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09.12.2018
Kommentar zu Werders Aufstellung

Lasst die Jungen ran!

© nordphoto


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Werders 3:1 gegen Düsseldorf habe ich im Gemeindehaus einer Bremer Kirche geschaut. Das Publikum ist im Durchschnitt etwas älter, es besteht aus Sympathisanten, würde ich sagen, keinen Fanatikern, die Stimmung ist positiv entspannt.

In der 76. Minute brandete Applaus auf, es kam plötzlich Stimmung in den Saal, obwohl kein Tor gefallen war oder Jiri Pavlenka eine Großchance vereitelte. Ein Spieler wurde eingewechselt, Josh Sargent kam für Milot Rashica. Die Menschen applaudierten, weil da ein extrem junger und sehr talentierter Spieler kam. Einer, der Spaß verspricht und Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft macht. Und ein wenig löste er das ja auch gleich ein, indem er mit seinem ersten Ballkontakt in seinem ersten Spiel sein erstes Tor erzielte.

Es ist mutig, in einem wichtigen Spiel auf junge Spieler zu setzen. Aber es kann sich auch lohnen, mutig zu sein. Gegen Düsseldorf spielte der 25-jährige Kevin Möhwald statt des 30-jährigen Nuri Sahin. Milot Rashica stürmte, für den 22-Jährigen blieb der 26-jährige Florian Kainz auf der Bank. Und Sargent, junge 18 Jahre alt, kam als Joker, um mit seinem Tor zum 3:1 das Spiel zu entscheiden.

Lethargisch, statisch, lahm

Ja, richtig, zuvor hatte Martin Harnik die wichtige Führung zum 2:1 erzielt, und der ist immerhin schon 31 Jahre. Der gezielte Schuss auf das Tor, von Düsseldorfs Torwart Michael Rensing direkt vor Harniks Füße gelenkt, kam aber von Johannes Eggestein. Auch er ist erst 20 Jahre alt.

Die Bremer Auftritte zuvor in der Serie von fünf Bundesligaspielen ohne Sieg wirkten etwas lethargisch, statisch, mitunter lahm. Rashica, Sargent, Möhwald, Johannes Eggestein, sie alle haben sichtbar Frische in Werders Spiel gebracht, also das, was zuletzt fehlte.

Einige der getroffenen Personalentscheidungen resultierten aus Problemen der aktuellen Situation. Ohne die Erkrankung Yuya Osakos hätte Rashica ziemlich sicher nicht in der Startelf gestanden. Er wäre dann wiederum eingewechselt worden, und nicht Sargent. Der Erfolg gegen Düsseldorf zeigt aber, dass der Mut, auf junge Spieler zu setzen, wichtig und richtig sein kann. Vielleicht ist das ein Signal für den Rest der Saison: Lasst die Jungen ran!

am 09.12.2018, 09:06
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alanya_fuchs am 09.12.2018, 09:22
Der Erfolg gegen Düsseldorf zeigt aber, dass der Mut, auf junge Spieler zu setzen, wichtig und richtig sein kann.

Wenn man richtig liest, liegt die Betonung aus "sein kann".
Es gibt also keine Garantie. Also überlassen wir diese Entscheidung doch einfach dem jungen verantwortlichen Trainer. Auch der macht noch einen Lernprozess durch, wie die jungen Spieler auch.
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1-Werder am 09.12.2018, 10:41
Die 5 hochgestreckten Daumen symbolisieren, dass die Mehrheit auf Ihrer Seite ist, @a_f. Selber vertrete ich die Meinung, dass der WK-ChS-Beitrag mit der Formulierung "richtig sein kann" nicht abwegig ist. Es ist die Meinung des Verfassers und erhebt keinen Anspruch, dass F. Kohfeldt es umzusetzen hat, wie die Empfehlungen/Kommentare aus dem Foristen. Selber bin auch ich seit langem der Meinung, dass Werders jungen Talente zu lange in der 2ten Mannschaft oder auf der Bank auszuharren haben. Zugegeben, eine subjektive Wertung von aussen. Andere Trainer haben, zugegeben in einer hochkarätigeren Umgebung, eher den Mut, auf die Jungend zu setzen, z.B. L. Favre. Warum nicht den Schritt auch in Bremen wagen, Youngster einmal von Beginn einzusetzen; es müssen nicht gleich drei 18 bis 20 Jährige zeitgleich sein. Dem Argument, junge Spieler können bei Ablieferung schlechter Leistungen rasch demontiert werden, halte ich entgegen, dass sich nur die Stärksten (psychisch/physisch/spieltechnisch) langfristig durchsetzen werden. Das Leistungsprinzip bringt es mit sich und rechtfertig nur so die hohen Saläre. Und ob die Motivation der Youngster gesteigert wird, wenn man auf in letzter Zeit formschwache ältere Spieler setzt, vermag ich auch zu bezweifeln.
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am 09.12.2018, 11:05
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
alanya_fuchs am 09.12.2018, 11:06
Es ist die Meinung des Verfassers und erhebt keinen Anspruch, dass F. Kohfeldt es umzusetzen hat.

Ich bin mir der Bewertung eines Kommentars durchaus bewusst. Auch ich habe nur einen Kommentar verfasst, der lediglich meine Meinung darstellt und keinen Trainer nötigen soll, dem zu folgen.
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oldkarzwortel am 09.12.2018, 09:42
Die Altersstruktur von Werder erfordert eine kluge Planung für die nächsten jahre, sonst könnte das nach hinten losgehen. Daher glaube ich das die Verpflichtung von Ü30 Jährigen beendet sein sollte. Ich kann mir vorstellen, dass die Verantwortlichen das genau wissen und einen Plan haben.

Was ich aber nicht verstehe, sind die fortwährenden Einsätze von Pizza. Beim ersten Einwechseln in dieser Saison hatte das einen positiven Effekt, aber danach verliert das von Einsatz zu Einsatz seine Wirkung. Ganz im Gegenteil, Spieler wie Kainz oder Rashica verlieren die Perspektive und die Lust. Auch die Gegenspieler verlieren den Respekt und erkennen zunehmend seine Schwächen.
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richardkiehm am 09.12.2018, 09:50
kann ich nur beipflichten , auf diese weise wird pizza nur demontiert ( ab beginn )
er nimmt den jungen den platz und der einwechseleffekt verpufft
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Werderstern68 am 09.12.2018, 11:50
Also immer wenn Pizarro eingewechselt wurde hatte er in den verbleibenden max. 20 Minuten stets eine Torchance. Zudem bindet er Spieler des Gegners und unsere Spieler haben dadurch mehr Freiräume daher sehe ich das anders.
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oldkarzwortel am 09.12.2018, 13:11
Sie glauben also, das ein eingewechselter Kainz an der Seitenlinie steht und zuschaut, oder bindet er nicht doch vieleicht den einen oder anderen Gegenspieler und schaft Freiräume für seine Mitspieler.
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MachEtOtze am 09.12.2018, 09:50
Ich denke das Kohfeldt an diesem Spieltag auch einfach mal ein richtig gutes Näschen für die Aufstellung hatte. Und natürlich hatte er auch Mut! Möhwald anstelle von Sahin zu bringen hat sich absolut bezahlt gemacht. Und für "Mö" hat es mich sehr gefreut. In der Vorbereitung noch wegen einer Verletzung zurückgeworfen und in einigen Spielen nicht mal im Kader stehend, hat er im Training weiter hart an sich gearbeitet und eine richtig gute Leistung abgeliefert. Da gibt es andere Spieler, die sieht man danach gar nicht mehr im Team oder im Kader, da sie so eine Nicht-Berücksichtigung erst einmal verarbeiten müssen. Er hat die Bälle gefordert! Und mit welcher Entschlossenheit er den Ball zum 1-0 reingenagelt hat zeigt, dass er gut drauf ist und es richtig war auf ihn zu setzen.

Mit Düsseldorf hatte man natürlich auch den passenden Gegner zum richtigen Zeitpunkt, um wieder etwas mehr am Selbstvertrauen zu arbeiten. Aber das ist der Mannschaft gelungen, auch mit den jungen Leuten.
Mit Rashica und nachher auch Sargent hat Werder im Angriff mehr Tempo aber vor allem auch Kreativität (Rashica). Jetzt kommt mit Dortmund natürlich der Ligaprimus und ein richtig dickes Brett.
Allerdings ist Werder spielerisch sicherlich stärker einzuschätzen als Schalke 04, die gestern ja teilweise ohne echten Stürmer gespielt haben.
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Netzorath am 09.12.2018, 12:02
Ich beneide die MW-Redakteure nicht, die sich offenbar täglich mehrere Artikel einfallen lassen müssen derzeit. Vielleicht lassen wir dennoch mal die Kirche im Dorf?
Lethargisch, statisch, mitunter lahm waren die letzten Spiele außer dem in Mainz nicht. Man muss auch mal akzeptieren, dass ein Gegner wie der Tabellenzweite und erst recht Bayern München besser waren. aber mit solchen Feststellungen kann man wohl kein Aufsehen erregen, sondern mit maßlos übertriebenen Kritiken. Es ist eigentlich nur normal, dass man mal einen Hänger hat imLaufe einer Saison.
Rashicas Leistungen zuletzt waren undiskutabel. Und J. Eggestein war ja bei den „lethargischen, mitunter lahmen“ Partien dabei. Gerade sein Beispiel zeigt, wie behutsam man diese Spieler aufbauen muss. Und mal abgesehen davon, dass die ausgewechselten Spieler dafür gesorgt haben, dass der Gegner etwas müde gespielt war, als die Jungen kamen, waren es Augustinsson, der viel gescholtene Klaassen und der 31jährige Harnik, die in erster Linie für die Tore verantwortlich zeichneten. Einen Schuss wie den von Jojo unbedrängt von der Strafraumgrenze sollte man einem Talent schon zutrauen dürfen, und dass Sargent – ich überspitze jetzt mal ganz bewusst - der Ball auf den Kopf fiel und er kaum noch ausweichen konnte, war eben das Verdienst von Klaassen und des alten Harnik, der den Zweikampf unmittelbar vor dem Tor gegen mehrere Gegner gewann, so dass Rensing nur noch so schlecht abwehren konnte. Daher, alanya_fuchs hat Recht: Wir können unserem Trainer vertrauen, er weiß ganz offensichtlich, wann es Zeit ist, die von ihm selbst am meisten geschätzten Talente zu bringen. In die Startelf in Dortmund gehört Sargent sicher noch nicht.
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Nomolas am 09.12.2018, 13:26
Immer wieder erfrischend, dass es hier noch Objektivität gibt. 😊
Danke dafür. Auch @alanya_fuchs

Wie ich schon vor ein paar Tagen geschrieben habe, scheint es bei der Bewertung der Leistungen nur noch schwarz und weiß zu geben. Sowohl bei Medien, als auch bei Anhängern.
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Sweetwater am 09.12.2018, 13:45
Und zurecht!
Schwarz oder weiß sind die einzigen richtigen Maßstäbe. Immer wieder der Versuch "positive Ansätze" bei fiesen Niederlagen herauszukehren, um das Versagen irgendwie zu kaschieren, ist kontraproduktiv. Am Ende des Tages spricht eh die Tabelle die einizge und gültige Wahrheit. Wenn ein Spiel von Werder mit einer Niederlage endet, dann war auch alles schlecht. Egal wieviel Torchancen sich erarbeitet wurden, egal wie schnell das Umschaltspiel erfolgte, egal wie gut die Außenstürmer die gegenerische Innenverteidung auseinanderzog und Räume schuf, alles nur loses Beiwerk weil ein zählbarer Erfolg ausblieb, so einfach liegen manchmal die Dinge im Fußball.
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joey65 am 09.12.2018, 14:26
Ich denke allerdings, dass dieses Forum nicht repräsentativ die "Stimmung der Volksseele" spiegelt.
Authentischer finde ich die Videointerviews der Fans nach den Spielen am Stadion (zu sehen bei der Konkurrenz, Deichstube bzw. Kreiszeitung).
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wolfgramm am 09.12.2018, 13:52
@Netzorath-Sie schreiben,dass man es Kohfeldt entscheiden lassen sollte,welches Talent er einsetzen sollte.Gleichzeitig schreiben Sie,Sargent solle nicht in die Startelf.Ich sehe es eher wie @1-Werder,dass man etwas zu lange wartet,bis man die "Jungen" mal ranläßt.Sargent würde ich in Dortmund auch nicht in die Startelf stellen,aber sollte er jetzt wieder auf die Tribüne müssen,würde ich das nicht motivierend finden.Natürlich hätte das Tor jeder gemacht,er hat aber nun mal diesen Torriecher,anders als Rashica,Kainz usw.Der Spielertyp fehlt im Kader und kann in bestimmten Situationen wichtiger sein als die erwähnten Rashica,Kainz usw.In Dortmund muss man den offenen Schlagabtausch suchen,genau wie in den restlichen Partien gegen Hoffenheim und Leipzig,kein Spiel wird mit wenigen Toren enden.Natürlich entscheidet unser Trainer,aber das Forum ist dazu da,seine eigene Ansicht zu äußern.
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Greenkeeper10 am 09.12.2018, 13:25
Das Gute daran ist doch, dass die Liga die Jungen noch nicht so gut kennen. Andere können auch mal eine Pause bekommen. Also kein Welpenschutz mehr rein ins Wasser und durchbeißen lassen
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klube am 09.12.2018, 23:58
Naja, was heißt lasst die Jungen ran. Entscheidend war wohl eher nicht das gegen Düsseldorf einige jüngere Spieler ran durften, wohl eher daran das die 2. Reihe mal ran durfte bzw. notgedrungen musste.

Ich denke es ist grundsätzlich immer eine gute Idee nach einer Negativserie mal Leute spielen zu lassen die diese Negativserie nicht zu verantworten haben. Die sind dann einfach freier im Kopf.

Mit jung oder alt hat das eher nichts zu tun, gegen Nürnberg war Rashica und gegen Leverkusen Friedel unterirdisch. Da haben die Jungen also überhaupt nicht gezogen. Umgekehrt war Harnik gegen Düsseldorf mit seinen 31 Jahren der Matchwinner weil der nicht nur das 2:1 sondern im Prinzip ja auch das 3:1 gemacht hat.
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