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29.01.2019
Alles besser in Mönchengladbach?

Was für und gegen einen Kruse-Wechsel spricht

© nordphoto


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Was für Gladbach spricht

• Max Kruse kennt das Umfeld bei der Borussia, zur Saison 2013/2014 wechselte er schon einmal – damals vom SC Freiburg – zu den „Fohlen“. Insgesamt trug der Offensivakteur 77 Mal das Trikot der Gladbacher und erzielte dabei 25 Tore, auch in der Europa League durfte Kruse ran. Kein schlechtes Pflaster also, auf dem er sich abermals bewegen könnte, wie der „Express“ berichtete.

• Unter Dieter Hecking hat sich Borussia Mönchengladbach quasi neu erfunden, nach zwei wechselhaften Spielzeiten mischt das Team nun wieder oben in der Tabelle mit. Für die Spitze reicht es aktuell (noch) nicht, aber eine Teilnahme am europäischen Geschäft ist mehr als wahrscheinlich. Wenn alles gut läuft, gelingt sogar der Einzug in die Champions League. Es ist ein Wettbewerb, in dem jeder Profi gern spielen möchte, bislang hat Kruse das erst neun Mal für den VfL Wolfsburg getan. Ob er dieser Verlockung widerstehen könnte?

• Kruse wird demnächst 31 Jahre alt und hat somit den Großteil seiner Karriere hinter sich. Seine Klasse ist unbestritten, dennoch bringen es die Mechanismen des Geschäfts mit, dass allmählich auch die Gedanken über den vielleicht letzten großen Vertrag beginnen. Kruse wird zwar ab und zu auch mit einem Wechsel in die USA, wo sein Sohn lebt, in Verbindung gebracht, die wesentlich bessere sportliche Perspektive im Zusammenhang mit gutem Geld gibt es aber wohl eher bei der Borussia.


• Zuletzt hat Werders Kapitän in den Planungen von Joachim Löw keine große Rolle mehr gespielt, ohnehin setzt der Nationaltrainer inzwischen vermehrt auf jüngere Neulinge oder Rückkehrer. Kruse passt da eigentlich nicht ins Muster, trotzdem hat Bremens Nummer 10 den Traum, noch einmal für Deutschland zu spielen, nicht aufgegeben. Wo also kann man sich besser für die Duelle mit den Besten empfehlen als auf höchstem Niveau in der Bundesliga und Champions League?!

• An der Weser lastet enorm viel Verantwortung auf Kruse. Erwischt er einen schlechten Tag, läuft es nicht selten auch in der gesamten Mannschaft nicht rund. Diesen Druck hätte der gebürtige Reinbeker in Mönchengladbach nicht. Dort wäre er zwar nur einer von vielen Topleuten, diese teilen sich die Aufgaben dann aber auch entsprechend auf. Das wiederum spricht in der Theorie für eine wesentlich höhere Qualität im Team.

• In Bremen hat sich Kruse nett eingerichtet, es gibt nicht viel, was ihn noch überraschen kann. Anders wäre das in Mönchengladbach. Trotz vieler bekannter Faktoren wäre eine Rückkehr nach Gladbach noch einmal eine echte neue sportliche Herausforderung – wie es im Fußballersprech ja so schön heißt. Falls Kruse also noch einmal eine vielversprechende Veränderung in seinem Liga-Alltag benötigt, wäre dies eine mehr als gute Gelegenheit.

Was für Werder spricht

• Kruse genießt in Bremen alle Freiheiten. Er selbst hat stets betont, dass er bei Werder so sein kann, wie er ist. Ein Gefühl, auf das man nicht allzu voreilig verzichten möchte. Ob es um Kruses Ernährung geht, seinen sonstigen Lebensstil oder auch seine Art Fußball zu spielen – großartige Einschränkungen gibt es von Werder, zumindest öffentlich, nicht.

• Wenn es um den Wohlfühlfaktor geht, spielt der Trainer eine entscheidende Rolle. Kruses Verhältnis zu Florian Kohfeldt ist ein explizit gutes, beide kommunizieren regelmäßig. Werders Coach weiß um die Wichtigkeit seines Kapitän auf und neben dem Platz, auch deshalb räumt er ihm eine exponierte Stellung ein. Dieses Vertrauen spürt auch ein Kruse sicherlich nicht in jedem Verein. Zumal er mit Gladbachs Dieter Hecking eine Vorgeschichte hat, die gemeinsame Zeit beim VfL Wolfsburg lief alles andere als gut.

• Es hat Jahre gedauert, ehe es endlich geklappt hat. Im vergangenen Sommer war es dann wieder soweit, Kruses guter Freund Martin Harnik wechselte auch auf Wunsch des Bremer Starspielers zu Werder, weshalb die beiden Kumpels fortan wieder gemeinsam in einer Mannschaft spielen konnten und können. Das hatte es für sie zuletzt im Juniorenbereich gegeben. Ob Kruse darauf wieder verzichten mag?


• Es gibt mehrere große Namen bei Werder, doch kein Spieler besitzt aktuell ein derart großes Standing wie Kruse. Er ist der Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel, sein Wort hat Gewicht. Kurzum: Kruse ist richtig wichtig, vielleicht so wichtig wie kein anderer Profi. Das weiß auch der 30-Jährige selbst. Das mag alles vorrangig dem eigenen Ego schmeicheln, kann aber bei der Frage nach einem Vereinswechsel eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

• Florian Kohfeldt hat es klar betont: Der Weg des Max Kruse bei Werder muss noch lange nicht zu Ende sein. Wenn es nach dem Coach geht, könnte er sich gar zu einer Ära entwickeln. „Er weiß sehr genau, was er an Werder und dem Umfeld hier hat. Dass er ein Gesicht für etwas sein kann, was gerade beginnt“, hat Kohfeldt kürzlich gesagt. Bleibt die Frage, ob Kruse dieses Gesicht auch wirklich sein will.

• In Mönchengladbach würden große Namen in der Offensive warten, eine harte Konkurrenz. Im schlimmsten Fall droht Kruse gar ein Platz auf der Bank. In Bremen ist das anders, derartige Sorgen muss sich der Angreifer dort nicht machen. Ein Stammplatz ist ihm anders als bei der Borussia garantiert.

• Kruse ist aufgrund seiner Klasse DER Spieler bei Werder, was enorm viel Druck auf seine Schultern lastet. Doch den Druck des Funktionierens verspürt ohnehin ein jeder Bundesligaprofi. In Mönchengladbach müsste er sich dagegen erst wieder neu beweisen. Der „große“ Max Kruse müsste erst wieder allen zeigen, dass er wirklich noch so groß ist. Klappt das nicht, wären die Kritiker schnell zur Stelle. All das hat Kruse schon erlebt – und es nicht wirklich gemocht. Wer tut das schon? Im beschaulichen Bremen verspürt er zwar einen sportlichen Druck, insgesamt dürfte es aber wesentlich ruhiger und somit angenehmer zugehen.

• Wenn es bei Kruse nicht läuft, dauert es meist auch nicht lang, ehe die ersten Fans murren. Mal geht es nur um die Leistungen, dann um sein Gewicht – oder beides. Keine Frage, der Werder-Kapitän polarisiert. Unter dem Strich ist und bleibt er aufgrund seiner Fähigkeiten aber ein Fanliebling, ihm fliegen größtenteils immer noch die Herzen zu. In Mönchengladbach müsste er die Herzen der Fans erst wieder aufs Neue erobern. Das allerdings ist vielleicht noch einmal ein Spur schwieriger als sonst, da er die Anhänger der Borussia schon einmal mit seinem Wechsel nach Wolfsburg verprellt hat.

JayJailrat am 29.01.2019, 15:48
Was für eine Frage. .. Natürlich sollte man verlängern
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