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Rasenreport
17.02.2019
Schiedsrichter-Leistung irritiert Werder

Überraschendes Unentschieden nach Karten

© dpa


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Florian Kohfeldt wusste sein Unverständnis nur mit einem Wortspiel in geordnete Bahnen zu lenken. „Meines Wissens beendet er das Spiel ohne Gelbe Karte“, sagte Werders Trainer. „Das ist schon –stark.“ Gemeint war Herthas Niklas Stark. Der hatte in der 16. Minute mit einer Grätsche knapp vor dem Strafraum Davy Klaassen gestoppt – Schiedsrichter Sören Storks pfiff nicht einmal einen Freistoß. In der 21. Minute legte Stark dann Milot Rashica im Mittelfeld. „Lebensgefährlich, voll aufs Standbein drauf“, beschrieb Kohfeldt die Szene vielleicht etwas zu drastisch. Schiedsrichter Storks pfiff diesmal immerhin ein Foul, zückte aber erst in der 27. Minute eine Karte. Da war Max Kruse von Karim Rekik umgegrätscht worden.

Dass die Partie am Ende auch bei der Anzahl der Verwarnungen ausgeglichen war, sorgte doch für Verwunderung. 16-mal foulte Hertha, elfmal foulte Werder. Die Berliner sind durchaus bekannt für ihre robuste Gangart, weshalb zumindest Kohfeldt nicht davon überrascht gewesen war. „Wenn du so verteidigst wie Hertha, ist es so lange erlaubt, wie es der Schiedsrichter erlaubt“, sagte er. Der Gegner habe es clever gemacht. Und Schiedsrichter Storks erlaubte einiges, weshalb sich Hertha-Verteidiger Stark im Recht fühlte: „Wenn ich keine Gelbe Karte habe, kann ich auch in die Zweikämpfe gehen.“

Rangelei vor dem Einwurf

Wieder einmal fühlte sich Werder benachteiligt, meistens ging es um Szenen, auf die der Video-Assistent keinen Einfluss nehmen darf. Beispielhaft dafür war die Nachspielzeit: Sebastian Langkamp lag am Boden, Hertha spielte weiter, der Ball landete letztlich doch im Aus. Einwurf Berlin? Einwurf Bremen? Gute Frage. Davy Klaassen rief dem Vierten Offiziellen zu: „Siehst du das denn nicht?“ Dann rangelte er mit Valentino Lazaro um den Ball, beide fühlten sich im Recht. Nachdem die folgende Rudelbildung aufgelöst war, sahen Klaassen und Herthas auf der Bank sitzender Stürmer Vedad Ibisevic die Gelbe Karte. Lazaro als Co-Produzent der Rudelbildung blieb verschont – er hatte eine Viertelstunde vorher schon Gelb gesehen.

Einer hatte sich aus dieser Szene rausgehalten und sie aus sicherer Entfernung beobachtet: Florian Kohfeldt. „In dem Moment hatte es keinen Sinn, sich zu beschweren, weil nur noch mehr Zeit draufgeht.“ Als es weiterging, einwerfen durften die Gastgeber, war die Nachspielzeit fast vorbei. Der Ball landete noch einmal bei Maximilian Eggestein, der ihn weit nach vorne schlug. Dann: Kopfballverlängerung Claudio Pizarro, Foul an Josh Sargent und der Rest ist nun ein Stück Bundesliga-Geschichte. In der vierminütigen Nachspielzeit war netto zwei Minuten der Ball gerollt. Schiedsrichter Storks hing nach Pizarros Treffer nichts mehr dran, worüber sich, wenn sie denn gewollt hätten, ausnahmsweise die Herthaner hätten beschweren können.

Öffentlich wollte Kohfeldt seine Schiedsrichter-Meinung nicht vollständig nach außen kehren. Er bemühte sich um diplomatische Worte, nachdem er sich nach dem 2:2 gegen Eintracht Frankfurt noch geschworen hatte, gar keine Entscheidungen mehr zu kommentieren. Leicht fiel das in Berlin nicht, doch dies sei, betonte Kohfeldt, „der letzte Punkt meiner Analyse“. Denn Werders größtes Problem gegen Hertha war ein fußballerisches gewesen.

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uwue am 17.02.2019, 21:54
Storks heißt der Murks und knüpfte nahtlos an seine Katastrophen Leistung in Frankfurt an!
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