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Rasenreport
11.12.2018
Vor dem Duell mit Ex-Klub Dortmund

So stehen Sahins Startelfchancen

© nordphoto


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Das wird richtig emotional. Nuri Sahin und die „gelbe Wand“ – wieder vereint, zumindest fast. Wenn Werder am Sonnabend bei Borussia Dortmund spielt, kehrt Sahin an den Ort zurück, wo seine Karriere begann. Mit 13 Jahren wechselte er zum BVB, mit 16 Jahren und 335 Tagen gab er sein Bundesliga-Debüt im schwarz-gelben Trikot. Auch nach seinem Wechsel zu Werder ist der Mittelfeldspieler in Dortmund immer noch sehr beliebt. Von den BVB-Fans auf der Südtribüne, auch „gelbe Wand“ genannt, verabschiedete er sich im Sommer mit pathetischen Worten: „Bis zu meinem letzten Atemzug, wenn ich meine Augen schließe, werde ich dich meinen Namen singen hören.“ Die Dortmunder Anhänger dürften Sahins Namen auch am Sonnabend rufen, falls er denn aufläuft. Noch vor wenigen Wochen, als der verletzungsbedingte Ausfall von Philipp Bargfrede bis zur Winterpause bekannt wurde, galt Sahin auf der Sechser-Position als gesetzt. Am Freitag beim 3:1-Sieg über Düsseldorf saß der Routinier jedoch überraschenderweise 90 Minuten auf der Bank, während Kevin Möhwald bei seinem Startelf-Debüt ein Tor schoss und weitere Pluspunkte sammelte.

Möhwald spielte auf der Achter-Position, Maximilian Eggestein rückte zurück ins defensive Mittelfeld. Dort, wo Sahin sonst spielt, agierte Eggestein nicht fehlerfrei, machte seine Sache insgesamt aber ordentlich. Behält Kohfeldt diese Mittelfeld-Aufstellung also bei? Für Möhwald und Eggestein spricht vor allem die Laufstärke. Beide sind flink und beweglich, während Sahin in diesem Bereich Defizite hat. Der Ex-Dortmunder kommt bei der Höchstgeschwindigkeit im Spiel nie über 30 km/h, wohingegen Möhwald und Eggestein dies regelmäßig schaffen. Klar ist, dass Werder gegen den BVB dem Ball oft hinterherlaufen wird. Sind die Dortmunder im Ballbesitz, entwickeln sie ein ungeheures Tempo. Sie sind kombinationssicher und verfügen über viele explosive, antrittsstarke Spieler.

Der Prototyp des spielenden Sechsers

Gerade gegen diesen Tempofußball des Tabellenführers führt eine zu destruktive Ausrichtung allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit ins Verderben. Werder dürfte eher versuchen, so oft wie möglich den Ball zu haben, um den Dortmunder Spielrhythmus zu stören. Sahin, der Prototyp des spielenden Sechsers, wäre dafür genau die richtige Wahl, wenn er in der Defensivarbeit genügend Unterstützung von den Achter-Positionen bekommt. Eine mögliche Umstellung auf eine Dreierkette könnte Sahins Einsatzchancen weiter vergrößern. Mit dieser Abwehrformation gewannen die Bremer vor einem Jahr mit 2:1 in Dortmund. Damals war Bargfrede fit und bekleidete die Position des zentralen Mannes in der Dreierkette. Dieses Mal könnte diese Rolle Maximilian Eggestein oder eben Nuri Sahin zuteilwerden. Zwar könnten mit Sebastian Langkamp, Niklas Moisander und Marco Friedl auch drei Innenverteidiger die Dreierkette bilden, doch mit Eggestein oder Sahin stünde ein Spieler in der Abwehrreihe, der auch das Offensivspiel ankurbelt und sich ins Mittelfeld einschaltet. Diese Variante bevorzugte Kohfeldt in der Vergangenheit.

Sahins Chancen, als verkappter Libero oder – das ist die wahrscheinlichere Variante – auf der Sechser-Position zum Einsatz zu kommen, stehen also gut. Trainer Florian Kohfeldt hatte auch gleich nach dem Düsseldorf-Spiel betont, dass sich Sahins Perspektiven durch die Reservistenrolle nicht verschlechtert hätten. Sahin sei schließlich selbst zu ihm gekommen und habe eine Umstellung im Mittelfeld angeregt, weil er sich nicht so gut gefühlt habe, erzählte Kohfeldt vor dem Düsseldorf-Spiel bei Eurosport. „Das rechne ich ihm hoch. Das zeigt, was für ein wahnsinniger Charakter er ist“, betonte der Coach. „Nicht gespielt zu haben, verändert Nuris Standing innerhalb der Mannschaft kein Stück.“ Ohnehin betont Kohfeldt immer wieder, wie wichtig Sahin mit seiner Erfahrung in der Kabine sei. Vor dem 2:0-Sieg gegen Wolfsburg hielt der Ex-Dortmunder etwa eine Motivationsansprache an die Mannschaft. Auf dem Platz dagegen konnte Sahin seine Wichtigkeit für Werder bisher nur phasenweise unter Beweis stellen. Das Spiel in Dortmund, in seinem alten Wohnzimmer vor der „gelben Wand“, wäre nun die perfekte Gelegenheit für ihn, um ein echtes Ausrufezeichen im Bremer Trikot zu setzen.

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