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Rasenreport
09.12.2018
Wie Werder in den Schlussspurt geht

Neue Rolle, alte Leichtigkeit

© DPA


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Wie groß der Druck für Werder im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf war? So groß, dass Kapitän Max Kruse nach nicht einmal fünf Minuten in ein Handgemenge mit ein paar Düsseldorfer Spielern verwickelt war. So groß, dass Theo Gebre Selassie nach dem Düsseldorfer Ausgleichstor durch einen Elfmeter mit Torschütze Dodi Lukebakio ein Gerangel anfing, weil der Düsseldorfer Stürmer den Ball partout nicht herausrücken wollte. So groß, dass Florian Kohfeldt an der Seitenlinie gefühlt nicht eine Sekunde lang still stehen konnte. Werders Cheftrainer gestikulierte aufgeregt am Spielfeldrand und vermaß mit großen und kleinen Schritten unentwegt seine Coaching-Zone. „Wir wollten von Beginn an Aktivität ausstrahlen“, sagte Kohfeldt hinterher. Das war ihm und seinem Team von Beginn an zweifelsfrei gelungen.

Und es ging ja noch lange weiter im Spiel: Nachdem es besagten Elfmeter kurz vor der Pause gegeben hatte, stritt Torwarttrainer Christian Vander sich mit dem Vierten Offiziellen. Auf dem Weg in die Kabine schließlich tauschten Kohfeldt und Sascha Rösler, Düsseldorfs bekanntermaßen heißblütiger Teammanager, noch ein paar Worte aus. „Man hat gemerkt, dass Druck auf dem Kessel war, bei jedem Einzelnen“, fasste Innenverteidiger Sebastian Langkamp zusammen.

Keine Frage: Eine Niederlage gegen Düsseldorf hätte Werder nicht nur punktemäßig geschadet, Werder wäre auch in eine Identitätskrise gestürzt. Bei Werder sind sie sehr von ihrem Weg und ihrem Tun überzeugt, aber wenn nicht einmal gegen den Tabellenletzten ein Sieg herausgesprungen wäre – wie hätte Werder dann einfach so weitermachen können? Aber es kam ja alles anders, es wurde vieles fürs Erste gut. Nach dem 3:1-Erfolg über Düsseldorf hat Werder jetzt 21 Punkte, so viele hatte eine Bremer Mannschaft zuletzt unter dem Trainer Thomas Schaaf. Und drei Spiele stehen ja noch aus. Kohfeldt sagte: „Wenn du zur Hinrunde mehr als 20 Punkte hast, dann ist das okay im Fußball. Es kann nun keine schlechte Hinrunde mehr werden.“ Kohfeldt sah ehrlich erleichtert aus, als er dieses Zwischenfazit ziehen konnte.

Leichtigkeit durch Erfolg

Jetzt kann Werder seinen Weg mit gestärktem Glauben fortsetzen. „Der Sieg war sehr wichtig. Wenn man fünf Mal nicht gewinnt, hinterfragt man sich öfter. Und am Anfang hat man gemerkt, dass die Selbstsicherheit noch nicht da war“, sagte Kevin Möhwald, Schütze des 1:0 für Werder. „Selbstbewusstsein holst du dir nur über Siege.“

Zu Saisonbeginn war vieles so einfach gewesen für Werder. Im Sommer hatten die mutigen und kostspieligen Verpflichtungen eine lange Jahre nicht gekannte Euphorie ausgelöst und eine große Vorfreude die Mannschaft in die Saison getragen. Werder stolperte zu Hause gegen Hannover und Aufsteiger Nürnberg zu mageren Unentschieden, aber was machte das schon? Werder hatte so viel Energie, Freude und Selbstbewusstsein, dass Werder in letzter Sekunde in Frankfurt gewann, dass Werder in Augsburg und auf Schalke und zwischendurch zu Hause gegen Hertha siegte.

„Die letzte Leichtigkeit kommt nur über Siege und Punkte“, sagte Kohfeldt nach dem Düsseldorf-Spiel. Wenn das stimmt, dann geht Werder jetzt mit deutlich besserer Prognose in die beiden letzten Bundesliga-Wochen des Jahres, die Duelle mit dem Tabellenführer (Dortmund), einem Champions-League-Starter (Hoffenheim) und dem Tabellenvierten (Leipzig) bereithalten. Vor diesem Wochenende wäre die Vermutung gewesen: Gegen dieses Trio holt Werder eher keinen Punkt, vielleicht einen, maximal zwei. Nach diesem Wochenende ist es leichter vorstellbar, dass Werder doch mehr holt: Werder hat seine Negativserie beendet, Hoffenheim in Wolfsburg nicht gewinnen können und Leipzig in Freiburg sogar deutlich verloren. Wer hätte das gedacht?

Die Gefahr der Bonusspiele

Dazu kommt, dass Werder für die nächsten drei Spiele in eine Rolle schlüpft, die Werder früher oft und gern gespielt hat, die Werders Selbstverständnis unter Kohfeldt aber nicht so gern sein sollte: Kohfeldts Werder macht sich nicht gern klein, der Satz, dass er mit Werder jedes Spiel gewinnen will, kommt Kohfeldt regelmäßig und leicht über die Lippen. Seine Vorgänger Alexander Nouri, Viktor Skripnik und Robin Dutt fühlten sich dagegen am wohlsten, wenn von Werder nichts Besonderes erwartet wurde. Dann konnte man im Grunde nur gewinnen.

Gegen Düsseldorf hatte Werder etwas zu verlieren, von negativem Druck war in der Woche vor dem Spiel viel die Rede gewesen. Gegen Dortmund, Hoffenheim und Leipzig wäre jeder Punktgewinn fast so etwas wie ein Bonus, positiver Druck, könnte man dazu nun sagen, auch wenn Kohfeldt selbst das mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Tagen auf keinen Fall so sagen wird. Wörter wie Zufriedenheit mag der Werder-Trainer nicht. Wer zufrieden ist, glaubt Kohfeldt, der geht nicht über Grenzen, wer in Begrifflichkeiten wie Bonusspielen denkt, der läuft schnell Gefahr, es sich bequem zu machen. Komfortzonen soll das Weserstadion den Werder-Profis aber nicht mehr bieten.

Dortmund, Hoffenheim, Leipzig – Sebastian Langkamp fiel zu diesem Programm eine Wortschöpfung ein: „hammerhammerhart“. Das klang jetzt nicht nach Komfortzone oder so, als solle irgendwer bei Werder die anstehenden Aufgaben nicht ernst nehmen.

werder0212 am 09.12.2018, 12:51
Die Leichtigkeit ging seit dem System Umstellung weg gegen Leverkusen. 3er Kette ohne not Spielen . hoffe sie haben daraus gelernt.
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Deltator1 am 09.12.2018, 22:15
Auch hier ein Spezialist der alles besser weis schon mal gespielt??
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werder0212 am 09.12.2018, 12:53
Am Freitag war es ein verdienter Sieg. Und ich hoffe das er rashica jetzt mal öfters Spielen lässt. Den so einen haben wir nicht 2 mal
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Deltator1 am 09.12.2018, 22:12
Das Team ist wichtig und nicht der Einzelne!! !
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Greenkeeper10 am 09.12.2018, 13:29
Es gibt keine Bonusspiele, wie man sieht kann man hoffenheim oder Leipzig auch ärgern und schlagen Dortmund hat man auch letzte Saison geschlagen einfach hohe konzentration
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Deltator1 am 09.12.2018, 22:10
Was soll die Überschrift und das Schwarz Malen 6 Punkte sind drin insgesamt aus möglichen 9 wir werden es ja sehen am letzten Spieltag bin kein "Fan" aber habe selbst gespielt wenn auch nur Oberliga beim HTB und weis was möglich ist nach der Ansprache auf der Mitglieder Versammlung vom Kapitän! !!
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