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Rasenreport
18.04.2019
Kohfeldts Plan für das Bayern-Spiel

Mut und Demut

© nordphoto


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Wer sich überzeugen will, wie sehr Bremen dieser Tage im Fußball-Fieber ist, der muss ins Kino-Programm schauen. Kommenden Mittwoch zeigt die Schauburg im Abendprogramm nicht „Monsieur Claude und seine Töchter 2", es läuft: Fußball. Werder gegen Bayern, Pokalhalbfinale, live übertragen aus dem nur wenige hundert Meter entfernten Weserstadion.

Es liegt etwas in der Bremer Luft vor den beiden Spielen gegen den FC Bayern am Sonnabend und dem folgenden Mittwoch. Jahrelang waren die Begegnungen eine recht einseitige, mitunter demütigende Angelegenheit. 16 Mal in Folge siegten die Münchner, darunter war ein Spiel ohne einen einzigen Bremer Torschuss. Werders Anhängern wurde viel abverlangt, nun aber könnte etwas gehen, es könnte endlich mal wieder einen guten Werder-Moment geben.

Das liegt nicht am Zustand der Bayern, den bezeichnet Florian Kohfeldt als ziemlich stabil. „Aus den letzten 17 Spielen 15 Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage – das ist ergebnistechnisch relativ weit weg von einem guten Moment„, sagt Kohfeldt und ist beeindruckt von dem, was Bayern personell so alles zu bieten hat: „Sie haben mit Gnabry und Coman zwei außerordentlich gute Flügelspieler. Und im Zentrum mit Lewandowski, Müller oder James Spieler, die man nicht ganz ungedeckt lassen sollte. Wir treffen auf die stärkste Mannschaft Deutschlands.“

Nur auf Konter zu spielen, reicht nicht

Es schwingt durchaus Demut mit in den Worten des Trainers. Mal eben nach München fahren, Bayern schlagen und dann strahlend im Flieger zurück nach Bremen, nein, so wird das nicht laufen: „Niemand sollte erwarten, dass wir die Spiele dominieren. Wir brauchen eine gewisse Frustrationstoleranz.„ Aber Werder wird noch etwas brauchen, um gegen den FC Bayern bestehen zu können, sagt Kohfeldt: „Wir brauchen einen top Tag und eine klare Idee, wie wir das Spiel gewinnen können.“

Und die hat der Trainer offenbar. „Wir werden etwas entwickeln, das Bayern weh tut. Und das wird ganz sicher nicht nur heißen: Hoffen, dass Bayern kein Tor schießt und wir einen Konter setzen.„ Die Zeiten, in denen Werder mit diesem Rezept gegen Bayern angetreten ist, sind vorbei. Die Bremer stehen wieder für eine eigene, offensive Spielidee. Wie diese am Sonnabend aussehen wird? „Wir müssen auch mal einen Ball gewinnen. Wir müssen schauen, wo wir Bälle gewinnen können. Und was wir dann mit dem Ball tun: Kontern, in Eins-gegen-eins-Situationen gehen, Überzahl herstellen in bestimmten Räumen.“

Das hat ja in den letzten Spielen ganz gut geklappt, genauer gesagt in fast allen des Jahres 2019. Noch immer ist Werder ungeschlagen, hat in jedem Spiel der Saison mindestens ein Tor erzielt. Und die Mannschaft hat zuletzt auch Spiele gewonnen, die sie nicht dominiert, in den entscheidenden Momenten aber zu ihren Gunsten gedreht hat.

Wie so oft im Fußball geht es um die Balance. Einerseits eine gewisse Demut vor den Stärken der Bayern zu haben. Andererseits den Mut, die Geschicke des Spiels in die eigenen Füße zu nehmen. Kohfeldt sagt: „Es ist die Mischung aus beidem: Zu wissen, da kommt brutale Qualität auf uns zu. Aber auch eine Idee zu haben, wie wir das Spiel für uns drehen können. Wir wollen überall gewinnen und haben auch den Mut dazu. Das ist Entscheidende."

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