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07.04.2019
DFL-Geschäftsführer Seifert betont

Kein Solidarfonds für Beteiligung an Polizeikosten

© imago


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DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat nach dem verlorenen Streit um die Kostenbeteiligung von Fußballvereinen an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen heftige Kritik an Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) geübt und dessen Forderung nach einer bundeseinheitlichen Regelung strikt zurückgewiesen. „Die finanzielle Dimension ist im Kontext unseres Gesamtumsatzes in der Tat überschaubar. Was aber klar ist: Es wird niemals einen Solidarfonds geben“, sagte Seifert in einem Interview des Fachmagazins „kicker“ (Montag). „Mit welchem Recht soll die DFL Vereine wie Sandhausen, Freiburg, Heidenheim oder Hoffenheim an einem Polizeieinsatz in einem anderen Bundesland beteiligen?“

Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hatte Ende März geurteilt, dass eine Beteiligung des Veranstalters von Bundesligaspielen an zusätzlichen Polizeikosten grundsätzlich zulässig sei. Auslöser des Streits war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen über rund 400 000 Euro für den umfangreichen Polizeieinsatz beim Nordderby Werder Bremen gegen Hamburger SV im Jahr 2015. Seither sind in Bremen 2,3 Millionen Euro an polizeilichen Mehrkosten aufgelaufen.

Mäurer hatte die DFL jüngst davor gewarnt, die rechtmäßigen Kostenbescheide für Polizeieinsätze auf Werder Bremen abzuwälzen. Nach Ansicht von Seifert müsse jedoch der Verein als Veranstalter für die Kosten aufkommen. „Die DFL hat gar nicht die Möglichkeiten, auf Sicherheitsvorkehrungen dieses Spiels Einfluss zu nehmen“, sagte Seifert. Die DFL ziehe aus diesem Spiel auch keinen Gewinn, da sie knapp 94 Prozent ihrer Milliarden-Umsätze an die Clubs ausschütte.

Vielmehr partizipiere indirekt das Land Bremen durch seine Beteiligung an der Stadiongesellschaft, in deren Aufsichtsrat Mäurer sitze. „Dann zu behaupten, die Gewinne lägen nur bei der DFL, das Land wolle Werder nichts Böses, das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten“, kritisierte Seifert und forderte: „Es wird Zeit, dass Herr Mäurer den Fans des SV Werder die Wahrheit sagt.“

Frank Baumann zeigte sich von den Aussagen des DFL-Geschäftsführers wenig überrascht. „Dass es keinen Solidarfonds geben wird, haben wir die ganze Zeit gesagt“, betonte Werders Sportchef am Sonntagabend und fügte hinzu: „Herr Mäurer ist gefordert. Er wollte uns ja helfen.“

alterwaller am 07.04.2019, 15:06
Hat sich Mäürer also in´s eigene Knie geschossen ?
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Netzorath am 08.04.2019, 11:48
Ach was, lassen Sie sich doch von dem Seifert nicht beeindrucken. Er hat eine grandiose Niederlage gegen die bei der DFL verhassten Bremer Sozis erlitten, und da muss er sich mal Luft verschaffen. Der hat in dieser Sache bisher immer falsch gelegen und tut es weiterhin.
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susanneundjens am 07.04.2019, 15:29
Dem aalglatten Typ glaube ich kein Wort. Der würde 9 Spiele am Wochenende am liebsten an 9 verschiedenen Uhrzeiten spielen lassen. In anderen Ländern gibt es einen solchen Fonds, der überfällig ist. Seifert soll mal ganz ruhig sein und Werder sollte das juristisch genau ausloten. Süß auch das Kleinkindgehabe des völlig unprofessionellen DFB, ich sag nur Grindel, wie ein bockiges Kind Bremen ein Länderspiel wegzunehmen. Zum Fremdschämen.
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philidor am 07.04.2019, 20:13
Die DFL ist ein Verband, in dem die 36 Vereine der 1. Und 2. Liga organisiert sind. Die DFL übernimmt für die Vereine die Spielorganisation, die Lizenzierung und die Vermarktung (z. B. Fernsehgelder). Die Mehrkosten für Polizeieinsätze fallen bislang nur für Bremen an.
Warum sollen die anderen Vereine das mit bezahlen? Die Situation könnte sich erst ändern, wenn andere Bundesländer nachziehen. Die Situation ist aber nicht überall gleich. In vielen Bundesländern liegen die Stadien nicht so zentral in der Stadt wie in Bremen, was die Polizeieinsätze zusätzlich erschwert.
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susanneundjens am 07.04.2019, 20:54
@phillidor, alterwaller: Jede Wette, dass in kürzester Zeit NRW nachzieht. Es geht erst los. Seifert weiß das natürlich.
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philidor am 08.04.2019, 11:12
Wissen Sie, ob es in NRW Risikospiele gibt und falls ja, ob dadurch Kosten für Mehreinsätze anfallen? Ich weiß es nicht. Allein in der 1. Liga gehören Dortmund, Düsseldorf, Leverkusen, Mönchengladbach und Schalke zu NRW.
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olaf63 am 07.04.2019, 15:32
Ja,Herr Mäurer sagen sie uns endlich mal die Wahrheit!
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alterwaller am 07.04.2019, 17:47
Was soll er denn sagen ? Das ihm Werder und die Stadiongesellschaft sowas am A...... vorbei gehen ? Er klopft sich lieber ob seines Erfolges auf die eigene Schulter. Und sein Gerede über Fond usw. und neunmalkluge Aussagen betreffs der DFL liegen wohl darin begründet das noch kein Bundesland irgendwelche Schritte unternommen hat und es ihm gleich tut.
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Lebenslang am 07.04.2019, 17:51
Wird auch so bleiben... am Ende wird Werder der einzige verein in der Bundesliga sein, der selber und allein zahlen darf... sehr naiv von Herrn Mäurer zu glauben, dass es da zu einer Einigung zwischen Werder und der DFL kommen wird... zum kotzen
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am 07.04.2019, 16:13
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
holger_sell am 07.04.2019, 18:49
Ich glaube nicht, dass Herr Seifert sich mit der Problematik erschöpfend beschäftigt hat. Er sagt halt das, was aus der DFL zur Zeit zu erwarten ist. Das wird sich aber ändern.
Die Wahrheit, die von einigen hier von Herrn Mäurer gefordert wird, ist dem Gerichtsurteil zu entnehmen.
Die weitere Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen.
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Netzorath am 08.04.2019, 11:45
Es ist ganz billiger Populismus von Seifert (bockiges Kind, sehr schön), der die gerichtliche Niederlage nicht verwinden kann. Er sollte mal sagen, womit er denn meint, nun ausgerechnet beim Bundesverfassungsgericht durchkommen zu können. Das ist nämlich nicht einfach nur eine weitere Instanz, da geht es um Grundrechte, die durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, eben auch einem höchsten Gericht, verletzt worden sein sollen. Viel Spaß dabei! Die Anwälte, die ihm das schmackhaft machen, werden sich freuen, dass die Kasse klingelt.
Natürlich müssen die anderen Länder nachziehen und das tun, was in den großen Fußballländern seit Jahren üblich ist.
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