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Rasenreport
08.05.2019
Rufer hat Herzinfarkt gut überstanden

„Kiwi“ schießt schon wieder Elfmeter

© nordphoto


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Es war eine spontane Entscheidung. Wynton Rufer hatte mit einer Mannschaft seiner Fußballschule an einem Jugendturnier in China teilgenommen. Danach hätte er direkt zurück in seine Heimat Neuseeland fliegen können, doch Werders Heimspiel gegen Dortmund stand an. „Das wollte ich gerne sehen“, sagt Rufer im Gespräch mit Mein Werder. Also legte die Werder-Legende kurzerhand einen Zwischenstopp in Bremen ein und bereute es nicht. „Die Stimmung im Weserstadion war super. Und dass die Mannschaft nach einem 0:2 zurückgekommen ist, war wirklich stark“, schwärmt der 56-Jährige.

Rufer kommt immer mal wieder nach Bremen, doch der aktuelle Besuch ist nicht ganz normal. Der Europapokalsieger, deutsche Meister und zweifache Pokalsieger weilt erstmals seit seinem Herzinfarkt wieder an der Weser. Dementsprechend groß ist die Freude bei Fans und alten Weggefährten Rufer in bester Verfassung anzutreffen. Es gehe ihm sehr gut, sagt der Mann mit dem Spitznamen „Kiwi“.

Anfang Januar hatte er in der neuseeländischen Stadt Auckland auf offener Straße einen Herzinfarkt erlitten. Ein Ersthelfer reanimierte Rufer, kurz darauf kam der Krankenwagen. Es waren hochdramatische Stunden, doch Folgeschäden hat die Werder-Legende glücklicherweise nicht erlitten. „Mir wurden zwei Stents eingesetzt“, erzählt Rufer. Das sind röhrenförmige Gefäßstützen, die verengte Herzkranzgefäße weiten. Die Ärzte sagten Rufer, dass der Herzinfarkt genetisch bedingt gewesen sei. Er sei topfit, doch so etwas könne jeden treffen, sagt der Ex-Profi. „Schau dir nur Iker Cassilas an.“ Die spanische Torwartlegende, die beim FC Porto spielt, erlitt kürzlich ebenfalls einen Herzinfarkt und bekam einen Stent eingesetzt.

Autogrammkarten für die Kinder

Nach solch einer Operation muss man sich erst einmal schonen, das tat auch Wynton Rufer. Inzwischen spielt er aber schon wieder Fußball. Erst am Sonntag kickte er mit Freunden in Bremen und schoss dabei auch einen seiner legendären Zeitlupen-Elfmeter. In Kürze reist Rufer zurück nach Neuseeland. Mit im Gepäck hat er dann einen Stapel Werder-Autogrammkarten, die er sich am Dienstag nach dem Training in der Kabine abholte. „Für die Kids in der Fußballschule“, sagt er. Claudio Pizarro und Maximilian Eggestein seien bei den neuseeländischen Nachwuchskickern sehr begehrt, an erster Stelle stehe aber Josh Sargent.

Den US-Stürmer entdeckte Rufer im Auftrag von Werder bei einem Turnier in Florida. „Josh und ich haben ein sehr gutes Verhältnis. Wir treffen uns regelmäßig und tauschen uns aus“, erzählt Rufer. Sargent hatte vor der Winterpause mit seinen ersten zwei Bundesliga-Toren einen regelrechten Hype ausgelöst. In den jüngsten neun Partien kam er nur noch zu einem einzigen Kurzeinsatz, doch Rufer betont: „Trotzdem ist die Saison für Josh super gelaufen. Er hat seine ersten Tore gemacht und ist auf einem guten Weg.“

Auch Werders Entwicklung sieht Ozeaniens Fußballer des 20. Jahrhunderts sehr positiv: „Es gibt einen super Kader und einen super Trainer. Werder hat nicht das große Geld, aber macht das Beste daraus.“ Die Qualifikation für die Europa League hält Rufer in dieser Saison noch für möglich. „Natürlich stehen die Chancen nicht so gut, aber es ist doch schön, dass man überhaupt träumen kann“, sagt er und fügt hinzu: „Die Chance ist noch da.“ Im Fußball sei vieles möglich. Dieser Satz wirkt erst einmal abgedroschen, aus dem Munde von Wynton Rufer, der beim „Wunder von der Weser“ gegen Anderlecht eine entscheidende Rolle spielte, bekommen die Worte aber einen besonderen Klang.

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