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Rasenreport
04.02.2019
Werder vor dem Pokalspiel in Dortmund

Schwierig ist das neue Einfach

© nordphoto


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Mit dem Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt ist Werder nach einer starken Leistung zwei Plätze abgerutscht, am vergangenen Wochenende ging es mit dem Punkt gegen den 1. FC Nürnberg trotz einer schwachen Leistung einen Platz hoch. Die Tabelle ist momentan nicht wirklich als Indikator zu gebrauchen, auf welchem Weg die Mannschaft sich befindet. Schon vor Weihnachten ist Werder für teilweise hochattraktive Auftritte gegen Borussia Dortmund, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig gefeiert worden, obwohl es aus drei Spielen nur einen Punkt gab.

Auch nach dem Jahreswechsel fällt es schwer, die reine Ausbeute mit den gezeigten Leistungen zu verknüpfen. Deshalb kommt das Knockout-Spiel beim BVB (Dienstag, 20.45 Uhr) den Bremern recht gelegen. „Im Pokal kannst du dir noch weniger als in der Liga etwas dafür kaufen, wenn du gut spielst“, sagte Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Montag, die einer verspäteten Nach-Spiel-PK zum 1:1 in Nürnberg glich. Werder hat im Frankenland einige Rätsel aufgegeben. Auf der Suche nach Gründen für den Leistungsabfall im Vergleich zur Vorwoche blieb Kohfeldt weiterhin einigermaßen nebulös. „Sie waren teilweise selber schockiert, wie das Spiel war“, sagte er über seine Profis. „Es ist schon mal gut, wenn man im Nachgang weiß, dass man Scheiße gebaut hat.“

Einstellungsproblem oder nicht?

Offen blieb die Frage, ob Werders Spieler schon während der 90 Minuten in Nürnberg realisierten, dass auf diese Weise allenfalls ein dreckiger, aber kein überzeugender Erfolg möglich sein würde. „Ich würde keinem Absicht oder Nachlässigkeit unterstellen. Niemand ist das Spiel zu locker angegangen“, sagte Kohfeldt. Ein Einstellungsproblem als Ursache für den Auftritt wies er weiter von sich, während die Indizien, die er lieferte, doch latent danach klangen.

Kohfeldt rekapitulierte ausführlich die Vorbereitung auf Nürnberg: Er habe seine Spieler auf die anderen Umstände im Vergleich zum Frankfurt-Spiel hingewiesen – anderes Stadion, andere Stimmung, anderer Platz, Anreise im Flieger. „Das sind alles Sachen, die für einen Profi keine Rolle spielen sollten“, sagte Kohfeldt. Und doch fand seine Mannschaft offenbar nicht die richtige Herangehensweise. „Wir haben es nicht geschafft, uns auf ein neues Spiel einzustellen und nicht zu hoffen, dass das, was war, einfach wiederkommt“, versuchte der Trainer, das Problem in Worte zu fassen. Bereits in der Hinrunde sei es nach dem emotionalen Last-Minute-Sieg gegen Frankfurt auf ähnliche Weise nicht gelungen gegen Nürnberg. „Am Ende reden wir über Nuancen“, betonte Kohfeldt auch. Im Falle eines knappen 1:0-Erfolges wäre seine Mannschaft dafür gelobt worden, auch solche Spiele mal zu gewinnen.

Dortmunds Wackler als Mutmacher

Am Sonnabend war Werder beim Tabellenletzten gefordert, nun geht es in einem anderen Wettbewerb zum Tabellenführer der Bundesliga – begleitet von 8000 Werder-Fans. „Wir brauchen Mut“, forderte Kohfeldt und erinnerte an den couragierten Auftritt in der Hinrunde. „Wenn du nach Dortmund fährst, nicht daran glaubst und nur darauf wartest, dass sie Fehler machen, wird es schwierig.“ Bei der 1:2-Niederlage im Dezember hatten die Bremer Möglichkeiten, um auszugleichen, hätten aber auch 1:3 oder 1:4 verlieren können. Hinzu kommen die beiden wackligen Pokalspiele der Dortmunder als Mutmacher: Sowohl beim 2:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth als auch beim 3:2 gegen Union Berlin ging es in die Verlängerung.

Im Moment macht Werder den Eindruck, als liege dem Team der K.o.-Charakter gegen ein höher eingeschätztes Team mehr als eine Pflichtaufgabe in der Liga. Entsprechend rechnet Kohfeldt nicht mit einem indirekten Entgegenkommen des BVB in Form einer durchrotierten Startelf. „Dafür haben wir leider in der Liga zu stark gespielt“, sagte er. Dass der Trainer diese These problemlos aufstellen kann und gleichzeitig der Auftritt in Nürnberg rätselhaft bleibt, erzählt die Geschichte einer kontrastreichen Bremer Saison ganz gut.

Die Umfrage zum Spiel gibt es hier:


alterwaller am 04.02.2019, 14:31
Hoffentlich werden die mitreisenden Fans für den Aufwand belohnt. Und die anderen Fans für ihre Geduld ebenfalls. Und das sich die Spieler durch ein gutes (erfolgreiches ? ) Spiel belohnen ist dann zwangsläufig so. Für alle 3 Punkte trifft "wird mal wieder Zeit" zu.
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WERDER2016 am 04.02.2019, 20:52
Natürlich ist es ein Einstellungsproblem.

Zitat aus dem Kicker:

"Das hat nichts mit Einstellung zu tun, das ist auch keine Nachlässigkeit. Aber es ist eine Sache, die wir lernen müssen: Auf den Punkt voll da zu sein." Wenn man so will, ist das freilich nur eine andere Begrifflichkeit für dasselbe Phänomen. Dem ist nichts hinzu zu fügen.
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