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05.03.2019
Laura Wontorra im Interview

„Ich wollte Pressesprecherin bei Werder werden“

© dpa


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Frau Wontorra, an diesem Dienstag moderieren Sie zum dritten Mal mit Ihrem Vater die Sportler-Gala in Bremen. Mit welchem Gefühl kommen Sie vom Wohnort Köln an die Weser?

Laura Wontorra: Mit einem total positiven Gefühl. Ich habe noch zu vielen Menschen in dieser Stadt einen Bezug und früher ja auch viel Sport hier getrieben. Deshalb ist die Sport-Gala immer eine Herzenssache.

Jörg Wontorra: Die Sport-Gala ist ja fast schon Tradition geworden mit uns beiden. Es ist die einzige Veranstaltung im Jahr, die wir gemeinsam moderieren. Das ist so ein bisschen aus der Abteilung: Wir Bremer versuchen, Bremen was zurückzugeben!

Was verbinden Sie mit Sport und Bremen?

Laura Wontorra: Ich habe viele Jahre Tennis im Club zur Vahr gespielt, und das auch gar nicht mal so schlecht. Es gab legendäre Tennis-Duelle zwischen den Kindern Möhlmann (Vater Benno war früher Profi bei Werder; Anm.d.Red.) und den Kindern Wontorra. Und ich habe für das Ökumenische Gymnasium an Jugend trainiert für Olympia in Berlin teilgenommen. Geschwommen bin ich auch, aber das war dann zu trainingsintensiv.

Jörg Wontorra: Laura musste auf mein Geheiß schwimmen, ich war ja damals Schwimm-Reporter bei der ARD. Und ich wollte immer mal über Laura Wontorra berichten (lacht). Aber das ist wirklich zu trainingsintensiv, und als Eltern wollten wir ihr in der Jugend auch ein bisschen Freiraum gönnen, auf den man als Leistungsschwimmer weitestgehend verzichten muss.

Die Sport-Gala soll auch Gelder generieren, um die Trainingsmöglichkeiten in Bremen zu verbessern. Seit Jahren gehen die besten Sportler, um woanders Karriere zu machen.

Jörg Wontorra: Das aktuellste Beispiel ist ja der Schwimmer Florian Wellbrock, der nach Magdeburg gehen musste, um Europameister zu werden. Dem wollen wir entgegenwirken und planen ein Haus der Athleten. Dort sollen junge Sportler aus verschiedenen Sportarten zusammenziehen, um sich in Bremen entwickeln zu können. Das wird inzwischen immer konkreter, weil auch die Politik sich für das Projekt ausgesprochen hat. Und ich habe noch eine eigene Stiftung, die sich für die Entwicklung von Talenten engagiert. Zusammen können wir da einiges bewirken. Aber dafür brauchen wir Geld. Und das sammeln wir bei der Gala und bei Sponsoren ein.

Wie bereiten Sie sich auf den Abend vor?

Laura Wontorra: Ich habe das Glück, dass ich hier Tochter sein darf und Papa den Großteil der Vorbereitungen übernimmt und mich dann vor dem Abend genau aufklärt.

Jörg Wontorra: Weil ich ja wieder in Bremen lebe, verfolge ich das Geschehen im Lande sehr intensiv. Und seit meiner Zeit als Sportchef bei Radio Bremen habe ich ohnehin eine Affinität zum Lokalsport. Da bin ich auf Stand und kann mein Wissen an Laura weitergeben. Aber die Umsetzung auf der Bühne erfolgt dann oft spontan.

Laura Wontorra: Ich finde es toll, dass die Veranstaltung im GOP-Theater stattfindet, das ist sehr hochwertig.

Frau Wontorra, der Name Wontorra steht für Sport-Moderation. War eigentlich klar, dass Sie das auch werden wollen?

Laura Wontorra: Ich wollte eigentlich Pressesprecherin bei Werder Bremen werden, das war mein erster Wunsch. Ich hab PR und Öffentlichkeitsarbeit studiert und wollte dann zu Werder…

Jörg Wontorra: …aber Werder hat sie nicht genommen, weil der Papa immer zu kritisch war (lacht).

Laura Wontorra: Die haben wohl gesagt, eine Wontorra holen wir uns nicht ins Haus. Da war der Name vielleicht doch mal ein bisschen hinderlich. Ich habe dann ein Praktikum beim 1. FC Köln gemacht und gemerkt, dass das mein Ding ist. Es folgte ein Volontariat bei Sky, und dann hat sich das alles schnell entwickelt.

Und was ist so schön an diesem Job?

Laura Wontorra: Ich liebe einfach den Sport, den Geruch von Stadien, große Events, nah dran zu sein und immer wieder neue, spannende Leute kennenzulernen. Fußball ist meine Hauptsportart, aber Olympia liebe ich auch. Ich moderiere mit „Ninja Warriors“ ja auch eine Unterhaltungs-Show, weil wir da auch Geschichten aus den verschiedensten Sportarten erzählen.

Jörg Wontorra: Entscheidend ist, dass man sich als Sportjournalist eben nicht nur auf Fußball konzentriert, sondern viele andere Disziplinen erlebt. Ich finde es immer spannend, wie Menschen sich ausprobieren, und wie sie an Grenzen gehen. Das nötigt mir höchsten Respekt ab.

Man muss aber auch gut mit Worten jonglieren können.

Jörg Wontorra: Laura konnte schon immer gut und viel reden, aber als sie mit 18 Jahren sagte, dass sie in den Journalismus möchte, habe ich ein Handyvideo von ihr gemacht. Sie sollte das Spiel Werder gegen den HSV moderieren. Da habe ich sofort gesehen, dass sie eine unglaubliche Präsenz hat und Leute in ihren Bann ziehen kann. Aber den Journalismus musste sie dann von der Pike auf lernen. 

Viele TV-Zuschauer glauben immer: Das kann ich auch, Mikro an und los geht’s!

Laura Wontorra: Das erlebe ich oft mit Fußballern, die dann TV-Experte werden und denken, das ist alles total easy. Und dann merken, wie groß die Vorbereitung für eine Sendung ist und was alles zu beachten ist.

Sind Sie noch nervös?

Laura Wontorra: Ich habe das Glück, eigentlich immer sehr entspannt und locker zu sein. Da trag ich schon das Wontorra-Rampensau-Gen in mir. Aber bei der Moderation meines ersten Länderspiels bei RTL war ich wirklich nervös. Da denkt man dann schon mal: Mein Gott, jetzt schauen dir acht Millionen Menschen zu!

Und nach der Sendung schickt der Papa eine SMS-Kritik?

Jörg Wontorra: Aber nicht nach jeder Sendung, nur nach besonders guten und besonders schwierigen. Meistens per Whatsapp. Und wenn es besonders kritisch ist, auch mal altmodisch per Telefon. Laura ist ja eine gestandene Journalistin, die sich schon selbst gut einschätzen kann.

Und der Rat wird angenommen?

Laura Wontorra: Ja, natürlich. Bei meinen ersten Coachings war ich froh, dass das jemand anders gemacht hat. Das ist wie früher mit Mathe üben, das geht auch nie mit dem Papa. Aber ich bin froh, dass ich den wahrscheinlich erfahrensten Sport-Moderator Deutschlands als Papa habe und er mir das beste Feedback und den besten Rat geben kann.

Was haben Sie noch für Ziele? ARD-Sportschau oder ZDF-Sportstudio zu moderieren?

Laura Wontorra: Das kann man oft nicht steuern. Mit der Moderation eines Fußball-Länderspiels habe ich mir schon ein großes Ziel erfüllt. Ein anderes sind die Olympischen Spiele, das ist meiner eigenen Geschichte geschuldet.

Warum?

Laura Wontorra: Nach dem Abitur 2008 in Bremen durfte ich nicht chillen, sondern sollte jobben, das wollte Papa so. Und er hat mir den Tipp gegeben, mich beim deutschen Haus bei den Olympischen Spielen in Peking als Hostess zu bewerben. Ich war mit meiner besten Freundin dann drei Wochen dort, und der olympische Geist hat mich echt umgehauen. Olympia kommt mit so einer Wucht daher, das möchte ich unbedingt noch mal als Journalistin erleben.

Jörg Wontorra: Ich denke, bei einem Angebot würdest du zu Fuß zu den Olympischen Spielen wandern. Bei mir steht auf der Agenda, die Spiele 2020 in Tokio privat mit meinem Sohn zu besuchen. Ich bin ja jetzt mehr in der Genießer-Phase und kann mich dann auf der Tribüne entspannen.

Aber vorher steht 2019 noch der 100. Wontorra-Geburtstag an.

Jörg Wontorra: Genau, ich bin im November 70 geworden, Laura vergangene Woche 30. Da hatte sie die Idee, dass wir das zusammen machen. Wenn ich meinen 100. Geburtstag allein feiern müsste, hätte ich garantiert nicht mehr so viele Gäste. Also habe ich dem Plan von Laura zugestimmt.

Wie sieht der Plan aus?

Laura Wontorra: Papa und ich kennen aus der Medien-Branche so viele Menschen gemeinsam, dass sich das doch anbietet. Wir feiern am 22. März im Hudson in der Überseestadt und haben mittlerweile über 230 Zusagen.

Das Gespräch führte Mathias Sonnenberg.

Laura Wontorra (30)

wurde in Bremen geboren und kam über ein Volontariat bei Sky in den Journalismus. Von Sport1 wechselte sie später zu RTL, moderiert die Fußball-Länderspiele und beim Partnersender Nitro eine Bundesliga-Sendung.

Jörg Wontorra (70)

war bis 1992 Sportchef bei Radio Bremen und Sportschau-Moderator, wechselte dann zu Sat.1 („ran“), moderierte bis 2015 den Sport1-­Doppelpass und jetzt den Fußball-Talk „Wontorra“ bei Sky. Wontora war von 1999 bis 2003 Werder-Aufsichtsrat.

So läuft die Sportlerwahl

Eine neunköpfige Jury aus Journalisten und Vertretern Bremer Sportverbände hat Bremens Sportler des Jahres gekürt. Die acht Preise werden mit jeweils 1000 Euro honoriert und an diesem Dienstag von den Moderatoren Jörg und Laura Wontorra überreicht. Der Abend beginnt um 18 Uhr im GOP-Theater mit einem Empfang, bevor um 19 Uhr die Preisverleihung startet. Bei der Gala werden auch zwei Tänzer aus dem derzeitigen GOP-Show-Programm „Appartement“ auf der Bühne stehen. „Der Abend hat schon was von einer Bremer Oscar-Verleihung des Sports“, sagt Peter Gagelmann als Vorsitzender der Sportstiftung Bremen. Aber es wird nicht nur gefeiert und geehrt, sondern es werden auch Gelder für den Leistungssport generiert, um talentierte Sportler an Bremen zu binden und nicht an andere Städte zu verlieren.

OttoOtto am 05.03.2019, 12:33
Was nicht ist kann ja noch werden 😃
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jamal0781 am 05.03.2019, 16:39
Schöne und sympathische Frau
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