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Rasenreport
26.04.2019
Düsseldorf-Verteidiger Ayhan

Keine Hilfe für Werder

© Imago Images


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Es wäre ganz spannend, wenn am Sonnabend in Düsseldorf auf der gegnerischen Seite ein Stück Bremer Zukunft zu sehen wäre. Kaan Ayhan, Innenverteidiger bei der Fortuna und Inhaber einer Ausstiegsklausel für den Sommer, soll Interesse geweckt haben bei Werder. Also besser mal genau hinschauen am Wochenende, wer denn da kommen könnte?

Die festgeschriebene Ablösesumme liegt bei 2,5 Millionen Euro, „Bild" brachte vor Kurzem Werder als möglichen neuen Arbeitgeber ins Gespräch und vermeldete kurz darauf bereits eine Übereinkunft mit einem Klub aus der oberen Tabellenhälfte. Welcher es ist? Werder jedenfalls nicht.

Wobei Ayhan intern durchaus diskutiert wurde, und komplett durchgefallen ist er auch noch immer nicht. Allerdings wäre der 24-Jährige, der bereits für Schalke 39 Bundesligaspiele gemacht hat, nur eine Option für den Fall der fixen Qualifikation zur Europa League. Dann wären es sechs bis acht zusätzliche Spiele in der Hinrunde, was ungefähr elf englische Wochen bedeuten würde. Eine Belastung, die Auswirkungen auf den Kader hätte. Aber selbst dann wäre Ayhan nur eine Alternative, heißt es, kein Stammplatzkandidat.

Werders Analyse zur Personalie Ayhan lässt sich knapp zusammenfassen: Sehr gut in der Spieleröffnung, aber Geschwindigkeit ist nicht so da. Im Gesamtpaket bietet der 21-fache türkische Nationalspieler nichts, was die Mannschaft besser machen würde. Da hilft auch der recht moderate Preis nicht.

Kohfeldt unzufrieden mit der Situation

Die häufigen Wechsel in der Innenverteidigung sind ein Beleg für Florian Kohfeldts Unzufriedenheit beim vorhandenen Personal. Und die Personalie Ayhan belegt, vor welchem Problem Werder steht: Bezahlbare Innenverteidiger machen die Mannschaft nicht mehr besser, und die, die sie besser machen würden, sind nur schwer zu bezahlen. Ohnehin gilt der Markt für Innenverteidiger als extrem schwierig.

Vor einem Jahr wäre Ayhan ein Kandidat gewesen, durch die sportliche Entwicklung in dieser Saison ist er es nicht mehr. Nun suchen Frank Baumann und Kohfeldt in einem anderen Segment, dort sucht aber auch zahlungskräftige Konkurrenz. Im Sommer soll ein Innenverteidiger kommen, ob bis Ende der Transferperiode tatsächlich einer kommt, ist deshalb keinesfalls sicher.

Niklas Moisander ist gesetzt, Kohfeldt sieht Moisander mindestens eine weitere Saison auf aktuellem Niveau. Aber wer besetzt den anderen Part?

Milos Veljkovic ist nicht erst seit seiner Gelb-Roten Karten im Ligaspiel in München umstritten. Er gilt intern als lernresistent: Fehler wiederholen sich, eine Entwicklung bleibt aus. Seine Perspektive auf einen Stammplatz in der kommenden Saison ist mau. Veljkovic wird im Verein als Verkaufskandidat gehandelt, falls ein akzeptables Angebot vorgelegt wird. Wahrscheinlicher ist aber, dass Veljkovic auch kommende Saison in Bremen spielt.

Wann wird Friedl verpflichtet?

Sebastian Langkamp wird im nächsten Winter 32 Jahre, die Zukunft gehört ihm nicht. Bleibt Marco Friedl, dem das größte Potenzial bescheinigt wird: Geschwindigkeit, Passspiel, Mentalität, Lernfähigkeit, überall bekommt Friedl gute Noten. Allerdings gehört er ab 30. Juni wieder dem FC Bayern.

Werder, das hat Karl-Heinz-Rummenigge gerade in einem Interview mit Mein Werder betont, wird sich bei Friedl gedulden müssen: „Wir machen jetzt allerdings erstmal unsere Einkäufe und werden anschließend entscheiden, wie wir mit Marco Friedl umgehen werden", sagt Bayerns Vorstands-Vorsitzender. Größere Probleme sind nicht zu erwarten. Es ist eher die Frage wann Friedl fest zu Werder wechselt, nicht ob.

Geplant war, dass Friedl im Laufe der kommenden Saison langsam das Erbe von Moisander als Abwehrchef antritt. Jetzt könnte es sein, dass Moisander und Friedl nebeneinander spielen. Dann wären zwar beide Innenverteidiger Linksfüßer, was für den Spielaufbau grundsätzlich kein Vorteil wäre. Aber es gibt keine Fußballregel, die das verbietet.

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