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04.03.2019
„Collinas Erben“ über das Wolfsburger Tor

„Für mich ein strafbares Abseits“

© nordphoto


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Davy Klaassen schaute auf dem Weg zur Kabine rüber zu einem Fernseher, auf dem gerade das Tor der Wolfsburger gezeigt wurde. „Es ist immer das Gleiche“, schimpfte Werders Mittelfeldspieler und wollte seinen Frust gerade in Worte kleiden. Dann sah er jedoch ein zweites Mal hin und registrierte, dass der Torschütze John Anthony Brooks nicht im Abseits gestanden hatte. So wie Klaassen ging es vielen, die den Treffer zum 1:0 betrachteten. Der erste Impuls lautete: klares Abseits. Ganz so eindeutig war es dann beim zweiten Hinschauen allerdings doch nicht.

Bei der Freistoßflanke von Maximilian Arnold standen Wout Weghorst und Admir Mehmedi in der 54. Spielminute im Abseits, Brooks dagegen nicht. Während Mehmedi sich passiv verhielt, ging Weghorst zum Ball und sprang zusammen mit Pavlenka und Brooks hoch. Der Wolfsburger Angreifer war also alles andere als passiv. Das sehen auch die Experten des Schiedsrichter-Podcasts „Collinas Erben“ so, die bei Twitter klar Stellung beziehen. Dort schreibt Schiedsrichter-Coach Alex Feuerherdt: „Für mich ein strafbares Abseits.“ Weghorst springe zum Ball und beeinflusse dadurch „Pavlenkas Möglichkeit, den Ball zu spielen, zumal er bei Brooks' Kopfball nur wenige Zentimeter entfernt ist“, meint Feuerherdt. „Die einzige halbwegs schlüssige Erklärung, die ich hätte, lautet: Pavlenka kam ohnehin zu spät, deshalb war das Abseits von Weghorst ohne Belang.“


Schiedsrichter Daniel Siebert entschied sich nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten dafür, den Treffer zu geben. Ein knifflige Entscheidung. Hätten sich die Bremer darüber mächtig geärgert, hätte das wohl jeder verstehen können. Die Spieler und Verantwortlichen äußerten sich jedoch bemerkenswert zurückhaltend. „Es gibt natürlich vergleichbare Szenen, die abgepfiffen wurden“, sagte Trainer Florian Kohfeldt. „Ich bin aber froh, dass so etwas mal nicht abgepfiffen wurde. Grundsätzlich finde ich es richtig, dass solch knappe Szenen nicht abgepfiffen werden.“ Auch Sportchef Frank Baumann akzeptierte Sieberts Entscheidung klaglos.

Selbstkritische Bremer

Statt den Unparteiischen zu kritisieren gingen die Bremer mit der Aktion äußerst selbstkritisch um. „Wir waren nicht bereit in dem Moment. Das war ein Fehler“, sagte Kohfeldt mit Blick auf seine Spieler, die einfach stehen blieben. Dabei gibt es die klare Anweisung, in solchen Situationen nicht auf Abseits zu spielen. „Wir hatten auch nicht vor, auf Abseits zu spielen, obwohl es so aussah“, sagte Maximilian Eggestein. Dieses Verhalten sei ungewöhnlich gewesen, fand Kohfeldt. „Normalerweise ist der Ablauf klar besprochen.“

Keinen Vorwurf machen wollte der Trainer seinem Torwart Jiri Pavlenka, der sich drei Wolfsburgern gegenüber sah und aus seinem Tor stürmte, um die Situation noch zu retten. Pavlenka kam letztlich einen Moment zu spät. „Mir ist ein Torwart lieber, der es probiert und dabei selbst blöd aussieht“, unterstrich Kohfeldt. Baumann ergänzte: „Auf der Linie wäre es auch schwer gewesen, den Ball zu halten. Uns ist es lieber, wenn er mutig rauskommt.“

Die Wahl zum „Man of the Match“ gibt es hier:


werder0212 am 04.03.2019, 12:14
Sonst wären die nie aufgewacht
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Bondieblue am 04.03.2019, 12:43
vielleicht sollte man einen Videoschiedsrichter einführen
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OttoOtto am 04.03.2019, 12:56
Abseits hin Abseits her, dass Tor ist gegeben worden und fertig.
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Sweetwater am 04.03.2019, 13:52
Wieder einmal nur der fiese Versuch des Herrn Bähr, das unterirdische Ballgestochere des SV Werder Bremen mit einer angeblichen Ungerechtigkeit zu kaschieren. Es war ein gültiger Treffer und AUS.
Wieder einmal der klägliche Versuch von Schönfärberei. Jetzt gilt es auf Werder "draufzuhauen", alles und jeden infrage zu stellen, solange, bis die elendige Unentschiedenphase inklusive dem nicht gut erträglichen und konzeptlosen Ballgestolpere, ihr Ende findet und endlich einmal Siege eingefahren werden.
Alles andere ist nur Faselei, denn Werder steht bewegungslos, gefühlt unzählige Monde, fest einbetoniert um Platz 10
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ikebod am 04.03.2019, 15:34
Ich hasse sowas. Wie kacke man gespielt hat hat nichts damit zu tun wie die Regeln lauten, man muss nicht 3:0 gewinnen damit eine Fehlentscheidung eine Fehlentscheidung ist. Der Schiri ist nicht fein raus nur weil das benachteiligte Team keinen supergeilen Kick abliefert. Das war eine groteske Fehleinschätzung hier auf Passivität zu entscheiden genau so wie das eine groteske Abwehrleistung war in dem Moment. Auch letztere macht den Treffer nicht weniger irregulär.
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RunDMC89 am 04.03.2019, 14:25
Ich bin gerade einigermaßen konsterniert, dass beim Gegentor offenbar keine Abseitsfalle geplant war. Das ist ja noch schlimmer, als eine total missglückte Abseitsfalle (von der ich zunächst ausgegangen war). Also dann haben die einfach bei dem Freistoß kollektiv geschlafen und sind einfach alle stehengeblieben? Wie kann denn sowas passieren?
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susanneundjens am 04.03.2019, 16:11
Für mich klar irreguläres Tor. Ich teile aber auch die Ansicht, dass sich Werder ohne das 1-0 zum 0-0 geschnarcht hätte.
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WERDER2016 am 04.03.2019, 20:48
Eine fast identische Situation gab es im Ligaspiel beim BVB. Ich frage mich manchmal schon, weshalb oft großer Wert auf viele Erfahrungen gelegt wird, wenn diese nicht nachhaltig genutzt werden und man immer wieder denselben Müll produziert. Wenn es dann auch noch Anweisungen gab, es so nicht zu machen, ist es mit dem von FK beschriebenen schnellen Lernprozess leider nicht allzu weit her. Ähnlich war es auch mit der Aktion von Augustinsson kurz vor Schluss: schlampig in der Ballverarbeitung, um dann das Foul ziehen zu müssen. In Frankfurt zu Beginn der Saison nicht anders.

Das Tor war aus meiner Sicht nicht irregulär. Wenn auf Werderseite eine solche Szene abgepfiffen wird, ist der Aufschrei hier zurecht sehr groß.
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