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06.06.2019
Was Steidtens Wechsel für den Klub bedeutet

Werders Pläne ohne den Planer

© nordphoto


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Am Ende ging alles ganz schnell. Vor vier, fünf Wochen tauschten sich Tim Steidten und Simon Rolfes bei einem Hintergrundgespräch über Klubstrukturen und Sportdirektor Rolfes' Pläne mit Bayer 04 Leverkusen aus. Der Verlauf des Gesprächs nahm dann aber eine andere Wendung, vielleicht zufällig, vielleicht von Rolfes so gewollt. Letztlich stand eine konkrete Anfrage im Raum, die Steidten jetzt angenommen hat. Nachdem Mein Werder von Steidtens Abgang berichtet hatte, gaben sowohl Werder als auch Bayer die Personalie am Donnerstag offiziell bekannt.

„Tim hat ein sehr gutes Angebot bekommen. Wir haben uns gut und vernünftig mit ihm geeinigt. Für die Transferphase ist bereits viel vorbereitet, wir werden diese Arbeit nun mit unserer sehr gut aufgestellten Scoutingabteilung sowie Clemens Fritz und unserem Justiziar Tarek Brauer zu Ende führen“, erklärte Sportchef Frank Baumann. Steidten sei schon nicht mehr für Werder aktiv. Am 1. Juli nimmt er dann offiziell seine Arbeit in Leverkusen auf. Dort soll der 40-Jährige die Scoutingabteilung neu strukturieren – und natürlich mögliche Transfers einfädeln. Darum geht es schließlich in Steidtens Metier: Dinge filtern und vorbereiten, den Entscheidungsträgern Vorschläge unterbreiten und dann auch Gespräche mit potenziellen Kandidaten sowie deren Beratern führen.

„Werde dem Verein nicht schaden“

Die Kaderplaner treten immer mehr heraus aus ihrer Nische. Sven Mislintat, Michael Reschke, Jonas Boldt, Johannes Spors oder Timon Pauls sind ein paar dieser Namen, die in letzter Zeit immer häufiger zu lesen waren. Und natürlich Tim Steidten. Zwölf Jahre hat er für Werder gearbeitet, erst als Scout, dann als Chef der Scoutingabteilung und als Kaderplaner. Seit Ende vergangener Woche ist dieses Kapitel für Steidten beendet. Mit nach Leverkusen nimmt er ein fundiertes Wissen über Werders aktuellen Kader und die Zukunftspläne der Bremer. „Es ist aber so ein großes Vertrauensverhältnis da, dass die Verantwortlichen wissen: Ich werde dem Verein Werder Bremen damit nicht schaden“, versicherte Steidten gegenüber Mein Werder.

Mit Steidtens Start in Leverkusen beginnt offiziell auch die Sommer-Transferperiode. Steidten sieht den Zeitpunkt seines Wechsel dennoch nicht als Problem und sprach von Werder immer noch in der Wir-Form: „Wir werden auf der Kaufseite ohnehin nicht zu viel machen und sind da sehr gut aufgestellt, weil wir in den vergangenen Wochen und Monaten viel vorgearbeitet haben.“ Es ist Steidten wichtig zu betonen, dass er den Klub in schwierigen Zeiten nicht einfach so verlassen hätte. Da Werder nun aber im sportlichen Bereich gut aufgestellt sei, biete sich die Gelegenheit für einen sauberen Schnitt. Innerbetriebliche Störungen habe es nicht gegeben, erklärte Steidten. „Im Gegenteil: Frank Baumann war immer meine wichtigste Bezugsperson, die mich weiterentwickelt hat und mit der es immer einen vertrauensvollen Austausch gab." Steidtens neue Bezugsperson heißt nun Simon Rolfes. Mit dem Bayer-Sportdirektor spielte er einst zusammen in Werders A-Jugend. Steidten hatte schon in den vergangenen Jahren Anfragen von anderen Klubs, lehnte diese jedoch ab, seinem Kumpel Rolfes sagte er nun zu. „Ohne ihn“, sagte Steidten, „wäre ich jetzt nicht bei Bayer Leverkusen.“

„Das ist keine Katastrophe“

Und was macht Werder ohne Steidten? In Bremen überlegen sie nun, die Bereiche Scouting, Analyse und Kaderplanung auf verschiedene Schultern zu verteilen, um Sportchef Baumann bestmöglich in seiner Arbeit unterstützen zu können. Ehrenspielführer Fritz, der aktuell ein Trainee-Programm bei Werder absolviert, sollte in diesem Bereich ohnehin stärker eingebunden werden. „Wir werden uns dazu in den nächsten Tagen und Wochen Gedanken machen. Qualität geht hier vor Schnelligkeit, wir wollen das bestmögliche Ergebnis für Werder. Deshalb werden wir in Ruhe überlegen, wie wir den Verein im Bereich Scouting, Analyse und Kaderplanung für die Zukunft aufstellen", blickte Baumann voraus.

Schon einmal hat Werder einen Kaderplaner verloren und den Abgang gut aufgefangen: Im Februar 2016 ging Rouven Schröder zum FSV Mainz 05, danach wurde Steidten befördert. Auch nach Steidtens Abschied werde der Verein jetzt gute Lösungen finden, zeigte sich Klaus Allofs überzeugt. Allofs war von 1999 bis 2012 bei Werder für den sportlichen Bereich verantwortlich und arbeitete dann von 2012 bis 2016 als Geschäftsführer Sport für den VfL Wolfsburg. Einen Kaderplaner hatte er dabei jeweils nicht an seiner Seite. „Natürlich gab es da schon Leute, die ähnliche Aufgaben übernommen haben. Die Funktion des Kaderplaners wurde irgendwann neu geschaffen, und sie ist sicherlich sinnvoll, um Dinge zu planen und zu koordinieren“, sagte Allofs. „Am Ende entscheidet aber der Sportchef. Deshalb ist es keine Katastrophe, wenn der Kaderplaner den Verein verlässt, es sei denn, er ist jemand mit ganz viel Input und ganz vielen Ideen, die unverzichtbar sind.“ Normalerweise sei ein Spielertransfer allerdings immer eine gemeinschaftliche Arbeit, verdeutlichte Allofs. „Das ist Teamwork, und der Kaderplaner ist ein Teil des Teams.“

Außerdem nehme der Kaderplaner zwar wertvolles Wissen mit, „aber so viele große Geheimnisse gibt es in der Bundesliga auch wieder nicht“, sagte Allofs, der einst selbst von Bremen nach Wolfsburg ging. „Mit diesen Personalwechseln muss man leben. Die sind in dem Geschäft normal.“

Marko am 06.06.2019, 19:44
nicht das dies bezüglich Milo Rashica bei Leverkusen spielt. Dann wäre es eine Schwächung.
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Frank1969 am 06.06.2019, 20:10
Glaube dass Rashica England mehr reizt als Bayer 04 Leverkusen.... Aber ich gehe davon aus dass er mindestens noch eine Saison in Bremen śpielt
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alanya_fuchs am 07.06.2019, 05:22
... und jeden Morgen geht die Sonne auf und die Erde dreht sich also weiter.

Tim Steidten geht, Hans Wurst (oder ein anderer) kommt. Es wird weitergehen, keine Panik.
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Schimmelreiter am 07.06.2019, 09:22
So sieht es aus. Normale Fluktuation. Die Karawane zieht weiter und weiter...
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Nomolas am 07.06.2019, 10:38
Jupp....sehe ich genau so.
Die einzigen bei denen ein Abgang momentan weh tun würde, wären Baumann und Kohfeldt.
Aber da ist das Risiko wohl eher gering ;-)
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Werderland am 07.06.2019, 21:37
Das waren jetzt doch eine Reihe von Nachrichten in der jüngsten Zeit, die eigentlich beunruhigend sind - hier im Forum findet man aber reichlich Trost:

- Der mit Abstand beste Spieler verlässt uns. Forumsreaktion: Der hat sich verzockt (und ähnliche Nachtretereien). Und ausserdem kommt ja Niklas Füllkrug.

- Der mit Abstand beste Spieler verlässt uns ABLÖSEFREI. Eigentlich eine Katastrophe, wenn man Transfererlöse erwirtschaften muss - die Forumsreaktion: Die Geschäftsführung kann da nichts für, das ist Kruses Schuld!

- Für Max Kruse ist "die Tür zu". Eine Aussage, die aus meiner Sicht eine zwar wenig wahrscheinliche, aber doch mögliche Option - nämlich dass Max Kruse vielleicht doch bleiben will - völlig unnötigerweise ausschließt. Forumsreaktion: Richtig so - der hat sich verzockt, so einen brauchen wir nicht!

- Kaderplaner und "rechte Hand" des Geschäftsführers verlässt uns, mitsamt seinem detailreichen Wissen um unsere gegenwärtige und zukünftige Mannschaft - Forumsreaktion: Soo viel hat der Kaderplaner mit der Kaderplanung nun auch wieder nicht zu tun, alles halb so wild. Außerdem haben wir noch Thomas Schaaf und vor allem: Clemens Fritz! Der macht einen Teil dieser Arbeit ja schließlich schon einige Monate (seit seinem Sabattical).

- Supertalent Josh Sargent wird wider Erwarten im US-Kader nicht berücksichtigt - Forumsreaktion: Was erlauben sich die Amerikaner? Nichtberücksichtigen können wir den Jungen auch selber.

- Die Hin- und Herschieberei von jungen, hoffnungsvollen Spielern (sogar aus Österreich), die eingekauft und verliehen werden, eine Praxis, die bei Chelsea und Co. verwerflich ist - das ist bei uns kluge, vorausschauende Politik.

Wir sehen: Auch wenn da alle paar Tage eine vermeintlich schlechte Nachricht kommt, so stellt sich bei genauerem Hinsehen doch heraus, dass wir uns eigentlich keine Sorgen machen müssen, solange wir um unsere Ersten Offiziere auf der Brücke wissen. Vielleicht täte eine positive Nachricht auch jetzt im Juni schon gut, aber vermutlich steht das so nicht in dem großen Plan, der hinter all diesen Nachrichten steckt. Wir dürfen uns alle auf den Sommer freuen, auf die lebhafte Zeit mit der unschönen Bezeichnung "Transferfenster", auf weitere Meilensteine in Richtung Europa. Das wird spannend. Und zwischendurch wird's weitergehen, keine Panik.
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Altobelli am 08.06.2019, 10:08
@Werderland:

Ihre doch recht spezielle Sichtweise, die Sie uns hier aufzeigen, kann ich eigentlich nicht bestätigen. Zu Ihren Punkten im Einzelnen:

"- Der mit Abstand beste Spieler verlässt uns. Forumsreaktion: Der hat sich verzockt (und ähnliche Nachtretereien). Und ausserdem kommt ja Niklas Füllkrug."

Sie halten pauschal allen Usern dieses Forums vor, dass Max Kruse sich verzockt hat und deuten dieses als Nachtreten. Da sollten Sie schon eine differenzierte Betrachtung vollziehen und nicht pauschalisieren.
Sollte, wie es die Bild-Zeitung jüngst geschrieben hat, Kruse tatsächlich ein Jahresgehalt von bis zu sechs Millionen Euro einfordern, dann ist das für Werder schlicht und ergreifend nicht machbar und diese Forderung auch einfach viel zu hoch.
Für Kruse und für Werder waren die drei Jahre ein absolutes Win-Win Geschäft.
Das uns ein begnadeter Kicker verlässt, den es so kaum ein zweites Mal gibt, ist dabei völlig unstrittig.
Aber...das Spiel war komplett auf ihn ausgerichtet. Er war der Regisseur im Werder Spiel. Ob er diesen Status bei einem anderen Verein nochmals bekommen wird.....warten wir es ab! Seine Fähigkeiten voll entfalten kann er aber nur, wenn er diese Freiheiten wieder bekommt.

"- Für Max Kruse ist "die Tür zu". Eine Aussage, die aus meiner Sicht eine zwar wenig wahrscheinliche, aber doch mögliche Option - nämlich dass Max Kruse vielleicht doch bleiben will - völlig unnötigerweise ausschließt."

Ich glaube das Sie es nicht verstanden haben. Max Kruse hätte bleiben können, tatsächlich. Werder hat ihm ein Angebot unterbreitet, welches wahrscheinlich nicht seinen Vorstellungen entsprochen hat und dann lange gewartet. Aber......kein Spieler ist größer als der Verein. Und Kohfeldt hat es dann auf den Punkt gebracht indem er in einem Interview nach dem Abbruch der Verhandlungen gesagt hatte "Wir haben uns entschieden, dass er sich jetzt entscheiden muss".
Und damit ist das Thema dann erledigt.

"- Die Hin- und Herschieberei von jungen, hoffnungsvollen Spielern (sogar aus Österreich), die eingekauft und verliehen werden, eine Praxis, die bei Chelsea und Co. verwerflich ist - das ist bei uns kluge, vorausschauende Politik."

Auch das ist so nicht richtig! Die Praktiken von "Chelsea und Co." sind deshalb verwerflich, da sie solche Geschäfte mit minderjährigen Spielern gemacht haben. Aus diesem Grunde wurden diese Vereine, völlig zurecht, mit Transfersperren belegt. Ich glaube der FC Barcelona war auch betroffen.
Und richtig, auch wenn Sie es nicht so meinen, es ist tatsächlich kluge, vorausschauende Politik, junge und talentierte Spieler zu verpflichten und diesen dann Spielpraxis zu geben. Da die Regionalliga für einige dieser Jungs sportlich allerdings nicht mehr ausreicht, benötigen diese Spielpraxis in einer besseren Liga, die hier zumindest Zweitliga Niveau hat. Zum Beispiel in Österreich oder in Holland.

Unter Thomas Eichin hatte man einen extrem großen und aufgeblähten Kader und wollte, dass immer wieder mal Spieler aus der U-23 zwischen den Profis und der U-23 pendeln. Ein großer Fehler!
Im Endeffekt war z. B. ein Spieler wie Oliver Hüsing mal bei den Profis im Kader und saß 90 Minuten auf der Bank, am nächsten Wochenende war er nicht einmal im Kader und konnte kurzfristig auch nicht mehr in der U-23 eingesetzt werden. Das ist für einen jungen Spieler noch weitaus schlechter, als wenn man ihn an einen Verein verleiht, bei dem er regelmäßige Einsätze bekommt.

Und das z. B. ein Romano Schmid mit seinen gerade mal 19 Jahren, noch nicht unbedingt ein Kandidat für die Bundesliga Startelf ist, sollte keine allzu große Überraschung sein.
Junge, talentierter Spieler brauchen Zeit um zu reifen. Und nicht aus jedem wird am Ende ein Bundesliga Profi!
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alanya_fuchs am 08.06.2019, 11:23
Danke, dazu fällt mir nicht einmal eine Ergänzung ein.
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Werderland am 08.06.2019, 12:12
Ersetze "Forumsreaktion" durch "Forumstenor" - der Vorwurf, "allen pauschal" etwas vorzuwerfen, ist albern.

Der Umgang mit Nachwuchsspielern bei Chelsea und bei uns ist ein Extra-Thema, das sicherlich noch einmal ausführlicher Beachtung finden wird. Nehme ich aus meinem obigen Kommentar gerne wieder heraus.

Zu Max Kruse: Ich war weder bei den Gehaltsverhandlungen noch bei der Kaderplanung dabei, ich kenne auch das so gern herangezogene "Gehaltsgefüge" nicht im Detail, und ich kenne auch die Zukunftsplanungen von Max Kruse nicht (und auch nicht, ob dieser Ausgang gut oder schlecht für ihn werden wird - was mir im Zweifel auch egal ist). Ich kenne aber das Ergebnis: wir verlieren den besten Spieler, und zwar ablösefrei.

Hohe Qualität im Kader muss entweder gehalten oder teuer verkauft werden - wenn beides nicht der Fall ist, erschwert das die Kaderplanung massiv (zumal Max Kruse unser einziger Spieler von fussballerischer Extraklasse war). Und das ist ein sehr unangenehme Konsequenz aus den gescheiterten Vertragsverhandlungen. Wer will, kann darin eine "Win-Win-Situation" erkennen - das muss man aber dann schon ganz, ganz fest wollen.

Möglich ist natürlich auch, dass die Verantwortlichen noch mächtig 'was in der Hinterhand haben - was ja sein kann, denn im Zuge des Abschieds von Tim Steidten hieß es ja, die Planung für die nächste Saison sei schon abgeschlossen.

Vielleicht schaffen es ja Frank Baumann und Florian Kohfeldt, dass wir uns in der nächsten Saison um einen Platz verbessern. Ich hoffe und wünsche es für die beiden und für uns alle. Die eine oder andere positive Nachricht würde dem Glauben daran gut tun. Und dann müssten sich die einschlägigen Foristen hier auch nicht ständig die schlechten Nachrichten schön schreiben.
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Altobelli am 08.06.2019, 12:48
@Werderland:

"Zu Max Kruse: Ich war weder bei den Gehaltsverhandlungen noch bei der Kaderplanung dabei, ich kenne auch das so gern herangezogene "Gehaltsgefüge" nicht im Detail, und ich kenne auch die Zukunftsplanungen von Max Kruse nicht (und auch nicht, ob dieser Ausgang gut oder schlecht für ihn werden wird - was mir im Zweifel auch egal ist). Ich kenne aber das Ergebnis: wir verlieren den besten Spieler, und zwar ablösefrei."

Auch ich war nicht bei den Gehaltsverhandlungen dabei. Allerdings kann man schon den diversen Gazetten entnehmen, egal ob BILD, Weserkurier oder Kreiszeitung, dass Max Kruse schon recht hohe und deutliche Forderungen bezüglich seines Gehaltes hatte bzw. noch hat. Und Sie haben mich leider nicht verstanden. Ich schrieb in meinem Bericht oben:

"Für Kruse und für Werder waren die drei Jahre ein absolutes Win-Win Geschäft"

Und das ist es in der Tat gewesen! Sie müssen sehen, was Werder für einen Fußball gespielt hat bevor Max Kruse in Bremen angeheuert hat und was für eine fußballerische Entwicklung Werder mit Kruse in diesen drei Jahren genommen hat. Werder hat von dieser Verpflichtung absolut profitiert. Aber auch der Spieler hat davon profitiert und seine Chance in Bremen genutzt.
Zudem fand ich es damals schon sehr überraschend, dass es ausgerechnet Werder gelungen war, einen Spieler wie Max Kruse überhaupt verpflichten zu können. Er hatte in Wolfsburg damals noch Vertrag und hat in Wolfsburg auch sicherlich weitaus mehr verdient als danach bei Werder. Das er sich in der für Werder damals sehr prekären sportlichen Situation entschieden hatte, nochmal zu seinem Ausbildungsverein zurückzukehren ist aller Ehren wert und ihm sehr hoch anzurechnen.
Werder hat Kruse alle Freiheiten eingeräumt die er brauchte um all seine Stärken auf den Rasen zu bekommen. Und seine Mitspieler haben ebenfalls davon profitiert.

Weiter schreiben Sie unter anderem:

"(zumal Max Kruse unser einziger Spieler von fussballerischer Extraklasse war)"

Auch das sehe ich völlig anders!
Ich denke das viele andere Vereine froh wären, wenn sie z. B. einen Milot Rashica in ihren Reihen hätten. Ein junger, schneller, trickreicher und nun auch noch torgefährlicher Spieler. Ein Spieler mit Extraklasse, die Sie scheinbar noch nicht erkannt haben.
Nach einer für ihn eher enttäuschenden und durchwachsenen Hinrunde hat er viel dazugelernt. Macht die Wege nach hinten mit und ist im Spiel nach vorne eine absolute Bereicherung.

Und das ein Davy Klaassen eine enorme Qualität hat, ist meiner Meinung nach auch völlig unstrittig. Er kann nicht nur gute Pässe spielen, er stellt sich auch voll in den Dienst der Mannschaft und scheut keinen Zweikampf. Sein Tor zum 2-0 auf Schalke im Pokal oder auch sein Kopfballtreffer in Mönchengladbach waren schon Extraklasse. Allerdings sollte man ihn nicht nur an Toren messen.

Und das Maximilian Eggestein sich gut weiterentwickelt hat steht ebenfalls außer Frage denke ich. Wenn man für die Nationalmannschaft nominiert wird, sollte man schon eine sehr gute Saison gespielt haben. Es wird auch nicht von ungefähr schon Anfragen für ihn aus Dortmund oder aus München gegeben haben.

Werder hat es mit Max Kruse geschafft, den erfolgreichen und erfrischenden, offensiven Werder Fußball aus alten Zeiten wiederzubeleben.
Die Philosophie wird mit dem Führungsduo Baumann / Kohfeldt fortgesetzt. Und das ist auch gut so!


"Möglich ist natürlich auch, dass die Verantwortlichen noch mächtig 'was in der Hinterhand haben - was ja sein kann, denn im Zuge des Abschieds von Tim Steidten hieß es ja, die Planung für die nächste Saison sei schon abgeschlossen."

Das wissen wir nicht!
Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass Werder noch einen "Hochkaräter" für die Offensive verpflichten wird. Und meiner Meinung nach ist das auch nicht nötig.
Das Offensivspiel von Werder wird sich ohne Kruse verändern und, so hoffe ich es, noch schwerer auszurechnen sein für den Gegner. Mit Füllkrug hat man nun einen echten Mittelstürmer verpflichtet, der vielleicht auch mal die eine oder andere Flanke verwerten kann.

Und Davy Klaassen hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt und Kruse vorne die Show überlassen. Bei Ajax hatte er meist weiter vorne gespielt und war dort noch torgefährlicher.

Ich sehe es eher wie Benno Möhlmann. Nach der erneuten, schweren Verletzung von Bargfrede sollte man noch einen guten, zweikampfstarken und defensiv ausgerichteten Sechser verpflichten.
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alanya_fuchs am 08.06.2019, 22:18
Werderland am 08.06.2019, 12:12
Ich kenne aber das Ergebnis: wir verlieren den besten Spieler, und zwar ablösefrei.

Sie haben das nun wiederholt geschrieben und es klingt wie ein Vorwurf.
Wie hätte Werder den ablösefreien Abgang verhindern sollen? Kruse hat schon im letzten D
Sommer gesagt, seinen Vertrag erfüllen zu wollen. Verhandlungen hat er da auch schon abgelehnt.
Es wird immer wieder so sein, dass Spieler ablösefrei gehen, übrigens nicht nur bei Werder. Der Spieler profitiert in der Regel natürlich viel mehr davon, sei es bezüglich der Gehaltshöhe oder der Wechselprämie.
Das Kapitel sollte damit erledigt sein, Kruse schuldet Werder nichts und umgekehrt natürlich auch nicht.
Trotzdem fand ich es schön, dass Max Kruse drei Jahre hier gespielt hat.
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Altobelli am 08.06.2019, 22:32
"Trotzdem fand ich es schön, dass Max Kruse drei Jahre hier gespielt hat."


Das fand ich auch sehr gut. Und es war oftmals eine Augenweide ihm zuzusehen. Die vereinzelten Pfiffe, die man am letzten Spieltag bei seiner Verabschiedung hören konnte, fand ich absolut unangebracht.

Ich fand seinen Auftritt im Pokalspiel in Dortmund in dieser Saison absolut überragend. Es war für mich das Spiel der Saison von Kruse. Oder beim Auswärtssieg in Leverkusen, richtig klasse! Aber er hat auch in anderen Spielen richtig gut abgeliefert.

Persönlich hätte ich es toll gefunden, wenn er bei Werder nochmal für zwei oder drei Jahre verlängert hätte. Allerdings auch nur dann, wenn der Spieler davon absolut überzeugt ist. Das scheint er nicht gewesen zu sein und von daher ist es dann folgerichtig, dass man sich trennt.

Das er die Möglichkeit hat, woanders nochmal einen Taler mehr zu verdienen, ist ja auch völlig legitim und verständlich. Ich hoffe nur nicht, dass er am Ende dann noch auf Schalke landet.

"Es wird immer wieder so sein, dass Spieler ablösefrei gehen, übrigens nicht nur bei Werder. Der Spieler profitiert in der Regel natürlich viel mehr davon, sei es bezüglich der Gehaltshöhe oder der Wechselprämie."

So schaut es seit dem Bosman-Urteil aus!

Was soll z. B. Schalke sagen? Die hätten wahrscheinlich gerne auch mit Matip, Goretzka, Max Meyer und Kolasinac verlängert. Aber die Spieler wollten nicht, weil sie lieber bei ihrem zukünftigen Verein ein dickes Handgeld einstreichen wollten. Ein Handgeld was Schalke nicht zahlen will bzw. kann. Nübel wird wahrscheinlich auch nicht verlängern und dann in einem Jahr den Abflug gen München machen.

Werder hat mit den beiden Eggesteins verlängert, sicherlich mit Ausstiegsklauseln, die für größere Vereine relativ leicht zu stemmen sind. Aber so wird man sie wahrscheinlich nicht ablösefrei verlieren.
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Wynton01 am 09.06.2019, 11:55
Also Davy Klaassen auf ein Niveau mit Kruse zu stellen finde ich schon lustig und Maxi muss sich erstmal entwickeln, bisher hatte er gute und schlechte Phasen.

Ich sehe auch nicht alles schlecht, aber dass Kruse weg ist ohne Geld zu verdienen und unser Kaderplanber geht und wir große Baustellen in der Defensive haben ohne großes Budget zur Verfügung.....da bin ich auch nicht so mega entspannt.
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Altobelli am 09.06.2019, 12:29
"Also Davy Klaassen auf ein Niveau mit Kruse zu stellen finde ich schon lustig und Maxi muss sich erstmal entwickeln, bisher hatte er gute und schlechte Phasen."

@Wynton01:

In welchem Satz stelle ich Davy Klaassen auf ein Niveau mit Kruse?

Klaassen ist ein ganz anderer Spielertyp als Kruse. Jeder Spieler ist anders! Für mich ist er dennoch ein Klassespieler der den Unterschied ausmachen kann und dieses auch schon gezeigt hat. Und Maxi hat sich in der letzten Saison schon enorm entwickelt, oder sehen Sie das anders?
Die Position von Kruse wird man so nicht eins zu eins ersetzen. Er ist ein Freigeist, der seine Freiheiten auf und vor allem auch neben dem Platz braucht um seine Klasse zeigen zu könen.

Maxi Eggestein hat wichtige Tore geschossen und ist bei Werder unumstrittener Stammspieler. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass Maxi Eggestein so nun noch mehr zu einer echten Persönlichkeit reifen wird. Er wird noch mehr im Fokus stehen und nicht mehr im Schatten von King Kruse.

"Große Baustellen" hört sich fast so an, als hätten uns gleich mehrere Abwehrspieler verlassen. Wichtig wäre es meiner Meinung nach, tatsächlich noch einen guten defensiven 6er zu verpflichten, da Bargi ja leider mehrere Monate verletzungsbedingt ausfallen wird.
Und auf der Position des Rechtsverteidigers ist man ja scheinbar auf der Suche, nach einer Ergänzung zu Gebre Selasse, der Ende dieser Saison aus dem letzten Loch gepfiffen hat.
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