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01.04.2019
Innensenator und Werder-Präsident im Streit

Polizeikosten statt Kruse-Vertrag?

© dpa


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Auch der Sieg gegen Mainz hat die Niederlage vor Gericht nicht vergessen lassen. Am Sonnabendabend, Werder war gerade durch das 3:1 gegen Mainz auf Platz sechs der Tabelle geklettert, gab Hubertus Hess-Grunewald in den Katakomben des Weserstadions dem NDR ein Interview. Es ging dabei um das Urteil zur Beteiligung der Klubs an Sicherheitskosten, dass das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vergangenen Freitag verkündet hat. Das Land Bremen darf der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Kosten für zusätzliche Polizeikräfte bei Hochrisikospielen von Werder Bremen in Rechnung stellen.

Das Interview war Teil eines Beitrags des „Sportclubs“, und Werders Präsident skizzierte mit seinen Worten, welche unmittelbaren Folgen die Übernahme der Gebühren für Polizeikosten bei Hochrisikospielen für Werder seiner Ansicht nach haben kann. „Man kann über sehr unpopuläre Dinge nachdenken“, sagte Hess-Grunewald. „Oder man muss sehen, ob man vielleicht mit Max Kruse nicht mehr verlängert, damit wir diese Kosten bezahlen können.“

Der Vertrag von Kruse läuft am Saisonende aus, mit geschätzten 3,5 Millionen Euro pro Jahr gehört er zu den Profis des Kaders mit dem höchsten Gehalt. Werder will Kruse, seit Saisonbeginn Kapitän und zweifelsfrei eine der Säulen des Bremer Systems, nach Möglichkeit halten. Das Gehalt, dass die Bremer künftig zu zahlen bereit wären, dürfte in etwa der aktuellen Summe entsprechen. Billig ist Kruse also nicht. Die Gespräche zwischen Kruses Management und Sportchef Frank Baumann laufen bereits.

Mäurer: „Bereit, Werder zu unterstützen“

Nun aber könnten sie laut Hess-Grunewald ins Stocken geraten, da Werder die Last der zusätzlichen Polizeikosten zu tragen hat. Das Szenario, das der Präsident entwirft, lautet etwas verknappt: Polizeikosten statt eines neuen Vertrags für Kruse. Ein populistisches Bild, das Werder öffentlich in die Opferrolle rückt.

Innensenator Ulrich Mäurer bezweifelt einen Zusammenhang zwischen dem Urteil von Leipzig und einer Vertragsverlängerung mit Kruse. Dem WESER-KURIER sagt Mäurer: „Diese Äußerung ist wirklich mehr als befremdlich. Ja, die DFL hat das Verfahren in Leipzig krachend verloren. Werder Bremen ist nun aber nicht verpflichtet, anstelle der DFL die Kosten zu übernehmen. Ich erwarte, dass der Präsident von Werder Bremen die Interessen des Clubs vertritt und sich gegen die DFL wehrt. Dabei bin ich gerne bereit, Werder Bremen zu unterstützen.“

Sieben Mal hat das Land Bremen seit 2015 bereits Gebührenentscheide an die DFL geschickt, da bei sieben Hochrisikospielen erhebliche Mehrkosten aufgelaufen sind. Es geht um Spiele gegen den HSV, Hannover, Frankfurt und Gladbach. Die dafür anfallende Summe hat sich auf über zwei Millionen Euro addiert. Zahlen soll laut Urteil die Deutsche Fußball-Liga. Die hat aber sehr früh angekündigt, im Falle einer gerichtlichen Niederlage die Kosten an Werder weiter zu reichen.

Gegenüber dem WESER-KURIER präzisierte Hess-Grunewald seine Äußerung und erläutert, welche Folgen das Urteil für Werder haben kann. „Meine Aussagen sind keinesfalls eine populistische Reaktion auf die Urteilsbegründung der Leipziger Richter. Ich will sehr deutlich machen, dass hier einerseits Forderungen in Millionenhöhe im Raum stehen, andererseits die Ankündigung der DFL, solche Rechnungen an Werder Bremen weiterzuleiten. Das würde einen relevanten Wettbewerbsnachteil mit sich bringen. Darauf habe ich mit einer zugegeben zugespitzten Formulierung aufmerksam gemacht."

Hess-Grunewald rudert zurück

Die finanzielle Last dürfte bei Werder landen, was selbstverständlich nicht ohne Konsequenzen bliebe. Ob diese derart dramatisch wären, wie Hess-Grunewald in Aussicht stellt, darf angezweifelt werden. Werder hat bereits im Vorfeld des Urteils reagiert und vom Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahrs eine Million Euro genutzt, um eine Rückstellung zu bilden. Knapp die Hälfte der Summe, die in Rechnung gestellt wird, liegt also bereit.

Klar ist aber auch, dass in jeder Spielzeit weitere Gebührenbescheide anfallen, also stetig neue Kosten entstehen. „Wir stehen vor der Aufgabe eine Lösung dafür zu finden, wie wir diesen Wettbewerbsnachteil vermeiden können. Wir werden Lösungsansätze in alle Richtungen suchen. Dabei werden wir einen kühlen Kopf bewahren„, sagt Hess-Grunewald dem WESER-KURIER, nun offenbar bemüht, eine weitere Eskalation zu vermeiden. „Alle tun gut daran, erst mal zu schauen, welche Situation sich in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt, welche Reaktionen der Richterspruch politisch und gesellschaftlich und bei der DFL hervorruft.“

In dem Interview mit dem NDR hatte Hess-Grunewald auch damit kokettiert, das soziale Engagement Werders zurückzufahren, um Geld für die zusätzlichen Polizeikosten zu sparen. Das ist aber kein Plan, den der Klub ernsthaft in Erwägung zieht: „Natürlich werden wir unser soziales Engagement niemals im Grundsatz in Frage stellen.“ Und, das wird die Anhänger Werders, die auf eine Vertragsverlängerung mit Kruse hoffen, beruhigen, auf die Zusammenstellung des Kaders werden die Gebühren der Polizeikosten wohl keinen Einfluss haben. „Natürlich ist es unser ureigenes Interesse einen starken Kader zusammenzustellen", sagt Hess-Grunewald.

TripleU am 01.04.2019, 16:18
Diese Art von Kommentierung hätte ich von Dr. Hess-Grunewald nicht erwartet. Ich bin entsetzt!
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Luckybox am 01.04.2019, 19:19
Ich aber. HHG blamiert sich doch immer wenn er den Mund aufmacht. Am besten sollte er sich zu politischen und juristischen Themen gar nicht mehr äußern.
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Boskop am 01.04.2019, 16:45
Und nun versucht Herr Dr. Hess-Grunewald zurückzurudern. Aber die Worte sind in der Welt und da kann er noch so relativieren: Er hat sich auf das Niveau des allerbilligsten Populismus begeben. "Zugespitzt" nennt er das. Nein, das war keine Zuspitzung. Populistische Aussagen zeichnen sich dadurch aus, daß sie primär an die Gefühle der Menschen appellieren. Hier also die Angst den besten Spieler zu verlieren und die implizite Drohung dann eben kein Geld mehr für soziale Projekte zu haben. Das Urteil ist gesprochen und wird nicht zurück genommen, HHG gewinnt nichts sondern stellt den Verein als schlechten Verlierer ins Rampenlicht.
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Greenkeeper10 am 01.04.2019, 16:47
Warum soll das Versagen der Vereine gegen die Vollpfosten der Steuerzahler zahlen eine kleine Maßnahme keine Karten für Auswärtfans bei Problemspiele Krawallmacher voll in Regress nehmen Die Vereine reden aber Handeln nicht somit muss der Kostengang her damit hier was geschieht wenn an den Geldbeutel geht bewegt sich vielleicht was
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alterwaller am 01.04.2019, 17:21
So einfach ist es nun mal nicht. Nehmen wir mal Spiele gegen den HSV. Die bringen zu 98 % "normale" Fans mit Sagen wir mal 8000. Dazu kommen dann 200 bis 400 Krawallbrüder und Kriminelle denen es gar nicht um das Spiel geht. Ein Grossteil davon reist ohne Eintrittskarte an. Gerne auch zu anderen Spielen. Nur um Krawall zu machen. Auch gut zu verfolgen bei Spielen zwischen Schalke und Dortmund. Was soll ein Verein dagegen machen ? Selbst wenn man da eingreifen wollte z.B. offensichtlich auf Krawall gebürstete festzusetzen, fehlt dazu die rechtliche Handhabe. Machen Sie doch mal einen vernünftigen Vorschlag wie der Verein, in diesem Fall Werder da agieren soll. Übrigens: Wenn die Bremer Fraktion der Krawalllmacher Stadionverbot bekäme träfe man sich eben in der Stadt, am Bahnhof oder sonstwo. Da, wo der Verein rechtlich aussen vor ist.
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oldkarzwortel am 02.04.2019, 09:47
Was soll ein Verein dagegen machen ?

Stehplätzen weg
Risikospiele = Auswärtskartenkontingent weg
Einlasskontrollen des Personalausweises bei Fangruppen in Verbindung mit schwarzer Liste
Ermittlung von Regelverstößen im Stadion durch Videobeweis (und ab in die schwarze Liste)
usw.

Für mich gehört noch die Einhaltung der Regel im Fussball dazu, die werden nämlich zunehmend durch die DFB Linie der Schiedsrichter aufgeweicht und zwar um das Spektakels willen. Mit fairem Sport hat das teilweise nur noch wenig zu tun.
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Greenkeeper10 am 02.04.2019, 10:25
Gleich bei Abfahrt aussortieren totales Alkohlverbot bei Problem Spielen
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alterwaller am 02.04.2019, 11:08
@oldkarzwortel

Stehplätze weg ? Das wird nicht kommen. Wie schon am Sonntag im TV (Sport1 oder Sky ?) gesagt hätten wir dann bald "englische Verhältnisse". Oder wie gerne auch mal in München. So ruhig das man im TV hört wenn jemand auf Platz x, Reihe y pupst oder sich laut unterhält. Nicht gerade erstrebenswert. Streichung des Auswärtskontingents ? Welcher Verein wird freiwillig auf die Unterstützung seiner fans beim Auswärtsspiel zustimmen ? Es wird schon heute versucht Randale- Brüder per Video dingfest zu machen. Also, alles nicht so einfach .

@Greenkeeper10

Aha ! Wer soll wen wann z. B. in HH aussortieren wenn sich hunderte per Bahn auf den Weg nach Bremen machen ? Und auf der Autobahn werden Kontrollpunkte errichtet ? Da werden auch schon heute z. B. "Verdächtige Busse" mit Fans raus gezogen und die "Fans" gegebenenfalls festgesetzt bzw. zurück geschickt. Und !!! Alkoholverbot im Stadion allein löst nicht das Problem. Oder dürfen dann die Kioske, Supermärkte ect. auf dem Weg zum Stadion keinen Alkohol mehr verkaufen ?

Und die Generalfrage bleibt dann. Wer bezahlt die ganzen Massnahmen und nötigen Kontrollen ?
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alanya_fuchs am 02.04.2019, 11:59
@oldkarzwortel
Sie haben die Kostenrechnungen nicht verstanden. Es geht ausschließlich um Polizeikosten außerhalb des Stadions. Es geht nur um die zusätzlichen Polizeikosten und die fallen auf dem Weg zum Stadion an.
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oldkarzwortel am 02.04.2019, 17:22
Sie irren, es geht um die präventive Vermeidung von Straftaten bei der Anreise. Der richtige Weg für eine Lösung des Problems ist ein Zusammenspiel von Liga und Polizei. Diese Forderungen sind auch nicht neu. Diese Chaoten würden ohne Karten irgendwann nicht mehr anreisen und könnten eine eigene Sportart gründen mit Mannschaften die sich dann im Wald treffen und auf die Nuss hauen.
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vigot am 02.04.2019, 08:50
Wie wäre es mal mit Zeichensetzung? Ist ja schrecklich!
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olaf63 am 01.04.2019, 18:04
Wo bitte schön ist denn Ihr Versprechen Werder Bremen ist nicht vom Polizeikostenstreit betroffen Herr Mäurer!Werder Bremen wird bestimmt nicht die DFl verklagen eher werden sie es selbst bezahlen und stand heute nur Werder Bremen alle anderen Länder machen nicht mit! Warum soll Werder bezahlen für Krawallbrüder die nach Bremen kommen ohne Eintrittskarten vom Fussball kein Interesse nur mit dem Ziel zu randalieren!Warum Herr Mäurer!Wir als Werder Fans wollen ein tolles Fussballspiel sehen und wieder gesund nach Hause kommen und dafür sind Sie verantwortlich und das Land die Typen da hin zu schicken wo sie hergekommen sind!
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lamento am 01.04.2019, 18:08
Was bitteschön soll denn diese Luftnummer von Herrn Mäurer?
Das die DFL die Kosten an Werder Bremen weiterleiten wird, ist doch als deren Absichtserklärung hinlänglich bekannt. Das Herrn Mäurer das nun ganz neu ist und er Werder im Kampf gegen die DFL unterstützen will, Wahlkampf, und als solcher leicht durchschaubar.
Die Bundesländer sind schon uneins bei der Bewertung, wollen mehrheitlich keine Kostenrechnungen verschicken, einen (von Mäurer) angedachten, ebenso blödsinnigen Fond (da würde wohl kein anderer Verein mitmachen) wird es nicht geben, ergo gehen alle an die DFL gestellten Rechnungen an Werder als Verein, der diese Spiele ausrichtet.
Werder ist Mitglied der DFL und muss sich mit 35 anderen Vereinen abstimmen. Was zusätzliche finanzielle Belastungen angeht, werden diese 35 Vereine Werder wohl im Regen stehen lassen (Prognose)
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am 01.04.2019, 18:44
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
holger_sell am 01.04.2019, 18:45
Normalerweise wird doch in diesem Forum jede Aussage aus der Politik in Frage gestellt, aber die Meldungen bestimmter Bundesländer, das Urteil nicht umzusetzen, wird unverzüglich als Fakt angesehen.
Es ist doch noch nichts entschieden, schon garnicht, dass Werder überhaupt zahlungspflichtig ist.
Werder sollte sich nicht dem Diktat der DFL freiwillig ergeben. Diese hat doch ohne die Vereine garkeine Daseinsberechtigung.
Herr Mäurer hat jedenfalls alles richtig gemacht.
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alanya_fuchs am 01.04.2019, 19:04
holger_sell am 01.04.2019, 18:45
... die Meldungen bestimmter Bundesländer, das Urteil nicht umzusetzen, wird unverzüglich als Fakt angesehen.


Fakt allein schon deswegen, weil es in keinem anderen Bundesland die gesetzliche Voraussetzung gibt, diese Gebühr überhaupt erheben zu können.

Mäurers Begründung für diese Gesetzgebung war damals:
Zitat:
"Angesichts unserer Haushaltslage müssen aber Veranstalter, die durch eine staatliche Leistung einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen, im Interesse aller Steuerzahler dafür eine angemessene Gebühr entrichten. Dies gilt umso mehr, als dass die Polizei einen großen Berg von Überstunden vor sich herschiebt."

Daran sieht man schon, dass sich dieses Gesetz nicht auf den Fußball beschränkt.
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holger_sell am 01.04.2019, 19:51
Glauben Sie nicht, dass die anderen Bundesländer die entsprechenden Gesetze ganz schnell schaffen werden?
Wer verzichtet schon freiwillig auf sein Recht und der Steuerzahlerbund wird nachhelfen.
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alanya_fuchs am 01.04.2019, 20:20
Nein, das glaube ich nicht, zumal sich die Innenminister von Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg sich klar dazu geäussert haben, dass das Gewaltmonopol beim Staat/Länder liegt und diese auch die Kosten zu tragen haben. Der Artikel ist mir leider abhanden gekommen.

Der Bund der Steuerzahler Deutschland e. V. (BdSt) ist ein eingetragener Verein, überschätzen den nicht und haben Sie keine hohen Erwartungen. Das ein namhafter Autohersteller zumindest bis vor wenigen Jahren kaum Steuern gezahlt hat, hat die nicht gestört. Schliesslich standen deren Autos in der heimischen Garage.

Dieses Urteil war nun vom Bundesverwaltungsgericht, mich würde interessieren, was das Bundesverfassungsgericht dazu sagt.
Vielleicht geht die DFL diesen letzten Weg noch.
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Netzorath am 01.04.2019, 22:38
Glauben heißt nicht wissen. Die anderen Länder werden nicht nur vom Bund der Steuerzahler, dessen Einfluss Sie nicht unterschätzen sollten, sondern vom Landesrechnungshof dazu "bewogen" werden aufgrund der jetzt eindeutigen Rechtslage. Der Vergleich mit dem Autohersteller passt aus vielen Gründen nicht. Und die überwältigende Zustimmung der Bürger, sprich Wähler, zu dem, was Bremen in Leipzig erreicht hat, wird sein Übriges leisten.
Sicherheit der Bürger ist Sache des Staates, das ist richtig. Aber jeder Grundsatz hat seine Grenzen, und die sind hier überschritten. Es geht nicht um Bürgerwehren und Ähnliches, sondern um überbordende Kosten für mitunter 1.000 Polizisten aus allen möglichen Ländern aufgrund dieser Massenveranstaltungen, an denen eine Seite verdienen will, die andere aber die Kosten tragen soll. So einfach ist das nicht.
Im Übrigen: Wieso ist es denn in anderen Ländern auch schon lange üblich, sind wir in Deutschland wieder mal diejenigen, die es besser wissen?

Die Beiträge von holger-sell finden meine volle Zustimmung.
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alanya_fuchs am 01.04.2019, 22:57
Die Aufgaben der
Landesrechnungshöfe sind Prüfen – Berichten – Beraten. Diese haben überhaupt kein Initiativrecht und sind nicht dazu da, Druck auszuüben.

Wie andere Staaten ihre Gebührenordnung handhaben und wie deren Berechtigung ist, kann ich nicht sagen.
Für mich wäre eine Überprüfung beim Bundesverfassungsgericht sinnvoll.
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Netzorath am 02.04.2019, 12:10
Leute mit Halbwissen, die meinen, sie wüssten genau Bescheid, können ein Kreuz sein. Natürlich hat ein Rechnungshof Möglichkeiten, gegenüber einer Landesregierung Druck auszuüben, die sich nicht rechtlich eindeutig geklärte Einnahmequellen von potenten Wirtschaftspartnern erschließt. Da wird sich in den nächsten Jahren einiges ändern, das zu prophezeien ist nun wirklich nicht schwer.
Aber wenn jemand wie alanya-fuchs meint, es müsse nun das BVerfG angerufen werden, sollte die DFL das unbedingt tun. Eine Entscheidung wird dann 2025 bestimmt vorliegen. Es wird sich dann herausstellen, dass das eine höchste Bundesgericht kompetent alles unternommen hat, um vom anderen höchsten Bundesgericht nicht aufgehoben zu werden. Und dann kommt noch der Europäische Gerichtshof in Betracht, auf nach Brüssel, Entscheidung dann eventuell bis 2030. Der Glaube an die Gerichte ist unerschöpflich.
Da ist der Vorschlag des Bremer Senators Mäurer deutlich kompetenter, die Beteiligten mögen sich zusammensetzen, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Das Leben geht nämlich weiter, und die Dinge bedürfen der Regelung; denn: "Klar ist aber auch, dass in jeder Spielzeit weitere Gebührenbescheide anfallen, also stetig neue Kosten entstehen." Und was der Werderpräsident dazu sagt, ist jetzt auch sehr gescheit.
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alanya_fuchs am 02.04.2019, 12:33
Netzorath am 02.04.2019, 12:10
Leute mit Halbwissen, die meinen, sie wüssten genau Bescheid, können ein Kreuz sein.

Schreiben Sie lieber nicht zuviel von sich.
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oldkarzwortel am 02.04.2019, 18:22
Das Bundesverwaltungsgericht ist die letzte Instanz da ein solcher Verwaltungsakt nicht gegen die Verfassung verstößt und dann auch nicht in Verwaltungsgerichten verhandelt werden dürfte.

Die Gründe sind eindeutig, der Innensenator von Bremen ist die Instanz, die eine solche Sportverantstaltung genehmigen muss und ist auch verantwortlich für die öffentliche Ordnung um diese Verantstaltung herum. Kann er die Ordnung nicht gewährleisten, kann er die Veranstaltung verbieten. Verkauft nun ein Veranstallter immer wieder einschlägig bekannten Straftätern Karten und die Kosten für eine Sicherung der öffentlichen Ordnung übersteigt das normale Mass, dann sollte er zuerst die Verantstaltung verbieten.

Wie das nun bei Spielen von Werder genau abgeläuft und welche Forderungen der Innensenator an Werder hat um die Veranstaltung nicht verbieten zu müssen, entzieht sich unserer Kenntnis. Ganz reibungslos ist das sicher nicht gellaufen.
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alanya_fuchs am 02.04.2019, 20:21
Eigentlich hasse ich diese Rechthaberei. Schliesslich habe ich nur die Aussagen eines Rechtsanwalts verwendet. Warum bin ich davon mehr überzeugt als von Ihrem Kommentar? Meine Kommentare sind in der Regel gründlich recherchiert, was nicht ausschließt, dass auch mir Fehler unterlaufen können.
Soviel zum "Halbwissen", aber das kam nicht von Ihnen.

DFL-Präsident und Rechtsanwalt Reinhard Rauball sagte nach dem Leipziger Urteil, er werde zunächst das Bremer Verfahren abwarten und dann mit den Vereinen das weitere Vorgehen beraten. Erst dann will die DFL auch entscheiden, ob sie gegen die Urteile noch das Bundesverfassungsgericht anruft.
Aussage in der taz
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muttimulle am 03.04.2019, 19:28
"Eigentlich hasse ich diese Rechthaberei." HaHa, der war gut.
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Boskop am 01.04.2019, 19:22
"Normalerweise wird doch in diesem Forum jede Aussage aus der Politik in Frage gestellt, aber die Meldungen bestimmter Bundesländer, das Urteil nicht umzusetzen, wird unverzüglich als Fakt angesehen."

Manche Leute tun so, als wären alle Bundesbürger Fußballfans. Dem ist nicht so. Bei weitem nicht. Und schon allein deswegen wird es genug Stimmen geben, allen voran der Bund der Steuerzahler, die dafür sorgen werden, daß alle Bundesländer umkippen bzw. sich einem Kompromiss anschließen.
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adagiobarber am 01.04.2019, 19:07
so geht es natürlich auch ...

werder bremen versus dfl ... dfl versus werder bremen ... pingpong bis der ball dem innensenator auf die füße fällt.

doch so funktioniert es nicht.
einnahme- und gewinnbegünstigte sind die dfl und die vereine.
der steuerzahler soll es richten, die bundesbahn ihre schäden selber zahlen, der polizeieinsatz von der öffentlichen hand aufgefangen ... von wegen.

die dfl ist gut beraten sich 'mit kühlem kopf' mit allen vereinen an einen runden tisch zu setzen.
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Bremen-Fan am 01.04.2019, 22:02
Wer die Gewalt und Randale beim Fußball bezahlt, ist mir egal.

Ich sehe die kleinen, die wahren Fans, die ihre Idole bejubeln wollen. Zurecht und richtig so.

Die kleinen, die wahren Fans, wollen keine Randale - egal, wer die „bezahlt“.
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klube am 02.04.2019, 00:39
„Meine Aussagen sind keinesfalls eine populistische Reaktion" sagt Hess-Grunewald. Falsch!

Diese Aussagen waren eindeutig eine populistische Reaktion! Er könnte das jetzt eingestehen und zugeben dass er da einfach über das Ziel hinausgeschossen ist. Dann könnte man die ganze Sache auch ganz schnell zu den Akten legen, jeder kann mal verbal daneben liegen. Ist alles nicht so schlimm wenn man sich hinterher korrigiert.

Aber solange er seinen Populismus bestreitet und nur halbherzig zurückrudert bleibt auch die Kritik an seinen Äußerungen!
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Mkuntze16 am 02.04.2019, 05:01
Es ist ein gesellschaftliches Problem mit Gewalt wo die Leute die Platform fußball nutzen um sich die fresse gegenseitig einzuschlagen da ist der Staat in Verantwortung und nicht die Vereine. Meinet wegen sollen sie in im Niemandsland bei Bauer Meier Schulze sich ein akker mieten und sich die Köpfe einschlagen solange sie es sauber verlassen und die Arzt Rechnungen selber bezahlen.
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Mkuntze16 am 02.04.2019, 05:09
Es ist ein gesellschaftliches Problem mit Gewalt wo die Leute die Platform fußball nutzen um sich die fresse gegenseitig einzuschlagen da ist der Staat in Verantwortung und nicht die Vereine. Meinet wegen sollen sie in im Niemandsland bei Bauer Meier Schulze sich ein akker mieten und sich die Köpfe einschlagen solange sie es sauber verlassen und die Arzt Rechnungen selber bezahlen.
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vpcn am 02.04.2019, 08:07
Im Grunde sehe ich das genauso wie Sie, aber dennoch klappt es in der Realität nicht. Angenommen von den Idioten hauen sich 100 die Köpfe so ein, dass sie lange krank und demnach auch lange arbeitsunfähig sind. Die Gesellschaft (z.B. Krankenkassen durch Arztbehandlung und Krankenhäusertherapien, etc.), Arbeitgeber (muss Ersatz suchen und bezahlen) und Familie (Existenzsorgen, Leid der Angehörigen) müssen dafür Millionenbeträge bezahlen. Meist sind es ja doch "jüngere" Männer, die sich prügeln, so dass das oben genannte sicherlich Anwendung findet.
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FlyKilla am 02.04.2019, 06:50
Guten Morgen hat den niemand auf den Kalender geguckt? Könnte doch sein daß das nur ein April Scherz ist?
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Phinnonymous am 02.04.2019, 07:35
Ich find es ja seit Anfang an mehr als nur frech von der DFL, dass sie die Mehrkosten einfach komplett auf den Verein schieben.
Verstehe auch nicht, warum Werder da nichts gegen sagt.
Ich bin hier absolut auf Seiten der Politiker. Kann nicht sein, dass der Steuerzahler dafür zahlt, dass man sich auf einige Idioten, die ein Spiel zu ernst nehmen, extra einstellen muss, um Katastrophen zu verhindern.
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vigot am 02.04.2019, 08:52
Bin da bei Ihnen. Es kann nicht sein, dass sich die DFL so aus der Verantwortung nimmt.
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Greenkeeper10 am 02.04.2019, 10:28
Inhaftierte Krawallbrüder sollen die Rechnung bezahlen sonst lange Haftstrafen
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alterwaller am 02.04.2019, 12:01
Da bin ich im Prinzip mal nicht so weit von Ihnen entfernt. Nur !!. Was, wenn bei den Krawallbrüdern nichts zu holen ist ? Ok, Knast. Schön und gut. Aber den Knast-Aufenthalt gibt´s nicht für´n Appel und ´n Ei. Oder soll Werder dafür auch noch aufkommen ?
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Greenkeeper10 am 02.04.2019, 13:26
Na ohne Maßnahmen sind wir da wo wir vorher waren außerdem überlegt sich jeder vielleicht Knast statt festen Job oder Familie. Wieso funktioniert das in berücksichtigten England auf einmal. Hier hat man seit Frankreich die Hände in den Schoß gelegt. Werder muss zeigen, dass sich was bewegt
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Heinz5678 am 02.04.2019, 14:02
Das gejammere von der DFL und werder ist doch lachhaft. Jahrelang wurde das Problem unter den Teppich gekehrt.und wenn die Fanclubs sich über Sanktionen (ausschlluß der Fans ) beschwert haben sind DFl und Vereine eingeknickt.Es war ja bequemer ,das Problem nach draußen ( außerhalb des Stadions ) zu verlagern.So kostet es nur dem Steuerzahler was und nicht dem Verein.Werder Bremen als Gastgeber hat dann zu handeln, wenn sich eigene und auswärtiger Fans sich nicht benehmen können.Als Steuerzahler seh Ich nicht ein, das Ich für die Versäumnisse von Werder und der DFL meine Steuern hergebe
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