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09.06.2019
Die Spielerbilanz: Philipp Bargfrede

Verteidigungsminister a.D.

© nordphoto


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Philipp Bargfrede war auch in seiner zehnten Werder-Saison ein Garant für defensive Stabilität und Punkte. Mit einem fitten Bargfrede hätte Werder die Qualifikation fürs internationale Geschäft wohl geschafft, weil sein Körper aber mal wieder öfter streikte, wurde daraus nichts. Und auch seine Zukunft bei Werder bleibt deshalb ungewiss.

Die Zahlen:

Das Unerfreuliche vorweg: Philipp Bargfredes Körper streikte nach einer nahezu verletzungsfreien Vor-Saison wieder öfter. Deshalb sackte die Anzahl seiner Spiele von 27 auf 15 ab, die Spielminuten brachen ebenfalls fast um die Hälfte auf 1078 ein. Ein Bargfrede-Klassiker ist der Punkteschnitt mit und ohne ihn auf dem Feld. Von den 15 Partien mit Bargfrede verlor Werder nur drei und holte im Schnitt 1,73 Punkte, auf die Saison hochgerechnet hätte das (theoretisch) 59 Punkte bedeutet und damit ein Champions-League-Platz. In der Realität holte die Mannschaft in den 19 Spielen ohne Bargfrede aber „nur“ 1,42 Punkte im Schnitt.

Die Saison:

Ottmar Hitzfeld hat die etwas martialische Kategorie des „Aggressive Leader“ erfunden, Mark van Bommel war dieser Typ Spieler zu Hitzfelds Bayern-Zeiten. Werders Aggressive Leader ist definitiv Philipp Bargfrede, der aus seiner Paraderolle im 4-3-3 auf der Sechs in der letzten Saison aber einige Male weiter nach hinten wandern musste. Durch den Zukauf von Nuri Sahin ergaben sich Florian Kohfeldt, der an sich nicht gerne mit einer Doppel-Sechs im Mittelfeld spielen lässt, neue Gestaltungsmöglichkeiten gegen den Ball. Und eine Idee war, Bargfrede noch öfter als zuvor als eine Art Libero zentral in der Dreierkette der Abwehr spielen zu lassen.

Als Glied der letzten Linie sicherte Bargfrede die Tiefe und war mit dem Ball erster Aufbauspieler, im zentralen defensiven Mittelfeld die Relaisstation zwischen Defensive und Offensive. Sein Spiel war weiter das typische Bargfrede-Spiel: Sehr gut in engen Räumen und als Ballklauer im direkten Duell, auch mal mit einem härteren Einsteigen und dieser dauerhaften Gier, den nächsten Zweikampf unter allen Umständen gewinnen zu wollen. Unter dem größeren Fokus auf die defensive Stabilität und die Rückversetzung um eine Linie litten seine oft verkannten offensiven Impulse allerdings ein wenig.

Trotzdem war Bargfrede auch in seiner zehnten Saison als Profi noch so wichtig, dass er immer gespielt hat, wenn er fit war und das fast immer als Teil der Startelf. Nur: Er war fast die Hälfte der Saison nicht fit. Ein Muskelfaserriss, Probleme mit der Achillessehne und mit dem Oberschenkel und am Ende mal wieder eine Operation am Knie ließen diese Spielzeit zu einer aus seiner Sicht eher durchwachsenen werden.

Der Ausblick:

Ein gesunder, spielfitter Philipp Bargfrede bleibt für Werder auch in naher Zukunft noch Gold wert. Die zentrale Frage wird sein, wie sich der Spieler von der Operation und deren Nachwehen erholen kann, vermutlich wird Bargfrede die Vorbereitung nicht mit der Mannschaft absolvieren können. Und weil es mit Sahin und Bargfrede auch am nötigen Tempo in der Zentrale mangelte, dürfte sich Werder für seine Position in der Sommerpause zumindest nach einer Alternative umschauen.

j.micoud am 09.06.2019, 21:09
Mann sollte niemals "nie" sagen !!!
Der hat eine eisernde Mentalität und weiss am besten, wie es geht, sich auf seinen Comeback vorzubereiten.
Seine Verletzungsanfälligkeit nervt auch die Fans, hat aber auch was mit seiner agressiven und aufreibenden Spielweise zutun. Unabhängig von den Medizinern, sollte er aber selber auf seinen Körper hören. Und es wäre nur fair dem Verein und der Mannschaft gegenüber, offen und ehrlich mitzuteilen, falls es doch nicht mehr weitergehen sollte.
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klarerBlick am 10.06.2019, 12:01
Das Foto sagt sehr viel über den Spieler: mit gestrecktem Bein auf den Gegner.

Wahrscheinlich ca 20 m vor dem eigenen Strafraum.


Die 6er Position ist im Fußball sehr wichtig und mit einem deutlich besseren Spieler zu besetzten.

bargfrede ist leider - auch gesund- sehr spielschwach und wählt daher in der Regel den Quer oder Rückpass.

unser Spiel hat ein Tempodefizit, was sich nur durch einen guten 6er verbessert
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Sweetwater am 10.06.2019, 12:23
"Ein gesunder, spielfitter Philipp Bargfrede bleibt für Werder auch in naher Zukunft noch Gold wert."

Ahja, "Gold wert"! Die Wirklichkeit sieht jedoch ein wenig anders aus.
Der von einigen hier so locker "Bargi" genannt wird, hat nämlich erhebliche Defizite. Er ist spielerisch und vorsichtig WK-konform formuliert nur mit ungenügend zu bewerten, für Tempofußball nicht zu gebrauchen, verletzungsgefährdend für jeden Gegenspieler, beim Schuß auf`s gegnerische Tor kann man nur die Richtung erahnen, technisch Tränen in die Augen treibend und bei der Frage nach den Einsätzen sollte man besser die fiesen Ausfallzeiten summieren, das Ergbnis ist weit höher.
Warum er von einigen noch weiter protegiert wird ist nur schwer verständlich, seinen Nutzen jedenfalls, gemessen an der Verbesserung der Qualität der Mannschaft geht gegen Null...
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vpcn am 10.06.2019, 23:16
Normalerweise würde ich Ihre überspitzten Aussagen anders kommentieren. Aber hier stimme ich Ihnen sogar zu. Kämpferisch klar, aber spielerisch und in Sachen Schnelligkeit sind deutliche Defizite vorhanden. Manchmal braucht man aber auch einen Kämpfer.
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delles.wiki am 11.06.2019, 10:02
Der obige Kommentar vom Kollegen Sweetwater ist natürlich destruktiv-realitätsfern kontaminiert.
Richtig muss er so lauten :

"Ein gesunder, spielfitter Philipp Bargfrede bleibt für Werder auch in naher Zukunft noch Gold wert."

Ja, "Gold wert"! Genau so sieht die Wirklichkeit aus. Der von einigen hier so locker "Bargi" genannte hat nämlich erhebliche Verdienste und ist darüber hinaus wichtige Integrationsfigur; ein emotionaler Leader, nicht nur für die Mannschaft sondern auch für die Fans.
Er ist spielerisch hervorragenden, hat enormes Antizipationsvermögen und ist in der Lage, millimetergenaune Pässe zu spielen und damit Zug und Tempo in das Spiel Werders zu bringen. Er ist dazu zweikampfstark und aufgrund seines dabei bemerkenswert guten Timings nie verletzungsgefährdend für die Gegenspieler und ist darüber hinaus ein absolut fairer Sportsmann und sympathisch bodenständiger Typ.
Bei der Frage nach seinen Einsätzen sollte man mal summieren, wie erfolgreich Werder mit und ohne ihm war und dann würde sich auch dem letzten mit dem Klammerbeutel gepuderten erschließen, warum er so wichtig für die Mannschaft ist. Bei all dem Genannten ist die Wertschätzung leicht verständlich, die man ihm entgegenbringen muss.
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Altobelli am 11.06.2019, 16:00
@delles.wiki:

Vielen Dank für den genialen Beitrag!
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j.micoud am 10.06.2019, 19:28
Mein Vater sagt auch, der bringt es nicht mehr, aber ich habe ihn immer kämpfen sehen und wie einige Experten Werder mit dem Abstiegskampf in Verbinung bringen, möchte ich an der Stelle behaupten, dass Bargi dagegen "Gold wert" sein kann. Im Vergleich zu anderen Spielern trägt er die Raute im Herzen, ist 100% Werder und zerstört das Spiel des Gegners auch mit gestreckten Beinen 20m vor dem eigenen Strafraum, wenn es sein muss.
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