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03.04.2018
Hintergründe zur Kohfeldt-Verlängerung

Millionengehalt und andere Angebote

© nordphoto


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Fußball ist ein geiler Sport, aber es gibt natürlich noch etwas anderes. Tennis, zum Beispiel. Nach Möglichkeit einmal die Woche spielt Florian Kohfeldt Tennis, in einem kleinen Verein auf der anderen Seite der Weser. Mit denselben Kumpels, die ihm dabei schon zu Studententagen am Netz gegenüberstanden. Danach geht's an den Getränkeautomaten, der in der Halle steht und so schön kaltes Bier ausspuckt. Es ist ein Ritual mit Freunden, das gepflegt wird.

2013 hat Kohfeldt an der Bremer Universität sein Studium der Sport- und Gesundheitswissenschaften beendet, das gemeinsame Tennisspielen gibt es immer noch. Kohfeldt, der in Delmenhorst aufwuchs und sein Abitur machte, wohnt noch immer im selben Bremer Stadtviertel, in dem er schon als Student wohnte. Und jetzt soll der Bremer Werder wieder zu dem machen, was der Klub lange war, aber schon lange nicht mehr ist: Einem Vorzeigeverein der Bundesliga. Einem mit klarer Identität, einem, mit dem sich viele Menschen identifizieren und solidarisieren.

Um diesen Auftrag zu erfüllen, hat Werder den Vertrag des Trainers um drei Jahre, bis zum 30. Juni 2021, verlängert. Die Verträge der Mitglieder seines Trainer-Teams, Tim Borowski und Thomas Horsch, wurden ebenfalls verlängert. "Florian hat mit seiner kommunikativen, transparenten und kritisch-konstruktiven Art großen Anteil am Entwicklungsprozess unserer Mannschaft", sagt Frank Baumann. Die Handschrift des Trainers sei deutlich zu erkennen: "Er hat das Team mit klaren Vorstellungen und einer erkennbaren Philosophie aus einer schwierigen Situation herausgeführt. Wir sind davon überzeugt, dass er mit seinem Trainerteam in Zukunft diesen positiven Weg fortführen wird."

Man könnte sagen, Werder ist wie Florian Kohfeldt: Bodenständig, heimatverbunden, sympathisch. Nicht ganz, sagt einer, der bei Werder eng mit Kohfeldt zusammenarbeitet und Klub und Trainer hintergründig beurteilen kann. Kohfeldt sei, wie Werder gerne wäre: Zielstrebig, klar im Denken und Handeln, empathisch, und natürlich erfolgsorientiert.

Eine erstaunliche Aussage, die den jungen Trainer zu einem Rollenvorbild für den Verein macht: Kohfeldt ist, wie Werder gerne wäre. Nach gerade mal 18 Bundesligaspielen genießt Kohfeldt bei Werder eine Form des Vertrauens, wie es das für einen Trainer seit den großen Zeiten Thomas Schaafs nicht mehr gegeben hat.

Ernsthafte Konkurrenz für Werder

Entsprechend zufrieden ist Kohfeldt mit seinem neuen Arbeitspapier. "Ich empfinde diese Entscheidung als hohe Wertschätzung meinem gesamten Trainerteam gegenüber und freue mich, dass wir auch in den kommenden Jahren die Zukunft des SV Werder Bremen mitgestalten können", wird er in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. Und dort gibt es noch viele Möglichkeiten: "Die vergangenen Monate haben mich in der Ansicht bestärkt, dass in der Mannschaft das Potential steckt, die positive Entwicklung fortzusetzen. Wir wollen gemeinsam eine Kultur in dieser Mannschaft und in dem Verein festigen, zu jeder Zeit auf hohem Niveau das Beste aus uns herauszuholen."

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe überrascht, bei der letzten Vertragsverlängerung kurz vor Weihnachten kolportierte der Klub noch, Kohfeldt sei mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet. Was einerseits stimmte, da Kohfeldt aus seinen Zeiten als Trainer im U-Bereich einen unbefristeten Vertrag besaß. Andererseits stimmte es nicht, sein Kontrakt für die Bundesliga galt nur für die laufende Saison. Im Sommer hätte Kohfeldt also problemlos wechseln können - dafür hätte eine fristgerechte Kündigung des unbefristeten Vertrages gereicht.

Werder war das wohl bewusst. Noch stärker beschleunigt haben dürfte die Verhandlungen, dass es ernsthafte Konkurrenz gab. Nach Informationen von MEIN WERDER waren es zwei Bundesligisten, die starkes Interesse signalisiert haben. Und es gibt weitere Klubs, die hinterlegt haben, die Entwicklung Kohfeldts sehr genau zu beobachten. Einen Markt für ihn gibt es, Werder war über das Interesse der anderen Klubs informiert. Aber Kohfeldt hat sehr schnell klar gemacht, dass ihn etwas anderes als Werder derzeit nicht interessiert. Werder ist sein Herzensklub, Bremen seine Stadt.

Kohfeldt geht es nicht ums Geld

Entsprechend einfach sind die Verhandlungen zwischen Frank Baumann, Klaus Filbry und Kohfeldts Berater Marc Kosicke abgelaufen. Nur ein einziges Treffen war notwendig, um Einigung zu erzielen. Was zeigt, dass der Wunsch zueinanderzufinden auf beiden Seiten groß war.

Seine Vorgänger Viktor Skripnik und Alexander Nouri bekamen bei den Verlängerungen jeweils nur Zwei-Jahres-Verträge, Kohfeldt bekommt drei. Und auch im Gehalt ist er teurer als seine Vorgänger. Skripnik und Nouri haben etwa 750 000 Euro pro Jahr kassiert. Kohfeldt bekommt nach Informationen von MEIN WERDER eine Million. Zuzüglich Prämien kann das Salär auf bis zu 1,2 Millionen steigen.

Kohfeldt, ist aus Kreisen des Vereins zu hören, sei es aber nicht in erster Linie um Geld gegangen. Das verrät der Satz, der in der Pressemitteilung enthalten ist: "Wir wollen gemeinsam eine Kultur in dieser Mannschaft und in dem Verein festigen, zu jeder Zeit auf hohem Niveau das Beste aus uns herauszuholen." Kohfeldt geht es um langfristige strukturelle Veränderungen, die er gemeinsam mit Frank Baumann einleiten und umsetzen will. Dazu gehört auch, einen Technischen Direktor zu installieren. Es dürfte aber längst nicht die letzte Veränderung sein, um Werder besser zu machen.

Eine Umfrage zu der Verlängerung mit Florian Kohfeldt:

Bentlei am 03.04.2018, 20:02
Eine sehr gute Nachricht!
Mit Kohfeldt am Ruder gibt es berechtigte Hoffnug, dass wir nicht wieder die nächste Hinrunde vertrödeln.
Zudem ein Trainer, mit dem man sich wieder ernsthaft identifizieren kann. Mir gefällt dein ständiges Streben nach mehr. Auch hat er bewiesen, dass er sich auf Gegner einstellen kann, auch während des Spiels.

Bin gespannt, wer von den Führungsspielern gehalten wird. Kohfeldts Bekenntnis zu Werder kann da sicher helfen. Auf geht’s!
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haraldbremen am 04.04.2018, 00:56
Na, ich bin gespannt.

Erinnert mich doch sehr an die letzte Rückrunde - als Baumann Nouris Vertrag ohne Not vor Saisonschluss gleich für zwei Jahre verlängerte. Das Ende ist bekannt.

Welche zwei Bundesligisten sollen denn Kohlfeldt auf dem Zettel gehabt haben?
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WK-Leser am 04.04.2018, 08:25
@haraldbremen
Kleiner Unterschied: Der Trainer heißt KoHfeldt, hat nix mit KohL zu tun.
Wünsche ihm auch für die nächste Saison viel Erfolg mit der Mannschaft!
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EckhoffSchwarme am 04.04.2018, 08:31
Nö, erinnert mich in keinster Weise an Nouri. Die Vertragsverlängerung und die Umstände nicht, wie auch alles andere (Spielidee, Auftreten von Mannschaft und Trainer).
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Herzraute am 04.04.2018, 10:18
Ich finde unser Trainergespann macht einen super Job.
Kohfeldt, Borowski, Horsch und Vander scheinen den Laden richtig gut im Griff zu haben.

In meinen Augen hat sich unter Kohfeldt jeder Spieler verbessert.
Abgesehen von Robert Bauer fällt mir niemand ein der sich verschlechtert hat. Und bei Bauer sehe ich eher ein persönliches Formtief welches mit seiner Verletzung aus der letzten Saison zu tun hat. Da kann unser Trainergespann nun nichts für.
Aber ansonsten sind alle besser geworden.
Sowohl taktisch als auch physisch und mental. Die Mannschaft bricht bei einem Rückstand nicht auseinander. Jeder kämpft für jeden. Niemand möchte sich geschlagen geben und frisst auch wenn es weh tut noch nötige Meter Rasen für den Sieg. Und nach dem Spiel hat man nie das Gefühl, dass die Mannschaft aus dem letzten Loch pfeift. Ich habe immer das Gefühl, da ist noch Luft für weitere 15 Minuten. Die Mannschaft ist fit!
Dazu die Fähigkeit während eines laufenden Spiels 10 verschiedene Spielsysteme ohne Qualitätsverlust abzurufen und damit ein Spiel noch zu gewinnen. WAHNSINN!

Werder hat mit Kohfeldt alles richtig gemacht. Mehr kann man dazu nicht sagen.
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vigot am 04.04.2018, 11:17
Na, ich bin gespannt.

Erinnert mich doch sehr an die letzte Rückrunde - als Baumann Nouris Vertrag ohne Not vor Saisonschluss gleich für zwei Jahre verlängerte. Das Ende ist bekannt.

Wenn Sie den Artikel wirklich gelesen haben, dann sollten Sie auch verstehen, dass es diesmal mehr "Not" zum verlängern gab.
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alanya_fuchs am 04.04.2018, 11:51
Aus der "Not" heraus hat Werder sìcher nicht verlängert. Ein Trainer muss schon von seiner Aufgabe überzeugt sein. Nur mit dem Gehalt könnten andere Vereine mehr überzeugen. Dieses spielte offensichtlich bei Kohfeldt nur eine Nebenrolle.
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wolfgramm am 04.04.2018, 12:24
Die Laufzeit des Vertrages ist natürlich sinnvoll,und ein Vergleich mit Skripnik und Nouri verbietet sich aus mehreren Gründen.Beide waren kaum bei anderen Vereinen begehrt.Dass Kohfeldt wohl woanders auf dem Zettel steht,steht für mich außer Frage.Leider heißt die Vertragszeit noch lange nicht,dass Kohfeldt in 3 Jahren noch Trainer hier ist.Leider.
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tomausbremen am 04.04.2018, 13:05
Das wirklich Schöne ist, dass den ganzen negativen Nörglern hier Spiel für Spiel die Argumente ausgehen. Kohfeldt ist zusammen mit seinem Trainerstab überragend und über jeden Zweifel erhaben. Sicher, Werder wird auch wieder ein paar Spiele verlieren. Aber die Handschrift von Kohfeldt ist so überzeugend, dass Vergleiche mit Nouri oder Victor hinken. So viel Substanz haben die Vorgänger nichts ins Team eingebracht.

Und die vielen unkundigen, die Baumann als "Lehrling" bezeichnet haben, müssen jetzt ebenfalls dumm aus der Wäsche gucken. Wie gut Baumanns Transferpolitik ist, zeigt sich schon im nächsten Spiel in Hannover.

Denn da werden Moisander (Gelbsperre) und Augustinsson (Verletzung) fehlen. Dafür kommen dann Langkamp und Friedl ins Team - und kein Mensch muss sich Sorgen machen.

Fazit: rosige Aussichten für Werder die nächsten Jahre und gleichzeitig ganz schlechte Zeiten für die ganzen Miesepeter hier...
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Herzraute am 04.04.2018, 13:11
wolfgramm
Leider heißt die Vertragszeit noch lange nicht,dass Kohfeldt in 3 Jahren noch Trainer hier ist.Leider.

Das stimmt zwar, aber es bedeutet auch, dass Werder eine Ablösesumme bekommt wenn er vorzeitig geht. Ist also auch nicht verachtenswert und ein feiner Zug von Kohfeldt sich darauf auch so einzulassen. Er hätte ja selbst nur einen zwei Jahresvertrag fordern können um sich dann größeren Aufgaben als Werder zu widmen.
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wolfgramm am 04.04.2018, 20:28
@Herzraute-Leider schon wieder so eine negative Rangehensweise.Warum kann man nicht mal daran glauben,dass Kohfeldt langfristig(es müssen ja keine Schaaf oder Rehhagel-Zeiten sein) hier etwas aufbaut und nicht gewillt ist schon bald sich "größeren" Aufgaben widmen zu wollen.Sowohl Trainer als auch Spielern muss man eine Perspektive bieten,dann könnten diese sich auch sicher einen längeren Verbleib vorstellen.Etwas mehr Risiko in finanziellen Dingen sind dann wohl nötig,heißt nicht,dass man sich so wie HSV verschulden muss.
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WERDER2016 am 04.04.2018, 21:03
Auch auf die Gefahr hin, hier als "Miesepeter" betitelt zu werden, aber mir geht dieser Hype entschieden zu schnell. Es tut sehr gut, Werder im Moment spielen zu sehen und auch die damit einhergehenden positiven Begleiterscheinungen sind derzeit Balsam für die in den letzten Jahren geschundene Fanseele.

Ich würde gerne in einem Jahr oder nach der nächsten Saison sehen, wie es gelaufen ist und dann ein genaueres Fazit ziehen. Im Fußball kann alles schneller gehen als man denkt: 96 mit einem ebenfalls taktisch pfiffigen Breitenreiter hat jetzt 5 Spiele hintereinander verloren und man darf gespannt sein wie das weitergeht.

Florian Kohfeldt hat mit der U 23 ebenfalls einen sensationellen Saisonstart hingelegt und danach, bevor er befördert wurde, 8 Spiele nicht gewonnen. Also auch solche Phasen sind durchaus möglich und es stellt sich die Frage, was dann passiert. Die positive Grundstimmung und die Lockerheit dürften aber auf jeden Fall vorbei sein und es ist zu hoffen, dass Werder nicht wieder auf solche Art in die Saison startet. Sich jetzt hinzustellen und zu behaupten, bei Kohfeldt ist das ganz anders, halte ich für naiv.
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Netzorath am 04.04.2018, 22:03
Das wirklich Schöne ist, dass den ganzen negativen Nörglern hier Spiel für Spiel die Argumente ausgehen. Kohfeldt ist zusammen mit seinem Trainerstab überragend und über jeden Zweifel erhaben. Sicher, Werder wird auch wieder ein paar Spiele verlieren. Aber die Handschrift von Kohfeldt ist so überzeugend, dass Vergleiche mit Nouri oder Victor hinken. So viel Substanz haben die Vorgänger nichts ins Team eingebracht.

Und die vielen unkundigen, die Baumann als "Lehrling" bezeichnet haben, müssen jetzt ebenfalls dumm aus der Wäsche gucken. Wie gut Baumanns Transferpolitik ist, zeigt sich schon im nächsten Spiel in Hannover.

Denn da werden Moisander (Gelbsperre) und Augustinsson (Verletzung) fehlen. Dafür kommen dann Langkamp und Friedl ins Team - und kein Mensch muss sich Sorgen machen.

Fazit: rosige Aussichten für Werder die nächsten Jahre und gleichzeitig ganz schlechte Zeiten für die ganzen Miesepeter hier...

Dem ist eigentlich gar nix hinzuzufügen, auch was Baumann angeht. Im Auftreten muss er noch besser werden. Aber wichtiger ist, was er leistet, und das ist immens.
"Ich bin sehr zufrieden mit der Besetzung des Trainers."
Meine Meinung, aber interessanter und wichtiger: In dem Fall hat es Max Kruse gesagt, dem man das abnehmen kann. Und da Kohfeldt jetzt schon einen enormen Ruf hat - wenn man hört, was Leute wie Sammer oder Hamann sagen, und wie einer wie Kovac ihn erkennbar schätzt - wird sich mancher Spieler wieder an die Weser trauen, zumal, siehe @Bentlei, die wollen wieder was erreichen. Das ist nicht mehr der Beamtenverein, als der er mir manchmal erschien in den letzten Jahren.
Manchmal muss ich mich noch kneifen, aber macht nichts.
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ChristianBremen am 05.04.2018, 00:33
"Wir sind davon überzeugt, dass er mit seinem Trainerteam in Zukunft diesen positiven Weg fortführen wird."

Genau dieser Überzeugung war man doch auch bei Nouri im letzten Jahr: Kurz vor dem Ende der Rückrunde wurde er dann mit einem 2-Jahresvertrag ausgestattet - und dann gings bergab.

Ich schätze Kohfeldt, aber: Wäre nicht besser, der Verein würde einfach mal nach dem Leistungsprinzip die Vertragsdauer der Trainer gestalten - und nicht nach dem Prinzip Hoffnung?
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tomausbremen am 05.04.2018, 07:52
@Netzorath

Ich erkenne nicht, dass Baumann etwas im Auftreten ändern muss. Er wirkt vom Grundsatz aufrichtig und authentisch. Seine ruhige und unaufgeregte Art empfinde ich als angenehm im Gegensatz zu den vielen (unerträglichen) Selbstdarstellern in dieser Branche.

Baumann ist vielleicht nicht der eloquenteste Mensch auf dieser Welt, zugegeben. Aber das ist auch nicht notwendig. Jedenfalls ist mir einer lieber, der intern einen guten Job macht und vielleicht denn einen oder anderen kleinen Mangel in der Außendarstellung hat. Als z.B. einer wie R. Dutt. Der konnte dir theoretisch geschickt die ganze Welt erklären - aber hat praktisch nichts hinbekommen...
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Werderland am 05.04.2018, 08:35
Es sieht momentan alles danach aus, als ob Florian Kohfeldt der richtige Mann ist. Er liefert auf dem Platz, und was er sagt, hat Hand und Fuss, er darf hier völlig zurecht abgefeiert werden. Auch Frank Baumann ist zu wünschen, dass endlich einmal eine Vertragsverlängerung sitzt.

Dennoch bleibe ich dabei und bin sicher, dass die Arbeit der beiden erst im Spätherbst seriös beurteilt werden kann. Insofern ist diese Vertragsverlängerung sehr früh, etwas mehr Gelassenheit hätte nicht geschadet. Es wurde in der Presselandschaft gestreut, dass es Angebote aus der Liga gegeben habe. Das ist gut möglich. Es ist aber auch ein Zeichen mangelnden Vertrauens in die Seriösität und Ehrenhaftigkeit von Florian Kohfeldt, wenn man Angst davor hat, dass er den Verein schon jetzt wieder verlassen und nach Größerem streben könnte. Darin steckt viel Misstrauen, man unterstellt ihm damit eine latente "Söldnermentalität" (um es in der Sprache der Kampfrhethoriker hier im Forum auszudrücken). Das hat er m.E. nicht verdient.

Die Vertragsgestaltung ist wohl branchenüblich, die Frage weiter oben nach der Leistungsorientierung ist allerdings sehr berechtigt. 1 Mio sicher, 200T erfolgsabhängig - das sind, je nach Sichtweise, zwischen 16 und 20% nach Leistung, und das in der Eliteliga. Da wird auf jeden Fall erstmal unsere tiefsitzende Bremer Beamtenseele befriedigt - was man hat, hat man.

Man darf sich schon fragen, warum dieser leistungsbezogene Anteil so gering ausfällt. Warum bietet man einem Trainer nicht hohe Prämien für Erfolge an, bei moderatem Grundgehalt? Vielleicht läuft die nächste Bundesligasaison so verrückt, dass wir Vierter werden und CL spielen dürfen - warum sollte Florian Kohfeldt in einem solchen Falle nicht auch 2 Mio verdienen? Oder 1,5 für die Europaleague oder so.

Aber vielleicht hat Frank Baumann die Verträge ja schon längst so gestaltet, er sagt es nur nicht. In dem Fall nehme ich alles zurück.
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magic_news am 05.04.2018, 10:09
Unter Kohfeld zu trainieren heisst Spielsysteme und Siegeswillen lernen. Werder wird zu einer Visitenkarte grossen Fussballs was für Spieler sehr wichtig ist.
Wäre Kohfeldt etwas früher gekommen, so hätten Gnabry und Petersen nicht gewechselt. Aber Werder reizt neue Spieler von Format, und das ist gut so.
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Netzorath am 05.04.2018, 12:50
@tomausbremen
Doch, kann er. Z.B. kann er einen Spieler, der keine "Soforthilfe" ist, auch nicht als solche bezeichnen. Die Fähigkeit sollte er haben, dass man ihm glauben kann, was er sagt. Oder die Vorstellung Kohfeldts als nicht gerade beste Lösung, das war doch eine Katastrophe. Da hat er ganz viel Nachholbedarf. Eloquent finde ich ihn schon, ausdrücken kann er sich doch, als Spieler schon.
Und was Robin Dutt angeht, der hat sehr wohl was hinbekommen, nämlich in seiner ersten Saison die Ausbeute von Schaaf aus der Vorsaison von unterirdischen 34 Punkten, Rettung am vorletzten Spieltag, verbessert auf 39 Punkte (mit sogar geschwächtem Kader) und mit dem Abstieg praktisch nichts zu tun gehabt. Und damit den jahrelangen Trend unter Schaaf von immer weniger Punkten gebrochen, wird leider immer wieder vergessen. Aber ist doch Schnee von gestern. Nur: wenn schon davon anfangen, dann bitte wenigstens richtig.
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Netzorath am 05.04.2018, 13:07
>Dennoch bleibe ich dabei und bin sicher, dass die Arbeit der beiden erst im Spätherbst seriös beurteilt werden kann. Insofern ist diese Vertragsverlängerung sehr früh, etwas mehr Gelassenheit hätte nicht geschadet.

Nee, da muss ich Ihnen dieses Mal energisch widersprechen, diese Dringlichkeit war geboten, gerade auch, was die Vertragsdauer angeht. Gelassenheit hätte dazu geführt, dass andere Klubs handeln, die nicht so viel Zeit brauchen zu erkennen, was für ein Trainer Kohfeldt ist. Und das hätte ihn dann zu Recht bewogen, die gebotene Chance wahrzunehmen, zumal bei einem Klub mit größeren Möglichkeiten, als sie Werder bietet. Mich hat jedenfalls die Tatsache sehr beunruhigt, dass Sammer wieder bei Dortmund ist bei deren Trainersituation, und der hatte das wie auch sein Skykollege Hamann längst begriffen und mich in meiner Sichtweise Kohfeldts sehr bestärkt.
Es ist zweimal schiefgegangen mit der vorzeitigen Verlängerung, das kann man nicht bestreiten, davon darf man sich aber nicht lenken lassen, das sind Situationen, die nichts miteinander zu tun haben.
Und was "unsere tief sitzende Bremer Beamtenseele" angeht, die hier befriedigt sein soll oder nicht, das mag auf Sie zutreffen, aber sorry, ich hab gerade nochmals in mich hineingehorcht und festgestellt: ich hab so was nicht.
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wolfgramm am 05.04.2018, 17:51
@Netzorath-Im Fall Robin Dutt kann ich Ihnen nur zustimmen,finde ich gut,dass Sie ihn hier verteidigen.In Bochum leistet er gerade auch keine schlechte Arbeit.Auch Nouri hat einiges zum positiven bewegt,einziger völliger Fehlgriff war Skripnik.Bei Nouri hoffe ich und glaube ich,dass er woanders noch eine Chance bekommt.Auch bei Baumann denke ich ähnlich,er macht sich eine relativ gute Arbeit durch manche dämliche Aussagen kaputt.Aber kann ja noch was werden...
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tomausbremen am 06.04.2018, 07:46
@tomausbremen
Doch, kann er. Z.B. kann er einen Spieler, der keine "Soforthilfe" ist, auch nicht als solche bezeichnen. Die Fähigkeit sollte er haben, dass man ihm glauben kann, was er sagt. Oder die Vorstellung Kohfeldts als nicht gerade beste Lösung, das war doch eine Katastrophe. Da hat er ganz viel Nachholbedarf. Eloquent finde ich ihn schon, ausdrücken kann er sich doch, als Spieler schon.
Und was Robin Dutt angeht, der hat sehr wohl was hinbekommen, nämlich in seiner ersten Saison die Ausbeute von Schaaf aus der Vorsaison von unterirdischen 34 Punkten, Rettung am vorletzten Spieltag, verbessert auf 39 Punkte (mit sogar geschwächtem Kader) und mit dem Abstieg praktisch nichts zu tun gehabt. Und damit den jahrelangen Trend unter Schaaf von immer weniger Punkten gebrochen, wird leider immer wieder vergessen. Aber ist doch Schnee von gestern. Nur: wenn schon davon anfangen, dann bitte wenigstens richtig.

Ich stimme nicht zu! Und es muss auch nichts "richtig gestellt" werden. Meine Meinung ist eben eine andere.
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Netzorath am 06.04.2018, 12:53
Uneinsichtigkeit pur, nenne ich das. Sie meinen, er hat keine 39 Punkte geholt oder was, und nicht Schaafs Trend von immer weniger Punkten gebremst? Das sind Fakten, die ich nenne, und keine Meinungen.
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