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09.02.2019
Image-Korrektur des Kapitäns

Kruse 2.0

© nordphoto


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Dass Max Kruse nicht mehr Max Kruse ist, hat offenbar noch nicht jeder mitbekommen. Vergangenen Dienstag war Thomas Hitzlsperger als Experte zum Pokalspiel Dortmund gegen Werder im Studio der ARD. Hitzlsperger, der den Fußball klug und anschaulich erklärt, statt mit Zuspitzungen zu provozieren, entwarf mit zwei Bemerkungen eher nebenbei ein Bild, wie Kruse in Fußballkreisen offenbar noch immer gesehen wird. Er sei manchmal ein wenig „faul“ sagte Hitzlsperger zunächst. Später, vor dem entscheidenden Elfmeter im Elfmeterschießen, bot er Moderator Alexander Bommes eine Wette über zehn Euro an, dass Kruse den womöglich alles entscheidenden Elfer lupfen würde.

Als Moderator Bommes diese Anekdote nach Ende des Spiels vor der Kamera erzählte, war Florian Kohfeldt bereits im Studio. Kohfeldt schüttelte dazu heftig den Kopf. Kruse hatte den Elfmeter sehr seriös ins untere linke Eck gewuchtet, statt ihn in der Art eines Zockers zu lupfen, und Werder hatte dadurch das Viertelfinale erreicht. Die Beschreibungen, die Kruse im Fernsehstudio verpasst bekam, stehen im Widerspruch zu dem Bild, das Werder von Kruse entwirft. In Bremen arbeiten alle im Klub mit, Kruse als eine Art Kruse 2.0 darzustellen. Als einen, der sich gehäutet hat und nun im neuen Gewand daherkommt. Aber außerhalb Bremens hat das eben noch nicht jeder mitbekommen.

Sportlich, das lässt sich anhand von Daten ganz gut belegen, ist Kruse wieder auf dem Weg zur Bestform. Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann hat zuletzt öfter den etwas sperrigen Begriff der „talentfreien Arbeit“ benutzt. Zusammengefasst sind das Elemente, die mit Kruses Spiel auf den ersten Blick wenig gemein haben: Laufarbeit, intensive Läufe, Sprints, Zweikampfführung. Die Grundlagen des Spiels, die von der Kreisliga bis zur Champions League gleich sind und die einen durchschnittlichen von einem sehr guten Spieler nicht besonders unterscheiden.

Kruses Aufschwung in Zahlen

Bei Kruse haben sich nicht nur alle relevanten Zahlen im Durchschnitt zum Teil signifikant verbessert, auch in der Spitze sind die Werte deutlich besser. Bis zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach in der Hinrunde, dem Tiefpunkt der Mini-Krise, kam Kruse auf 10,13 Kilometer Laufleistung pro Spiel und 21,6 Sprints. Er bestritt 7,2 Zweikämpfe pro Spiel und gewann davon 38 Prozent. In den folgenden Spielen erhöhte Kruse jeden einzelnen Wert, er kam nun auf 10,75 Kilometer, auf 27,1 Sprints, und er bestritt neun Zweikämpfe, von denen er 50,2 Prozent gewann.

In drei Spielen, die nach dem tristen 1:3 gegen Gladbach im November vergangenen Jahres folgten, war Kruse seither der Spieler mit den meisten Sprints, in zwei weiteren Partien der mit den meisten Ballaktionen. Die Indikatoren lesen sich vermeintlich klein und nichtig, haben in der Summe aber einen großen Einfluss auf Kruses und damit unmittelbar auch auf Werders Spiel. Kruse ist und bleibt der wichtigste Spieler im Konstrukt und nur ein ebenso spielfitter wie gut eingebundener Kapitän hilft Werder bei der Verwirklichung der hohen Ziele.

Persönlicher Rekord gegen den BVB

Vorläufiger Höhepunkt des Leistungsanstiegs war sein monströs gutes Spiel gegen Dortmund. In acht relevanten Kategorien erreichte Kruse den Bestwert, mit 109 Ballaktionen stellte er einen persönlichen Rekord in einem Pflichtspiel auf. Selbst auf die regulären 90 Minuten heruntergebrochen hätte das noch 82 Ballaktionen entsprochen – als Angreifer und gegen einen Gegner wie den BVB eine unglaubliche Zahl.

Dass Werder das Viertelfinale erreicht hat, lässt sich auch an Kruses grandioser Leistung festmachen. Das Erreichen des Saisonziels, der Europa League, wird nur möglich sein, wenn Kruse die Rückrunde weiterhin auf dem Niveau spielt, wie das bisher der Fall ist. Das belegt aber, wie sehr die Mannschaft noch immer von seiner Leistung abhängig ist. Im Sommer läuft Kruses Vertrag aus, natürlich wollen Frank Baumann und Kohfeldt unbedingt, dass er ihn verlängert. Um das zu erreichen, arbeitet Werder auch daran, dass Max Kruse nicht mehr als Max Kruse gesehen wird.

Kompletter Schutz und totale Loyalität

Hitzlsperger hat deutlich gemacht, wie die Wahrnehmung noch immer ist: Kruse ist ein egoistisches Schlitzohr und Zocker, dem die Ernsthaftigkeit abgeht, wenn sie angebracht ist. Kohfeldt dagegen wird nicht müde zu betonen, wie sehr Kruse in der neuen Rolle des Kapitäns aufgeht. Wie er sich für die Belange der ganzen Mannschaft einsetzt, also das Gegenteil eines Egoisten ist. Eine nächtliche Autofahrt inklusive Unfall, nur wenige Stunden vor dem Training, wurde vom Klub zur nichtigen Bagatelle umgedeutet. Und als Kruse sich vergangenen Sommer Fett absaugen ließ, ohne das mit seinem Arbeitgeber abzusprechen, blieb auch das ohne Folgen. Der Klub hat bis heute keine Stellungnahme abgegeben, der operative Eingriff wird nur hinter vorgehaltener Hand bestätigt.

Werder bietet Kruse, was er woanders nicht bekommen kann: kompletten Schutz und totale Loyalität. Das dürfte ihm kein anderer Verein bieten können. Für eine zweite Karriere im Fußball jedoch braucht er ein seriöses Image, bei Werder helfen alle nach Kräften, sich dieses zu erarbeiten. In Bremen könnte er, so er denn seinen Vertrag verlängert, als gereifter und erwachsener Spieler die Karriere beenden. So könnte er sich Optionen offenhalten, später Trainer zu werden. Das taktische Verständnis habe er, sagen sie bei Werder. Oder er könnte Manager werden. Clever genug sei er, sagen sie bei Werder. Kruse muss nun also nur clever genug sein, seinen Vertrag zu verlängern.

Greenkeeper10 am 09.02.2019, 13:57
Man lass doch Kruse mal in Ruhe jeder ist nun mal anders
An Max mach weiter und lass die reden bleibst trotzdem ein feiner Kerl
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Werderanerfrankfurt am 09.02.2019, 14:01
Für Kruse kann Werder Mal die Schatulle öffnen. Solche Persönlichkeiten stehen jeder Mannschaft gut. Ich könnte ihn aber auch verstehen wenn er geht wenn er ein Angebot eines Clubs bekommen würde der in der Champions-League spielt.
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MargotMadaj am 09.02.2019, 14:05
Ich bin schon seit seinem Wechsel zu Bremen der Meinung , dass Max sich geändert hat. Gut ist, dass er sich nicht verbiegen lässt.
Es ist toll, dass der Verein im hilft sein Image zu verbessern. Aber ich habe immer gesagt, dass die Medien die Schlimmsten sind, die sich anmassen über einen Menschen zu urteilen.
Erkennt einfach mal an, dass man seinen Weg auch anders gehen kann, als wie die Masse es erwartet . (Tolle
Wortwahl als wie)🖐💚🇳🇬💚
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JayJailrat am 09.02.2019, 14:05
Personen die Kruse als "faul",Gambler beim Fussball und/oder sonstige negative Narrative in die Luft Posaunen, kamen und kommen einfach nicht damit klar das Max NICHT dem "Mainstream" unterzuordnen ist. Er ist nicht "Everybodies Darling" und will es auch in Zukunft nicht sein. Er zeigt IMMER, und das auch in der Hinrunde mMn, das der Erfolg des Teams über allem steht. Niemals habe ich erlebt das Kruse sich auf dem Platz als Diva hinstellt oder beleidigt wäre wenn er nicht das entscheidende Tor schießen durfte. Ein absolut falsches Bild was alleine daraus schließen läßt, was gerade bei EX-Fußballern besonders schade ist aufgrund der Erfahrungen mit speziellen Portalen, das informationen tatsächlich immer noch überwiegend aus der Bild gezogen wurden. Das ist für mich die Regenbogenpresse per Excellence. Schade eigentlich. P.S. Sorry Herr Sonnenberg, sollte kein persönlicher "Angriff" sein. Sie können ja nichts dafür ✌
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alanya_fuchs am 09.02.2019, 14:39
Mook, wat du wullt, de Lüüd schnackt doch.
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Kalkleiste am 09.02.2019, 15:23
Liebe Trainerlegenden!

in Moment ist klar belegbar, dass unser Kapitän in einer guten bis sehr guten Form ist! Das freut die Fans des SV Werder Bremen! Aber es wird auch wieder andere Tage geben und dann müssen wir auch zum Kapitän und zur Mannschaft stehen. Für mich persönlich ist es wichtig, dass der bedingungslose Kampf an erster Stelle steht! Aber jeder weiß, die anderen können auch Fußball spielen. Deshalb wird unsere Mannschaft auch Spiele verlieren mit und ohne Kruse! Zu der Entwicklung von Max Kruse ist alles gesagt. Nur das Problem in Deutschland ist, dass man sich nur an das schlechte erinnert und dabei völlig außer Acht läßt, dass Menschen sich verändern.

Was mich persönlich aber richtig nervt ist, dass man in den Sportkanälen ( Doppelpass und O2 Fußball-Talk) nur noch von Bayern und Dortmund redet!

ES GIBT AUCH NOCH ANDERE VEREINE!

Bin gespannt, ob Morgen in den Fußballmedien auch kurz auf die Pokalschlachten eingegangen wird!
Das was unsere Mannschaft an Moral gegen Dortmund gezeigt hat war erste Sahne......!
Bis dann und Lebenslang grün- weiß
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Pit88 am 09.02.2019, 16:06
Du hast völlig recht. Beim Doppelpass wird man wohl noch mal kurz auf den Pokal eingehen, weil es gegen DORTMUND ging.
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Marko am 09.02.2019, 20:10
Max ist Max und dafür das Er 2016 gesagt hat Er hat mit Werder was großes vor, finde ich das sein Weg über 2019 hinaus gehen wird . Solche Leute muss es geben die auch mal anders sind,sonst würde ja nichts mehr los sein, bleib so Max alles schick.
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WERDER2016 am 09.02.2019, 20:54
Tatsächlich, der neue Max Kruse?

Man müsste mal bei St. Pauli, Freiburg und Gladbach nachfragen, wie dort die Wertschätzung des MK gehandhabt wird. Das waren doch eigentlich die Stationen, bei denen er gereift ist und sich auch zum Nationalspieler mit immerhin 16 Einsätzen entwickelt hat. Aus dieser Zeit sind mir keine Eskapaden bekannt. Die hatte er in WOB, wo ein ehemaliger Polizist es nicht verstanden hat, wie man mit solchen Situationen umgeht, um den Medien den Wind aus den Segeln zu nehmen. Diese Ereignisse und dieselbe Einstellung haben auch den Bundestrainer dazu veranlasst, MK nicht mehr zu berücksichtigen.

Was MK bei Werder macht, ist in manchen Situationen nicht vorbildhaft, aber der Verein macht es genau richtig und weiß, dass in der Gesamtsumme mehr auf der Habenseite steht. In den letzten beiden Spielzeiten hat MK wesentlich zum Aufschwung beigetragen und auch in dieser Saison ist er mehr oder weniger nicht zu ersetzen. Positiv kommt hinzu, dass MK offensichtlich keine Diva ist, nur eben ein bißchen anders. Das war er mit Sicherheit schon immer und wird es auch bleiben. Ich sehe da keine Veränderungen in der Person von MK, sondern eher einen Reifungsprozess, der dem zunehmenden Alter geschuldet ist.
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Johnny_Lawrence am 10.02.2019, 16:27
Mein Gefühl sagt mir, dass Kruse im Sommer gehen wird. Wenn er denn hätte verlängern wollen, dann wäre dies schon längst geschehen. Ich gehe davon aus, dass Werder schon länger versucht hat mit ihm zu verlängern. Die wichtigste Personalie und noch ist nichts passiert? Kann ich mir nicht vorstellen. Wie gesagt, ist reine Spekulation meinerseits.
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