News
Latest News
Rasenreport Life und Style
09.01.2019
Kommentar zu Fußballern als Vorbild

Weniger Ribéry, mehr Kruse

© nordphoto


  • 7
  • 148

Darf Franck Ribéry ein riesiges, mit Blattgold überzogenes Steak essen? Darf Tim Wiese eine funkelnde Diamanten-Uhr tragen? Darf Pierre-Emerick Aubameyang seinen ohnehin schon protzigen Lamborghini in einem aufwendigen Verfahren auch noch mit einer Goldfolie überziehen lassen? Klar dürfen sie. Sie können es sich leisten und haben das nötige Geld nicht gestohlen. Die viel wichtigere Frage ist aber: Sollten sie ihr dekadentes Tun auch in den sozialen Netzwerken der ganzen Welt präsentieren?

Hinter der Aufregung um die Protzerei von Profi-Kickern, die Ribérys skurriles Steak-Video gerade befeuert hat, steckt vor allem die immer wiederkehrende Diskussion um Fußballer und ihre Vorbildfunktion. Dabei gibt es da gar nicht so viel zu diskutieren: Fußballer sind natürlich keine besseren Menschen, aber sie sind Vorbilder, ob sie es wollen oder nicht. Eine repräsentative Umfrage der EBS Universität aus Wiesbaden ergab 2011, dass berühmte Fußball-Stars für Kinder und Jugendliche eine größere Vorbildfunktion haben können als die eigenen Eltern.

Was passiert also mit Kindern, die ihre Vorbilder in den sozialen Netzwerken beim Protzen und Prahlen beobachten können? Wahrscheinlich wollen sie dann auch die neueste Markenkleidung, die schicksten Uhren und sonstige teure Statussymbole haben. Fußball-Stars wie Ribéry sollen sich also ruhig mal was gönnen – wenn es sein muss, auch ein goldenes Steak –, sie sollten aber dreimal überlegen, in welcher Form sie ihren übertriebenen Reichtum zur Schau stellen müssen.

Ein bisschen nachzudenken ist gar nicht so schwer, schließlich gibt es viele Beispiele von Fußballern, die ein vernünftiges Maß der Selbstdarstellung finden. Max Kruse etwa war früher als „Maserati-Max“ bekannt und neigt immer noch zur Exzentrik, jüngst postete der Werder-Kapitän im Netz aber kein Bild von einem Luxusschlitten oder einem Luxusessen, sondern von seinem Besuch in der Kinderklinik, wo er kranke Kinder als Nikolaus überraschte. Mehr davon! Ist doch auch viel unterhaltsamer als irgend so ein goldenes Steak!

Nomolas am 09.01.2019, 19:42
Tja, und als Dank dafür werden Menschen wie Ribery in den Himmel gelobt und ein Kruse darf nicht zur N11. Er hat ja nicht den Lebenswandel den Jogi sich vorstellt...
Man sollte jedem zugestehen Fehler in der Art und Weise zu machen in der man sich präsentiert. Solange man auch aus diesen Fehlern lernt.
Ein Ribery zum Beispiel ist in diesem Bezug anscheinend nicht lernfähig und damit in meinen Augen ein ganz armer Wicht. Niveau lässt sich halt nicht mit Geld kaufen.
38
0
WERDER2016 am 09.01.2019, 21:00
Die Aktion von Max Kruse ist in der Tat sehr löblich und könnte Vorbildcharakter entwickeln. Aber wie schnell man heutzutage in der sich rasant drehenden Welt doch vergisst: 75000 € im Taxi muss man sich nicht als Vorbild nehmen.

Und zu Ribery: eigentlich sind hier alle Worte gewechselt. Aus meiner Sicht hat dieser Mensch eine genetische oder anerzogene psychische Störung und gehört in psychotherapeutische Behandlung.
11
6
Lebenslang am 09.01.2019, 21:30
Mein Gott jeder macht mal Fehler und jeder war mal jung... darauf immer wieder rumzureiten hilft niemanden... Man sollte die Entwicklung jeder einzelnen Person betrachten und finde, dass gerade unser Max sich dort vorbildhaft entwickelt hat... will hier net schleimen oda sonstiges, aber finde die Aktionen von Max in dem letzten Jahr seitdem er unser Kapitän is echt vorbildhaft... und sage nomma jeder hat ein Laster "seiner Jugend" mit sich rum zu tragen... Wer dies nicht tut, hat nicht gelebt... wichtig ist die Entwicklung eines Menschen
7
1
WERDER2016 am 09.01.2019, 22:00
Wenn Sie meinen ersten Satz gelesen haben, so sehe ich es auch. Aber so wie Sie es darstellen, mit der Entwicklung von MK, hätte ich mir schon den Bericht gewünscht.
1
6
Nomolas am 09.01.2019, 22:09
Es ist schon ein Unterschied zwischen Geld vergessen/verlieren und bewusst Menschen zu beleidigen.
Ersteres kann jedem passieren, aber zu letzterem gehört Vorsatz.
Von daher kann man das nicht mal ansatzweise vergleichen.
15
0
Johnny_Lawrence am 09.01.2019, 22:45
Max Kruse als Vorbild, mehr davon? Nein. Der Fußballer Kruse unbedingt ein Vorbild. Der Pokerspieler, der um Tausende von Euro zockt soll ein Vorbild für unsere Kinder sein? Ich hoffe mal inständig nicht. Spielsucht ist ein großes gesellschaftliches Problem. Der WK hat da auch schon den einen oder anderen Artikel dazu verfasst. Daher ist der Zocker Kruse für mich kein Vorbild. Ich möchte ihn da gar nicht verurteilen weil er zockt. Er kann gerne mit seinem Geld machen was er will, aber wir sollten ihn deswegen nicht zum Vorbild deklarieren!
2
10
djhg am 10.01.2019, 07:48
Also nur weil Herr Kruse gerne professionell Poker spielt bei offiziellen Turnieren (und das nebenbei bemerkt sogar recht erfolgreich), ist er noch lange nicht spielsüchtig. Wenn das so wäre, dann wären Milionen von Deutschen spielsüchtig. Jede Skatrunde, jeder Fußball-Tippspiel-Tipper, selbst jeder Lottospieler, etc. der auch nur um 10 Cent den Punkt spielt, ist dann auch Glücksspieler. Sind die dann auch alle spielsüchtig?
10
0
Johnny_Lawrence am 10.01.2019, 09:01
@djhg
Ich habe gar nicht geschrieben das Kruse spielsüchtig ist. Das kann ich gar nicht beurteilen. Nein Spielsucht ist ein großes gesellschaftliches Problem und daher ist mMn problematisch einen bekannten Zocker zum Vorbild zu erheben.
Ihr Vergleich mit den Skatrunden die um Centsbeträge spielen oder die Tipprunden sind mMn nicht korrekt. Einer der immer wieder Poker um hohe Beträge spielt kann man doch nicht gleichsetzen mit jmd. der sich einmal die Woche, Monat mit den Kumpels trifft um Skat zu spielen.
Ihr Vgl. hinkt.
0
9
djhg am 10.01.2019, 11:34
Äh nein, der Vergleich hinkt keines Falls. Nur weil die Beträge andere sind, bleibt es trotz alle dem ein Glücksspiel um Geld. Und manchen Menschen tuen dabei verlorene 50€ genauso weh, wie einem Großverdiener ein höherer Betrag beim Poker o.ä.

Sie haben nicht explizit geschrieben "Kruse ist spielsüchtig", aber aus "Max Kruse als Vorbild, mehr davon? Nein. Der Fußballer Kruse unbedingt ein Vorbild. Der Pokerspieler, der um Tausende von Euro zockt soll ein Vorbild für unsere Kinder sein? Ich hoffe mal inständig nicht. Spielsucht ist ein großes gesellschaftliches Problem." kann man das schon heraus lesen und ich denke das war auch nicht ganz unbeabsichtigt. Aber nochmal: Herr Kruse spielt bei offizellen Turnieren mit (in den USA ist Poker ein Sport zur besten Sendezeit), wo es eine Startgebühr gibt und man dann ein vielfaches davon gewinnen kann. Vollkommen legal und mittlerweile auch nichts besonderes mehr. Vor 20 Jahren war das noch ein "illegaler Hinterzimmer Zocker Zeitvertreib", wo man viel Geld an dubiose Vögel verloren hat. Heutzutage gibt es wahrscheinlich immer irgendwo noch solche "Hinterzimmer Veranstaltungen", allerdings glaube ich nicht, dass Kruse an sowas teilnehmen würde (warum auch? Geld hat er glaube ich genug selbst über die Runden zu kommen :-) ).

Man muss das Spiel ja selbst nicht mögen (ich spiele es nicht, weil ich es nicht kann), aber deshalb jemanden gleich als Zocker abzustempeln...ist etwas zu viel. Zumal er ja nicht nach jedem Training direkt zum nächsten Pokertisch fährt, sondern in seinem Urlaub ab und zu an Turnieren teil nimmt. Wieviel er da gewonnen oder vielleicht verzockt hat, werden wir nicht rausfinden, aber seinen Sie sich, wenn es zuviel "verzockt" wäre, hätte die Bild schon was geschrieben...
10
0
Johnny_Lawrence am 10.01.2019, 16:16
Nein das war keineswegs beabsichtigt. Sie unterstellen mir etwas was ich weder gesagt, gemeint oder beabsichtigt habe. Und doch er ist ein Zocker. Und nein dafür muss man nicht nach dem Training in die Spielbank. Und Ihr Vergleich hinkt gewaltig. Ja es ist beides(sowohl Ihre Beispiele, als auch das Pokern) Glückspiel. Nur kann man nicht so schnell Haus und Hof beim Lotto verspielen wie beim Pokern, Spielautomaten und was es noch gibt.
Ja es gibt diese World Poker Series und ich finde sie einfach nur widerlich. Etwas womit man sich ins Elend stürzen kann wird zum Sport erhoben und zur besten Sendezeit gezeigt. Nein danke.
Mich würde mal interessieren woher Sie wissen das er nur in seinem Urlaub pokert? Haben Sie da irgendwelche Insiderinformationen?
Sicher er tut auch viel Gutes und das ist lobenswert.
Ich gönne ihm das viele Geld und er kann auch damit machen was er will, ist ja schließlich sein Geld. Ihn aber trotz des Wissens um seine Pokerei zum Vorbild für unsere Kinder zu erheben? Nein danke. Ich wiederhole noch einmal: Es gibt in Deutschland ein großes Problem mit Spielsucht. Es ist schon schlimm genug wenn Kahn und Schweinsteiger für Sportwetten sich hergeben. Mit Ihren Vergleichen verharmlosen Sie das Problem nur.
0
7
djhg am 11.01.2019, 10:45
Ist Ihnen mal die "Daumen hoch/runter" Statistik bei unseren Beiträgen aufgefallen? Da stehen bei den "nicht vergleichbaren" Dingen, die ich geschrieben habe fast alle Daumen nach oben und bei ihnen fast alle nach unten. Daraus würde ich jetzt mal folgern, dass ich nicht so ganz falsch liege. Aber sei es drum.

Wie schon mal geschrieben, ich bin auch kein Poker Freund, aber es ist nunmal legal, ob es ihnen und mir gefällt oder nicht. Ob Herr Kruse nach dem Training zockt oder nicht, weiß ich nicht. Sie aber auch nicht. Daher muss ich mich an die Dinge halten, die veröffentlicht werden und da steht halt in den Spielpausen ab und an, dass er bei Turnieren teilnimmt. Meinet wegen kann er auch auf einem Pokertisch schlafen, wenn er das für gut befindet. Ist sein Privatleben. Möchte nicht wissen, was andere Spieler in der Freizeit son treiben, welche als Vorbilder oder Stars angesehen werden. Aber so lange da nichts illegales dabei ist, ist mir das auch peng. Nobody ist perfect.

PS: Stimmt beim Lotto kann man nicht so einfach das Haus verlieren. Dafür ist die Gewinnchance beim Poker aber auch um ein millionenfaches höher und man hat es selbst in der Hand (sofern man es kann und keine gezinkten Karten im Spiel sind).
4
0
Andrea59 am 10.01.2019, 12:10
Es wird wieder viel zu viel "moralapostelt" über eine Person mit dem IQ einer Dachlatte und mehr oder weniger skrupellosen Beratern, die ihn nicht von seinen Eskapaden abhalten (wollen/können?).
0
2
1-Werder am 10.01.2019, 13:20
Selber bin ich etwas gespalten in den Beurteilungen der Kommentare von @J_L und @djhg.
Selbstverständlich können die Spieler Ihre meiner Meinung nach vollkommen überzogenen Gehältern einsetzen, wo Sie es wollen; Beispiele speziell aus der jüngeren Vergangenheit gibt es zuhauf. Aber, und da stimme ich @J_L zu, die extremen Pokerbeträge als auch die Mega-Autos, die 18-20 Jährige Ihr eigen nennen, die "kulinarischen" Auftritte gewisser Sportler (*1) sind alles andere als geeignet, unserer Jugend als Vorbild zu dienen. Der Profifussball entwickelt sich rasant in einer Art und Weise, die eigentlich kaum noch zu verantworten ist. Wenn auch Manager aus der Industrie zT sehr hohe Bezüge beziehen, sind diese, von bekannten Ausnahmen abgesehen, immer noch plausibler darzustellen wie dass, was sich jetzt speziell im Fussball abzeichnet, in den USA in anderen sportlichen Disziplinen. Einzig, wie löst man international das Problem? Im Vergleich erhalten die Handballer und Basketballspieler in Deutschland und angrenzendem Ausland ein Taschengeld, sind aber sportlich nahezu in gleicher Weise gefordert; hier stimmen die Verhältnisse (noch...?) einigermassen.
(*1) Und Ribery: Da habe ich eher Mitleid; Dummheit kennt manchmal kaum Grenzen.
0
0

Kostenlos in der gesamten Saison 2017/2018!

Download