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05.05.2019
Oldie trifft und denkt ans Weitermachen

Pizarro in seiner Paraderolle

© nordphoto


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Einmal Claudio Pizarro sein, zumindest für ein paar Sekunden. Davon träumen viele. Kevin Möhwald hat es erlebt. Er weiß jetzt, wie sich der große Held der Werder-Fans fühlt, wenn ihm ein ganzes Stadion huldigt. Möhwald und Pizarro wurden beim Heimspiel gegen Dortmund nämlich beide in der 60. Minute eingewechselt. Vorher joggten sie gemeinsam vom Aufwärmen hinter dem Tor zur Ersatzbank, und die Fans im Weserstadion taten das, was sie immer tun, wenn sich Pizarro zum Einsatz bereit macht: Sie drehten durch. „Es war für mich ganz gut, dass ich zur Einwechslung gelaufen bin und das Stadion gejubelt hat. Ich habe es dann auf mich projiziert“, scherzte Möhwald später.

So ganz nebenbei hat Pizarro mit seiner besonderen Aura also auch noch dafür gesorgt, dass Möhwald beschwingt ins Spiel ging und kurz nach seiner Einwechslung das 1:2 erzielte. Den ganz großen Auftritt aber hatte natürlich der Altmeister selbst. Nachdem Ludwig Augustinsson dem Dortmunder Verteidiger Manuel Akanji den Ball abgeluchst hatte, stand Pizarro da, wo er am liebsten steht: zentral vor dem Tor. Dort ist sein Revier, sein natürliches Jagdgebiet. Dort macht ihm keiner etwas vor, auch nicht der 17 Jahre jüngere Abdou Diallo. Einen Tick eher als sein Gegenspieler war Pizarro am Ball und markierte mit einem eleganten Volleyschuss den 2:2-Endstand (75.). „Wenn ich mit 40 Jahren mein Bein noch so hoch heben könnte, dann wäre ich sehr glücklich“, staunte Teamkollege Maximilian Eggestein.

Es versteht sich von selbst, dass das Weserstadion nach diesem Treffer den Lärm bei der Pizarro-Einwechslung noch einmal um ein Vielfaches übertraf. „Es ist immer etwas Besonderes für mich, wenn die Leute hier jubeln“, sagte Pizarro nach der Partie. Als der Peruaner diese Worte im Interview mit dem TV-Sender Sky aussprach, jubelten die Leute auf der Tribüne ihm schon wieder zu. Pizarro schaute kurz hoch und setzte dieses schelmische Pizarro-Lächeln auf, das ihm jedes Mal ganz Bremen zu Füßen liegen lässt.

Die Fans und die Sturmlegende waren am Sonnabend gleichermaßen froh: Endlich hatten es mal wieder einen dieser speziellen Pizarro-Momente gegeben. Nachdem er im Februar beim Ligaspiel in Berlin und beim Pokalspiel in Dortmund wichtige Treffer erzielt hatte, war es zuletzt etwas ruhig um den Peruaner geworden. Eine Oberschenkelverletzung setzte ihn zwischenzeitlich außer Gefecht, doch er kann im Saisonendspurt wieder ein entscheidender Faktor sein, das hat das Dortmund-Spiel gezeigt.

Rekord ausgebaut

Pizarro kam rein und streichelte den Ball, behauptete den Ball, verteilte den Ball. Nur nach zwei Flanken erwischte er das Spielgerät jeweils nicht richtig mit dem Kopf, sonst wäre sogar ein Pizza-Doppelpack möglich gewesen. Um seinen bereits bestehenden Rekord auszubauen, reichte Pizarro aber auch der eine Treffer, sein 150. Tor für Werder: Nun ist er mit 40 Jahren und 213 Tagen der älteste Torschütze der Bundesliga-Geschichte.

In der laufenden Saison kommt Pizarro auf vier Tore und zwei Torvorlagen in 24 Liga-Einsätzen, die zumeist relativ kurz waren. Eine bemerkenswerte Quote. Dazu macht der Angreifer auch seine Mitspieler besser. Nimmt man nur die Minuten, in denen Pizarro auf dem Platz stand, kommt Werder auf ein Torverhältnis von 22:11. „Das ist mein Job, wenn ich reinkomme: Ich versuche immer, die Leute mitzunehmen und das Team zu ermutigen, Fußball zu spielen“, schilderte Pizarro.

So viel lässt sich also schon vor dem Saisonende sagen: Dass Werder dem Oldie noch einmal eine Chance gegeben hat, hat sich ausgezahlt. „Es ist schön, dass er das immer wieder bestätigt“, sagte Sportchef Frank Baumann. „Aber wir wissen das ohnehin, sonst wäre er nicht hier und würde nicht eingewechselt werden. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“ Es gibt wohl nur sehr wenige Menschen in Bremen, die nicht froh wären, wenn Werder den 40-Jährigen auch in der kommenden Saison noch im Kader hätte.

„Bisher gibt es keine Verhandlungen. Wir setzen uns in Ruhe zusammen und schauen, wann der richtige Zeitpunkt ist“, sagte Baumann. Wichtig sei in dieser Frage auch, wie der Kader für die neue Saison aussehe und ob Werder international spiele und daher ein großes Aufgebot benötige. Klar ist aber: Wenn Pizarro wirklich noch ein Jahr weitermachen will, dürfte der Verein ihn kaum vom Hof jagen. Und der Stürmer betonte nach dem Dortmund-Spiel: „Ich habe immer noch Lust auf Fußball.“ Das klingt nicht nach Karriereende.

Entscheidung vor Leipzig-Spiel

Ob es im Weserstadion tatsächlich noch eine weitere Saison mit diesen ganz speziellen Pizarro-Momenten gibt, entscheidet sich in Kürze. Trainer Kohfeldt grenzte den Zeitraum ein und erklärte: „Wenn  es seine letzte Saison ist, werden wir es vor dem letzten Heimspiel gegen Leipzig wissen. Dann wird er so verabschiedet werden, wie es einer Legende gebührt. Aber das ist noch nicht entschieden.“

Konkreter wollte Kohfeldt nicht werden, er witzelte lieber: „Vielleicht will ich ihn ja auch loswerden.“ Hintergrund: Der Trainer muss sich sogar mit Claudio Pizarro befassen, wenn er mal einen Tag frei hat. Der Peruaner ist der Lieblingsspieler seiner Tochter. „Sie möchte, dass ich ihn nach Hause einlade. Sie ist dreieinhalb Jahre alt und kennt nur Pizarro“, sagte Kohfeldt lachend und fügte hinzu: „Für einen Vater ist es hart, wenn man nicht die Nummer eins ist.“ Kohfeldt kann sich aber trösten. Pizarro ist in Bremen inzwischen kaum noch mit menschlichen Maßstäben zu messen. Er ist eher ein Superheld wie Batman oder Superman, schließlich hat er die Gesetze des Alterns außer Kraft gesetzt. Und Superhelden finden Kinder nun einmal seit jeher toll.

Wer war euer „Man of the Match“?

borowka am 05.05.2019, 10:47
Natürlich liegen wir ihm zu Füßen. Alle lieben Claudio und das ist - bei dieser Wahnsinns-Karriere auch nur berechtigt.
Trotzdem kommt irgendwann der Punkt, an dem es gut ist. Ich weiß nicht genau, ob er schon gekommen ist, ich bin mir da unsicher. Einerseits meine ich, er sollte keinen Kaderplatz in der neuen Saison „blockieren“ und damit die Entwicklung junger Spieler, die wir ja zu Genüge haben, konterkarieren. Auf der anderen Seite ist er eben immer noch der gute alte Claudio, der Fuchs mit dem unnachahmlichen Torriecher, den man immer nochmal für 20-30 Minuten einwechseln kann, um In der Box für Feuer zu sorgen.
Wie seht ihr das - ich bin da bei 50/50 mit leichter Tendenz für noch eine Saison...😉
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Deltator1 am 05.05.2019, 11:28
Quatsch er blockiert ja keinen Platz dafür sorgen die beiden Chefs schon wichtiger ist wer muß gehen!!
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Deltator1 am 05.05.2019, 11:24
Pizarro ist neben Kruse bei den letzten beiden Spielen der wichtigste Spieler beim SVW wenn man noch von EUROPA träumen will und die anderen Mannchaften patzen!!!
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borowka am 05.05.2019, 17:00
Echt? Ich halte da Pavlas, Moisander, Eggestein, Klaassen und Rashica für wichtiger...
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Room am 05.05.2019, 11:33
Man sollte es schon ihm selber überlassen wann er aufhört ! So wie er gestern aufgetreten ist, braucht man sich keine Sorgen machen ! CLAUDIO & WERDER DAS PASST !
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Brandenburg03 am 05.05.2019, 13:49
Man muss nicht 50/50 sagen sondern 100 prozentig sollte er noch eine Saison machen, denn nach dieser ersten Halbzeit habe ich auf Werder keinen Pfifferling mehr gesetzt und komisch als er drin war hat er die ganze Mannschaft mit gerissen! Wollt ihr etwa auf so etwas verzichten und lieber lame erste Hälften von Werder sehen?
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1-Werder am 05.05.2019, 16:50
Ungeachtet dessen, dass es jetzt viel Kritik hageln wird...:
Ich denke, es ist die Zeit gekommen, sich nach einem Ersatz von C. Pizzaro umzusehen, so sympathisch mir CP ist und er in seinen kurzen Einsätzen seine Leistung mehr als erbringt. Das das Stadion bei seinen Auftritten einem Hexenkessel gleicht, in allen Ehren. Aber es ist jetzt Zeit für einen Umbruch, indem jüngere Teammitglieder und sinnvolle Ergänzungen die Zukunft Werders zu übernehmen und zu gestalten haben. Das Team ist mit Blick auf die Konkurrenz auf eine schnellere Spielweise auszurichten. Hier hat der SVW unabhängig von CP grosse Defizite. Bei einem 40-jährigen lassen sich ungeachtet seines Spielverständnisses nun einmal nicht mehr alle Defizite wie die Geschwindigkeit am Ball beheben. Hier sind F. Kohfeld und F. Baumann gefordert.
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borowka am 05.05.2019, 17:01
Kann man durchaus so sehen, @1-Werder. Ist ein (durchaus stichhaltiges) Argument gegen eine Weiterverpflichtung von CP.
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Vorstand am 05.05.2019, 16:58
Also, Platz zehn sollte für Werder nächste Saison drin sein.
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susanneundjens am 05.05.2019, 17:04
Echt ? So gut? Ich tipp ja auf Platz 17 :-). Aber danke für die versuchte Provokation.
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Vorstand am 05.05.2019, 17:05
Keine Ursache.
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alanya_fuchs am 05.05.2019, 20:36
Nichts los in Thailand? Wieder Langeweile?
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Daneris am 05.05.2019, 23:35
Gemäß Mannschaftmarktwert müssten wir 12. sein, jetzt sind wir 9. und die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Saison noch eine schlechtere Platzierung erlangen, geht gleich null 😃👍👍
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Michou am 05.05.2019, 21:28
Pizza muss noch ein Jahr machen, wegen der Zahlenmagie ,...die 14 hört erst mit 41 auf,...Spaß beiseite,...würde es sportlich schaden ? Wem würde er einen Kaderplatz für ein Buli Spiel wegnehmen, jedenfalls keinem der besser ist als er, so sentimental ist FloKo nicht. Sein Positives Image , der Nachrichtenwert etc, sind für den Verein auch nicht zu unterschätzen...abgesehen davon, ich als alter Vierer, nannte man Anno Tobak noch Vorstopper, brauche noch sein Trikot,....und hoffe auf ein besseres Design in der neuen Saison;))
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susanneundjens am 05.05.2019, 21:40
Pizarro ist neben Kruse der mit Abstand beste Techniker im Team und für 20-30 Minuten immer noch eine Waffe, der das Publikum extrem anstachelt so wie gestern und absolut klaglos auf der Bank sitzt. Werder kann nichts Besseres passieren. Wenn irgendwann mal alle anderen Stürmer besser sind, wird Kohfeldt ihn deshalb nicht mehr bringen und Pizarro ist clever genug zu wissen wann es genug ist.
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Frank1969 am 06.05.2019, 09:32
Wenn er möchte dann soll er gerne weitermachen.
Unglaublich was Pizarro noch liefert. Dazu ist er ein riesiger Sympathieträger. Spielender Botschafter.... Hoffe er spielt noch eine Saison für Werder
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oldkarzwortel am 06.05.2019, 10:34
Pizza verändert die Psychologie des Werderspiels und das ist das wichtigste was Kohfeldt bei der Einwechslung von Pizarro nutzt. Tore nach Einwechslung haben auch andere schon geschossen. Da gibt es aber auch einen Punkt, wo das nicht mehr funktioniert und der ist, denke ich jetzt gekommen. Es stehen Johannes Eggestein und Jos Sargent in den Startllöchern und auch die können das Spiel beleben, wenn man sie nur läßt und der Platz auf der Bank nicht blockiert wird. Auch ein Martin Harnik hat viele Tore im Verhältnis zu seiner Spielzeit geschossen.
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Wynton01 am 06.05.2019, 11:00
Ich bin ganz klar dafür, dass er bleibt! Er hat fast alleine das Spiel in Dortmund gedreht, super Bälle verteilt, Tor gemacht und Euphorie entfacht. Wieso sollte das in 3 Monaten, wenn die Rückrunde beginnt, anders sein!?

Wenn er kommt, gibt es einen Schub, er ist der Super Joker, den sich viele Mannschaften wünschen. Ich denke auch nicht, dass er jüngere blockiert, das wird Kohfeldt schon berücksichtigen. Von Seargent und Jojo wird sich nur einer durchsetzen, Johansson geht, Harnik und Osako sind Fehleinkäufe, die ich gehen lassen würde, dafür noch Qualität einkaufen. Lücke kommt auch noch( hoffentlich fit ). Von daher passt es :)
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