News
Latest News
Rasenreport
26.04.2019
Der falsche Pfiff von Bremen

Warum Werder auf einen Einspruch verzichtet

© Imago Images


  • 179
  • 76

Der falsche Elfmeter von Bremen und die Folgen: Werder hat keinen Einspruch gegen die Wertung des Pokal-Halbfinales gegen Bayern München eingelegt, auch wenn der DFB in Person von Dr. Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent, die Elfmeterentscheidung kritisierte, die zum entscheidenden 3:2-Siegtreffer für Bayern in der 78. Minute führte. Trainer Florian Kohfeldt findet es zwar „gut, dass klargemacht wurde, dass es ein Fehler war, statt sich im Nachhinein irgendwas zu konstruieren. Aber für uns ist der DFB-Pokal damit für diese Saison beendet“.

Ein Einspruch wegen eines Fehlers von Schiedsrichter Daniel Siebert oder Video-Assistent Robert Kampka hätte auch keine Aussicht auf Erfolg gehabt - auch wenn beide bei ihrer Headset-Kommunikation nach der entscheidenden Szene aneinander vorbei redeten und von unterschiedlichen Foulspielen sprachen. Es handelt sich um einen Wahrnehmungsfehler, in diesem Fall sogar um einen doppelten. In den Richtlinien des DFB wurde bei Einführung des „Video Assistant Referee“ (VAR) jedoch eigens geregelt, dass hieraus entstehende Fehler keinen Einfluss auf die Wertung eines Spiels haben. Sie werden behandelt wie sonstige Tatsachenentscheidungen.

Kein Regelverstoß des Schiedsrichters

Wichtig auch: Bei Sieberts Pfiff geht es rein juristisch um einen Wahrnehmungsfehler. Es ist jedoch kein Regelverstoß des Schiedsrichters. Diesen hätte es aber zwingend geben müssen, um erfolgreich Einspruch gegen die Spielwertung einlegen zu können. Das regelt die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB unter Paragraph 17. Einsprüche sind demnach möglich bei dem erwähnten Regelverstoß des Schiedsrichters, beim Einsatz eines nicht spiel- oder einsatzberechtigten Spielers in der gegnerischen Mannschaft, beim Mitwirken eines gedopten Spielers, bei einer Spielmanipulation oder der „Schwächung der eigenen Mannschaft durch einen während des Spiels eingetretenen Umstand, der unabwendbar war und nicht mit dem Spiel und einer dabei erlittenen Verletzung im Zusammenhang steht“.

Im aktuellen Fall muss man wissen: Der Schiedsrichter ist nach Einführung des Videobeweises nicht verpflichtet, sich eine umstrittene Szene im Stadion auf einem Bildschirm noch einmal anzusehen. Es gibt nur die Empfehlung, dies im Zweifelsfall zu tun. Im Halbfinale verzichtete Siebert darauf, auch, weil er von seinen Kollegen aus dem Kölner Keller in Sachen Elfmeter bestätigt wurde. Dass Siebert diesen Gang zum Bildschirm nicht machte, kritisiert auch Werder. Sportchef Frank Baumann: „Es ist für uns unverständlich, dass sich der Schiedsrichter die Situation nicht noch einmal angeschaut hat. Es ist schwer, das im Spiel zu bewerten aufgrund des hohen Tempos. Aber es gibt jetzt ja die Möglichkeit, sich kritische Situationen noch einmal anzuschauen.“ Grundsätzlich bleibt Baumann trotz aller Verbitterung über das knappe Ausscheiden moderat: „Auch nach der Einführung des Video-Beweises sind Menschen am Werk. Fehler können also nach wie vor passieren.“

„Tatsachenentscheidungen sind endgültig“

Bei Sieberts Elfmeter handelt es sich um solch einen Fehler in der Wahrnehmung und damit um eine Tatsachenentscheidung. Eine solche ist grundsätzlich so hinzunehmen und wird vom DFB auf strikte Anweisung der FIFA konsequent geschützt. Auch wenn das der Öffentlichkeit, wie in diesem Fall, nicht gefällt – und natürlich nicht gefallen kann. Das war beim berühmten Phantomtor von Stefan Kießling im Herbst 2013 beim Bundesligaspiel zwischen Hoffenheim und Leverkusen nicht anders. Damals wurde Kießling ein Treffer zugesprochen, obwohl der Ball am Tor vorbeigeflogen war. Hoffenheims Einspruch wurde vom DFB-Sportgericht nach langer Verhandlung abgewiesen.

Sportrichter Hans E. Lorenz stellte danach grundsätzlich klar, „dass wir kein Reparaturbetrieb für Schiedsrichterentscheidungen sind“. Die Richter des Fußballs seien die Schiedsrichter, nicht die Sportgerichte. In seiner Urteilsbegründung zum Fall Kießling präzisierte Lorenz: „Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters im Zusammenhang mit dem Spiel sind endgültig; auch wenn sie falsch sind. Dies ist zwingend zu beachtendes FIFA-Recht.“

Nur nach Helmers Phantomtor wurde wiederholt

Ein einziges Mal traute sich der DFB, ein Spiel wegen eines Schiedsrichterfehlers gegen den massiven Druck der Fifa zu wiederholen – übrigens fast auf den Tag genau 25 Jahre vor dem Aufreger in Bremen. Es geschah nach dem wohl berühmtesten aller Bundesliga-Phantomtore: Am 23. April 1994 stolperte Thomas Helmer im Trikot des FC Bayern im Heimspiel gegen Nürnberg den Ball am Tor vorbei. Doch das Schiedsrichtergespann entschied auf 1:0-Führung für München. Und das am 32. Spieltag, der FCN war akut abstiegsgefährdet. Doppelt bitter: Kurz vor Schluss, Bayern führte inzwischen mit 2:1, verschoss Manfred Schwabl einen Elfmeter für Nürnberg und vergab so die Chance auf ein Unentschieden, das dem der Club später zum Klassenerhalt gereicht hätte.

Nürnberg legte wegen des Phantomtors Einspruch ein gegen die Spielwertung. Nur drei Tage nach dem falschen Pfiff entschied das DFB-Sportgericht in Frankfurt trotz heftigen Insistierens des Weltverbands FIFA zum ersten und bis heute einzigen Mal, dass ein Spiel wegen einer falschen Tatsachenentscheidung wiederholt werden musste. Mit einem fatalen Ende für Nürnberg: Der Club kam im Wiederholungsspiel gegen Bayern mit 0:5 unter die Räder. Das bedeutete den Abstieg – wegen der nun schlechteren Tordifferenz gegenüber dem SC Freiburg!

Zurück zum falschen Pfiff in Bremen: Im rein theoretischen Falle eines Wiederholungsspiel hätte die gesamte Partie zwischen Werder und Bayern im Weserstadion wiederholt werden müssen. Anderes gilt nach Spielabbrüchen. Wurde eine Partie zum Beispiel wegen eines Unwetters abgebrochen, müssen sich beide Teams darauf einstellen, dass dieses Spiel zwar an einem anderen Tag fortgeführt werden kann, dann aber ab der Spielminute des Abbruchs mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Spielstand.

jamal0781 am 26.04.2019, 13:30
Warum die Chance auf den Pokalsieg und Europa verschenken? Der Schiedsrichter hat falsch gehandelt und Werder dadurch verloren. Ich hätte Klage eingereicht, zumal der DFB den Fehler selbst zugibt.
63
25
Bluebre19 am 26.04.2019, 14:33
Nur eine Änderung der Definition und schon kann man den Schiris Nichts mehr bzw. eine Einrichtung eines Protestes ist erfolglos.
Und die Bazis lachen sich kaputt
Na prima, wie soll man eigentlich so ein Fehlverhalten zweier hoher Schiedsrichter und deren Konsequenz (sind beide weiter am WE im Einsatz) den unteren Schiedsrichtern und deren Vereinen in unseren Breitengraden verkaufen?
32
4
Greenkeeper10 am 26.04.2019, 13:38
Tatsachenentscheidung VAR ist nur ein Hilfsmittel leider😭😭😭😭😭
33
3
Sweetwater am 26.04.2019, 14:10
Na, das ist doch mal hochänständig vom SV Werder Bremen!

Der fiese Einspruch hätte eh keinen Erfolg, doch viel wichtiger ist, das man dem überaus sympathischen FC Bayermn München, den hart und ehrlich erkämpften Sieg nicht strittig machen will. Schließlich hat man gegen den besten Bundesligaklub verloren und ich denke, ein nicht unerheblicher Teil der Bremer Sympathisanten drückt am 25. Mai 2019 fest die Daumen für diesen hervorragenden Vorzeigeklub, damit der 19. Pokalerfolg auch Wirklichkeit wird.
8
157
Zami1981 am 26.04.2019, 14:27
Dieser Kommentar spiegelt die Arroganz der Bayern wieder und warum diesem Club im Finale sicherlich niemand, außer seinen genauso arroganten "Fans", die Daumen drücken wird.
124
6
langerhagen am 26.04.2019, 23:15
Einfach nicht provozieren lassen. Einfach sabbeln lassen.
8
2
heinun am 26.04.2019, 17:16
Was ist, wenn der Schiedsrichter sich im Finale für Brause entscheidet gegen Würstchen?
21
0
Sweetwater am 26.04.2019, 17:56
Was für eine bizarre Frage, man muß schon viel Raum an Phantansie besitzen, ich habe diesen leider nicht und muß mich sehr anstrengen um die Frage zu Ende zu denken.
Die bayrischen Fußballgötter werden RB Leipzig so durchmüllern, daß diese nach dem Spiel ganz fies grün im Gesicht den Rasen verlassen werden. Soviele Tore wie die Bayern erzielen werden, kann kein Schiedsrichter für ungültig erklären.
Sie sollten lieber den perfekten Fußball des Klassenprimus genießen. Der Rest der Liga, inbesondere Werder, wird wieder einmal neidvoll auf die Pokalübergabe bzw. die anschließende Feier schauen, hätten sie es doch auch sein können, doch der Klassenbeste zog ihnen im Halbfinale die Ohren lang und nahm selber den Platz ein, der ihm auch zusteht.
4
62
Lebenslang am 27.04.2019, 08:01
Total, mit einem Elfmeter der keiner war... da kann man als Bayern Verehrer natürlich sehr stolz drauf sein...
11
0
Vorstand am 26.04.2019, 15:56
Werder ist raus aus dem Pokal.
Bayern war besser und gewann verdient.
Das müssen jetzt alle akzeptieren.

Neues Glück dann 2019/2020.
8
113
susanneundjens am 26.04.2019, 16:01
Fussball wird oft sehr ernst genommen. Insofern danke für Ihren humoristischen Beitrag.
26
9
Vorstand am 26.04.2019, 16:02
Bitte schön!
1
28
jamal0781 am 26.04.2019, 16:12
Sie können kein Fan von Werder Bremen sein...
23
2
Vorstand am 26.04.2019, 17:19
Ich bin ein neutraler Beobachter, der sich köstlich über den Sinn und Unsinn im Profi(t)fußball amüsiert.
3
32
jamal0781 am 26.04.2019, 17:28
Dann melden Sie sich auf der Bayern App an.Da können Sie auch neutral beobachten.
36
1
heinun am 26.04.2019, 17:17
Sweetwater 2.
13
0
holger_sell am 26.04.2019, 19:23
Es ist sehr fraglich, ob die Bayern sich nach dem Ausgleich innerhalb einer Minute wieder berappelt hätten oder klinisch tot gewesen wären.
Bevor sich dieses jedoch zeigen konnte, hat der Schiedsrichter eingegriffen.
Somit kann man auch nicht sagen, Bayern hätte verdient gewonnen, da sie für ihren Sieg Hilfe benötigten.
34
1
rumtreiber am 26.04.2019, 16:19
Den Einspruch hätte WERDER auch verloren , weil sich die Beteiligten so abgesprochen hätten , das SIE alles richtig gemacht hätten .
Es geht doch um den FC BAYERN !!!!!!!
47
7
Was-solls am 26.04.2019, 17:30
Ist doch egal ob man den Einspruch auch verloren hätte.Fakt ist das man sich nicht alles gefallen lassen muss,aber das ist halt typisch Werder.Der Würstchenfabrikant hätte die ganze Woche rumgepolltert.Zu mindestens würde ich diesen blinden Schiedsrichter die nächsten Jahre ablehnen.
26
1
susanneundjens am 26.04.2019, 17:47
Ein Protest bringt nix. Werder hat auch in der Niederlage Größe bewiesen, speziell Florian Kohfeldt, obwohl er allen Grund gehabt hätte sich zurecht zu beschweren. Und für Bayern München hat Jürgen Klopp schon vor Jahren den Spruch vom "schlechten Gewinner" erfunden. Spitzenreiter am Mittwoch waren Müller, Lewandowski, Boateng, Kovac und natürlich Hoeness. Ich hab auch das Gefühl, dass die Rivalität zwischen Werder und Bayern aufgrund der bayerischen Schweinereien neu aufflammt. War ja lange Jahre ruhig.
28
3
Michou am 26.04.2019, 20:53
Würde mich freuen, aber bitte liebe Community lasst doch bitte die Verschwörungs
theorien und Bayern Bonus Quatsch, auch wenn ich es subjektiv ähnlich empfinde
muss ich objektiv doch sagen, es ist Unfug. Mit so was liefert man den Bauern Claqueuren
nur das Argument Neid als Feigenblatt mit dem sie die Scham ihres Minderwertigkeitskomplexes bedecken, der daher rührt, dass Sie nie sicher sind
wirklicher Fan zu sein, oder doch nur Erfolgsjünger, wie soll s auch gehen nach
50 Jahren Dauererfolg...arme Schweine .....
Witz mit 2 Worten und Bindestrich .... Bayern-Ultra

Nix für Ungut
8
3
ThSchaeffer am 26.04.2019, 21:19
Es ist wirklich ein großer „Zufall“, dass es Fehlentscheidungen im großen Spielen immer für den FC Bayern wieder vorkommen. Solange sie sportlich gewinnen, ist alles in Ordnung. Aber wenn Sie Schwierigkeiten haben, kommt immer eine Hilfe vom Himmel. Ich verstehe vollkommen, warum Werder auf den Einspruch verzichtet. Du bereitest dich voll für das Spiel vor, gehst auf den Platz und bringst eine sehr starke Leistung. Am Ende verlierst du doch wegen solchen „Fehler“, der meine Meinung nach, schon geplant war, dann hast du keine Lust mehr so ein Spiel zu wiederholen, wenn du nichts dafür kannst, dass es sich wahrscheinlich um eine Mafia handelt. Vor 3 Jahren gab‘s auch einen ähnlichen „Fehler“ genau gegen Werder. Den Gegner muss man nicht mehr zitieren.
18
1

Kostenlos in der gesamten Saison 2017/2018!

Download