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Rasenreport
04.04.2019
Friedl überzeugt als Rechtsverteidiger

Richtig gut auf der falschen Seite

© nordphoto


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Marco Friedl gab sich ganz locker. Er habe doch schon einmal Rechtsverteidiger gespielt, sagte der 21-Jährige nach dem 2:0-Pokalerfolg gegen Schalke, den er auf einer ungewohnten Position erlebt hatte. Was Friedl nicht sagte: Dieser eine Auftritt beim 2:2 in Mönchengladbach ist mehr als ein Jahr lang her und dauerte nur rund 30 Minuten. Es war also durchaus gewagt von Trainer Florian Kohfeldt, den Linksfuß, der ansonsten als Linksverteidiger oder linker Innenverteidiger agiert, auf die rechte Seite zu beordern. Der Schachzug ging aber auf: Friedl zeigte eine seiner besten Leistungen im Werder-Trikot. „Es war für mich natürlich die falsche Seite, aber ich habe versucht, mit einfachen Bällen ins Spiel zu kommen“, sagte die Leihgabe des FC Bayern.

Das gelang Friedl nach leichten Startschwierigkeiten. In der Anfangsphase stand er einmal auf der rechten Seite und ruderte wild mit den Armen. Zum wiederholten Male hatte ihn ein Teamkollege nicht angespielt, obwohl er ganz frei war. Das Vertrauen in den Rechtsverteidiger Friedl musste also bei den Mitspielern erst wachsen. Der Youngster verdiente es sich in der Folge mit zwei guten Klärungsaktionen in der Defensive und wurde dann auch in der Offensive mutiger. Einen Weitschuss Friedls hätte Schalke-Torwart Alexander Nübel beinahe durchrutschen lassen (25.).

Wiederholung in Gladbach möglich

Spielentscheidend war Friedls Ballgewinn in der 65. Minute, als er einen Pass von Schalkes Bastian Oczipka erlief und dann Milot Rashica einsetzte, der das 1:0 erzielte. Diese Szene dürfte Kohfeldt unter anderem gemeint haben, als er später betonte: „Es bringt auch einen Vorteil mit, wenn dort ein Linksfuß spielt. Der kann dann nach innen ziehen.“

Auch wenn Friedl gegen Schalke einer der besten Bremer war, besteht aber kein Zweifel: Sein Einsatz auf der rechten Seite war eher der Personalnot geschuldet. „Wir haben nicht die Geburtsstunde des neuen Rechtsverteidigers Marco Friedl erlebt“, sagte Kohfeldt und lachte. Friedl wurde gebraucht, weil Werders Dauerbrenner erstmals nicht zur Verfügung stand. Theodor Gebre Selassie, zuvor in allen Pflichtspielen dabei, musste kurzfristig passen, weil er beim 3:1-Sieg über Mainz einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hatte. „Die Stabilität war nicht da, und die ist für Theos Spiel sehr wichtig“, schilderte Kohfeldt.

Ursprünglich hatte Werder für solch einen Fall Felix Beijmo verpflichtet. Der Schwede sollte Gebre Selassie als Rechtsverteidiger Konkurrenz machen, doch trotz dessen Ausfall stand er gegen Schalke nicht einmal im Kader. Er habe sich wegen der „mentalen Seite“ für Friedl entschieden, erklärte Kohfeldt. „Das Leverkusen-Spiel war entscheidend.“ Da hatte Friedl als Innenverteidiger eine überzeugende Leistung geboten. Am Sonntag in Mönchengladbach könnte er allerdings wieder als Rechtsverteidiger gebraucht werden. Ob Gebre Selassie rechtzeitig fit wird, ist noch offen. Friedl sagte dazu nur: „Natürlich will ich spielen.“ Die Aussicht auf Spielpraxis ist übrigens auch für seine Zukunft entscheidend. Der Leihvertrag mit den Bayern läuft am Saisonende aus, Werder würde Friedl gerne behalten. „Dort, wo ich am meisten spiele, werde ich hinwechseln“, sagte Friedl. „Wenn es Bremen ist, freut es mich sehr. Schauen wir einfach, wie es wird.“

Wer war euer „Man of the Match“ gegen Mainz?

WERDER2016 am 04.04.2019, 23:04
Schade, dass man für Bejmo soviel investiert hat. Ich könnte mir vorstellen, dass er zu einem Transferflop wird.
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