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Rasenreport
01.04.2019
Pizarro, Bargfrede und Osako

Grünes Licht für Königsblau

© Mein Werder


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Fußball ist ein Beruf. Manchmal schimmert bei aller Professionalität aber noch der kindliche Spieltrieb durch, selbst bei erfahrensten Profis. Am Montagmorgen zum Beispiel, als um kurz nach 10 Uhr Claudio Pizarro, Philipp Bargfrede und Yuya Osako feixend über den Trainingsplatz trabten. Ein paar Übungen zum Warmmachen, dann Passspiel und schließlich Torabschlüsse absolvierten die drei zuletzt angeschlagenen Spieler. Es war ein Belastungstest, die Stimmung spürbar gelöst bis heiter, der strahlende Sonnenschein dürfte zur guten Laune beigetragen haben. Vor allem aber, dass alle drei rechtzeitig zum Pokalspiel am Mittwoch beim FC Schalke 04 wieder fit sind.

„Es sieht gut aus„, sagte Florian Kohfeldt nach der rund 50-minütigen Trainingseinheit. Festlegen, ob sie automatisch Teil des Kaders für das Viertelfinale sind, wollte er sich noch nicht. „Ich muss abwägen, ob wir alle drei mitnehmen.“ Osako fehlte immerhin knapp zwei Monate aufgrund einer Rückenverletzung. Pizarro knapp drei Wochen, Bargfrede fast vier. Beide plagten muskuläre Problemen. Im Rhythmus sind sie also eher nicht. Gleich drei Profis ohne Spielpraxis in den Kader zu nehmen wäre eine mutige Entscheidung, auch wenn diese wichtige Bestandteile sind.

Da das Pokalspiel aber erst um 20.45 Uhr angepfiffen wird, könnte Kohfeldt die Entscheidung über die endgültige Besetzung des Kaders bis zum Spieltag vertagen. Am Mittwochvormittag wird es ein letztes Training geben, ein letzter Härtetest, der weitere Schlüsse auf die Fitness der Spieler zulässt. Kohfeldt könnte also auch mit 20, 21 Spielern Richtung Ruhrpott reisen und bis zum letzten Moment warten, bis er die 18 Spieler benennt. Keine angenehme Situation für Spieler und Trainer, aber es geht um den Einzug ins Halbfinale, da sind Härtefälle in Kauf zu nehmen.

Sahin dürfte Möhwald ersetzen

Dass es, zumindest zeitweise, ohne Schlüsselspieler wie Bargfrede, Pizarro, Osako oder den gelbgesperrten Nuri Sahin geht, hat die Partie gegen Mainz bewiesen. „Das Spiel war eine Reifeprüfung für den Kader“, sagt Kohfeldt. Kevin Möhwald, Milos Veljkovic, Martin Harnik, alle zuletzt mit weniger Spielanteilen, fügten sich problemlos in ihre Aufgaben und Anforderungen. „Sie sind drangeblieben, haben sich nicht hängen lassen", sagte Kohfeldt über die Trainingsleistungen.

Willkommen sind Bargfrede, Pizarro und Osako natürlich trotzdem. „Es ist Qualität, die zurückkommt“, sagt Kohfeldt. Es vergrößert die Möglichkeiten des Trainers, die Aufgabe gegen Schalke anzugehen. Ein Kandidat für die Startelf ist aber wahrscheinlich keiner der drei. Pizarro und Osako haben zu lange gefehlt und dadurch zu viel Rückstand. Und Bargfrede wurde durch Nuri Sahin ersetzt, der im vorletzten Spiel, dem 3:1 in Leverkusen, seine beste Leistung im Bremer Trikot zeigte. Sahin dürfte also Möhwald ersetzen, der gegen Mainz begonnen hatte.

Und wie erwartet Werder Pokalgegner Schalke? Der 1:0-Erfolg in Hannover wurde gleich doppelt verfolgt. Co-Trainer Thomas Horsch saß im Stadion, Kohfeldt auf der heimischen Couch. Geschaut hat er die Partie über die Taktik-Kamera bei Sky, die das gesamte Spielfeld über 90 Minuten komplett erfasst. Neue taktische Erkenntnisse hat Kohfeldt nicht gesammelt. Die größte Frage ist wohl auch, wie Schalke das Spiel angeht. Eher nachlässig, weil der Fokus auf der Bundesliga und dem Klassenerhalt liegt. Oder voll konzentriert, weil es die einzige Chance ist, die Saison zu retten.

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