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Rasenreport
15.01.2019
Möhwald wird immer wichtiger

„Ich habe gezeigt, dass ich mithalten kann“

© nordphoto


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Kevin Möhwald hat die Zeit in Südafrika sichtlich gefallen. Auch die Tage davor mit der Familie fand er nicht schlecht. Und doch kamen das Weihnachtsfest, der Jahreswechsel und somit die fußballerische Auszeit irgendwie zum unpassendsten Moment für den 25-Jährigen. „Wenn man einmal im Lauf ist und auch die Einsätze bekommt, dann möchte man natürlich auch weitermachen“, sagte Möhwald am Dienstag. „Ich glaube schon, dass die meisten Spieler die Winterpause gebraucht haben, aber wenn es nach mir persönlich gegangen wäre, dann hätte es auch gern weiterlaufen können.“ 

Diese Einschätzung kommt nicht überraschend. Kevin Möhwald ließ sich sein Lächeln zwar nicht nehmen, rein sportlich passte es anfangs aber nicht wirklich. Nach einer guten Sommer-Vorbereitung bremste ihn eine Verletzung aus, fortan hatte der Mittelfeldakteur es enorm schwer, vor einem Spieltag überhaupt in den Kader zu kommen. Trainer Florian Kohfeldt betonte zwar gebetsmühlenartig, dass Möhwald noch wichtig werden würde, dennoch wirkte der Ex-Nürnberger schnell wie der große Werder-Pechvogel. Bis er tatsächlich vermehrt gebraucht wurde.

Noch kein Kruse oder Moisander

Auf der Zielgeraden der Hinrunde war Kevin Möhwald dann endgültig angekommen, wie es immer so schön heißt. Auf drei Startelfeinsätze hat er in seiner ersten Erstligasaison mittlerweile gebracht, weitere dürfen – nein – sollen unbedingt folgen. „Nach neun Einsätzen kann man sich noch nicht als gestandenen Bundesliga-Spieler betrachten. Ich habe aber gezeigt, dass ich mithalten kann“, sagte Möhwald, der allerdings auch sagt: Aber ich habe auch noch Luft nach oben.“

In vielen Gesprächen mit Florian Kohfeldt hat er zu hören bekommen, wie er noch besser werden kann. Diese Ratschläge habe er befolgt, wie er betont – und er werde es auch weiterhin tun. Allein deshalb, weil die jüngsten Entwicklungen Ansporn genug sind. Kevin Möhwald ist nicht mehr nur der Mann, der sich artig hinter den eigentlich gesetzten Achtern Davy Klaassen und Maximilian Eggestein einreihen muss. Der gebürtige Erfurter ist inzwischen – wie auch Johannes Eggestein – im Bedarfsfall eine echte Alternative in den Überlegungen des Coaches. Auch innerhalb der Mannschaft ist sein Stellenwert angestiegen. „Natürlich verändert sich durch Leistung auf dem Platz das Standing im Team“, sagte Möhwald, der sich aber noch lange nicht in der Position sieht, nun auch große Reden zu schwingen. „Ich bin schon ein Spieler, der auf dem Platz Verantwortung übernehmen will“, sagte der 25-Jährige, schob jedoch direkt hinterher: „Aber ich bin ganz bestimmt noch keiner wie Max Kruse oder Niklas Moisander, die das Sagen haben.“ Er machte allerdings auch keinen Hehl daraus, dass sich das gern ändern darf. „Das ist ein Prozess – und da habe ich einen Schritt nach vorne gemacht.“

Nun möchte Kevin Möhwald mit der Mannschaft direkt den nächsten Schritt machen. In der Tabelle liegt Werder auf Rang zehn, die anvisierten Europapokalplätze sind noch in Reichweite. Um voranzukommen, sind allerdings Siege nötig, am besten schon am Sonnabend gegen den kriselnden Abstiegskandidaten Hannover 96. Bei einer derartig klaren Rollenverteilung könnte doch eigentlich schon feststehen, wer gewinnt – oder etwa nicht, Kevin Möhwald? „Wenn wir die Partie so angehen, geht das in die Hose", widerspricht er vehement, als ihn ein Journalist dahingehend fragte. Für Möhwald sind andere Feinheiten entscheidend: "Wir müssen fußballerisch da weitermachen, wo wir in der Hinrunde aufgehört haben." Mit einer Einschränkung, wie er hervorhob: „Wir haben zu wenig geholt für das, was wir auf den Platz gebracht haben.“

Das soll sich jetzt ändern. Das muss sich sogar ändern, wenn man das Ziel vom internationalen Geschäft nicht frühzeitig aus den Augen verlieren will. Es ist also wieder einmal eine Drucksituation, in der sich die Bremer befinden. Erneut könnte das vermeintlich einfache Auftaktprogramm eine enorm wichtige Rolle spielen. Im Sommer ging es darum, gut gegen diese Kontrahenten in die Saison zu starten, nun muss der Europapokaltraum am Leben gehalten werden. Kevin Möhwald bleibt trotzdem gelassen: „Wir sollten nicht zu sehr auf die Gegner achten, sondern nur auf uns." Verständlich, mit dieser Methode ist er schließlich selbst auch ganz gut gefahren.

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