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Rasenreport
31.01.2019
Kommentar zu Kohfeldts Ausbrüchen

Ohne Emotionen ist der Fußball nichts

© nordphoto


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Die Gefahr, in die Florian Kohfeldt sich begibt, lässt sich an seinem Platzverweis gegen Frankfurt ganz gut erkennen. Einen konkreten Auslöser gab es am Ende nicht, Kohfeldt läuft in der entscheidenden Szene vom vierten Offiziellen weg, aus Selbstschutz, wie er später sagte. Es war wohl eher die Summe der emotionalen Ausbrüche, die Schiedsrichter Markus Schmidt veranlassten, Kohfeldt auf die Tribüne zu verbannen.

Schiedsrichter analysieren die Spiele bekanntlich ebenso wie Trainer das tun. Und sie werden dabei registriert haben, dass in Kohfeldt stets ein kleiner Vulkan gegen die Eruption kämpft. Nicht immer hat er sich dabei unter Kontrolle, mitunter schießt da etwas Wildes, Pures heraus. Auf Sicht könnte das zum Problem werden: Hat Kohfeldt erst einen Ruf weg unter Schiedsrichtern, ein Nörgler und Abwinker zu sein, steckt er in dieser Schublade. Und es dürfte schwer werden, diese wieder zu verlassen.

Es ist eine Stanze, trotzdem ist sie wahr: Fußball ist Emotion, und ohne Emotionen ist der Fußball nichts. Das ist vor dem Fernseher nicht anders als auf der Stadiontribüne, aufspringen, gestikulieren, brüllen ist Teil des Ganzen. Wer selbst Fußball spielt oder gespielt hat, weiß, dass gelebte Emotionen auf dem Platz dazugehören wie der Ball.

Der Fußball ist voller Emotionen

Fußball lebt auch von Erinnerungen. Jeder kann ein Tor seiner Lieblingsmannschaft detailgetreu nacherzählen, auch Jahre später noch. Ähnlich ist es mit emotionalen Ausbrüchen: Trapattonis Wutrede, Effenbergs Stinkefinger, Zidanes Kopfstoß, Cantonas Kung-Fu-Sprung – die Fußballhistorie ist voller Emotionen, die kein Fan jemals vergisst. Was wäre der Fußball ohne sie? Worüber würde hinterher geredet?

Selbstverständlich ist nicht alles erlaubt, einige der oben genannten Beispiele sollten keine Schule machen. Und Kohfeldt muss natürlich versuchen, seine Emotionen in einem gewissen Maß zu halten. Ganz darauf verzichten sollte er nicht. Ich wünsche mir, dass der Fußball Typen wie Kohfeldt aushält. Zumal er sonst ein Mensch von ausgesuchter Höflichkeit und Empathie ist.

Hält der Fußball das nicht aus, ist er, wie Sponsoren ihn gerne hätten: chemisch rein und glatt poliert, damit alles und jedes sich ohne Beschädigung über den Fußball vermarkten lässt. Bloß keine negativen Assoziationen, die das tolle Produkt in einem schlecht Licht dastehen lassen. Mir wird ganz kalt bei dieser Vorstellung.

Kohfeldts Sicht der Dinge gibt es hier.

Die Umfrage zum Spiel gibt es hier:

Werder-Jockel am 31.01.2019, 19:29
Sehr gut, Herr Sonnenberg, Sie sprechen mir aus dem Herzen
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Luckybox am 01.02.2019, 07:49
Kohfeldt hat es in den letzten Wochen einfach übertrieben. Mir geht jetzt spezifisch nicht um das Spiel gegen die Eintracht. Kohfeldt hat zu Beginn seinet Amtszeit eine unglaubliche Ruhe und Souveränität ausgestrahlt. Die ist im etwas verloren gegangen. Ich fand es peinlich das er nach den Spielen gegen Dortmund oder Bayern direkt zu den Schiris gelaufen ist und direkt rumgemosert hat. Das lenkt halt immer von den eigenen Fehlern ab.

Er muss aufpassen, dass er sich mit seinem Verhalten nicht zu einem Baum oder einem Weinzierl entwickelt.
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delles.wiki am 01.02.2019, 09:00
Wieso? Baum und Weinzierl sind doch recht ruhige Vertreter ihrer Zunft. Ich fühle mich eher an König Otto und Jürgen Kopp erinnert.
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Luckybox am 01.02.2019, 10:39
Gab vor ein paar Jahren mal eine Umfrage und da wurde das damalige Duo Reuter u. Weinzierl als die größten Meckerer gewählt. Kannst du googlen. Baum ist auch so ein Heuler.

Klopp ist zwar sehr lebhaft an der Linie. Aber mit seiner eigenen Mannschaft beschäftigt. Und nicht mit dem Schiri. Kann mich nicht erinnern wann der mal auf die Tribüne musste.
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alanya_fuchs am 01.02.2019, 10:50
z.B.
Schiedsrichterbeleidigung nach dem Spiel. 12 000€ Strafe November 2008
Trainer Jürgen Klopp droht nach seinem Verweis auf die Tribüne beim 3:2 des BVB beim 1. FC Köln eine Sperre. Januar 2010
Klopp drückt dem Schiri seine Mütze ins Gesicht. 10.000 Euro Strafe. November 2010
Klopp wird in den Innenraum verbannt und zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verdonnert. September 2012
Jürgen Klopp, hat die Entscheidung der Uefa, ihn für zwei Spiele zu sperren, akzeptiert. Oktober 2013
Klopp von Schiedsrichter Aytekin des Platzes verwiesen. März 2014

Soll ich weitersuchen?
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Luckybox am 01.02.2019, 14:50
Haha, hier packst du jetzt zehn Jahre alte Geschichten aus. Kohfeldt wird das locker toppen wenn er so weiter macht. Dachte du würdest jetzt ein paar Verfehlungen aus den letzten Jahren aufzählen.
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1-Werder am 01.02.2019, 09:17
Ich teile die Sicht von @W-J, habe aber auch Verständnis für den Kommentar von @Lb. J. Klopp, m.E. einer der besten deutschen Trainer, hat seine Emotionen auch häufig nicht unter Kontrolle gehabt, und ist von den Schiedsrichtern aber auch von den "kontrollierten" Fans für seine aufbrausende Haltung, als es phasenweise in DOR nicht mehr so gut gelaufen ist, kritisch beäugt worden. Die Sympathien für JK sind für viele seiner Anhänger dann etwas entschwunden, die besonnenen Trainer (Heynckes z.B.) waren eher im Fokus. Die Souveränität von F. Kohfeld ist mit seinem Anspruch (sportliche Weiterentwicklung + Tabellenplatz) zur Realität (aktueller Tabelle) etwas ins Wanken gekommen (sorry: dass wird von der absoluten Mehrheit der Foristen anders bewertet...). Zudem sind die Wechselgerüchte und noch nicht erfolgter Vertragsabschlüsse in seinem Team sicher auch nicht geeignet, innere Ruhe zu bewahren/erzeugen. Und last but not least: Ein junger Trainer, der das erste Mal in einem derartigen Fokus steht... Es gibt sehr gute Beispiele aus anderen Sportarten, die meine Hochachtung bewirken. Erinnern wir uns an die hoch-emotionalen Handballspiele mit Spielern und Trainern, die sich den Schiedsrichter-Entscheiden gebeugt haben, auf hochanständige Art, ungeachtet z.T. strittiger Entscheide. Das gleiche gilt für den Basketball. Und... das menschliche Individuum urteilt z.T. sehr undifferenziert: Ein Trainer Streich billigt man "Explosionen" zu, einen N. Kovacs oder der vorgenannte Heynckes nicht.. Das "warum" überlasse ich den Psychologen...
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wolfgramm am 01.02.2019, 12:45
Mir sind solche Trainer wie Streich und Klopp deutlich lieber als ein Skripnik,wo man immer Angst haben musste,dass er einschläft.Kohfeldt muss noch einiges lernen,aber er macht das schon ganz gut.
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1-Werder am 01.02.2019, 13:31
Absolut richtig, @w. Mit Skripnik nennen Sie aber einen absolut extremen Trainer, was Ruhe und "Schläfrigkeit" anbelangt, da fällt mit aktuell nichts Vergleichbares in der BL ein. Erstaunlich, dass er neuerdings im Osten Erfolg vorweisen kann. Gönnen wir Skripnik und A. Nouri Erfolgsmomente, einen Grund der Schadenfreude verbietet sich...
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wolfgramm am 01.02.2019, 15:40
Nouri und Skripnik würde ich nicht auf eine Stufe stellen.Allerdings würde ich sogar Skripnik den Erfolg gönnen,er hat ja nichts verbrochen.
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fh_king am 01.02.2019, 23:56
FK hat sich und sein Verhalten sicherlich verändert. Das liegt auch daran, dass der Leistung nicht immer die Ergebnisse gefolgert sind, insbesondere in den letzten 5-6 Spielen. Er sieht, das alles so läuft wie er sich das vorstellt, nur das verdammte Tor will nicht fallen. Da kann man schon durchdrehen (allen voran ich am Fernseher). NUR: ich glaube nicht, dass er dabei beleidigend, aggressiv oder in irgendeiner anderen Form ausfallend wird. Ob er nun zurecht geflogen ist mag ich mir nicht zumuten zu beurteilen. ABER: Wenn man mal an einen gewissen Herrn Pep vom FCB denk - mein lieber Herr Gesangsverein! Da hatte man immer (!) das Gefühl der will dem 4. offiziellen an die Guegel. Und wie oft ist der geflogen? Insofern sollten die Schiris auch mal die Kirche im Dorf lassen. Im übrigen wird auch mal der Trainer verwarnt bevor er fliegt. Hab jetzt nicht gesehen, dass der Referee das gemacht hat...
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