News
Latest News
Rasenreport
29.04.2019
DFB soll Boykott beenden

Werder kämpft um ein Länderspiel

© Imago Images


  • 31
  • 149

Beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt waren sie vom Vorstoß des Bremer Fußball-Bosses offenbar überrascht. „Kein Kommentar“, hieß es in der Otto-Fleck-Schneise zum Gastbeitrag von Björn Fecker im WESER-KURIER, in dem der Präsident des Bremer Fußball-Verbandes (BFV) mächtig in die Offensive gegangen war. Er forderte seinen eigenen Verband auf, den Länderspiel-Boykott im Zuge des Polizeikosten-Prozesses für das Bremer Weserstadion („Eine kindische Reaktion“) aus dem Jahr 2014 zu beenden. Eine Forderung, für die Fecker in der Bremer Politik und im Sport viel Unterstützung bekommt. Und die auch bei Werder Bremen sehr aufmerksam verfolgt wird.

Denn unabhängig von Feckers Ansinnen will auch der Bundesligist den Boykott jetzt endlich für beendet wissen. „Wir führen seit einiger Zeit und unabhängig vom Polizeikosten-Prozess Gespräche mit dem DFB über die Vergabe eines Länderspiels nach Bremen“, erklärte Präsident Hubertus Hess-Grunewald am Montag auf Anfrage. Und ließ den schönen Satz folgen: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Nationalmannschaft auch mal wieder im Weserstadion begrüßen können.“ Dazu passt, dass beim Pokalspiel gegen den FC Bayern auch DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge auf der Tribüne saß und den Werder-Verantwortlichen in Aussicht stellte, dass der DFB wieder ein Länderspiel nach Bremen vergeben werde. Wann das sein wird, ist noch offen. Fest steht allerdings: Es kommt endlich mal Bewegung in das Thema. 

Wird der Boykott bald aufgehoben?

Das Vorspiel ist bekannt: Weil die Stadt Bremen 2014 beschlossen hatte, die Deutsche Fußball-Liga an Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Risikospielen in der Bundesliga zu beteiligen, entzog der DFB den Bremern das schon zugesagte Länderspiel gegen Gibraltar für den 14. November 2014. Der Boykott gilt bis heute auch für Frauen- und Jugendländerspiele. BFV-Präsident Fecker, zugleich Vorstandsmitglied des DFB, will den jetzt beenden. „Dafür werde ich bei den Entscheidungsträgern weiter werben“, sagte er. Das ist mühsam, denn wo ein Länderspiel ausgetragen wird, entscheidet wiederum das DFB-Präsidium. Damit Bremen überhaupt wieder als Gastgeber infrage kommt, muss allerdings zunächst die Grundsatzentscheidung gegen Bremen wieder verändert werden. Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, die DFL künftig an den Mehrkosten für Polizeieinsätze zu beteiligen, gibt es dafür allerdings gute Argumente. Und die will sich Fecker zunutze machen.     

Rückendeckung bekommt er in Bremen genug. Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) erklärte: „Jetzt ist es Zeit, die Entscheidung zu akzeptieren und aufs Spielfeld zurückzukehren – auch mit einem angemessenen Anteil an internationalen Spielen im Weserstadion. Sollte der DFB Fans, Politik und Justiz auf Dauer missachten, riskiert er die Sympathien des Publikums.“ Das könne eigentlich nicht im Interesse des Fußballs sein. Und unsportlich wäre es allemal, sagte Stahmann. Willi Lemke, ehemaliger Werder-Manager und Sportsenator, ergänzte: „Es ist längst fällig, dass der DFB den Boykott wieder rückgängig macht. Er ist damals nach Gutsherren-Art entschieden worden, das war alles andere als ein souveräner Akt.“ Er begrüße  den Vorstoß von Fecker, der gemeinsam mit Werder-Vorstand Klaus Filbry, ebenfalls im DFB-Vorstand, für eine zügige Umsetzung sorgen solle.

Länderspiele frühestens ab 2020 in Bremen

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) geht mit dem Fußball abermals hart ins Gericht. „Spätestens nach unserem klaren Sieg vor dem Bundesverwaltungsgericht sollten die höchsten Funktionäre des Profifußballs endlich einsehen, dass ihre politischen Erpressungsversuche ins Leere gelaufen sind„, sagte er. Ein Zurück nach dem Urteil in Leipzig gebe es nicht mehr. “Daran können auch keine Abstrafaktionen des DFB im Zusammenhang mit Länderspielen etwas ändern“, meinte Mäurer.  

Und auch an der Fußball-Basis kommt Fecker mit seiner Attacke Richtung DFB gut an. „Es kann nicht sein, dass die Basis mit dem Entzug von Länderspielen bestraft wird“, sagte etwa TV Eiche Horns stellvertretende Abteilungsleiterin Ilka Böttcher. Und führte an: „Wir haben gerade beim Mädchenfußball schrumpfende Zahlen. Da wäre ein Höhepunkt wie ein Länderspiel eine gute Gelegenheit, Werbung zu machen. Das gilt auch für ein Frauen-Länderspiel.“ Und Gerrit Süßmann, Jugendwart beim ATS Buntentor, erklärte: „Der DFB sollte seine Kleingeistigkeit beiseite legen und mal wieder die Fans in den Fokus rücken.“

Die Orte für die Länderspiele in diesem Jahr hat der DFB bereits vergeben. Für 2020 aber, das Jahr der nächsten Europameisterschaft, steht noch kein Austragungsort fest. Die Chancen, dass Joachim Löw nach 2012 wieder mal an die Weser kommt, sind auf jeden Fall gestiegen.

AnFo am 29.04.2019, 18:17
bei länderspielen ist die stimmung doch eh fast immer überschaubar. choreos gesponsort von cola oder vw wer will so einen mist. dazu nur tickets für die mitglieder des fan clubs nationalmannschaft. das ist ja bald noch schlimmer als das was red bull in leipzig salzburg new york und weiss der geier wo noch abzieht und die leistung der n11 in qualispielen ist auch selten vergnügungssteuerpflichtig
23
0
Kurt_Gripsholm am 29.04.2019, 23:36
Es geht wohl darum, dass die Stadion GmbH ca. 3 Mio im Jahr Miese schreibt. Dieses muss von Werder und der Stadt aufgefangen werden. Ein Länderspiel scheint Kohle zu bringen.
2
3
fh_king am 30.04.2019, 04:58
Das ist ja hochinteressant! Liegt Ihnen bereits der Jahresabschluss von 2017/2018 vor noch bevor dieser im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde? In der Saison 2016/2017 steht da nämlich ein Plus von Euro 777.091,27 und in der Saison 2015/2016 ein Plus von 659.221,34. Es ist doch stark anzuzweifeln, dass diese Gewinne in einen Verlust von 3.000.000 umgedreht wurden ohne das die Medien davon Wind bekommen haben...aber bitte, ich hab den Aktellen Abschluss noch nicht gesehen...
7
0
Kurt_Gripsholm am 30.04.2019, 06:17
Jap. Da haben sie Recht. Ich habe gerade noch einmal recherchiert. Es handelt sich um Verbindlichkeiten in Höhe von 70 Mio. Euro. Drei Mio sind jährlich im Rahmen der Tilgung inkl. Zinsen fällig. s. Diskussionen um den Verkauf der Namensrechte des Stadions.
3
0
alanya_fuchs am 30.04.2019, 06:33
Siehe auch Rasenreport vom 21.06.2018 hier in der App

Problemfall Bremer Weser-Stadion GmbH

Das Sorgenkind
0
2
Bevenser am 30.04.2019, 12:37
Der "Knaller" gegen Gibraltar wurde also abgesagt? Was soll daran schlecht sein? Hoffentlich geht auch der "Malta-Kelch" an Bremen vorüber. Hamburg hat doch auch ein schönes Stadion ...
7
1
RunDMC89 am 30.04.2019, 12:44
Dass ein Länderspiel an der Basis gut ankäme, würde ich mal infrage stellen. Mit einer gehörigen Portion Eigenempirie behaupte ich, dass die Zuschauer auf die Nationalmannschaft gut und gerne verzichten. Die können gerne wieder in Sinsheim Gratis-Tickets und Klatschpappen verteilen.
9
0
Bubba am 30.04.2019, 16:42
Solange JL noch Bundestrainer ist, wuerde ich mir keine Spiele in Bremen ansehen
schon gar nicht gegen Gibraltar, San Marino, Malta oder Faroer
5
0
susanneundjens am 01.05.2019, 00:33
Ein Qualispiel wäre ja mal interessant Ein Freundschaftsspiel bitte nicht. Die guck ich schon seit Jahren nicht mehr
0
0
Alexander061080 am 01.05.2019, 19:47
... dich DFB ...
Das ist doch nur eine wieder gutmachung für das lug und trug Spiel im Pokal...
Mal ehrlich warum nicht mal aufstehen und auf den Tisch hauen 😡.
Immer lieb nach den Regeln.
Statt dessen soll ein Länderspiele alles wieder glätten und das im jahre 2020...Nett die jungs vom DFB.
Bin im gleichen zuge mal gespannt bis der erste Betrug einer der sogenannten Wett-Sponsoren ans Tageslicht kommt 🧐.
0
0

Kostenlos in der gesamten Saison 2017/2018!

Download