Schichten, die Probleme haben, und für Jungprofis. Da haben wir genug zu tun, und da muss ich nicht solche Dummschwätzer wie Matthäus oder Kahn haben.

Haben Sie den Eindruck, dass der Fall Robert Enke wenig verändert hat im Profisport?

Wir haben nichts daraus gelernt. Nach einer Woche war wieder Alltag. Der DFB begegnet den Problemen mit Ignoranz. Es wird immer mal wieder darauf hingewiesen, aber geändert hat sich gar nichts. Die Probleme in der Gesellschaft haben eher noch zugenommen, aber es wird schön geredet.

Wäre ein Doppelleben wie Ihres heute in der Fußball-Bundesliga noch möglich?

Natürlich. Es gab vor vier Jahren eine Studie der internationalen Spielervereinigung – in ganz Europa außer Deutschland. Dabei ist herausgekommen, dass 19 Prozent der aktiven Sportler suchtkrank waren. Bei den Ehemaligen waren es 34 Prozent. Psychisch belastet waren 20 Prozent und bei den Ex-Profis 40 Prozent. Das ist gravierend. Wir reden über Alkohol, Medikamente, Drogen, Spielsucht und Internetsucht, die uns heute am meisten Probleme bereitet. Wir leben in einer kranken Gesellschaft, und das macht nicht davor halt, welchen Beruf man hat. Wenn man in der Öffentlichkeit steht und von allen Seiten beäugt wird, dann hat man es doppelt schwer.

Wie hatte Ihr Dilemma begonnen?

Ich konnte den Alkohol noch nie kontrollieren. Schon während der Lehre als Maschinenschlosser konnte ich nie nach zwei Gläsern sagen, jetzt ist Schluss. Ich musste immer mehr trinken als alle anderen. Als Jungprofi mit 19, 20 Jahren hatte ich Versagens- und Existenzängste. Darüber konnte ich nicht reden, dann wäre ich nie weiter gekommen.

Hätte es Ihnen geholfen, wenn Ihre Sucht nicht gedeckt worden wäre und man hätte Sie quasi enttarnt?

Nein, ich habe diejenigen, die mir helfen wollten, weggedrängt, sie im Training getreten oder verletzt, damit sie nicht wiederkamen. Ich brachte ja Leistung, ich war Publikumsliebling – niemand konnte mir etwas anhaben. Ich war immer der Meinung, ich hätte keine Probleme, selbst die ersten drei Wochen in der Klinik noch. Ich gehörte nicht dahin, aber alle anderen 200, die da waren, schon.

Ihr Spitzname war „Die Axt“, Sie waren der Verteidiger, der alles weggehauen hat. Haben Sie sich selber in eine Art Teufelskreis gespielt?

Ich war selbstverliebt und hatte meinen Ruf als härtester Abwehrspieler der Liga zu verteidigen. Das war ein brutales Leben. Ich bin über die Jahre hinweg immer einsamer geworden, niemand wollte mehr etwas mit mir zu tun haben. Dann brauchte ich den Alkohol irgendwann auch, um vor mir selber Ruhe zu haben. Ich war ein selbstherrlicher Großkotz, und mein Charakter veränderte sich immer mehr. Die Mischung war hochexplosiv.

An welchem Punkt hat es den entscheidenden Impuls zur Therapie gegeben?

Ich bin eines Morgens im Februar 2000 aufgewacht und lag unter einer Brücke. Ich muss wohl im Delirium sieben oder acht Meter tief da runter gestürzt sein. Ich hatte eine schwere Kopfverletzung, bin dann aber noch blutüberströmt und ohne Zähne zur Geschäftsstelle von Borussia Mönchengladbach gelaufen. Ich wollte mit Christian Hochstätter, meinem früheren Mitspieler und dem damaligen Sportdirektor, eine Tasse Kaffee trinken. Christian ist ein Mensch, der redet nicht lange, sondern agiert sofort. Er hat zusammen mit anderen einen Platz im Entzug für mich klar gemacht und hat mich dann später einfach abholen lassen. Alleine wäre ich da nie hingegangen.

Denken Sie, es wäre ohne Alkohol in Ihrer Karriere noch viel mehr möglich gewesen?

Nein, nie. Ich habe alles mitgenommen in meinem Leben. Aus dem wenigen Talent, das ich hatte, habe ich das Optimum raus gequetscht. Ich habe die 16 Jahre als Profispieler geliebt, mit allen Höhen und Tiefen, und stehe heute wieder mit zwei Beinen im Leben. Ich hatte immer ein Leben in Extremen, früher wie heute. Wir können Menschen retten und wir verlieren Menschen, das gehört alles dazu.

Zur Person: 

Ulrich „Uli“ Ernst Borowka (56) spielte von 1981 bis 1996  388 Mal in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen. Mit Werder wurde der Verteidiger 1988 und 1993 Deutscher Meister, gewann 1991 und 1994 den DFB-Pokal und 1992 den Europapokal der Pokalsieger. 2012 veröffentlicht er mit Alex Raack das Buch „Volle Pulle. Mein Leben als Fußballprofi und Alkoholiker“.

Zur Person

Ulrich „Uli“ Ernst Borowka (56)

spielte von 1981 bis 1996  388 Mal in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen. Mit Werder wurde der Verteidiger 1988 und 1993 Deutscher Meister, gewann 1991 und 1994 den DFB-Pokal und 1992 den Europapokal der Pokalsieger. 2012 veröffentlicht er mit Alex Raack das Buch „Volle Pulle. Mein Leben als Fußballprofi und Alkoholiker“.

Weitere Informationen

Uli Borowka ist am Donnerstag, 28. Februar, ab 19 Uhr im Autohaus Geffken an der Falkenberger Landstraße 109 in Lilienthal zu einer Lesung zu Gast. Wer dabei sein möchte, muss sich unter 04298/ 90 930 anmelden.  

SvK am 21.02.2019, 08:30
Was die Werbung für Wettportale angeht, hat er völlig recht. Und so einer wie Kahn wird dann auch noch vom ZDF angestellt. Für mich unfassbar. Aber bald ist er ja wahrscheinlich bei den Bayern, da passt er auch bestens hin.
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alterwaller am 21.02.2019, 09:25
Nicht zu vergessen: Deutschlands Liebling und Vorzeige Profi Der "Basti" ist hier zwar nicht mehr so "auf dem Schirm", aber Werbung für Spielhallen ist genau so verwerflich.
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Asterix1977 am 21.02.2019, 09:31
Danke Uli! Wahr gesprochen !
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alanya_fuchs am 21.02.2019, 16:25
Wie wäre das Interview wohl ausgefallen, wenn Borowka auf der Sonnenseite des Lebens stehen würde?
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wyntonrufer am 21.02.2019, 09:42
Was für ein Thema! Lieber WK bringt die Herren gemeinsam in eine Talkshow dazu jemand vom DFB und der DFL bitte, bitte, bitte 😉 wollen doch mal hören und sehen was die Themen Ethik im Zielkonflikt mit Ego und Geldmaximierung so hergeben Danke
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chrijunge am 21.02.2019, 10:17
Super Interview! Und er hat Recht, der DFB als Vorbild macht Werbung für Wettportale und Chips, alles was die Jugendlichen lernen sollten.
Als Werder Fan darf man sich da aber leider nicht so weit aus dem Fenster lehnen, was moralische und ethische Werbepartner angeht...
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Netzorath am 21.02.2019, 12:57
Da haben Sie Recht, und da geht der Daumen bei den Heuchlern natürlich sofort runter.
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alanya_fuchs am 21.02.2019, 16:02
Ach, Borowka die arme Wurst. Erst sein Leben an die Wand fahren und muss nun mühsam mit Bücherlesungen seines verkorksten Lebens sein Geld verdienen. Da tut ihm etwas Werbung im Sportteil wohl ganz gut.
Das Leben ist auch eine Charakterfrage.

Als Ergänzung zum Borowka-Quark kann man sich mit dem hier befassen:

Charakterfrage: Wer wir sind und wie wir uns verändern
von Jule Specht (Autor)
Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 2. (15. Mai 2018)
ISBN-10: 3499631288
ISBN-13: 978-3499631283

Ich wette auch schon einige Jahre und ich mag auch Alkohol, allerdings ohne mich zu ruinieren. Der freie Umgang damit gehört zu unserer Gesellschaft.
Die Zauberformel im Leben heißt Disziplin und Limit setzen.
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jamal0781 am 21.02.2019, 17:07
Jeder Mensch ist anders.Jeder ist anders anfällig für Süchte.Die Wettanbieter und Casinos haben schon viele Familien und Menschen zerstört.Und wenn ich sehe wie Schweinsteiger Werbung für Casinos macht, dann kommt mir das Kotzen...
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muttimulle am 21.02.2019, 18:10
Lieber Fuchs, arme Wurst.

Tun Sie mir einen Gefallen und trinken Sie beim nächsten Mal ein Gläschen mehr - vielleicht kommen Sie dann nicht auf die Idee hier solchen Unfug zu verzapfen.

🍻 Prost
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Johnny_Lawrence am 21.02.2019, 18:03
Lieber Fuchs,
ich trinke auch mal das eine oder andere Bierchen. Das ist hier aber nicht der Punkt. Wir haben, wie Borowka oben benennt, immer mehr Suchtkranke in Deutschland. Sei es nun Alkohol, Spielsucht, Drogensucht und eben Internetsucht. Da müssen wir als Gesellschaft vorbeugen. Es hilft sicher nicht, wenn sogenannte Vorbilder Werbung für Wettanbieter etc. machen. Wir reden hier nicht von mal nen Euro riskieren, sondern von Haus und Hof verspielen.
Was mir hier fehlt ist mMn die Kritik am WK. Seit einiger Zeit gibt es immer wieder Artikel zum Thema Computerspiele, welches verharmlosend als "E-Sport" bezeichnet wird.
Lieber WK,
fassen Sie sich mal an die eigene Nase und hören Sie auf uns über einen süchtigmachenden und gesundheitschädlichen Unsinn zu berichten. Diese Daddelei macht genauso süchtig und ist besonders für junge Menschen gefährlich. Wenn der WK dann so tolle Sachen schreibt über professionelle Daddler die sich so tolle Namen wie Megabit etc. geben, dann macht das schon Eindruck auf diese Jugendlichen. Vielleicht sollte man sich überlegen demnächst über Kampftrinken und E-Zigaretten Sport zu berichten.
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susanneundjens am 21.02.2019, 18:37
@Johnny: Einer der besten Kommentare, die ich hier seit längerer Zeit gelesen habe.
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alanya_fuchs am 21.02.2019, 18:38
Johnny_Lawrence am 21.02.2019, 18:03
Da müssen wir als Gesellschaft vorbeugen. Es hilft sicher nicht, wenn sogenannte Vorbilder Werbung für Wettanbieter etc. machen.

Wenigstens haben Sie "sogenannte Vorbilder" geschrieben. Die meisten Lebensumstände der Fußballstars haben überhaupt nichts mit Vorbild zu tun.
Haben Sie schon einmal Werbung für Drogen gesehen? Zigaretten- und Alkoholwerbung gibt es nicht oder wenigstens fast nicht mehr.
Trotzdem gibt es unzählige Süchtige in jeder Kategorie.
Warum sollte also die Werbung Schuld an dem Problem sein?
Wie soll Ihre Vorbeugung als Gesellschaft aussehen?
Alkohol verbieten, Spielhallen und Wettportale schliessen?
Oder einfach nur die Werbung verbieten, damit die Gesellschaft ein ruhiges Gewissen hat?
Wir müssen einfach lernen, mit diesen Dingen umzugehen. Wir, die Gesellschaft, können nur Hilfe anbieten, dazu müssen sich die Betroffenen aber auch helfen lassen. Das ist dann ein neues großes Problem (siehe Borowka). In unserem Staat darf man nämlich keinen zwingen sich helfen zu lassen.

Zum Thema eSport begrüsse ich die heutige Entscheidung im Bundestag.
eSport erfährt auch weiterhin keine Anerkennung als Sport. Nach der Sitzung kehrten vor allem die Regierungsparteien von ihrer im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Linie einer vollumfänglichen Anerkennung des eSports ab.

m.sport1.de/esports/2019/02/esports-keine-anerkennung-als-sport-vertrauensbruch-erschuettert-szene
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jamal0781 am 21.02.2019, 19:18
Man soll nix verbieten.Man soll es den Leuten aber nicht schmackhaft machen und es verharmlosen.
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alanya_fuchs am 21.02.2019, 19:41
Wo wollen Sie da anfangen und womit hören Sie dann auf?

Nur das, was Ihnen gerade auffällt wie Wettportale oder Alkohol? Oder zählen Sie auch ungesunde Lebensmittel dazu, mit denen 80% unserer Mitbürger ihren Körper ruinieren? Keine Werbung mehr für Cola oder Twix? Von McDonald will ich gar nicht erst anfangen.

www.zentrum-der-gesundheit.de/ungesunde-lebensmittel-ia.html

Jeden Morgen wenn wir aufstehen, belügen wir uns schon selbst.
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WERDER2016 am 21.02.2019, 22:52
@ alanya_fuchs

"In unserem Staat darf man nämlich keinen zwingen sich helfen zu lassen."

Genauso ist es und deshalb Respekt und Hochachtung vor denjenigen, die es dann schaffen, sich selbst und ungezwungen aus dem Sumpf zu ziehen gleichgültig, ob sie Borowka, Schulz oder Schmidt heißen. Das sind die wirklichen Meister. Wer soclche Menschen kennt, weiß welch weiter Weg das ist. Sie scheinen niemanden zu kennen.

Freuen Sie sich, dass Sie auf der Sonnenseite des Lebens stehen und sich nicht mit Bücherlesungen über Wasser halten müssen.
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Netzorath am 22.02.2019, 12:13
@alanya_fuchs
vor allem sollten Sie froh sein, dass Sie das Problem offenbar nicht haben, wie es Borowka wie folgt beschreibt:

"Ich konnte den Alkohol noch nie kontrollieren. Schon während der Lehre als Maschinenschlosser konnte ich nie nach zwei Gläsern sagen, jetzt ist Schluss."

Wer damit konfrontiert worden ist in seinem Leben, kann einen Unsinn wie Sie gestern 16:02 nicht von sich geben. Sie haben nicht den geringsten Schimmer, was Sucht bedeutet, sonst würden Sie nicht von Charakterfragen u.ä. faseln. Ich mag auch gern Alkohol, sehr gern, ein Abend ohne ein gutes Gläschen ist kein richtiger Abend. Aber es verlangt nichts in mir nach mehr, wenn ich mir in der Halbzeit was hole. Und ich schätze das als großes Glück an, da ich Menschen kennengelernt habe, bei denen das nicht so ist. Und bin deshalb total entfernt mich in dieser Weise über Süchtige zu erheben, die damit in der Tat ihr "Leben an die Wand fahren". Aber Borowka schafft es scheinbar ja wieder raus, und das muss man erst mal schaffen, und es mit Lesungen zu tun, in denen er über seine Sucht aufklärt, scheint mir doch überaus sinnvoll zu sein.
Ich empfehle Ihnen ein ganz anderes Buch: Ernst Herhaus, Kapitulation, Aufgang einer Krankheit, als Diogenes Taschenbuch erhältlich, war Ende der Siebziger sogar ein Bestseller, ganz nebenbei auch große Literatur. Wenn sie das gelesen haben, reden Sie nicht mehr so leichtfertig daher. Aber Vorsicht, leicht zu lesen ist es nicht.
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am 22.02.2019, 13:07
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