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02.07.2018
Neuer Spielführer gesucht

Käpt’n Kruse klingt cool

© nordphoto


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Es gehört zu den ewigen Streitfragen des Fußballs: Wie wichtig ist der Kapitän? Um eine Führungspersönlichkeit zu sein, braucht es mehr als ein Stück Stoff am Arm. Und doch schauen oft alle auf den, der dieses Stück Stoff trägt. In Bremen war das vergangene Saison Zlatko Junuzovic, mittlerweile in Salzburg. Zeit also für einen neuen Kapitän. Der wurde früher meist gewählt, heute ist das Chefsache: „Ich bestimme Kapitän und Mannschaftsrat", sagt Florian Kohfeldt.

Wen er auswählt? „Ich habe Kandidaten im Kopf", sagt er. Entscheiden wird er sich aber erst im Laufe der Vorbereitung. Top-Kandidat ist Max Kruse, und es gibt viele Gründe, weshalb Kruse Kapitän werden sollte. Die Mein-Werder-Redaktion hat ein paar gesammelt.

Kruse sollte Kapitän werden, weil...

...er mit 30 Jahren und mehr als 200 Bundesligaspielen über die nötige Erfahrung verfügt. Und auf dem Rasen eh schon der heimliche Chef ist.

...er Leistungsträger und damit sportlich unumstritten (im Gegensatz zu Junuzovic vorher) ist.

...er eine Identifikationsfigur für die Werder-Fans ist.

...er damit noch mehr in der Verantwortung stehen würde: Als Kapitän muss er Vorbild sein. Besonders für die jungen Offensivspieler wie Sargent und Eggestein.

...ihn die Kapitänsbinde weiter aufwertet. Vielleicht ist sie auch ein Anreiz, seinen im nächsten Jahr auslaufenden Vertrag zu verlängern.

...„Käpt’n Kruse“ einfach total cool klingt.

...er als Kapitän zumindest manchmal mit den Medien reden müsste – und wir gaaanz viele Fragen haben. Kruse ist einer, der auch mal rotzig ist, statt immer die gleichen Phrasen und Aussagen rauszuhauen.

...er gleich ein gemeinsames Mannschaftsevent organisieren kann: Fahrsicherheitstraining bei „Max Kruse Racing".

...er ein Rebell ist: nicht so glattgebügelt, bieder oder schlicht viel zu nett wie ein Thomas Müller oder Clemens Fritz. Das steht Werder erstens gut zu Gesicht und schafft zweitens eine andere Identifikation der Fans.

...er kein stromlinienförmiger Profi ist. Kruse zeigt, dass man auch als unangepasster Spieler und Mensch erfolgreich und beliebt sein kann.

...er deutlich seine Meinung sagt – und im Verein gehört wird. Bestes Beispiel: Anfang des Jahres forderte Kruse unmissverständlich Verstärkungen für den Kader. Wenig später legte Werder viel Geld auf den Tisch, um in der Wintertransferphase Milot Rashica und Sebastian Langkamp zu kaufen.

...er als passionierte Pokerspieler – also Glücksspiel-Profi – jede Seitenwahl gewinnen wird.

WERDER2016 am 03.07.2018, 00:31
Es klingt möglicherweise etwas banal, aber nach dem Scheitern des DFB in Russland muss man festhalten, dass eventuell Typen wie MK dem Team gut getan hätten. Leider ist es zum einen so, dass solche Charaktere beim DFB nicht erwünscht sind und zum anderen auch in den taktischen Zwängen nicht die Rolle spielen könnten, die angemessen wäre. Max Kruse braucht auf dem Feld seine Freiheiten, die er unter Löw nicht gehabt hätte und daher ebenfalls mit untergegangen wäre. So ist es besser, dass MK dieses Desater nicht miterlebn musste. Es gibt im Leben eines Fußballers eben auch Erfahrungen und Erlebnisse, auf die man gut verzichten kann.
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Herzraute am 03.07.2018, 11:38
Auch wenn ich Max Kruse als Kapitän extrem gut finden würde glaube ich nicht, dass er dieses Amt übernehmen möchte.
Er versucht so gut es geht allen Reportern aus dem Weg zu gehen und gibt keine Interviews. Das müsste er dann aber.
Ich finde, Kruse sollte sich nicht verbiegen und so bleiben wie er ist. Er ist auf dem Feld sowieso der Leader. Und nur darauf kommt es an und nicht ob er diese Binde am Arm trägt.
Meinetwegen kann Phillipp Bargfrede die Binde für Kruse tragen.

Sollte dennoch Kruse dieses Amt annehmen, wünsche ich mir, dass er in den Interviews genau das sagt was er denkt und nicht so einen weichgespülten krempel wie es alle anderen von sich geben. Klare Worte wie man es von ihm gewohnt ist, bitte.
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Netzorath am 03.07.2018, 13:27
Für mich steht eindeutig fest, dass Typen wie Kruse dem Team gefehlt haben, das klingt doch nicht banal.

Der Absturz der DFB-Elf erinnert mich total an den Niedergang Werders: Das Festhalten an einem Trainer, der Gelassenheit mit Überheblichkeit verwechselt, für den die Zeit nach dem großen Erfolg stehen geblieben ist, der dabei aber nicht zum ersten Mal taktische Unzulänglichkeiten offenbart - unter den taktisch teilweise brillanten Trainern in der 1. Liga würde er ähnlich untergehen wie einst Schaaf - und der nicht wahrhaben will oder nicht erkennt, dass die diejenigen, die ihm den Erfolg einst eingebracht haben, den Zenit längst überschritten haben und durch ihre Erfolge gesättigt sind - Boateng, Khedira, Özil, Müller u.a. Was hat der Mesut noch mit dem Spieler zu tun, der einst von Bremen nach Madrid ging. Gegenüber der letzten WM war Stillstand auf der ganzen Linie festzustellen.
Und genau wie damals bei Werder will auch das Umfeld nicht wahrhaben, was da passiert ist und hält fest an dem, was mal gut war, aber nicht mehr passt. Man hört oder liest Äußerungen, die man geradezu wortgleich damals von den Verantwortlichen Werders vernehmen musste - Grindel hat die Rolle von Fischer übernommen, Bierhoff die von Allofs. Natürlich stehen die Kollegen in der Bundesliga dem Jogi bei, sonst müsste ja einer von ihnen öffentlich erklären, der Kollege, mit dem sie immer gut gekonnt haben, kann es nicht mehr. Das sind bedeutungslose Statements.
Also ändern sie nichts, und die Folgen werden die gleichen wie einst bei Werder sein - bis es irgendwann einer kapiert.
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wolfgramm am 03.07.2018, 16:16
@Netzorath-Zu Löw und dem DFB habe ich dieselbe Meinung,die Nationalmannschaft interessiert mich aber wenig.Bei Werder sehe ich ein Problem dahingehend,dass leider "Typen" fehlen.Mit Juno,Delaney und Belfodil haben wir 3 Abgänge zu verzeichnen,die in dieser Hinsicht schon erwähnenswert wären.Wer Kapitän ist,finde ich gar nicht so wichtig,aber Leader sollte es schon geben.Aber wer käme da in Frage?Schon in erster Linie Kruse,Bargfrede wäre ohne Verletzungsprobleme vielleicht noch zu erwähnen.Vielleicht sollte Baumann bei einer etwaigen Verpflichtung eines neuen Spielers die Führungsqualitäten beachten.Einen Micoud wird man nicht mehr bekommen,aber in diese Richtung sollte man denken.Man sollte sich auch nicht kleiner machen,als man ist,wenn ich in manchen Kommentaren höre,man bekomme Spieler der Klasse Delaney nur noch,wenn man den Spielern Versprechungen macht,habe ich ein Problem damit.Bitte mehr Selbstbewußtsein.Ich hoffe Kohfeldt macht weiter so,wie er bisher auftritt,dann sehen wir tatsächlich besseren Zeiten entgegen.Der Spielplan mit seinen machbaren Anfangsaufgaben gibt Hoffnung,dass man eine gute Saison spielt.
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Werderland am 03.07.2018, 16:21
@netzorath

Ihrem Beitrag stimme ich von A bis Z zu. Was noch hinzuzufügen wäre, ist die Parallele der beliebten Vertragsverlängerungen, die immer früh stattfinden, sehr leichtfertig von der Hand gehen, mit eher lang- als kurzfristiger Laufzeit, und im Zweifel erst recht durchgezogen werden. Und natürlich die geradezu manische Angst vor Veränderungen.

Zu Max Kruse hat ein Spiegel-Journalist vor der WM geschrieben, er täte als "anarchistisches Element" der Nationalmannschaft gut. Das glaube ich auch, allerdings hatte die Rolle in der Vergangenheit Thomas Müller inne. Der läuft allerdings seit vier Jahren seiner Form hinterher und konnte die Rolle in Russland gar nicht mehr ausfüllen (ich glaube allerdings auch, dass Müller ein Opfer des Monopolkapitalismus in der Bundesliga ist. Er wird bei Bayern nicht mehr gefordert, wie er es bräuchte, ihm hätte ein Wechsel zu einem anderen europäischen Spitzenclub gut getan).

Max Kruse hätte eine Bauchlandung von der in Russland erlebten Dimension allerdings auch nicht verhindert. In der Rückschau dürfen wir alle froh sein, dass er nicht mit dabei war.

Und ja, selbstverständlich sollte er unser Kapitän werden - solange die Restvertragslaufzeit nicht nur ein Jahr beträgt. Das war schon bei Zlatko Junuzovic etwas unglücklich.
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susanneundjens am 03.07.2018, 16:47
Ich würde Moisander die Binde geben. Grund: siehe @Herzraute.
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Trooper am 03.07.2018, 16:51
Das mit den Parallelen....stimmt auffallend. Da kann man für die Nationalelf nur hoffen, das sie die Zeichen der Zeit schneller erkennen als die Werderführung damals...

Thema Führungsfiguren: ich denke, da haben wir schon mehrer, die da hineinwachsen können. Moisander sicher, auch Pavlenka kann führen, zumindest die Abwehr. Und vorne? Harnik ist sicher mit Kruse das Führungsduo. Allein schon wegen ihrer Erfahrung. Und insgesamt entwickeln sich im Laufe einer Saison häufig einige Spieler, mit denen man da vorher nicht unbedingt mit gerechnet hat in diese Richtung. Eggestein wäre so ein Kandidat. Die bisherigen Neuzugänge sehe ich bis auf den angesprochenen Harnik bisher nicht dieser Position.
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Netzorath am 04.07.2018, 11:50
@Werderland
Und Ihrer ergänzt meinen perfekt.
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