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Rasenreport Kaderschmiede
07.02.2019
Weiterer Standort am Stadionbad?

Neue Idee für das Leistungszentrum

© Werder Bremen


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Mit dem Standort und der Materie kennt er sich bestens aus. Robert Bücking (Grüne) war lange Ortsamtsleiter für Bremen-Mitte und ist spezialisiert auf Bauentwicklung. Da ist doch klar, dass dem 66-Jährigen das Thema Werder-Leistungszentrum in der Pauliner Marsch sehr nahegeht. Immer wieder hatte er zuletzt auch öffentlich zu Diskussionen über ein drohendes  Hochwasser am Standort für die geplante Werder-Kaderschmiede aufgerufen. Jetzt geht Bücking aber noch einen Schritt weiter: Dem Bauressort hat er eine neue Idee unterbreitet, wie der Bau des Leistungszentrums in der Pauliner Marsch zu realisieren sei. Demnach könnten die geplanten Gebäude gesplittet werden und ein Teil nahe dem Stadionbad an der sogenannten Ost-Kante entstehen.

„Das wäre doch ein Kompromiss für alle Beteiligten“, sagte er dem WESER-KURIER. Denn dort stünden ja bereits Gebäude, die derzeit anderweitig genutzt würden. Der zweite Teil des Leistungszentrums könnte dort entstehen, wo derzeit ohnehin schon Kabinentrakte und die Vereinskneipe auf Platz 11 stünden – mitten in der Pauliner Marsch. Bücking hat dem Bauressort weitere Überlegungen für das Vorgehen eingereicht. Antworten hat er noch nicht bekommen, „aber sie sollten Bestandteil des gesamten Prozesses sein“, meint er.

Wie berichtet, möchte Werder die Gebäude auf Platz 11 abreißen und zeitnah ein modernes Leistungszentrum für den Nachwuchs bauen lassen. Dazu gehört auch ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern. Anwohner kritisieren die Pläne, zumal die Baukosten von etwa 32 Millionen Euro auch die Stadt Bremen und damit die Steuerzahler mitfinanzieren sollen.  

Pauliner Marsch könnte in sieben Minuten voll laufen

Im Mittelpunkt von Bückings Überlegungen: Was passiert, wenn das Leistungszentrum gebaut ist und die Pauliner Marsch geflutet wird? Er hat mit dem Deichverband gesprochen. Antwort: Wenn die Wasserhöhe der Weser den Deich nur um zehn Zentimeter überragt, läuft die Pauliner Marsch in sieben Minuten voll. Derzeit würde es etwa 90 Stunden dauern, bis das Wasser über ein Siel wieder abgelaufen sei. Da das Siel vergrößert werden soll, würde sich die Ablaufzeit auf 45 Stunden verringern. Und trotzdem könnten am Leistungszentrum enorme Schäden entstehen. Mit Folgekosten, bei denen nicht klar sei, wer die dann trage – Stadt oder Werder?

Es ist jetzt nicht so, dass Bücking ein Leistungszentrum komplett ablehnt. „Aber ich möchte, dass wir die Pauliner Marsch als Ganzes sehen und prüfen, ob die Gebäude optimal verteilt und richtig dimensioniert sind.“ Deshalb eben der Vorschlag, das Zentrum zu teilen. Ohnehin fragt sich Bücking, was denn die nächste Werder-Entwicklungsstufe sei. „Denn die Dynamik des Wachstums hört ja nicht mit dem Bau des Leistungszentrums auf“, sagt er.

Auch das sind Fragen, mit denen sich die Arbeitsgruppe „Leistungszentrum Pauliner Marsch“ noch beschäftigen wird. Wie berichtet, hatten Senat und Werder kurz vor Weihnachten diese Gruppe geschaffen, nachdem es Ärger zwischen dem Bauressort und Werder-Verantwortlichen über das weitere Vorgehen gegeben hatte. Am 30. Januar gab es jetzt das erste Treffen im Rathaus. Mit dabei waren die Staatsräte Ronny Meyer (Bau), Dietmar Strehl (Finanzen), Ekkehart Siering (Wirtschaft) und Jan Fries (Sport) auf Senatsseite, für Werder saßen neben Mitarbeitern aus den Bereichen Finanzen und Infrastruktur die Geschäftsführer Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald mit am Tisch.

Werder mit Gesprächen zufrieden

Auch wenn das erste Treffen noch ohne offizielles Ergebnis blieb, wurde in der Runde deutlich: Alle Beteiligten wollen grundsätzlich das Leistungszentrum in der Pauliner Marsch realisieren. Jetzt geht es um die Rahmenbedingungen. Das Bauressort machte deutlich: Es wird keine zusätzliche Eindeichung für das Gelände geben, die bisherigen Überflutungsflächen würden auch künftig gebraucht. Man setze auf eine vernünftige bauliche Planung, bei der die Immobilie selbst bei einer Überflutung nicht weggespült werde. „Bautechnisch ist das nicht unmöglich“, hieß es in der Runde. 

Das Bauressort hat nun die Universität Hannover mit einer Untersuchung beauftragt, um die Auswirkungen einer möglichen Überflutung und natürlich die Schadensvermutung zu klären. Klar ist nach dem ersten Arbeitstreffen aber auch: Die Finanzen werden der zweite Knackpunkt. Denn dass Werder das Leistungszentrum nicht alleine finanzieren könne, machten die handelnden Personen beim ersten Treffen deutlich. Der Bundesligist hätte gerne eine Beteiligung der Stadt in Höhe von 50 Prozent.

Grundsätzlich zeigte sich Werder mit dem Auftakt zufrieden. „Wir hatten den Eindruck, dass selbst Themen, bei denen wir noch etwas auseinanderliegen, sehr lösungsorientiert besprochen worden sind. Die Gruppe tritt jetzt in eine arbeitsintensive Phase ein“, erklärte Sprecher Michael Rudolph. Immerhin gibt es jetzt für alle Beteiligten einen festen Ansprechpartner: Reinhard Viering hält als Leiter Stadtentwicklung und Bauordnung die Fäden der Arbeitsgruppe in der Hand.

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