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E-Sport
01.02.2019
So sieht die Woche eines E-Sport-Profis aus

„Vom Aufwand vergleichbar mit normalen Beschäftigten“

© nordphoto


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Klar, für einen Arbeitnehmer mit einer 40-Stunden-Woche klingt es zunächst komisch, wenn Werders Fifa-Profi Michael „MegaBit“ Bittner sagt: „Unter der Woche spiele ich im Durchschnitt pro Tag etwa zwei Stunden Fifa, um im Rhythmus zu bleiben.“ Isoliert betrachtet wirkt die Aussage des 20-Jährigen so, als wäre das Leben eines E-Sport-Profis in der Tat ziemlich entspannt. Doch zwei Bestandteile dieser Aussage sind entscheidend: „unter der Woche“ und „Fifa spielen“. Denn bei den E-Sportlern läuft die Konsole vor allem an den Wochenenden heiß. Und: Im Wochenplan der Profis gibt es wesentlich mehr Termine als das reine Fifa-Zocken.

„MegaBit“ und sein Teamkollege Mohammed „MoAuba“ Harkous drehen, schneiden und veröffentlichen unter der Woche Videos für ihre Youtube-Kanäle – alles in Eigenregie. Zusammen mit Werder produzieren sie zudem Inhalte für die verschiedenen Vereinskanäle. Hinzu kommen Livestreams, die die beiden via Twitch anbieten, und Interviews. Auch die Social-Media-Welt spielt eine wichtige Rolle im Alltag – schließlich wollen die Follower der beiden auf Instagram, Twitter und Co. versorgt werden. „MegaBit“ folgen bei Instagram etwa 12.500 User, bei Twitter knapp 15.000. „MoAuba“ hat auf den beiden Plattformen jeweils gut 29.000 Follower.

Und dann wäre da noch die Reiserei: Am Montag geht es vom Wohnort Bochum zum Arbeitgeber nach Bremen, dann wieder zurück ins Ruhrgebiet, Dienstag werden Videos gedreht und geschnitten, Mittwoch stehen Medientermine in anderen Städten an, am Donnerstag fliegt das Duo für das TV-Livematch der Virtuellen Bundesliga (VBL) nach München und einen Tag später für ein internationales Turnier nach London. So sieht eine typische Woche von „MoAuba“ und „MegaBit“ aus.

Fifa-Marathon an den Wochenenden

„Vom Arbeitsaufwand ist das vergleichbar mit normalen Beschäftigten, teilweise ist der Aufwand bei uns sogar höher“, sagt „MegaBit“. Der Unterschied: Während es für ihn und „MoAuba“ unter der Woche im Vergleich zu anderen Jobs eher ruhiger zugeht, sind sie an den Wochenenden im Dauereinsatz. Dann steht für sie ein Fifa-Marathon an: Mindestens 20 Stunden zocken die E-Sport-Profis an den Wochenenden – entweder online bei Qualifikationsturnieren und der sogenannten Weekend League mit 30 Begegnungen oder offline bei nationalen und internationalen Turnieren. Mit dem Start der Virtuellen Bundesliga Mitte Januar kamen weitere Termine zum Kalender hinzu: Der Hauptspieltag der VBL ist mittwochs, zusätzlich werden sonnabends Partien ausgetragen und donnerstags gibt es ein im Fernsehen ausgestrahltes Livematch.

Training, Turniere und andere Wettkämpfe zusammengerechnet, sind „MegaBit“ und „MoAuba“ allein mindestens 30 Stunden pro Woche damit beschäftigt, vor der Konsole zu sitzen und Fifa zu zocken. Der Tagesrhythmus sieht bei Werders E-Sportlern übrigens unterschiedlich aus: „MegaBit“ trainiert lieber tagsüber, „MoAuba“ schläft unter der Woche gerne aus und spielt vor allem nachts – natürlich nur, wenn keine anderen Termine anstehen.

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