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Rasenreport
18.02.2019
Werders Allzweckwaffen

Lass das mal die Joker machen

© Nordphoto


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Gegen Hertha hat es geklappt. Wieder einmal. Der späte Treffer von Claudio Pizarro war bereits das zehnte Jokertor für Werder in dieser Saison. Lediglich Borussia Dortmund (14) und Borussia Mönchengladbach (11) haben noch mehr Erfolg eingewechselt. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte es Werder gerade einmal auf zwei Törchen gebracht und war damit klar Letzter im ligaweiten Vergleich. Aktuell sticht besonders Pizarro hervor, der bereits drei Treffer markiert und ein Tor vorbereitet hat. Ähnlich wirksam waren sonst nur Johannes Eggestein (2/2) und Josh Sargent (2/0).

Dass Werder diese Vielzahl an Jokertreffern vorzuweisen hat, hängt auch mit einer negativen Erscheinung zusammen. So lag die Mannschaft von Florian Kohfeldt in exakt der Hälfte aller Spiele zumindest zwischenzeitlich zurück und musste so meist per Kraftakt versuchen, überhaupt noch Zählbares zu ergattern. Wenig verwunderlich, dass dafür auf frisches und zusätzliches Offensivpersonal zurückgegriffen wurde. Der Ertrag war durchwachsen: Hatte sich Werder einen Rückstand eingehandelt, gab es noch nicht einen einzigen Sieg. Stattdessen reichte es gerade einmal zu vier Unentschieden (sieben Niederlagen). Besser sieht es bei eigenen Führungen aus, die in acht Fällen auch nach 90 Minuten noch Bestand hatten (drei Remis).

Florian Kohfeldt darf sich allerdings nicht nur auf sein „goldenes Händchen“ verlassen, die Moral und der Glaube an die eigenen Stärken stimmen insgesamt in seiner Mannschaft. Gleich in fünf Partien bejubelten die Bremer noch in der Phase nach der 85. Minute – in der „Crunchtime“, wie es neudeutsch heißt – einen eigenen Treffer, in der Nachspielzeit sogar gleich drei Mal. Kurioserweise war dies stets auswärts der Fall (in Frankfurt, Freiburg und Berlin). Als besonderes Bonbon gab es zudem das DFB-Pokalspiel in Dortmund, wo ­Pizarro und Martin Harnik als Joker glänzten – Letzterer hatte bereits in der Runde zuvor doppelt nach seiner Hereinnahme getroffen, Johannes Eggestein zudem in Worms.

Aber es gab auch schlechte Erfahrungen mit Schlussphasen. In beiden Duellen mit dem 1. FC Nürnberg wurde Werder selbst spät erwischt und vergab wichtige Liga-Punkte. Darüber hinaus wurde kurz vor Weihnachten in Leipzig nach einer vorherigen Aufholjagd noch ein Remis verspielt.

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