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22.12.2017
Experte zu Fußball-Krawallen im Viertel

„Rolle des Aggressors wird linken Ultras zugeschoben“

© Mein Werder


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Herr Gabler, am vergangenen Wochenende hat es nach dem Spiel zwischen Werder und Mainz eine heftige Auseinandersetzung zwischen Ultras und Hooligans im Bremer Viertel gegeben. Vorab vielleicht die Frage für all jene, die nicht so sehr im Thema stecken: Was genau ist der Unterschied zwischen Ultras und Hooligans?

Die Hooligans sind eine Art der Fußballfankultur, die es schon viel länger in Deutschland gibt als die Ultras, nämlich seit den späten Siebzigerjahren. Der Begriff Hooligans bezeichnet ursprünglich Menschen, die zum Fußball gehen und deren zentrales Interesse die körperliche Auseinandersetzung rund um das Spiel ist. Das hat sich über die Jahre etwas verändert. Mittlerweile sind Hooligans nicht mehr unbedingt bei den Spielen anzutreffen. Die körperlichen Auseinandersetzungen haben sich verlagert, weg von den Stadien, zunächst auf die Anfahrtswege und seit Anfang der 2000er-Jahre immer stärker hin zu Drittort-Auseinandersetzungen, heißt: zu Treffen auf der Wiese. Da wird deutlich, welchen Stellenwert Gewalt in solchen Gruppen hat.

Und Ultras?

Ultras sind in Deutschland in den Neunzigerjahren entstanden. Als die Hooligans in den Stadien von der Bildfläche verschwunden sind, sind die Ultras zur prägenden Fankultur geworden. Das Phänomen kommt ursprünglich aus Südeuropa, vor allem aus Italien. Bei den Ultras geht es in erster Linie um die Unterstützung des Vereins, bei jedem Spiel dabei zu sein, sichtbar zu sein, eine möglichst laute Kurve zu organisieren. Dazu kommt häufig fanpolitisches Engagement, teilweise auch soziales und karitatives Engagement. Und auch bei Ultras hat es schon früh körperliche Auseinandersetzungen gegeben, aber der zentrale Unterschied zu Hooligans ist: Ich kann in einer Ultra-Gruppe Mitglied sein und die eigene Beteiligung an Gewalt ablehnen. Das ist bei einer Hooligan-Gruppe nicht möglich, dann werden Sie dort nicht als vollwertiges Mitglied anerkannt.

Es ist oft die Rede von linken Ultras und rechten Hooligans. Ist diese politische Einordnung in links und rechts zutreffend?

Pauschal kann man das nicht sagen. Es gibt auch rechte Ultra-Gruppen und linke Hooligans. Aber grundsätzlich gibt es in der Hooligan-Szene schon eine Reihe von Anknüpfungspunkten für rechte Ideologien. Das gilt teilweise genauso für die Ultras. Zur Ultra-Kultur gehören aber auch Elemente, die für Linke attraktiv sein können. Zudem gibt es eine Reihe Ultra-Gruppen, die links einzuordnen sind, sich zum Beispiel gegen jegliche Form von Diskriminierung und Sexismus engagieren.

Die Hooligans wurden in den Neunzigerjahren aus den deutschen Fankurven verdrängt, auch in Bremen. Ist der Konflikt zwischen Ultras und Hooligans ein Kampf um die Kurve oder ein politischer Konflikt?

Zunächst mal muss ich sagen, dass es nicht überall solche Konflikte zwischen Ultras und Hooligans gibt. Aber da, wo es sie gibt, zum Beispiel in Bremen, da geht es sehr häufig um unterschiedliche politische Auffassungen. Das wird von den Hooligans gerne verneint, die dann sagen: Uns geht es nicht um Politik, die wird nur von den Ultras ins Stadion gebracht, und das wollen wir nicht, das ist nur Fußball. Aber das sind vorgeschobene Argumente. Denn die unterschwelligen Botschaften, die von Hooligans ausgehen, durch diskriminierendes Verhalten, sind auch Ausdruck einer politischen Haltung, und zwar einer, die rechts zu verordnen ist.

Tatsächlich wurden in den Neunzigerjahren noch antisemitische Gesänge in der Bremer Ostkurve angestimmt oder der Hitlergruß gezeigt. Das ist heute zum Glück nicht mehr der Fall. Ist das das Verdienst von linken Ultra-Gruppen?

Nicht ausschließlich. Vorreiter waren sicherlich antirassistische Faninitiativen, die es vor den Ultras gab. Aber die Ultras haben diese Ansätze der Faninitiativen dann aufgegriffen und – auch dank ihres Stimmungsmonopols – rassistische und antisemitische Gesänge nicht mehr angestimmt beziehungsweise unterbunden. Sie haben ihre Gestaltungskraft im Stadion genutzt und so einen zentralen Beitrag geleistet, dass rechte Parolen heute kaum noch zu hören oder zu lesen sind. Ich würde Bremen und auch den FC Bayern als Musterbeispiele von Fanszenen nennen, die in den Neunzigerjahren noch ganz anders tickten und wo ein Turnaround gelungen ist. Jedoch muss auch anerkannt werden, dass viele Vereine und die Verbände sich seit der Jahrtausendwende stärker in diesem Thema engagiert haben.

Sind die Kurven heute frei von Nazis?

Nein. Das waren sie nie, und das werden sie auch nie werden. Denn das würde ja bedeuten, dass wir am Eingang eine Gesinnungskontrolle machen müssten. Es gibt nun mal Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft, und der spiegelt sich auch im Stadion wider. Die zentrale Frage ist: Inwiefern lässt die Gesellschaft es zu, dass das dort offen ausgelebt wird? In den Neunzigerjahren sind rechtsextreme Haltungen durch Gesten und Äußerungen in den Fußballstadien wie unter einer Lupe sichtbar geworden, heute hat sich die Norm im Stadion der gesellschaftlichen Norm angenähert. Rechtsextreme halten sich heute in den Stadien eher zurück.

Sie haben das soziale und politische Engagement der Ultras erwähnt. Dennoch werden Ultras in der Öffentlichkeit häufig mit Randale in Verbindung gebracht und fühlen sich deshalb missverstanden. Können Sie das nachvollziehen?

Man muss hierbei verstehen: Ultras werden in der Öffentlichkeit mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Da kommen wir zu Ihrer Einstiegsfrage zurück: Ich glaube, dass sehr viele Menschen immer noch Ultras und Hooligans vermischen. Dann heißt es: Ach so, ihr seid welche von diesen Schlägern und Randalierern. Das stimmt aber nicht. Das Bild, das von Ultras in der Öffentlichkeit existiert, ist ein vorwiegend negatives Klischeebild. Die positiven Aspekte werden weniger wahrgenommen. Ich muss aber auch sagen, dass bei Ultras die Gefahr besteht, dass sie sich in eine Opferrolle zurückziehen und nicht reflektieren, dass sie durch ihr Handeln immer mal wieder zu diesem Bild beitragen.

Nach den Ausschreitungen am vergangenen Wochenende in Bremen hieß es von der Polizei sehr schnell: Linke Ultras attackieren Fußballfans in Kneipe. Woher kommt es, dass die Beteiligung von linken Ultra-Gruppen sehr viel schneller von den Behörden benannt wird als das Mitwirken rechter Hooligans?

Das ist ein echtes Phänomen in Bremen. Der Konflikt zwischen linken Ultras und rechten Hooligans ist ja keineswegs neu. Deshalb nehme ich die Rolle der Polizei und des zuständigen Innensenats als problematisch wahr. Teilweise findet hier eine Entpolitisierung statt, wenn behauptet wird, dass der Konflikt zwischen Ultras und Hooligans nichts mit Politik zu tun habe, sondern eine Auseinandersetzung unter Fußballfans sei. Die Rolle des Aggressors wird in der Regel den linken Ultra-Gruppen zugeschoben. Wenn man aber die Bremer Geschichte kennt, mit dem Angriff auf den Ostkurvensaal vor zehn Jahren (im Januar 2007 hatten rechte Hooligans eine Feier im Ostkurvensaal des Bremer Weserstadions gestürmt und Partygäste der linken Ultra-Gruppe „Racaille Verte“ verprügelt; Anm. d. Red.), dann ist ziemlich eindeutig, von welcher Seite die Aggressoren kamen, nämlich von rechts. Dieser Überfall mit Verletzten ist aber nie erfolgreich juristisch aufgearbeitet worden. Da haben die Behörden inklusive Polizei und Staatsanwaltschaft versagt. Dieser Stachel sitzt sehr tief bei den Ultras. Und deshalb ist es auch problematisch, wenn die Polizei im Jahr 2017 bei Auseinandersetzungen zwischen Ultras und Hooligans nur von einer Schlägerei zwischen linken Ultras und anderen Fans spricht. Da muss die Polizei sensibler sein. Die eine politische Richtung zu nennen und die andere nicht, finde ich wirklich sehr problematisch.

Die Ultras weigern sich allerdings, bei der Polizei Aussagen über die Schlägerei am Wochenende zu machen. Ist das verständlich oder einfach nur unklug?

Dieses Verhalten ist typisch. Es ist eine goldene Regel unter Ultras, nicht mit der Polizei zu reden. Das ist bedauerlich. Allerdings haben die Ultras in Bremen nach dem Überfall auf den Ostkurvensaal auch keine gute Erfahrung mit den Behörden gemacht, das prägt die Szene. Und es kommt noch etwas anderes dazu: Wenn ich als Zeuge aussage, landet der Name am Ende auch bei den angeklagten Hooligans. Da weiß man nie, welchen Drohungen ein Ultra anschließend ausgesetzt ist, ob ihm zum Beispiel aufgelauert wird. Das sind ja keine Ammenmärchen. Das ist alles schon vorgekommen. Umso wichtiger ist es, dass die Polizei in diesem Konflikt sauber arbeitet.

Das Gespräch führte Patrick Hoffmann.

Jonas Gabler (36)

ist Mitbegründer der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS) in Hannover. Zudem ist er deutscher Politikwissenschaftler aus Berlin. Zudem arbeitet er als freier Publizist zu den Themen Fankultur, Ultras, Diskriminierung und Antidiskriminierung. Durch sein 2010 veröffentlichtes Buch „Die Ultras – Fußballfans und Fankulturen in Deutschland“ bekam er bundessweite Aufmerksamkeit.

MichaelMoore am 22.12.2017, 16:52
Besser kann man es nicht darstellen. Chapeau!
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juergenkluth am 22.12.2017, 17:07
Jetzt wird es wissenschaftlich, wenn sich "Experten" zu Wort melden wird viel erzählt, aber es ändert sich nichts.
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susanneundjens am 22.12.2017, 17:34
Danke WK, sehr gutes Interview mit vielen Fakten.
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kressesamen am 22.12.2017, 18:54
Sehr treffende Darstellung der Zusammenhänge. Dankeschön für ein wenig Klarheit. Gleichzeitig umtreibt die Frage, wann hier die ersten Relativierer und vermeintlich nicht Rechten kommentieren.
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admiral_brommy am 22.12.2017, 20:06
Sehr treffende Darstellung der Zusammenhänge. Dankeschön für ein wenig Klarheit. Gleichzeitig umtreibt die Frage, wann hier die ersten Relativierer und vermeintlich nicht Rechten kommentieren.

Keine Angst. Ich werde Sie in Ihrem Irrglauben lassen. Früher waren ja die Linken die Dialektiker. Heute haben Sie Angst davor und schmoren lieber im eigenen Saft.

Ein sicheres Zeichen von Verfall.

Merke: erst die Antithese macht den Fortschritt und bringt die Wahrheit ans Licht.
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marcomitmeinung am 22.12.2017, 20:21
Mal eine bescheidene Frage .... warum wird eigentlich in 83,4% aller Beiträge und ob es passt oder nicht mit rechts und links um sich geworfen? Werder hat zu defensiv gespielt - klar, die Grünen ... Werder hat auf rechts außen nichts gebracht - kein Wunder beim AfD-Auftreten ... ich fühle mich sowas von angekotzt von manchen Leuten hier, die sich dann noch beschweren, warum die Kommentarfunktion - also, nochmal in Buchstaben K o m m e n t a r f u n k t i o n - nicht zu einer Diskussion einlädt .. gründet einfach mal das "Werder & Bremen & ich habe eine Meinung & ich habe ein Mitteilungsbedürfnis & die SPD und die Grünen sind schuld am 5-3-2"-Forum ... Würg!!!!
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panorama am 22.12.2017, 20:27
@admiral_suzi

Keine Angst. Ich werde Sie in Ihrem Irrglauben lassen. Früher waren ja die Linken die Dialektiker. Heute haben Sie Angst davor und schmoren lieber im eigenen Saft.

Ein sicheres Zeichen von Verfall.

Merke: erst die Antithese macht den Fortschritt und bringt die Wahrheit ans Licht.

Und das gerade von Ihnen.

Ich zitiere Sie mal:

Gibt´s dafür eigentlich Beweise oder ist das eine ständig wiederholte Falschhauptung?

Kann mir nicht vorstellen, daß die in den letzten Jahren zunehmend weiblichen Jungingenieure weniger verdienen als die zur gleichen Zeit aus der Uni von der Firma übernommenen männlichen Jungingenieure. Das würde schon der Betriebsrat nicht mitmachen.

Die ständige Falschbehauptung ist wohl nur dann richtig, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, sprich nicht vergleichbare Tätigkeitsbereiche zugrundelegt.

Erst fragen Sie, ob überhaupt eine Falschbehauptung vorliegen könnte, dann behaupten Sie einfach ohne jeden Beweis, dem sei so. Irre.

P,S.: Kleiner Tipp von einem forensischen Linguistiker: Die suzi und Sie, die sollten nicht immer die gleichen grammatikalisch extrem auffälligen Fehler begehen. Sie wissen schon...

Schwupsdiwups ist man wieder im Hotel Hullujenhuone
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admiral_brommy am 22.12.2017, 21:56
Ich zitiere Sie mal:

>Gibt´s dafür eigentlich Beweise oder ist das eine ständig wiederholte Falschhauptung?

>Kann mir nicht vorstellen, daß die in den letzten Jahren zunehmend weiblichen Jungingenieure weniger verdienen als die zur gleichen Zeit aus der Uni von der Firma übernommenen männlichen Jungingenieure. Das würde schon der Betriebsrat nicht mitmachen.

>Die ständige Falschbehauptung ist wohl nur dann richtig, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, sprich nicht vergleichbare Tätigkeitsbereiche zugrundelegt.

Erst fragen Sie, ob überhaupt eine Falschbehauptung vorliegen könnte, dann behaupten Sie einfach ohne jeden Beweis, dem sei so. Irre.

Daß Sie nicht nur von Rhetorik keine Ahnung haben, wundert mich nicht. Schon mal was von einer rhetorischen Frage gehört? Das ist nichts Unanständiges und auch nichts Sittenwidriges sondern ein Stilmittel im Diskussion.

P,S.: Kleiner Tipp von einem forensischen Linguistiker: Die suzi und Sie, die sollten nicht immer die gleichen grammatikalisch extrem auffälligen Fehler begehen. Sie wissen schon...

Schwupsdiwups ist man wieder im Hotel Hullujenhuone

Das nimmt ja allmählich pathologische Ausmaße an. Bin gespannt, zu welchen Peinlichkeiten Sie Ihr Hirngespinst noch verleitet. Kleiner Tip zu Ihrem Besten: üben Sie sich mal in Selbstkritik bevor es ausufert.
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admiral_brommy am 22.12.2017, 22:04
Mal eine bescheidene Frage .... warum wird eigentlich in 83,4% aller Beiträge und ob es passt oder nicht mit rechts und links um sich geworfen? Werder hat zu defensiv gespielt - klar, die Grünen ... Werder hat auf rechts außen nichts gebracht - kein Wunder beim AfD-Auftreten ... ich fühle mich sowas von angekotzt von manchen Leuten hier, die sich dann noch beschweren, warum die Kommentarfunktion - also, nochmal in Buchstaben K o m m e n t a r f u n k t i o n - nicht zu einer Diskussion einlädt .. gründet einfach mal das "Werder & Bremen & ich habe eine Meinung & ich habe ein Mitteilungsbedürfnis & die SPD und die Grünen sind schuld am 5-3-2"-Forum ... Würg!!!!

Zur Beantwortung Ihrer Frage könnte helfen, wenn Sie mal das obige Interview lesen würden. Da geht´s nämlich u.a. um "linke Ultras" und "rechte Hooligans".

Ganz wissenschaftlich. Also nicht verzweifeln.
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suziwolf am 22.12.2017, 22:17
@admiral_suzi
P,S.: Kleiner Tipp von einem forensischen Linguistiker: Die suzi und Sie, die sollten nicht immer die gleichen grammatikalisch extrem auffälligen Fehler begehen. Sie wissen schon...

Schwupsdiwups ist man wieder im Hotel Hullujenhuone

Ein @panodrama ...
Ein Linguistiker wagt nicht einmal -auf deutsch- die Begriffe
"Klapsmühle" und "Irrenanstalt" für ,hotelli hullujenhuone'
niederzuschreiben, und er muss sich d-a-s nun noch von einer Finnischlehrerin sagen lassen. Oje !
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Steintor-Rocka am 22.12.2017, 22:37
Einen Experten der noch weiter Links steht konnte man wohl nicht auftreiben!!!
Hier werden Gewalttaten der Ultras seit Jahren, mit dem "das waren Nazis-Joker"verharmlost!
Zum einen entspricht es nicht der Wahrheit das alle Hooligans rechts sind(prozentual ist der Anteil mit Migrationhintergrund höher als politisch aktive),zum anderen erschließt sich für mich kein Grund dafür eine komplette Kneipe ohne Rücksicht zu zerstören!
Nur weil dort anders Denkende aufhalten ist für mich kein Grund!
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Schweinebraten am 22.12.2017, 23:05
Ein grundsätzlich informativer Artikel. Aber wie üblich beim Weser-Kurier wird die linke Gewalt wieder verharmlost. Ein Beispiel dafür ist die Überschrift: 'Experte zu Fußball-Krawallen im Viertel „Rolle des Aggressors wird linken Ultras zugeschoben“'

Die Aussage mit der Rolle des Aggressors ist im Interview aber ganz allgemein gehalten und nicht auf die Schlägerei bei der Schänke bezogen gewesen. Die Überschrift stellt es aber so dar, als sein es auch in diesem Fall so, dass versucht wird, den Ultras diese Rolle zuzuweisen, was dann ja wohl bedeuten müsste, dass sie in Wirklichkeit gar nicht die Angreifer waren. Das ist aber nach allen Berichten unzutreffend.
Wahr ist, dass die Linksextremen von den Ultras das Lokal vermummt und bewaffnet in Überzahl angegriffen haben, und der einzigen Grund dafür war der, dass sich dort Personen (friedlich) aufgehalten hatten, deren politische Meinung den Ultras nicht gefällt.

Es ist mir ziemlich unverständlich, warum die Ultras beim Weser-Kurier anscheinend immer auf eine gewisse Sympathie stoßen und dass es den Redakteuren so schwer fällt, sie als das zu bezeichnen, was sie (zumindest einige von ihnen) sind: gewaltbereite bzw. Gewalt anwendende Linksextreme. Linke Gewalt wird mit Vorliebe verschwiegen, relativiert und verharmlost.

Ich wünsche mir, dass politischer Extremismus generell geächtet wird, sowohl von links als auch von rechts.
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susanneundjens am 22.12.2017, 23:17
@marco: Ja, prima Vorschlag. Ihre Beschreibung trifft es. Sehen Sie ja hier. Ein sachliches Interview zu einem derzeit brisanten Thema. Der Experte erklärt vieles sehr ausführlich und klar und beschreibt Fakten. Und was passiert? Kommt irgendein Rechter daher und erzählt, dass die Beschreibung "sehr treffende Darstellung der Zusammenhänge" ein "Irrglaube" sei. Ist doch klar, dass so ein Blödsinn für andere dann keine Grundlage zur Diskussion ist. Man liest es und denkt, ok, reden lassen und in dem Irrglauben lassen, dass er Ahnung hat und recht hat, obwohl klar ist, dass es nur Provokation sein soll. Glücklicherweise ist das WK-Fussballforum noch ein Fussballforum, auch wenn es schon Versuche gab, es auf billige Art zu politisieren. Also regen Sie sich nicht zu sehr auf und versuchen es entsprechend einzuordnen.
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suziwolf am 23.12.2017, 09:40
Glücklicherweise ist das WK-Fussballforum noch ein Fussballforum, auch wenn es schon Versuche gab, es auf billige Art zu politisieren.
Also regen Sie sich nicht zu sehr auf und versuchen es entsprechend einzuordnen.

Im ,Fussballforum' tummeln sich Fachleute, Sportler, Journalisten, Meinungsverdreher, Analysten, Kritiker, Biertrinker, TV-Enthusiasten, Pyromanen, Raucher und Nichtraucher, Besserwisser und Provokanten, Über- und Untergewichtige, unwichtige und wichtige, linke und rechte und mittige Persönlichkeiten.


Eine bunte Mischung also, die [meist] besser Fussball spielen können, als die Millionenverdiener, die nur marginal auftreten.

"Life is life, la-la-la-la-la" ... der Ball ist, bleibt und wird immer rund bleiben.
Da hatte der "gute, alte Sepp" schon recht !
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admiral_brommy am 23.12.2017, 10:46
.....dass versucht wird, den Ultras diese Rolle zuzuweisen, was dann ja wohl bedeuten müsste, dass sie in Wirklichkeit gar nicht die Angreifer waren. Das ist aber nach allen Berichten unzutreffend.

Das hatte ich aufgrund der Berichterstattung auch geglaubt. Bis es dann in einem der letzten Oppel-Artikel hieß, die Hooligans hätten den Ultras angeblich "aufgelauert".

Spätestens dann wende ich mich vom Thema ab, weil offensichtlich keine objektive Berichterstattung möglich ist. Lasst Sie doch glauben was sie wollen. Thema "im eigenen Saft schmoren".

Das dicke Ende kommt immer zum Schluß.
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suziwolf am 23.12.2017, 11:17
[...]keine objektive Berichterstattung möglich ist. Lasst Sie doch glauben was sie wollen. Thema "im eigenen Saft schmoren".

Es kommt aber auch auf den Nachgeschmack an ... !

Das dicke Ende kommt immer zum Schluß.

Und damit wird der geneigte und gegeigte Leser mal wieder allein gelassen.
Dennoch, Guten Appetit und
,was kommt denn nun hinten raus' ?

Im Englischen ist's einfacher:
a "happy end" is a "happy end"
Fullstop !
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Bremen-Fan am 23.12.2017, 12:00
Ich wünsche allen Linken, Rechten (und Religiöse) Extremisten, den Hooligans, den Ultras usw. besinnliche Weihnachten. Kommen Sie zur Besinnung - das Leben kann schöner sein als Sie heute glauben: In der Extremen, der normalen, Mitte.
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admiral_brommy am 23.12.2017, 12:34
>Das dicke Ende kommt immer zum Schluß.

Und damit wird der geneigte und gegeigte Leser mal wieder allein gelassen.
Dennoch, Guten Appetit und
,was kommt denn nun hinten raus' ?

@suziwolf wollen Sie dem gepeinigten @panodrama unbedingt beweisen, daß wir nicht ein Schreiberling(e) sondern zwei Schreiberling(e) sind? Das glaubt der sowieso nicht, da zwischen uns beiden wohl linguistische Gemeinsamkeiten bestehen, von denen Sie und ich nicht die geringste Ahnung haben.

Frag mich, wie lange die Redaktion den Unfug noch mitmacht.
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kaihai am 23.12.2017, 13:15
Es wurden extra die Gesetze verschärft. Bildung einer kriminellen Vereinigung, zack fünf Jahre! Beim G20 kriegen welche vier Jahre für Plünderei. Was ist es denn sonst, wenn man als Gruppe los zieht und andere angreifen will und oder es auch tut. Sei es am Außenlager Brinkum, wo definitiv zwei der Werderultragruppen auf dem Weg mit Fahrzeugen waren und abgefangen wurden, sie hatten die typischen Utensilien dabei. Und die anderen Werderultragruppen waren im Steintor unterwegs, dazu die andere Seite, die sich immerhin schon aufgelöst hat, eben wegen diesem Gesetz. Würde die Politik, Justiz und Polizei da mal hart durchgreifen, wäre der Spuk schnell vorbei. Die Gesetze gibt es dafür.
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susanneundjens am 23.12.2017, 13:50
Werder, seine Fans, die Polizei und alle Nichtradikalen müssen achtsam bleiben. Der Auftritt der Neonazis im Stadion und die Drohungen dieser Leute gegen andere sowie die provozierte Schlägerei und die gleichzeitige Kommentar-Offensive von Rechten hier lässt unruhige Zeiten erahnen. Ob das Eine mit dem Anderen zusammenhängt ist natürlich nicht belegbar. Schlimm, dass das Aufkommen der von Rechtsradikalen durchsetzten AfD selbst vor so etwas Schönem wie dem Fussball nicht mehr halt macht. Insgesamt dürften wohl 90% aller Menschen diesen ganzen extremen religiösen, linken und rechten Fanatikern ein Never-come-back-Ticket zum Mars wünschen.
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admiral_brommy am 23.12.2017, 14:31
Werder, seine Fans, die Polizei und alle Nichtradikalen müssen achtsam bleiben. Der Auftritt der Neonazis im Stadion und die Drohungen dieser Leute gegen andere sowie die provozierte Schlägerei und die gleichzeitige Kommentar-Offensive von Rechten hier lässt unruhige Zeiten erahnen. Ob das Eine mit dem Anderen zusammenhängt ist natürlich nicht belegbar.

Ob nichts mit nichts zusammenhängt, ist doch völlig gleichgültig. Hauptsache Sie sehen sich von Unterwanderung bedroht. Gibt Ihnen so ein kitzliges Gefühl von Wichtigkeit. Darauf kommt´s doch schließlich an.

Schlimm, dass das Aufkommen der von Rechtsradikalen durchsetzten AfD selbst vor so etwas Schönem wie dem Fussball nicht mehr halt macht.

Dann sind Sie mit mir ja einer Meinung, daß Fußball unpolitisch sein muß und widersprechen dem Vereinssprecher, der die immerwährende Auseinandersetzung mit rechter Gesinnung oder was er dafür hält, im Stadion für geboten hält.

Aber das haben Sie wohl gar nicht verstanden, daß der sich damit gegen (!) den entpolitisierten Fußball ausgesprochen hatte.
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panorama am 23.12.2017, 20:48
@admiral_suzi

Aber das haben Sie wohl gar nicht verstanden, daß der sich damit gegen (!) den entpolitisierten Fußball ausgesprochen hatte.

Was soll denn Ihrer Meinung nach "entpolitisierter" Fußball sein?
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susanneundjens am 23.12.2017, 22:04
Oh, wieder mal provozieren und immer das letzte Wort haben und die Dinge verdrehen, die Werders Präsident zurecht gesagt hat.Dazu die erwartbare Verharmlosung rechter Gewalt. Schon vor mehreren Tagen haben Ihnen ja mehrere Werderfans ein paar Tipps gegeben. Da würde ich mich dran halten. Aber nochmal zum eigentlichen Thema: Danke an den WK für das Interview. Man bekommt einen guten Überblick. Die Fakten gefallen eben nicht jedem. Aus diesem Winkel geben die Verharmlosungen und Ablenkungen Sinn.
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admiral_brommy am 24.12.2017, 10:03
@suj, mein Last-Minute-Geschenktip für Sie: "Der Untertan". Lehrreicher DDR Film für Leute, die noch was dazulernen müssen. Dann haben Sie was Sinnvolles, um die fußballose Zeit zu überbrücken.
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suziwolf am 24.12.2017, 10:44
@suj, mein Last-Minute-Geschenktip für Sie: "Der Untertan". Lehrreicher DDR Film für Leute, die noch was dazulernen müssen. Dann haben Sie was Sinnvolles, um die fußballose Zeit zu überbrücken.

Das ist ja fast ... wie ein Knopfdruck für den Ideenmuskel ;-)
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susanneundjens am 26.12.2017, 22:00
Prima Tipp. Kauf ich mir gleich morgen. Was wäre das Forum nur ohne diese Leute, die sich in allem gut auskennen? Da bin ich echt dankbar, dass uns Unwissenden wieder und wieder die Welt erklärt wird, hihi.
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