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Life und Style
24.03.2019
Fan startet außergewöhnliche Spendenaktion

Wandern für Werder

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Der 40. Geburtstag ist für viele Menschen ein Einschnitt. Es ist zwar nur eine Zahl, doch es ist eben auch ein Anlass, zu rekapitulieren. Was habe ich geschafft? Was will ich noch schaffen? Florian Mohr hat schon so einiges geschafft. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, das dritte ist unterwegs. Er arbeitet schon lange als Polizeibeamter in Darmstadt. Dennoch hatte er irgendwie das Gefühl, dass er noch etwas auf die Beine stellen muss, ehe er Ende dieses Jahres seinen 40. Geburtstag feiert. „Ich wollte etwas Außergewöhnliches machen“, sagt Florian Mohr.

Die Idee kam spontan. Er beschloss zu wandern. Nicht einfach so, sondern möglichst weit und um Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. „Da habe ich mich gefragt, wofür ich besonders weit laufen würde“, erzählt der 39-Jährige. Und da gab es für ihn nur eine Antwort: Werder. Mohr stammt zwar aus Hessen, doch er ist seit Kindheitstagen ein Grün-Weißer. Also wandert er im kommenden Jahr von seinem Wohnort, dem Stadtteil Dornheim in Groß-Gerau, nach Bremen zum Weserstadion, um ein Werder-Spiel zu verfolgen. „Das ist auch ein Geburtstagsgeschenk an mich selbst. Ich plane 14 Tage für die Wanderung ein, in denen ich einfach mal für mich sein kann“, sagt Mohr. Ganz allein ist er allerdings nicht: Sein Hund „Diego“, selbstverständlich benannt nach dem früheren Werder-Spielmacher, kommt auch mit.

Den genauen Termin für seine 450 Kilometer lange Tour kennt Mohr noch nicht. Er muss den Spielplan für die kommende Saison abwarten. „Dann suche ich mir ein Heimspiel raus, mein favorisierter Monat ist der März“, sagt er. Gestartet hat der Werder-Fan seine Aktion aber jetzt schon, denn er sammelt bereits Spenden. „Jeder Euro treibt mich an, mich körperlich so fit zu machen, dass ich den Marsch nicht kurz hinter Groß-Gerau beenden muss“, betont Mohr. Die Spenden kommen der Kinderkrebshilfe Mainz, der Bärenherz-Stiftung, dem Gnadenhof Kellerranch, dem Opferhilfeverein „Darmstädter Hilfe“ und der Werder-Stiftung zugute. Rund 7000 Euro habe er bereits eingenommen, berichtet Mohr. Sein Ziel ist es, insgesamt 25.000 Euro für die karitativen Organisationen zusammenzubekommen.

Wiedener hilft als Schirmherr mit

Das Budget für die Wanderung hält Florian Mohr daher möglichst klein. Er hofft, dass er unterwegs bei Werder-Fans oder Werder-Fanklubs übernachten kann. Mehrere entsprechende Angebote hat er schon über die Facebook-Seite, die er für seine Aktion „Zu Fuß zu Werder“ eingerichtet hat, bekommen. Auch einen prominenten Schirmherrn hat Florian Mohr gewonnen: Ex-Profi Andree Wiedener, der einst 164 Bundesliga-Spiele für Werder bestritt. „Das macht mich sehr stolz“, unterstreicht Mohr. „Früher habe ich ihn von der Tribüne aus spielen gesehen und jetzt war er sofort angetan von meiner Idee.“ Wiedener sagt: „Ich musste nicht lange überlegen. Als Werder-Urgestein und Ex-Spieler der Eintracht ist das die perfekte Kombination für dieses hessisch-bremische Abenteuer.“

Warum Florian Mohr im tiefsten Hessen zum Werder-Fan wurde, kann er sich übrigens selbst nicht genau erklären. „Ich weiß es nicht genau, aber ich bin schon immer Werder-Fan“, sagt er. „Der Bremer Fußball in den 80er-Jahren hat mich einfach begeistert.“ Dieser Enthusiasmus für die Grün-Weißen ist durchaus bemerkenswert für jemanden, der umgeben von Eintracht-Frankfurt-Anhängern aufwuchs. Sein Onkel, der inzwischen gestorbene Lothar Skala, war sogar Profi bei der Eintracht, doch für Mohr gab es immer nur Werder. „Als ich dann das erste Mal mit meinem Vater im Weserstadion war, war es endgültig um mich geschehen“, erzählt er.

Natürlich muss sich Mohr in seiner hessischen Heimat auch mal Sprüche anhören, gerade wenn es bei Werder nicht rund läuft. „Manchmal habe ich keinen leichten Stand“, sagt er. Bei seiner Spendenaktion erfährt er nun aber große Unterstützung aus allen Lagern, schließlich geht es um einen guten Zweck. Sogar ein Bayern-München-Fanklub hat schon Geld gespendet. „Die Resonanz ist großartig“, betont Mohr. „Aber natürlich steigt mit jedem Euro auch der Druck auf mich, die Strecke zu schaffen.“ Die Vorbereitung auf die lange Wanderung läuft daher bereits auf Hochtouren. Die rund 16 Kilometer bis zu seinem Arbeitsplatz legte Mohr zu Trainingszwecken bereits gehend zurück. „Jetzt erweitere ich die Strecken“, sagt er. „Wenn ich nach Bremen laufe, will ich 30 Kilometer pro Tag schaffen.“

Weitere Informationen zu Florian Mohrs Spendenwanderung gibt es hier.

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