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Rasenreport
01.05.2019
Wie Werder Moisander ersetzen könnte

Friedl und der Dortmund-Plan

© nordphoto


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In der Innenverteidigung ist in dieser Bremer Saison viel Bewegung, nur im Angriff rotiert Florian Kohfeldt ähnlich gerne und oft. Der Posten des rechten Innenverteidigers ist hart umkämpft, Milos Veljkovic und Sebastian Langkamp wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Nur Niklas Moisander ist gesetzt und damit die Position des linken Innenverteidigers fest vergeben.

Gegen Dortmund wird der Abwehrchef wegen einer Gelbsperre fehlen, was automatisch die Frage der möglichen Alternativen aufwirft. Drei Mal musste Kohfeldt bisher auf einen Moisander-Ausfall reagieren und wählte drei verschiedene Herangehensweisen und Besetzungen in der Innenverteidigung. In der Hinserie gegen Leverkusen ging es im 5-3-2 mit Marco Friedl als linksversetztes Glied einer Dreierkette gehörig schief, ein paar Wochen später im Rauten-4-4-2 gegen Fortuna Düsseldorf mit Friedl in der Moisander-Rolle schon deutlich besser.

Etwas aus der Reihe tanzte die Partie in Leipzig am letzten Spieltag vor Weihnachten. Kohfeldt schickte damals Veljkovic und Langkamp als Innenverteidigerpärchen ins Rennen, Friedl saß nur auf der Bank. Das war insofern ungewöhnlich, da Werder bei der personellen Besetzung der zentralen Abwehrspieler in der Regel einem Grundsatz folgt: Es sind immer Rechts- und Linksfüßer gemischt, die Ausnahme war das Spiel in Leipzig mit zwei Rechtsfüßern in der Startelf.

Eine Situation wie neulich beim SC Freiburg und dessen Gastspiel im Weserstadion ist bei Werder kaum möglich: Der personelle Engpass zwang Christian Streich dazu, in Dominique Heintz und den Brüdern Nico und Keven Schlotterbeck drei Linksfüßer zu nominieren.

Friedl hat beste Einsatzchancen

Die Besetzung der beiden Positionen in einer Viererkette mit je einem Rechts- und einem Linksfuß macht aus mehreren Gründen durchaus Sinn. Einerseits sind die gelernten Muster im Eins-gegen-Eins-Verteidigen leichter abrufbar, wenn man auf seiner “angestammten” Position spielt. Andererseits macht das auch in der Spieleröffnung einen kleinen Unterschied, wenn sich bessere Passwinkel ergeben und der eine oder andere Diagonalball mit dem stärkeren Fuß leichter zu spielen ist. Oder im Andribbeln ins Mittelfeld, wenn der Ball mit dem ersten Kontakt nach dem Querpass des anderen Innenverteidigers mit dem stärkeren Fuß gleich nach vorne mitgenommen werden kann.

Die besten Chancen auf einen Einsatz hat auch deshalb Marco Friedl. Der Österreicher ist der Spieler der Zukunft bei Werder – wenn er denn bei Werder eine Zukunft hat. Das Leihgeschäft mit den Bayern steht vor dem Ende und noch ist nicht klar, ob Friedl in Bremen bleiben kann. Dass er bleiben will, scheint gar keine Frage.

Moisander wird zu Beginn der neuen Saison 34 Jahre alt sein, Langkamp ist auch schon 31. Veljkovic‘ Entwicklung stagniert in dieser Saison. „Marco hat realistische Chancen, sich bei uns in der nächste Saison zum Stammspieler zu entwickeln“, hat Kohfeldt vor ein paar Wochen schon erzählt und auf Vorzüge des 21-Jährigen verwiesen: Geschwindigkeit, Passschärfe, Lernbereitschaft.

Doch wieder eine Dreierkette?

Vielleicht liefert auch das Pokalspiel gegen die Borussia vor einigen Wochen noch einen anderen interessanten Ansatz: Damals konnte Werder in einem 5-3-2 auf Augenhöhe mit dem Favoriten agieren. Sahin übernahm flankiert von Moisander und Langkamp damals die Rolle des Liberos. Werder konnte damit die Schnittstellen gut schließen und zusätzlich immer wieder einen Spieler herausschießen lassen, um im Mittelfeld entweder einen Gegenspieler zu verfolgen oder den Ball zu attackieren.

Sahin als sehr ballsicherer Spieler übernahm größtenteils den Spielaufbau, während beiden etatmäßigen Innenverteidiger verhältnismäßig wenig in den Aufbau eingebunden waren, um die klassischen Dortmunder Pressingtrigger etwas zu umgehen. Eine Variante, die im Großen und Ganzen gut funktioniert hat und für die Ligapartie am Wochenende wichtige Erkenntnisse liefern könnte.

j.micoud am 01.05.2019, 20:41
Marco muss brennen auf das Spiel.Der muss frisch im Kopf sein und sich auf seine Rolle mental gut vorbereiten.Mit seiner Schnelligkeit und frischen Beinen kann ihm ein guter Einstand gelingen.Vielleicht kann er dann ja meisterliche Gruesse nach Muenchen senden !?
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WERDER2016 am 01.05.2019, 21:24
..... hat Kohfeldt vor ein paar Wochen schon erzählt und auf Vorzüge des 21-Jährigen verwiesen: Geschwindigkeit, Passschärfe, Lernbereitschaft.

Warum steht Friedl dann nicht häufiger auf dem Platz, wenn er diese Vorzüge aufzuweisen hat?
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nico426 am 02.05.2019, 07:18
Sehe ich ähnlich, man hätte ihn für das starke Leverkusen-Spiel schon mal belohnen können
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Greenkeeper am 02.05.2019, 21:06
Marco steht nicht häufiger auf dem Platz, weil Augustinsson bei Kohfeldt als LV gesetzt ist und -siehe den guten WK Artikel- unser Trainer nicht gerne zwei Linksfüßer in der IV aufbietet.
Das Wichtigste: Das dies im Moment für den Spieler kein Problem ist, denn Werder ist sich mit Marco schon über einen Vertrag einig. Es fehlt noch die Einigung mit dem FCB.

Was übrigens in der Aufzählung der Vorzüge von Marco Friedl fehlt ist, dass er nicht nur lernwillig ist, sondern ganz klare Lernerfolge zu verzeichnen hat. Mehr Selbstbewußtsein und eine größere Ruhe am Ball, dazu -was mir am Besten gefällt, siehe Leverkusen-Spiel- dass er nicht nur zustellt und abläuft, sondern sich auch traut, mal drauf zu gehen.
Ich kann es nachvollziehen, dass man ihm mittelfristig zutraut, Moisander zu ersetzen.

Wobei der so routiniert spielt, dass man dem noch mehr als eine Spielzeit zutrauen könnte. Erinnert sich jemand an die Namen Klaus Fichtel oder Julio César? Oder an Naldo, der auch noch nicht in Rente gegangen ist ?
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susanneundjens am 02.05.2019, 22:44
Ja, links IV scheint ok sein. Rechts ist es etwas komplizierter. Langkamp Durchschnitt und älter und bei Vejlkovic geht's nicht recht vorwärts. Ein Sechser und ein IV sind die beiden entscheidenden Baustellen im Sommer. Ich nehme sehr stark an, dass diese Erkenntnis bei den Entscheidern längst vorhanden ist.
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