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Rasenreport
15.03.2019
Wie Werder in Leverkusen auftreten möchte

Kein Platz für Zurückhaltung

© nordphoto


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Die Erinnerungen an den vergangenen Oktober sind nicht sonderlich schön. Werder schwebte gerade auf einer Erfolgswelle, die Teilnahme am europäischen Geschäft erschien keinesfalls als fixe Idee, sondern absolut möglich. Entsprechend euphorisch war die Stimmung, als Bayer Leverkusen seinerzeit ins Weserstadion kam. Das Ende ist bekannt: Die Bremer wurden eiskalt ausgekontert und hatten sich an einem ziemlich ungemütlichen Sonntagabend eine empfindliche 2:6-Klatsche eingehandelt. Nun kommt es zur Neuauflage – und da soll alles anders werden.

„Wir müssen es nicht ausblenden, aber es spielt auch keine große Rolle für uns“, sagte Florian Kohfeldt am Freitag, als er während der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel (Sonntag, 13.30 Uhr) auf das Herbst-Debakel angesprochen wurde. „Leverkusen wird eine ganz andere Art von Fußball an den Tag legen.“ Wer sich die Bilder des 2:6 noch einmal vor Augen führt, sieht, wie seine Mannschaft damals eiskalt ausgekontert wurde. Die schnellen Bayer-Profis Karim Bellarabi, Leon Bailey und Kevin Volland erhielten von Julian Brandt mustergültig einen Ball nach dem anderen – und Werder geriet defensiv ins Taumeln. Wenig überraschend also, dass Kohfeldt erneut vor der flinken Offensivabteilung des Gegners warnt: „Es sieht immer ein bisschen wie Chaos aus im Mittelfeld, aber es ist alles andere als das. Das ist sehr gut aufeinander abgestimmt.“

Vom Konterteam zur Ballbesitzmannschaft

Trotzdem ist seither viel passiert bei den Rheinländern. Seinerzeit stand Heiko Herrlich noch an der Seitenlinie, mittlerweile hat Peter Bosz das Traineramt übernommen. Beim Tabellensechsten hat sich somit auch das Verhalten auf dem Platz verändert. „Leverkusen wird versuchen, uns zu dominieren. Das war im Hinspiel anders, da war die klare Marschroute, erst einmal zu warten“, sagt Kohfeldt, der stattdessen Parallelen zum eigenen Team erkennt. „Sie sind sehr spielerisch ausgerichtet und diesen Ansatz finde ich sehr attraktiv.“ Das wiederum – und das weiß er aus Erfahrung – birgt Risiken. „Klar ist auch, dass sie defensiv sehr mutig verteidigen. Das wird der Moment sein, in dem wir uns trauen müssen, Kombinationsfußball zu spielen, um ihre Lücken auszunutzen“, sagt Kohfeldt. „Für uns ist wichtig, dass wir nach Leverkusen fahren und einen offensiven Gedanken haben.“

Mut ist also gefragt – und Mut könnte auch Marco Friedl gebrauchen. Der Österreicher hatte bislang nicht allzu viele Einsatzzeiten in dieser Saison, ausgerechnet in der Hinrunde gegen Leverkusen stand er aber auf dem Platz und gab keine allzu gute Figur ab. Kurioserweise ist nun durch die Ausfälle von Sebastian Langkamp (verletzt) und Milos Veljkovic (Gelbsperre) erneut ein Platz in Werders Abwehr frei. Und Marco Friedl wird ihn definitiv einnehmen, das Versprach Florian Kohfeldt bereits. Überhaupt genießt der 20-Jährige großes Vertrauen. „Es tut mir immer noch leid, dass das Spiel so mit seiner Person in Verbindung gebracht wird, denn das wird der Sache nicht gerecht“, betonte der Bremer Trainer. „Natürlich hat er nicht alles richtig gemacht. Aber dieses Spiel Marco anzulasten, ist hochgradig unfair und von mir als Trainer in keiner Form geschehen.“ Extra aufmunternde Worte im Vorfeld des Spiels am Sonntag gab es trotzdem nicht. „Marco ist ein Top-Junge, der eine gute Mischung aus Geduld und ureigenem Selbstvertrauen hat“, sagte Kohfeldt. „Der braucht niemanden, der ihn in den Arm nimmt und sagt, dass wir das schon zusammen machen.“

Die Umfrage zum Spiel gibt es hier:


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