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20.01.2019
Kohfeldt bei „Sky90“

„Gegen Bayern wurde ich richtig laut“

© nordphoto


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Nach dem erfolgreichen Rückrundenauftakt in Hannover am Sonnabend war für Werder-Trainer Florian Kohfeldt keineswegs Entspannung angesagt. Denn am Sonntagabend war er bei Sky in der Talkshow „Sky90“ zu Gast – und bewertete zu Beginn direkt den 1:0-Sieg seiner Mannschaft gegen die 96er: „Wir hatten unfassbar viele Großchancen, aber sie hatten einen hervorragenden Torwart.“ Umso schöner war es, das 1:0 aus der ersten Halbzeit trotz des Chancenwuchers über die Zeit bringen zu können. Das sei in der Hinrunde - beispielsweise gegen Lepizig, als Werder spät das 2:3 kassierte - oftmals nicht gelungen.

Über die schwierige Phase in der Hinrunde, als Werder nur einen Sieg aus acht Spielen holte, sagte Kohfeldt: „Natürlich macht das was mit einem, wenn man zum ersten Mal in seiner Laufbahn so etwas durchlebt.“ Allerdings betonte er, dass seine größte Sorge nicht die Ergebnisse waren, sondern eher: „Bleiben wir unserem Fußball treu?“

Diesbezüglich habe er nie ein schlechtes Gefühl gehabt, sogar beim 2:6 gegen Leverkusen habe er Parameter gesehen, die „der eigenen Spielidee entsprechen“. Ein paar Wochen später, beim 1:2 gegen die Bayern, war das allerdings anders: „Da bin ich auch zum ersten Mal richtig laut geworden“, sagte Kohfeldt. Ihn habe geärgert, dass man gegen den Rekordmeister ohne Mut und ohne offensive Überzeugung gespielt habe – obwohl man besser dastand als im Rückspiel der Vorsaison, als die Bremer im Tabellenkeller standen, nach München reisten und dort nach einem starken, mutigen Auftritt „nur“ 2:4 verloren.

„Kruse fordert mich am meisten“

Über das Dasein als Profitrainer wurde in der Sendung ebenfalls gesprochen. Am meisten Spaß mache es Kohfeldt zu sehen, wie Spieler unter ihm besser werden. Als Beispiel nannte er Sebastian Langkamp: „Er hat sich mit 31 Jahren in der Spieleröffnung unglaublich weiterentwickelt. So etwas zu erleben – das macht richtig Spaß.“

Spaß hat Werders Trainer auch im Umgang mit Kapitän Max Kruse, auch wenn dieser der Spieler sei, „der mich am meisten fordert“. Was Kohfeldt besonders an Kruse schätzt, ist die Tatsache, dass er „nie hinten herum irgendetwas sagt oder politische Spielchen spielt. Er sagt dir immer direkt seine Meinung.“ Und man könne ihn mit einer Idee überzeugen und mitreißen – und nebenbei sei Kruse ja auch noch ein „großartiger Fußballer“.

Auf dem ausgerufenen Ziel Europapokal wollte er indes nicht zu viel herumreiten. Denn: „Wir wollen nach Europa, aber wir müssen nicht.“ Überhaupt gebe es zwei weitere Ziele, die vor der Saison definiert worden seien. Erstens: „Wir wollen für eine gewisse Art von Fußball stehen und eine Spielidee repräsentieren.“ Zweitens: „Wir wollen Spieler entwickeln.“

Diese beiden Dinge mit der tabellarischen Situation in Einklang zu bringen, sei die größte Herausforderung. Und daran, dass das funktioniert, „glaube ich fest“, versicherte Kohfeldt.

Werdner am 20.01.2019, 22:48
Klasse Vorstellung von Kohfeldt. Rhetorisch perfekt, hohe Kompetenz in allen Bereichen, hört genau hin, wenn er was lernen kann. Bin froh das er Trainer von Werder Bremen ist.
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