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Rasenreport
22.01.2019
Post für den Kapitän

Warum Kruse bei Werder bleiben sollte

© nordphoto


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Der Geschmack ist bekanntlich unterschiedlich. Das gilt auch – oder besonders – beim Essen. Über Ludwig Augustinsson, den sein ehemaliger Kollege Thomas Delaney in Anspielung auf sein stets professionelles Verhalten „24-Pro" nannte, heißt es beispielsweise bei Werder, er wiege sogar die Butter ab, so exakt achte er auf seine Ernährung. Das richtige Essen, so viel weiß mittlerweile jeder Hobbysportler, ist ein ebenso wichtiger Baustein im sportlergerechten Verhalten wie ausreichend Schlaf oder Verzicht auf Alkohol und Nikotin.

Womit wir bei Max Kruse wären. Kruse ist bekennender Nichtraucher und Antialkoholiker, genauso wie er bekennender Liebhaber einer süßlichen Nuss-Nougat-Creme ist. Der Brotaufstrich ist so sehr mit Kruse verbunden, dass sich dieser bei einem Krankenhausaufenthalt mit einem Glas im Bett fotografieren ließ. Eine ironische Anspielung an seine Kritiker, die ihm aufgrund nichtsportlergerechter Ernährung mangelnde Fitness unterstellten. Oder noch immer unterstellen.

Von Kruse heißt es bei Werder, er verstecke im Essensraum des Weserstadions ein großes Glas des braunen Aufstrichs und hole es zu den gemeinsamen Mahlzeiten hervor – mit breitem Grinsen im Gesicht. Nicht jeder in der Mannschaft findet das amüsant, aber Max Kruse ist eben Max Kruse. Kapitän, Leistungsträger und eins der prägenden Gesichter des Klubs. Also wer sollte Kruse in die Schranken weisen?

Leistungsträger, Anführer, Taktgeber

Im Sommer läuft Kruses Vertrag in Bremen aus, es wird in der Rückrunde also immer wieder darum gehen, wohin sein Weg führt. Werder, allen voran Florian Kohfeldt, will Kruse halten. Dafür verzeihen sie eine Urlaubsrückkehr mit neun Kilo Übergewicht, eine Fettabsaugung ohne Absprache mit dem Verein und eine lange Leistungsdelle während der Hinrunde. Werder verzeiht nicht nur, sie schützen Kruse auch gegen jegliche Kritik. Wohl dem, der solche Rückendeckung seitens des Arbeitgebers erhält.

Mittlerweile ist Kruse wieder Kruse auf dem Platz. Leistungsträger, Anführer, Taktgeber, mit anderen Worten: nur schwer ersetzbar. Und es wird klar, weshalb Kohfeldt Kruse unbedingt halten will – und halten sollte. Kruse, der noch überlegt, sollte seinerseits darüber nachdenken, in welch komfortabler Situation er sich bei Werder befindet. Und dass es unwahrscheinlich ist, eine ähnliche Sonderstellung bei einem anderen Klub – vermutlich völlig egal welchem – genießen zu können.

Die Mein-Werder-Redaktion hat ein paar Gründe zusammengestellt, die Kruse zum Nachdenken bringen sollten. Dass es für beide Seiten gut wäre, wenn er verlängern würde, weil...

... er weiterhin mit seinem langjährigen Werder-Freund Martin Harnik den Torjubel tanzen kann.

… Kruse mit seiner mitunter ruppigen Art den sportlichen Ehrgeiz, der bei Werder einkehren soll, perfekt nach außen vertritt. Andere Routiniers wie Niklas Moisander oder Theodor Gebre Selassie wären wohl zu „höflich“, um genauso für Reibung zu sorgen.

... er bei Werder sein Pokerface ausbauen, „Max Kruse Racing“ gründen und frei seine Meinung äußern kann. Ob er diesen Sonderstatus bei anderen Vereinen auch genießen könnte, ist fraglich.

... er mit starken Leistungen, die er für Werder abruft, sein Comeback in der Nationalmannschaft feiern kann.

... er in Bremen  einer der wenigen Profis mit Star-Potenzial ist und für diesen Status noch nicht einmal mehr viel machen muss.

... es Fin Bartels nicht zuzumuten ist, dass er eine halbe Ewigkeit für sein Comeback schuftet und dann sofort seinen kongenialen Lieblingssturmpartner verliert.

... Max Kruse bei Werder in der kommenden Saison international spielt. Wenn nicht, dann hat er in der folgenden Spielzeit noch etwas nachzuholen und kann nicht einfach vorher gehen.

... Max Kruse bei aller Kritik immer noch der Mann bei Werder ist, der den Unterschied ausmachen kann und somit für das gewisse Etwas im Bremer Spiel sorgt. Darauf sollte man nicht allzu leichtfertig verzichten.

... es der Mannschaft nach Innen und Außen gut tut, einen Rebell in ihren Reihen zu haben, einen, der sein eigenes Ding macht, der aneckt und das (inzwischen) auch noch mit der Kapitänsbinde und -würde verbinden kann. Dass Kruse sich das bei Werder auch erlauben kann, schenkt ihm eine Freiheit, die er in dieser Form kaum woanders finden wird.

1-Werder am 22.01.2019, 13:35
Für mich erhebt sich ungeachtet der Situation, dass M. Kruse sicher einer (!) der Leistungsträger bei Werder ist, die Frage, ob ihm nicht zu viel Rechte und Freiheiten eingeräumt werden und sich dieses nicht kontraproduktiv auf andere Mitspielern auswirken kann. Die permanenten Statements von F. Kohfeld, ihm diese Freiheiten einzuräumen und MK der einzige Spieler ist, der gesetzt ist, halte ich angesichts seiner "reduzierten" Leistungsstarke zu Beginn (!) der Saison für überdenkenswürdig. Das auch ich begrüssen würde, wenn MK weiter für Werder auf dem Feld steht, bestreite ich nicht. Auch in Barca, Madrid und anderen Grossvereinen haben Top-Spieler andere Rahmenbedingung als Mitspieler. An diesen Topspielern messe ich MK bei aller Freunde an ihm anlässlich guter Spiele nicht.
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Deltator1 am 22.01.2019, 13:52
Vollkommen richtig welcher Verein wird ihm wohl solche Freiheiten geben???
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Turugeno am 22.01.2019, 14:15
Klar kann er sich das bei Werder weiter relativ gemütlich machen und eine verhältnissmäßig ruhige Kugel schieben und permanent im Tabellennichts rumdümpeln. Als Leistungssportler, vor allem wenn man wie Kruse unzweifelhaft überdurchschnittlich talentiert ist, kann es aber ja auch mal sein, dass man noch mal den ein- oder anderen Titel gewinnen will zum Beispiel und da ist Werder sicher in absehbarer Zeit kein ernstzunehmender Kandidat für. Vielleicht wäre es auch gar nicht so schlecht für ihn, mal einen Trainer, Umfeld und kritische Fans um sich zu haben, die ihm helfen sein unzweifelhaft hohes Potenzial einmal voll auszuschopfen und sich mit den Besten zu messen.
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Zephier am 22.01.2019, 16:25
Unglaubliche Kommentare. Als ob Max Kruse eine "ruhige Kugel" schieben würde, egal wie "verhältnismäßig". Er ist lediglich deshalb gesetzt bei FK weil ihm nichts ferner liegt als ne ruhige Kugel schieben zu wollen. Wir hatten ewig keinen Spieler mehr der so fokussiert auf Siege ist. Deshalb ist er gesetzt. Und das vollkommen zu Recht.

Und zum Glück wäre Max Kruse nicht so blöd und würde denken das er bei den Bayern oder Dortmund glücklich werden könnte mit den Dingen die ihn so stark machen und ihn glücklich bei einem Verein machen würden. Und Gladbach oder Leverkusen zum Beispiel haben jetzt in den letzten Jahren auch nicht grade mit Titeln um sich geschmissen. Also wo sollte er in der Bundesliga mehr auf Titel hoffen??? Und zu Galatasaray oder ähnlichem, das seh ich nicht. Zum Glück!!!

Echt gruselig wie unqualifiziert manche kommentieren, fehlende Wertschätzung durch solche "Fans" , ja, das könnte Max Kruse vielleicht dazu bewegen zu wechseln
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Lebenslang am 22.01.2019, 22:21
Dem ist nichts hinzuzufügen;)
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WERDER2016 am 22.01.2019, 20:32
Gut, dass manche Gründe nicht ganz ernst gemeint sind und zum Schmunzeln anregen. Hierzu zähle ich z.B. den Torjubeltanz mit Harnik. Was hätte das für eine rauschende Ballnacht werden können in Hannover ..... ?

Ansonsten hoffe ich auch, dass MK verlängert und Werder erhalten bleibt. Beim Aspekt von Titelgewinnen wäre ein Wechsel in der Liga eher unrealistisch. Da käme dann wohl eher sein Wunsch in die USA in Frage.
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