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06.01.2019
Bode über Südafrika, NLZ und Investoren

„Sehe leider mehr Bayern- als Werder-Trikots“

© nordphoto


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Marco Bode über ...

die Geschichte Südafrikas

Es ist ein afrikanisches Land, aber nicht nur wirtschaftlich in einer besonderen Situation. Die Kolonialzeit hat hier lange nachgewirkt, es gab eine lange Apartheids-Zeit, die auch weltweit wahrgenommen wurde, der Gefängnis-Aufenthalt von Mandela. Ich erinnere mich an Rockkonzerte, die für ihn gemacht wurden, wo Bono und andere sich gegen die Apartheid engagiert haben. Es war ein langes Thema, lange Zeit, das Land in vielerlei Hinsicht faszinierend, auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist eine ganz besondere.

die Bedeutung des Trainingslagers

Zu meiner aktiven Zeit war die Winterpause viel länger. Da haben wir den Ball zuerst mal eine Woche nicht gesehen. Das ist heute anders. Für Florian ist das Trainingslager eine sehr wichtige Zeit. Er hat die Hinrunde analysiert und daraus Schlüsse gezogen. Er hat daraus Aufgaben definiert, an denen er arbeitet. Darum hat die Zeit eine große Bedeutung. Und es hilft, um als Mannschaft weiter zusammen zu wachsen.

seine Aufgaben während des Trainingslagers

Für mich gibt es drei wichtige Punkte auf dieser Reise. Zum einen, die Mannschaft noch besser kennen zu lernen. Der Zweite ist, dass wir hier auch Botschafter für die Liga sind und da habe ich eine gewisse repräsentative Aufgabe. Und drittens, das ich mit der Geschäftsführung Workshop-Themen habe, die wir abarbeiten. Da geht es um den LZ-Neubau, Kommunikation, E-Sport, verschiedene Themen außerhalb des Tagesgeschäfts.

die aktuelle Investorensuche

Die Fragen sind, wie wir künftig aufgestellt sein wollen. Ob das in den vorhandenen Strukturen geht, wo der e. V. der alleinige Gesellschafter ist. Wie die finanzielle Situation ist. Wo Potenziale für die Zukunft sind. Damit beschäftigen wir uns seit vielen Monaten, und zwar konstant. Im Moment steht es nicht oben auf unserer Agenda, Investoren an Bord zu holen. Wir sind zufrieden, dass wir aktuell so bestehen können, wie wir es tun. Wir sind blauäugig, was die Zukunft angeht. 50+1 ist ein Thema, das uns beschäftigt. Financial Fairplay ein Thema, das uns beschäftigt. Da müssen wir unsere Rolle finden.

Werders Entwicklung im Ligavergleich

Unsere Position ist im Vergleich zu bestimmten Vereinen nicht unbedingt besser geworden. Klubs wie Leipzig, Wolfsburg, Leverkusen kommen aus einer finanziell besseren Position. Das hat, neben der ausbleibenden Qualifikation zur Champions League zu den Problemen geführt. Trotzdem haben wir es geschafft, uns zu stabilisieren. Jetzt müssen wir kreativ darüber nachdenken, wo es Einnahmepotenziale gibt. Wie können wir das, wofür wir bundesweit stehen, stärken und ausbauen. Wir dürfen nicht der Dinosaurier sein, der die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wenn 50+1 fällt und auch kleinere Klubs mit Investoren um die Ecke kommen und in die Bundesliga drängen.

Financial Fairplay

Ein Thema, das ich zuletzt häufiger angesprochen habe: Wie viel finanzielles Fairplay ist notwendig, damit ein vernünftiger Wettbewerb stattfinden kann. International haben wir das Thema schon mit Paris Saint Germain und Manchester City. Aber auch national wird darüber diskutiert in der Liga. Zum Glück haben wir mit Klaus Filbry jemanden im Präsidium der DFL, der nicht nur unsere Interessen vertritt. Der auch die gesamte Situation im Blick hat.

Das Financial Fairplay sollte auch auf nationaler Ebene eingeführt werden. Die Lizensierung ist vorbildlich in Deutschland. Aber auch da sollte man darauf schauen, dass keine unterschiedlichen Regeln angewandt werden, wenn es darum geht, wie Unternehmen Klubs unterstützen. Das wird als Angriff gegen Wolfsburg, Leipzig, Leverkusen gewertet, aber mir geht es um Definition von Regeln. Es muss möglich anzusprechen, dass man gleiche Regeln haben will.

die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Das ist schon schade. Aber es war klar, dass es so sein wird. Es ist nicht auch das Wichtigste, aber es könnte ein Stück weit optimaler sein. Wir sind da eher machtlos, das ist ein Thema zwischen der südafrikanischen Liga und der DFL. Man muss gucken, dass man das in Zukunft anders gestaltet, denn wenn man das Spiel nicht zeigen kann, ist das unglücklich. Wobei ich feststelle, dass die Bundesliga in den Köpfen präsent ist. Viele wissen viel über die Bundesliga, über Werder Bremen und über unsere Erfolge. Man sieht auch viele Kids in Bundesliga-Trikots herumrennen. Leider habe ich noch mehr Bayern gesehen als Werder.

den Vorsprung der Premier League

Überall auf der Welt ist die Premier League meistens ein, zwei Schritte voraus, aber das ist ja eben ein Grund, warum wir hier sind und warum die Liga Südafrika und einige andere Länder auch als, ich will nicht Zielmärkte sagen, das klingt so business-technisch, Potenzialländer für die Bundesliga sieht und das unterstützen wir gerne. Auf der anderen Seite ist es auch für unsere Mannschaft eine Bereicherung, mal in einem Winter-Trainingslager Europa zu verlassen und hier dann spätestens, wenn wir ins Township gehen oder wenn sie morgen hier das Hotel verlassen, wenn auch nur wenige, aber intensive Eindrücke zu haben.

den Stand zum Neubau des Leistungszentrums (LZ)

Im Großen und Ganzen positiv. Wir hatten einen wichtigen Meilenstein in den Gesprächen mit dem Senat, einigen betroffenen Senatorinnen und Senatoren. Wir haben auch ein gewisses Interesse daran, dass jetzt nicht täglich oder wöchentlich neue Gedanken zu dem Thema präsentiert werden, die teilweise faktisch nicht richtig sind. Wir versuchen, alle Stakeholder, die betroffenen Gruppen, mitzunehmen. Wir sehen das eben als wirkliches Projekt für die Entwicklung der Pauliner Marsch. Wir sehen es aus verschiedenen Gründen als Entwicklungsprojekt für diese ganze Region, wir nehmen die anderen Vereine, die Anwohner, die Stadt mit. Das ist natürlich komplex.

Werder Bremen als Wahlkampfthema

Ich hoffe nicht, aber ich befürchte, dass wir das nicht hundertprozentig beeinflussen können. Ich glaube, nach den Gesprächen mit dem Senat, mit vielen Menschen, dass die grundsätzliche Zustimmung für das Projekt da ist. Im Einzelnen gibt es natürlich je nach Interesse noch Fragen oder Herausforderungen, die man gemeinsam angehen muss. Aber wir müssen uns im LZ weiterentwickeln und wollen in der Pauliner Marsch bleiben. Dass Thema Hochwasserschutz haben wir sehr intensiv im Blick, wir wollen etwas schaffen, was die Hochwassersituation nicht verschlechtert. Das neue Gebäude soll so konstruiert sein, dass es bei einer Überschwemmung nicht zu Schäden käme. Das ist offensichtlich möglich und deswegen sind wir auch zuversichtlich.

Außerdem spüren wir einen großen Konsens, wenn es darum geht, dass die Bedeutung von Werder in der Stadt wahrgenommen und gesehen wird und deswegen bin ich ganz zuversichtlich, dass wir es auch hinbekommen. Trotzdem sind wir auch dazu verpflichtlich, alternative Szenarien zu besprechen: Was ist, wenn es eben doch nicht funktioniert. Aber da ist keine ernsthafte Option im Land Bremen erkennbar, wo wir auch in der notwendigen Form bauen könnten. Wir müssen uns dann trotzdem mit so etwas beschäftigen, wir können dann ja nicht den Kopf in den Sand stecken und sagen, dass wir jetzt aufhören, Fußball zu spielen. Wir werden konstant überprüfen, ob es einen Plan B gibt.

seine Begegnung mit Nelson Mandela 1995

Es war mein erstes Länderspiel, schon die Nominierung war einigermaßen ungewöhnlich, weil ich bei der Weihnachtsfeier Werders im Parkhotel war. Dann kam ein Anruf von Berti Vogts, und am Abend saß ich dann schon im Flieger nach Südafrika. Eine Woche späte stand in Johannesburg auf dem Platz und Nelson Mandela als frisch gewählter Präsident ging vor dem Spiel zur Hymne mit Jürgen Klinsmann durch und sagte zu mir: „Wow, you look exactly like Steffi Graf.“ Ich war zu geschockt, um irgendetwas antworten zu können. Mandela ist für mich eine der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und auch jetzt spürt man, dass er fehlt. Er hat das Land friedlich zusammengeführt.

WerderanerFfm am 06.01.2019, 18:38
Zu den Investoren ein Gedanke. Wir haben in Bremen die große firma inventim. Das wäre doch ein toller Investor. Das Weserstadion könnte Inventim - Weserstadion heißen und Inventim könnte die Tickets selbst verkaufen und so noch Gewinn machen. Je erfolgreicher Werder ist, so mehr Tickets kann Inventim verkaufen. So ist es für Inventim auch vorteilhaft in Werder zu investieren.
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alanya_fuchs am 06.01.2019, 19:53
Sie meinen sicher CTS Eventim. Der Sitz ist allerdings in München. In Bremen befindet sich die Hauptverwaltung.
Eventim ist weltweit und in vielen Bereichen tätig. Allerdings gibt es oft Auseinandersetzungen mit dem Kartellamt, weil Eventim versucht, den Markt zu beherrschen.
Ob das ein so guter Partner für Werder wäre und ob es da überhaupt Interesse gibt, vermag ich nicht zu beurteilen. Die wollen auch Geld verdienen, sehr viel Geld.
Ich überlasse das lieber Leuten, die etwas davon verstehen und es verantworten müssen.
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WerderanerFfm am 06.01.2019, 20:38
Ich glaube der Gründer ist Bremer und es ist eine Bremer Firma.
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alanya_fuchs am 06.01.2019, 21:35
Richtig, der Gründer ist Klaus Peter Schulenburg. Er war sogar früher Mittelfeldspieler in der Jugend des SV Werder Bremen.
Im Aufsichtsrat sitzt Herr Hötzel, immerhin der Vorsitzende des Vereins Unternehmen für Bremen e. V., da hatte ich mir allerdings mehr Aktivitäten von versprochen.
Auch Herr Zech sitzt im Aufsichtsrat, der allerdings ein finanzielles Engagement ausgeschlossen hat.
Es scheint also wirklich sehr schwierig zu sein.
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Per-Uwe am 07.01.2019, 13:43
Der gute Mann heißt Klaus Peter Schulenberg. Schulenburg sind die mit den Möbeln ;-)
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alanya_fuchs am 07.01.2019, 14:47
Natürlich, Sie haben Recht. Ich kann es aber nicht mehr korrigieren. Der Bindestrich im Vornamen fehlt auch.
Danke für den Hinweis.
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jamal0781 am 07.01.2019, 15:09
Ich wäre für Becks.Wäre auch ein geiler Trikotsponsor
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