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21.01.2019
Klasnic über Werders Chancenverwertung

„Toreschießen lässt sich üben“

© nordphoto


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Eins lässt sich Werders Spielen nicht nachsagen: Dass sie langweilig sind. Auch in Hannover war vieles dabei, was den Fußball interessant macht. Werder kombinierte sich häufig schnell und direkt bis in den gegnerischen Strafraum, dominierte Hannover in teils beeindruckender Art und Weise. Und erspielte sich reihenweise allerbeste Gelegenheiten. Weil die fast allesamt verplempert wurden, stieg die Herzfrequenz in den letzten Minuten der Partie noch einmal deutlich an.

Man kann das toll finden, Fußball ist ja auch Unterhaltung, und Spannung ist allerfeinste Unterhaltung. Es kann aber, wie gegen Hoffenheim und Leipzig, auch zu schmerzhaften Erfahrungen führen, sprich Punktverlusten, die am Ende, wenn abgerechnet wird, fehlen. Hannover war nicht stark genug, Werder tatsächlich in Verlegenheit zu bringen. Hoffenheim und besonders Leipzig verfügten über die Qualität, aus wenigen Chancen Tore zu erzielen, und beide Teams haben das gegen Werder auch getan. Das sind zugleich die Mannschaften, die mit Werder um die internationalen Plätze kämpfen.

In Hannover war es besonders Martin Harnik, der klarste Möglichkeiten nicht verwertete. Milot Rashica, Schütze des einzigen Tores, und auch Max Kruse stellten sich nicht besser an. Es ist auch keine Erkenntnis, die neu wäre. Das Problem, Tore zu erzielen, ist schon in der ganzen Saison zu erkennen. Zuletzt, gegen Hoffenheim und Leipzig, war Rashica der Depp, der aus kurzer Distanz mehrfach das Kunststück fertig brachte, das schmale Bein eines Verteidigers anzuschießen, statt das riesige leere Tor zu treffen.

„Nicht weiter darüber nachdenken“ 

Was aber lässt sich tun, um das Problem zu beheben? Am besten gar nicht groß thematisieren, sagt Ivan Klasnic. „Für Journalisten ist es vielleicht nett, die Minuten zu zählen, die ein Spieler nicht trifft. Für einen Spieler ist es das nicht„, sagt Klasnic, mit Werder 2004 Meister und Pokalsieger. Im Prinzip ist es ganz einfach: „Es gibt solche Phasen. Punkt. Nicht weiter darüber nachdenken, das bringt nichts.“

Das ist die psychologische Ebene, natürlich gibt es noch eine andere. Fußball ist in großen Teilen Handwerk, beziehungsweise Fußwerk. Um besser zu werden, heißt es üben, üben, üben. Cristiano Ronaldo steht in dem Ruf, wie besessen daran zu arbeiten, der beste Fußballer der Welt zu sein. Jeden Tag. Im Kleinen ist es nicht anders als im Großen, sagt auch Klasnic: „Hatte ich Ladehemmungen, habe ich nach jedem Training ein paar zusätzliche Schüsse gemacht, um den Fuß zu fokussieren. Toreschießen lässt sich üben."

Es ist in erster Linie ein Problem des Kopfes, sagt Klasnic. 77 Tore in 205 Spielen hat er einst für Werder erzielt. Aber auch er hatte diese Phasen, in denen der Ball einfach nicht den Weg ins Tor gefunden hat. Er würde ja selbst noch helfen, aber „ich werde nicht jünger", sagt der 38-Jährige. Deshalb rät er zur Gelassenheit: "Ich garantiere, wenn Harnik, Kruse oder Rashica so weiter machen wie bisher, treffen sie zwangsläufig irgendwann. Das ist ein Selbstgänger."

Baumann ist zuversichtlich

Das muss es wohl, externe Hilfe wird es nicht geben. Anders als im vergangenen Januar, als Frank Baumann und Florian Kohfeldt Milot Rashica aus Arnheim nach Bremen holten. Baumann, gerade beim Asiencup unterwegs, schließt aus, einen Neuzugang aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mitzubringen. Seine Reise habe „nichts mit einem Januar-Transfer zu tun", wie der Sportchef aus eigenen Stücken betont. Trotz der drei Millionen Euro, die der Verkauf von Florian Kainz nach Köln gebracht hat, wird Baumann keinen neuen Spieler präsentieren.

Das sei auch gar nicht nötig, sagt der Sportchef. „Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen, sondern müssen gezielt weiter arbeiten." Denn auch wenn es gegen Hannover nur zu einem einzigen Treffer gereicht hat, so hat er doch vieles gesehen, was ihn für die Rückrunde zuversichtlich stimmt.

Da sei zum einen die Anzahl der Schüsse, die in Hannover auf statt neben das Tor gekommen sind. Für Baumann ein Zeichen, dass „die Abschlüsse besser werden„. Gleiches gilt für die Bewegungen im Strafraum: „Im Zentrum vor dem Tor haben wir eine höhere Präsenz.“ Mehr Spieler suchen den Weg in den Strafraum und vor das Tor, also dort, wo die meisten Treffer erzielt werden. Und nicht zuletzt ist da die Anzahl der Chancen, die Baumann zuversichtlich machen. „Die große Zahl an Möglichkeiten, die wir herausspielen, hängt mit unserer Spielweise zusammen.“

All das wurde im Trainingslager in Südafrika geprobt und in Hannover größtenteils gut umgesetzt. Nur, dass die Bälle noch nicht so häufig im Tor landen. „Ich mache mir keine Sorgen„, sagt Baumann dennoch, er setzt weiter auf Trainingsarbeit. „Tore zu schießen, kann man zum Teil üben. An der Abschluss-Qualität lässt sich feilen. Und vor dem Tor sind es immer wieder ähnliche Abläufe.“

WERDER2016 am 21.01.2019, 19:47
"Gegen die Top-Teams der Liga könnte sich das rächen."

Das hat sich bereits gerächt, und zwar nicht nur gegen die Topteams: Nürnberg, VfB, Freiburg, schon vergessen?

Leider sind die Statements nach solchen Spielen auch nicht besser geworden als die Chancenverwertung. Manche Dinge kann man mit Pech umschreiben, aber alles, was recht ist, solche Chancen wie in den letzten Spielen darf man nicht reihenweise versemmeln.

Auch wenn es manche nicht wahrhaben möchten, aber J. Sargent hat eine Chance in der Startelf verdient. Wie er sich im Strafraum bewegt, gibt Anlass zur Zuversicht und die Gefahr, dass er verheizt werden könnte, wird zunehmend geringer.
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wolfgramm am 22.01.2019, 16:40
Sehe ich auch so,Sargent hätte in Hannover getroffen.Mit dem Verheizen ist das sowieso so eine Sache.Junge Spieler sind heute generell viel weiter und haben oft nicht die Geduld lange auf der Bank zu sitzen.Tore schießen läßt sich sicher üben,aber Training und Spiel sind zwei Paar Schuhe.Einen typischen Goalgetter hat Werder nun mal nicht,Sargent macht da Hoffnung für die Zukunft.
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