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Ballköniginnen
06.05.2019
Trotz Niederlage gegen Sand

Weiter Vorteil für Werder

© imago


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Die beste Nachricht für die Fußballerinnen des SV Werder kam am Sonntag aus Frankfurt, die zweitbeste aus Hoffenheim. In Frankfurt gewann der 1. FFC sein Bundesliga-Spiel gegen Werders ärgsten Konkurrenten im Abstiegskampf, Bayer Leverkusen, mit 4:2, sodass die eigene 1:3 (1:3)-Niederlage gegen den SC Sand folgenlos blieb. In Hoffenheim wiederum sicherte sich der VfL Wolfsburg mit dem 1:0-Erfolg am vorletzten Spieltag zum fünften Mal in der Klubgeschichte die Meisterschaft. Schöne Randnotiz: Mit Pia-Sophie Wolter erzielte eine Ex-Werderanerin das „goldene Tor“.

Warum der VfL-Triumph für Werder durchaus von Bedeutung sein könnte? Am Mittwoch um 18.30 Uhr empfängt das Team in einem Nachholspiel den FC Bayern München, der nach dem Wolfsburger 1:0 keine Chance auf den Titel mehr hat. Gut möglich, dass der sichere Vizemeister in Bremen nicht mehr das Letzte aus sich herausholen wird. „Ich sehe uns nicht chancenlos“, sagte Werder-Kapitänin Lisa-Marie Scholz nach dem 1:3 gegen Sand. „Wir haben gegen Essen und Frankfurt gezeigt, dass immer etwas geht.“

Das 2:1 gegen Frankfurt Mitte April und das 2:2 in Essen eine Woche später hatten Werder überhaupt erst in die gute Ausgangslage gebracht, noch aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen zu können. Aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz rangiert Werder aktuell auf dem Sicherheit bedeutenden zehnten Platz vor Bayer, das als Elfter bei Punktgleichheit in die 2. Liga absteigen müsste.

Vorsprung war schnell passé

Auch Werders Trainerin erinnerte nach den 90 unbefriedigenden Minuten gegen Sand an die unerwarteten Punktgewinne im April. „Unser Ziel war, schon heute den Deckel draufzumachen“, sagte Carmen Roth. Nach der verpassten Chance wartet am Mittwoch die nächste, und die Trainerin versprach, dass sich ihr Team ganz auf die Aufgabe konzentrieren wird. Und, falls es nötig sein wird, am kommenden Sonntag im Fernduell mit Bayer noch einmal. Werder spielt Sonntag um 14 Uhr beim SC Freiburg, Leverkusen empfängt zur selben Zeit SGS Essen.

Mit der Konzentration hatten die Bremerinnen am Sonntag allerdings arge Probleme. Das war umso ärgerlicher, als die Partie für sie optimal begann. Schon in der ersten Minute hätte Verena Volkmer das 1:0 erzielen können, doch ihren Schuss klärte Sands Verteidigerin Diane Caldwell per Kopf auf der Torlinie. Torwartin Carina Schlüter war bereits geschlagen. In der siebten Minute landete der Ball dann tatsächlich im Netz der Gäste. Katharina Schiechtl verwertete einen Eckball von Gabriella Tóth per Kopf zum 1:0.

Dieser Treffer berauschte offensichtlich nicht nur die Werder-Fans, sondern auch die Aktiven. Jedenfalls war der Torjubel noch nicht verklungen, das 1:0 noch nicht von der Platzsprecherin verkündet, da hieß es schon 1:1. Vom Anstoß weg schlugen die Gäste einen Ball in die Spitze, wo Milena Nikolic Torfrau Anneke Borbe umkurvte und zum Ausgleich traf. „Danach blieben einige Köpfe bei uns hängen“, beklagte Carmen Roth, „danach haben wir zu viele Flanken über außen zugelassen.“ Mit der bitteren Folge, dass eine dieser Flanken erneut Nikolic in der 19. Minute zum 1:2 nutzte – diesmal per Kopf und unhaltbar für Anneke Borbe. Nikolic hatte die Begegnung komplett gedreht. Und mit zunehmender Spielzeit machte der SC Sand die Räume für Werder immer enger.

Schlechte Chancenverwertung

„Wir waren nicht zielstrebig, nicht effizient genug“, monierte Carmen Roth später. Bei vier Chancen ihres Teams, allesamt für Selina Cerci, störte entweder der Gegner im letzten Moment noch entscheidend (14./25./42.) oder zielte die Stürmerin nicht genau genug, sodass Schlüter den Ball halten konnte (45.). Entschlossener agierte die Elf aus dem baden-württembergischen Willstätt: Mit einem fulminanten Freistoß aus 25 Metern in den oberen Torwinkel hatte Jana Vojtekova das 3:1 (28.) markiert – es war letztlich schon die frühe Vorentscheidung.

Zwar machte Werder nach der Pause mit der eingewechselten Giovanna Hoffmann eine Viertelstunde lang etwas mehr Druck, aber erfolgversprechende Aktionen gab es lange Zeit nicht. Der SC Sand kontrollierte das Geschehen und war in einigen Szenen dem 4:1 näher als Werder dem 2:3. Ein strammer Schuss von Hoffmann (86.) und eine Flanke von Schiechtl (89.), nach der Vojtekova mit einem Querschläger fast ein Eigentor produziert hätte, sorgten in der Schlussphase zumindest noch für etwas Torgefahr.

Zum Glück für Werder kam wenigstens die frohe Kunde aus Frankfurt, wo Leverkusen zwischenzeitlich auf 1:2 und später auf 2:3 verkürzt hatte. Davon jedoch, so sagte Carmen Roth, habe sie nichts gewusst, weil sie es auch nicht verfolgt habe. Auf der Tribüne dagegen nahmen die Zuschauer die Zwischenstände mit hörbarer Erleichterung zur Kenntnis. So ärgerlich die Niederlage am Ende war: An der für Werder besseren Lage im Abstiegsrennen sollte sich dank des 2:4 nichts ändern.

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