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Life und Style
31.07.2018
Die neuen Werder-Trikots im Style-Check

Reif fürs internationale Geschäft

© nordphoto


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Glaubt man den Kommentaren auf Facebook, Twitter und Co., dann könnte das neue Pizarro-Trikot mit der Nummer 4 den Trikotabsatz bei Werder nochmal ordentlich ankurbeln. Auch wenn Pizarro vermutlich nicht die Absatzzahlen von Cristiano Ronaldo bei Juventus Turin schlagen wird, haben wir seine offizielle Vorstellung zum Anlass genommen, das neue Werder-Trikot noch einmal einem gründlichen Style-Check zu unterziehen.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. So stoßen auch die Designs der neuen Werder-Trikots sowohl auf Befürworter als auch auf Kritiker unter den Werder-Fans. Aber wie sieht das eigentlich ein Modeexperte? Zusammen mit Atli Hatami haben wir die neuen Trikots einem Style-Check unterzogen. Atli Hatami ist 37 Jahre alt und gelernter Einzelhandelskaufmann. Seit über 17 Jahren beschäftigt er sich mit Mode und hat schon den einen oder anderen Trend kommen und gehen sehen.

Werder-Profis als Kunden

2015 hat er sein eigenes Label „Fame Couture“ gegründet: Ob Ailton, Torsten Frings, Tim Wiese, Marko Arnautovic oder Max Kruse – sie alle tragen die Mode seines Labels. Und Kruse schaut auch hin und wieder mal zusammen mit Michael Zetterer in Hatamis 2017 eröffneten Store „BTQE OMEN“ in der Knochenhauerstraße vorbei.

Hatami hat die drei verschiedenen Trikots (Heim, Auswärts und Event) für Mein Werder hinsichtlich Farbe, besonderer Stilelemente, Passform und Kombinationsmöglichkeiten im Alltag bewertet. Auch hat er geprüft, ob das Werder-Trikot einem Vergleich mit Trikots anderer Bundesligisten standhalten kann. So viel sei bereits vorab gesagt: Und wie es das kann!

Die Farbe

Was die Farbe betrifft, liegt Werders Heimtrikot bei Hatami weit vorne. „Es ist zwar schlicht gehalten, aber die Kombination mit grün und weiß passt einfach am besten zu Werder.“ Hier benötige man nicht viel Schnickschnack, die Identifikation mit Werder sei bei dieser Kombination einfach am größten. Bei dem Heim- und Auswärtstrikot gefällt dem Experten außerdem, dass die Sponsorenlogos nicht in Originalfarbe dargestellt werden, sondern sich den Trikotfarben anpassen. Das Rot im Wiesenhof-Logo stelle einen Bruch in der Gesamtoptik dar und lenke mehr vom Trikot ab, wie es nach wie vor bei dem Eventtrikot der Fall ist. Die farblichen Absetzungen am Kragen findet er bei allen drei Trikots sehr gelungen.

Die Stilelemente

Der etwas höher stehende Kragen sei ein schönes Stilelement, welches dem Trikot mehr Form, Individualität und Wiedererkennungswert verleihe. Ein weiteres Stilelement, das Hatami vor allem beim Heimtrikot überzeugt, ist der abgesetzte Saum an den Ärmel, auf dem mehrfach das Umbro-Logo prangt. „Eine tolle Möglichkeit als Sponsor, sein Logo nochmal zu platzieren, ohne dass es zu überladen wirkt.“ Während das Heimtrikot kein gesondertes Muster hat und das Auswärtstrikot nur dezente Streifen, ziert das Eventtrikot ein auslaufendes Rautenmuster im Hintergrund, ausgehend von der Werder-Raute. Für ein Eventtrikot findet Hatami dieses Detail sehr schön, bei dem Heimtrikot ist er froh, dass hier mehr auf Schlichtheit gesetzt wurde.

Die Passform

Noch hat der Designer das Trikot nicht in natura an den Spielern gesehen, dafür hat er sich Bilder vom Blitzturnier in Bremerhaven angeschaut, bei dem das Trikot zum ersten Mal zum Einsatz kam. „Am Oberkörper liegt das Trikot schön eng an, unten wird es etwas lockerer, damit man sich noch gut sportlich bewegen kann. Es sieht aber trotzdem schick aus“, lautet sein erstes Fazit. Einen weiteren positiven Effekt auf die Passform habe außerdem die Schulterpartie (vor allem beim Heimtrikot). Die länglich herunterführenden, weißen Schulterteile sorgen dafür, dass keine Naht direkt auf der Schulter liegt, dadurch werde das Trikot geschmeidiger am Körper.

Die Alltagstauglichkeit

Für die Kombinationsmöglichkeiten im Alltag hat Atli Hatami einen klaren Favoriten: Das Auswärtstrikot. „Dieses Trikot ist am dezentesten, man kann es gut mit einer blauen Jeans oder einer schwarzen Hose kombinieren.“ Das Auswärtstrikot sehe geschickt kombiniert nicht unbedingt sofort aus wie ein Fußballtrikot. Die gedeckteren Farben geben zudem mehr Kombinationsmöglichkeiten als das satte Grün des Heimtrikots oder das Weiß mit dem roten Sponsoren-Logo des Eventtrikots.

Der Vergleich

Getreu Werders Motto für diese Saison „we dare“, frei nach Frank Baumann übersetzt „wagen und winnen“, hält für den Trikot-Vergleich in der Bundesliga auch nicht der Tabellenkeller, sondern die Tabellenspitze her. Verglichen mit den neuen Heimtrikots von Hoffenheim, Dortmund, Bayern und Frankfurt sieht der Experte Werder auf jeden Fall an der Tabellenspitze. Das Hoffenheim-Trikot dagegen ist gleich durchgefallen, „zu schlicht“ und „zu langweilig“ lautet das Urteil.

Gegenüber dem Bayern-Trikot bevorzugt Hatami das Werder-Trikot mit seinem Rundhalsausschnitt. Der V-Ausschnitt sagt ihm nicht zu. Ebenso wie der schwarze Saum an den Ärmeln des Bayern-Trikots. Der Übergang sei zu hart, gar kein Vergleich zu der eleganten Lösung mit dem weißen Saum und den eingelassenen Umbro-Logos beim Werder-Trikot.

Beim Dortmund-Trikot ist es vor allem der Schnitt, der Hatami nicht gefällt: „Es ist sehr eng an der Taille, das könnte die Bewegungsfreiheit einschränken.“ Das Frankfurt-Trikot kommt bei ihm schon besser an. Es sei schlicht, aber gleichzeitig elegant, die unterbrochenen Längsstreifen im Hintergrund bringen zudem eine gewisse Dynamik mit. Trotzdem fehle auch hier die Raffinesse. Durch die Saum-Elemente am Ärmel, die länglichen, weißen Schulterpartien sowie den farblich abgesetzten Kragen liegt das Werder-Trikot vor den anderen für Hatami.

Das Fazit

Vor allem das Heimtrikot von Werder schneidet im Mein-Werder-Style-Check sehr gut ab. Aber wie der Modeexperte verdeutlicht hat, können sich auch Auswärts- und Eventtrikot sehen lassen. Und auch die große, internationale Bühne braucht Werder mit diesen neuen Trikots schon mal nicht zu fürchten. Beste Voraussetzungen also für die neue Saison. Aber am wichtigsten ist doch – und das macht Atli Hatami am Ende nochmal deutlich: „Nicht das Trikot zählt, sondern das, was drin steckt.“ Und da freut er sich in der neuen Saison vor allem auf das Duo Kruse und Harnik.

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