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13.06.2019
Stadion-Umbenennung offiziell

Mit neuem Namen in die Zukunft

© Karsten Klama


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Es hatte etliche kritische Stimmen gegeben, noch am Montag waren mehrere Hundert Fans auf die Straßen gegangen, um ihrem Unmut über eine drohende Umbenennung von Werders Wohnzimmer lautstark Ausdruck zu verleihen. An der Entscheidung selbst hat all das nichts mehr geändert. Wie der Verein am Donnerstag offiziell mitteilte, werden die Bremer in den kommenden zehn Jahren – wie bereits berichtet – im „Wohninvest Weserstadion“ spielen.

„Wohninvest ist ein Partner, der an Werder glaubt. Die Kooperation verschafft uns den finanziellen Spielraum, um unsere einzigartige Heimstätte und nicht zuletzt auch unseren Verein für den Wettbewerb mit den besten Klubs Deutschlands weiterzuentwickeln“, ließ sich Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry zitieren. Nähere Details soll es erst im Laufe des Freitags geben, wenn eine offizielle Pressekonferenz folgt. Nur so viel noch: „Es war uns wichtig, einen Partner zu finden, der sich neben den eigenen Interessen auch mit dem Namen Weserstadion identifiziert.“

Einnahmen zum Kredit-Ausgleich

Soll heißen: An der Weser wird es auch künftig erst einmal keinen ominösen Park geben, dessen Name von einem Investor dominiert wird. Keine Arena, die mit der Historie des Klubs nichts mehr zu tun hat. Ähnlich war es zuvor gewesen, als das Oldenburger Versorgungsunternehmen EWE für zehn Jahre bis 2018 die Rechte besaß, aber auf die geringste Veränderung verzichtete. Zumindest das ist dieses Mal anders – wenngleich die Fans wohl auch weiterhin ausschließlich vom Weserstadion sprechen dürften.

Die Bremer Weser-Stadion GmbH darf sich bis zum Juni 2029 auf jährliche Einnahmen in Höhe von drei Millionen Euro freuen. Die somit insgesamt 30 Millionen Euro kann die Gesellschaft, Inhaberin des Stadions und zu je 50 Prozent in Besitz Werder Bremens und der Stadt, gut gebrauchen. Bis ins Jahr 2051 müssen schließlich noch Kredite beglichen werden, die durch die Stadionumbauten der Jahre 2002 und 2008 angefallen sind. Über 70 Millionen Euro gilt es noch zu bedienen. Im vergangenen Jahr, nach dem EWE-Ausstieg, fehlten entsprechende Einnahmen, weshalb Werder selbst den Fehlbetrag ausglich. Geld, das der Verein verständlicherweise lieber an anderer Stelle investieren würde.

Aus der Region in den Norden

Die „Wohninvest Holding GmbH" wagt sich mit diesem Projekt auf neues Terrain. Bislang war das Immobilien-Unternehmen aus Baden-Württemberg vornehmlich in der Heimat in Erscheinung getreten, etwa als Sponsor des Handball-Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart. Der Blick richtete sich aber schon länger gen Norden. "Wir sind seit einem Jahr Partner von Werder und haben im Stadion eine Loge. In dieser Zeit haben wir die Verantwortlichen von Werder als seriöse und kompetente Gesprächspartner kennengelernt", sagte Geschäftsführer Harald Panzer. "Uns eint das Ziel, den SV Werder nach vorne zu bringen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Werder hat in den letzten Jahrzehnten mit einem unglaublichen Kraftakt dieses Stadion zu einem der schönsten in Deutschland aufgebaut. Wir wollen jetzt helfen, diese Errungenschaft abzusichern."

Für etliche Fans steht die Umbenennung im Widerspruch zur Tradition, die ein Verein, ihr Verein, verkörpern will. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Rechteverkauf eine Zusatzeinnahme ist. Ihr Fehlen kann schnell zum Wettbewerbsnachteil werden. In der Bundesliga verzichteten bisher nur Hertha BSC (Olympiastadion), Aufsteiger Union Berlin (Stadion An der Alten Försterei) und Mönchengladbach (Borussia-Park) darauf. Der Bremer Deal dürfte deshalb vor allem die Fußball-Romantiker treffen. Sie versuchte Harald Panzer deshalb ganz besonders einzufangen: „Dieser Ort der Emotionen soll auch in den kommenden Jahren Schauplatz packender Fußballspiele auf höchstem Niveau bleiben. Wir erwarten uns selbstverständlich eine Markenpräsenz in ganz Deutschland. Wir freuen uns aber auch, dass wir sicherstellen können, dass der Name Weserstadion erhalten bleibt.“

Daniel1981 am 13.06.2019, 15:10
Bin echt zufrieden damit. Hat Werder gut gemacht.
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klarerBlick am 13.06.2019, 16:04
denke auch:

Die jahrelange Suche von Filbry und Bode nach einem Investor, der "zu uns passt" hat sich voll gelohnt.

Aber was passiert:

Die ersten Naivlinge, denen die Medien erfolgreich einreden konnten, Vermieter seien an der Wohnungsknappheit schuld, schimpfen und demonstrieren.

Das sind keine Fans
.
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alanya_fuchs am 13.06.2019, 16:14
Ich glaube nicht, dass die jahrelange Suche zur Kernkompetenz eines Aufsichtsratsvorsitzenden gehört.
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djhg am 13.06.2019, 15:24
Sehr sinnvolle Lösung. Das Geld fließt zwar nicht direkt an Werder, aber dadurch, dass Werder die fehlenden Zahlungen von EWE nicht mehr tragen muss indirekt doch. Es wird immer Weserstadion heißen und dafür 3 Mio/Jahr ist gut. Mehr kriegen wir realistisch gesehen nicht. Ist halt Bremen und nicht Bayern, Real oder Manu.
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Pupvogel am 13.06.2019, 15:50
Woninvest Weserstadion hin oder her. Wichtig ist was wir in unseren Herzen tragen.
Lebenslang Grün-Weis
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Frank1969 am 13.06.2019, 16:05
Guter Deal.... 30 Mio von 73 Mío Euro Gesammtschulden (die bis 2051 erst getilgt sein werden) sind die nächsten 10 Jahre gesichert. Geld dass Werder brauchte und nicht selber einplanen muss.Immerhin sind das 3 Mio Euro jährlich...
Nun hat unser Stadion einen Vornamen, damit kann man doch gut leben
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alanya_fuchs am 13.06.2019, 16:22
Wohninvest Weserstadion ist nicht schlechter als Allianz, Veltins, Commerzbank oder Volkswagen Arena.

www.sport.de/fussball/deutschland-bundesliga/stadien/
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Werderstern68 am 13.06.2019, 20:37
@alanya_fuchs die genannten Stadien tragen ja nicht mal mehr den ursprünglichen Namen. Bei Werder bleibt ja der Name Weserstadion erhalten 👍✅
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deichgraff am 13.06.2019, 16:35
Das ganze bereitet mir als Romantiker schon Kopfschmerzen, aber ohne Kapital geht in der Bundesliga ja nichts mehr, ausserdem hat sich meiner Meinung nach Werder, sehr moderat verhalten, daher meine Zustimmung
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alanya_fuchs am 13.06.2019, 17:34
Romantik hin oder her, wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.
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Werderstern68 am 13.06.2019, 20:38
Man könnte auch meinen dass die Polizeikosten abgedeckt werden 😉🤷‍♂️
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alanya_fuchs am 13.06.2019, 20:56
Dafür ist noch kein Euro gezahlt, das warten wir doch mal gelassen ab.
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Daniel1981 am 13.06.2019, 22:16
@alanya Zumal die Polizeikosten keine 3 Mio € betragen. :)
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Werderstern68 am 14.06.2019, 23:57
Also bisher aufgelaufen sind schon über 2 Mio €
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