News
Latest News
Kaderschmiede Rasenreport
27.03.2019
Die Diskussion ebbt nicht ab

Werder-Leistungszentrum weiter im Kreuzfeuer

© Werder Bremen


  • 93
  • 14

Die Wellen der öffentlichen Meinung schlagen beim brisanten Thema des geplanten Neubaus des Werder-Leistungszentrums in der Pauliner Marsch weiter hoch. Jetzt tagten die Mitglieder des Bauausschusses des Beirates Östliche Vorstadt und des Projektausschusses Pauliner Marsch in einer gemeinsamen Sitzung zum Thema Hochwasserschutz im Ortsamt Mitte. Die eingeladenen Experten wie Vertreter des Franzius-Instituts hatten mit dem Hinweis abgesagt, dass sie keine konkrete Analyse liefern könnten, solange ihnen noch keine konkreten Bebauungspläne vorlägen. Und auch Deichhauptmann Michael Schirmer war aus Urlaubsgründen nicht anwesend.

Das Interesse der Betroffenen ist riesig, viele von ihnen waren zu der Sitzung erschienen, um ihre Bedenken und Befürchtungen zu äußern. Unter ihnen: Michael Abendroth vom Deichverband rechtes Weserufer, der betonte: „Der Hochwasserschutz ist in der Pauliner Marsch nicht gewährleistet. Passt auf, welche Werte ihr da ins Wasser setzt!“ Und auch die Bürgerinitiative „Leben im Viertel“ (LiV) um Stefan Schafheitlin warnt vor einer „Zerstörung des Naherholungsgebietes Pauliner Marsch“, die auch noch zur Hälfte von den Steuerzahlern finanziert werden solle. Tenor: „Werder Bremen befiehlt – der Senat gehorcht“. Schafheitlin bemängelte, dass Werder in einer Salamitaktik seit 25 bis 30 Jahren immer neue Forderungen stelle.

So sehen das andere Anwohnerinnen und Anwohner auch. Wie Gabriele Otten, die es als „Augenwischerei“ empfindet, dass der SV Werder damit gedroht habe, mit seinem Leistungszentrum nach Niedersachsen abzuwandern. Peter Kadach, der für die CDU im Beirat Östliche Vorstadt sitzt, hat bei aller Wertschätzung für Werder die Basta-Mentalität gestört, mit der Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald das Projekt bei der Beiratssitzung Ende 2018 vorgestellt habe: „Vor allem, dass er die Frage der Alternativstandorte einfach so weggewischt hat“. Dabei, so Ga­briele Otten, wären durchaus Alternativstandorte ins Spiel gebracht worden, so sei dem SV Werder 2016 das Brinkmann-Gelände angeboten worden. Schafheitlin kritisierte die Haltung von Wirtschaftssenator Martin Günth­ner (SPD). Es sei fahrlässig, die Unterweser immer weiter auszubaggern: „Die Sturmflutwelle wird hier ungehindert anrollen“.

Steffen Eilers, Sprecher des Beirates Östliche Vorstadt, versuchte zu vermitteln: „Es geht hier nicht darum, sich für oder gegen Werder zu positionieren, sondern es geht um die Sicherheit unseres Stadtteiles. Es ist wie immer, wir müssen in hartem Ringen miteinander versuchen, einen guten Kompromiss zu erzielen, und zwar auf Augenhöhe“. Seine Partei, die Grünen, stünde der jetzigen Planung äußert kritisch gegenüber. Und auch in einer an den Bremer Senat gerichteten Forderung, die als Entwurf vorliegt, heißt es: „Der Beirat Östliche Vorstadt fordert, dass ein Neubau in der Pauliner Marsch nicht auf Kosten der Retentionsfläche gehen darf. Das Szenario des Hochwasserfalls muss auf die gesamte Pauliner Marsch bezogen erneut geprüft werden“. Hierfür sei der Entwurf ergebnisoffen durch das Franzius-Institut zu überprüfen hinsichtlich der Auswirkungen auf den Stadtteil beziehungsweise auf andere Stadtteile. Und: Die Strömungslinien des eindringenden Wassers werden sich verändern. Zu untersuchen sind die Auswirkungen auf die anderen Vereine und die hydrologischen Auswirkungen auf die Deichsicherheit.

Zusätzlich formulierten die Mitglieder des Beirates Östliche Vorstadt einen an den Senat gerichteten Katalog, in dem Fragen gestellt werden wie: Wird es eine zusätzliche Versiegelung geben? Die Entflutung dürfe durch den Neubau keinesfalls verzögert werden, um alle Werte in der Pauliner Marsch zu schützen. Außerdem seien die Plätze 12 sowie P2 und P2a dioxinverseucht. Der Beirat fragt: Welche Gefährdungen gehen von dieser Kontamination im Hochwasserfall aus? Und auch Angelika Pensky hat mit besorgten Bürgern einen Katalog erarbeitet, in dem Fragen wie diese gestellt werden: „Welche Maßnahmen hat der Senat hinsichtlich der Vermeidung bzw. Verringerung von Hochwasserschäden der Deiche durch Starkregen, Stichwort Klimawandel, und Sturmfluten vorgesehen?“

Shorty1899 am 28.03.2019, 07:50
Eine neverending Story!
Einfach die Zeit, das Geld und die Bemühungen in einen anderen Standort stecken.

Ich persönlich würde es auch schade finden, wenn Werder aus der Pauliner Marsch verschwindet. Aber es sieht ja nun echt nicht so aus als würde das klappen.

Und wenn das NLZ vor 2040 noch fertig werden soll, kommt man wohl leider nicht drum rum. 🤷🏻‍♂️
1
0

Kostenlos in der gesamten Saison 2017/2018!

Download