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24.04.2019
Bayerns eigenartige Pokalsaison

Es wäre an der Zeit

© dpa


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Zum zehnten Mal in Folge hat es der FC Bayern ins Halbfinale des DFB-Pokals geschafft, in diesen zehn Jahren war für Werder Bremen gleich fünf Mal in der ersten oder zweiten Runde schon Schluss, bei der einzigen Finalteilnahme ging Werder 0:4 ein - im Jahr 2010, gegen die Bayern.

Die Bayern dominieren auch den Pokalwettbewerb fast nach Belieben und waren in den letzten Jahren fast nur durch Borussia Dortmund mal zu stoppen. In dieser Saison aber ist ähnlich wie in der Bundesliga nicht mehr viel übrig von der totalen bayerischen Dominanz. Die Bayern standen schon ein paar Mal vor einem möglichen Aus. Die Chronologie einer eigenartigen Münchener Pokal-Saison.

1. Runde: SV Drochtersen/Assel - FC Bayern 0:1

Auf dem platten Land herrscht Volksfeststimmung vor dem Spiel des Jahrhunderts - wie eigentlich immer, wenn die großen Bayern irgendwo in der Provinz auftreten. Die Bayern reisen mit der Empfehlung eines 5:0 im Supercup gegen Eintracht Frankfurt im Gepäck ins 11.000-Seelen-Städtchen nordwestlich von Hamburg, werden aber schnell mit der Renitenz des Viertligisten konfrontiert.

Der SV Drochtersen/Assel hat Großes vor und bekämpft die Bayern auf einem eher holprigen Platz mit den Mitteln des Außenseiters. In der ersten Halbzeit hat der Regionalligist sogar die Führung auf dem Fuß, Manuel Neuer verwehrt Florian Nagel die Chance zu größerer Berühmtheit. Bayerns Spiel ist fahrig und unkonzentriert, am auffälligsten sind noch die Fans des Rekordmeisters, die auf der eigens installierten Zusatztribüne mit Toilettenpapiereinsatz für großen Unmut bei den Organisatoren sorgen.

Den einzigen vernünftigen Angriff der Bayern netzt Robert Lewandowski neun Minuten vor der möglichen Verlängerung ein. Die Bayern sind weiter, allerdings mit einer wenig souveränen Vorstellung. Wie es anders geht, zeigt zeitgleich Werder in Worms: Beim 6:1 der Bremer gibt es zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel am Sieger.

2. Runde: SV Rödinghausen - FC Bayern 1:2

Wieder eine Reise in den Norden, wieder ein Regionalligist. Allerdings eine ganz andere Bayern-Mannschaft, zumindest in den ersten 20 Minuten. Niko Kovac‘ Mannschaft scheint aus dem Erstrunden-Spiel gegen Drochtersen/Assel gelernt zu haben und erdrückt Rödinghausen im Stadion des VfL Osnabrück förmlich.

Sandro Wagner und Thomas Müller per Elfmeter schießen schon nach 13 Minuten die vermeintliche Vorentscheidung heraus, wenige Minuten später gibt es erneut Elfmeter - und den Bruch im Münchener Spiel. Renato Sanches knallt den Ball an die Latte und plötzlich ist der Außenseiter wach, während die Bayern komplett ihre Linie verlieren. Im Dauerregen schwimmt der Rekord-Pokalsieger, die zweite Halbzeit wird nach Linus Meyers frühem Anschlusstreffer zu einer Zitterpartie trotz großem Ballbesitz. Am Ende reicht erneut das eine mehr erzielte Tor zum Einzug ins Achtelfinale. Werder entledigt sich der Pflichtaufgabe in Flensburg beim 5:1 erneut souverän.

Achtelfinale, Hertha BSC - FC Bayern 2:3 n.V.

Die erste „richtige“ Herausforderung nehmen die Bayern deutlich sichtbar ernst. Im Olympiastadion geht die Hertha zwar schnell in Führung, die Bayern antworten aber mit totaler Dominanz und zwei Treffern von Serge Gnabry standesgemäß. Chancen auf die endgültige Entscheidung gibt es zuhauf, die Bayern lassen aber alles liegen und bestrafen sich quasi doppelt.

Mats Hummels‘ böser Patzer lädt Davie Selke zum Ausgleich ein und plötzlich müssen die Bayern in die Verlängerung. Da bleiben die Münchener aber dominant, erzielen schnell die erneute Führung durch Kingsley Coman und bringen den Vorsprung dieses Mal souverän über die Zeit. Es ist Bayerns beste Leistung der Pokal-Saison und doch muss die Mannschaft über 120 Minuten gehen und schrammt knapp am Vabanquespiel Elfmeterschießen vorbei. Werder schafft in Dortmund die kleine Sensation und zieht nach Elfmeterschießen in die Runde der letzten Acht ein.

Viertelfinale, FC Bayern - 1. FC Heidenheim 5:4

Das Freakspiel, in jeglicher Beziehung. Heidenheim gilt als vermeintlich leichtestes Los im Topf und „natürlich“ ziehen die Bayern den Zweitligisten in einem Heimspiel. „Gmaade Wiesn“ sagt man dazu in Bayern, aber davon ist gegen die unbequemen und rotzfrechen Heidenheimer mal gar nichts zu sehen. Erst läuft noch alles nach Plan und die Bayern gehen früh in Führung. Aber dann bricht das Chaos aus in München.

Niklas Süle fliegt nach einer Notbremse vom Platz und Heidenheim kontert die Bayern fast nach Belieben aus. Erst trifft der Underdog nur die Latte, dann dreht Heidenheim bis zur Pause die Partie. Kovac stellt zur zweiten Halbzeit um, bringt frische Spieler und hat den richtigen Riecher. Innerhalb von 13 Minuten steht es 4:2 für die Bayern, die gemütlich dem Schlusspfiff entgegenschlummern und von Heidenheim erneut eiskalt erwischt werden.

Eine Umschaltaktion und ein Foulelfmeter sorgen für das 4:4, die Bayern wanken und fressen acht Minuten vor dem Ende den nächsten Konter. Aber Manuel Neuer bewahrt seine Mannschaft bei zwei Großchancen innerhalb weniger Sekunden vor dem möglichen Aus. Stattdessen gibt es fast im Gegenzug Elfmeter für die Bayern, den Lewandowski verwandelt und ein irres Spiel damit entscheidet.

Werder zeigt im Viertelfinale das komplette Gegenstück zum Bayern-Wahnsinn und zieht durch ein kontrolliertes und am Ende auch souveränes 2:0 auf Schalke ins Halbfinale ein. Da wären die Bayern jetzt eigentlich mal fällig...

Jonice_123 am 24.04.2019, 17:23
Die Scheiß erfolgsverwöhnten Bayern fliegen heute hoffentlich raus. So viel Glück wie Bayern bisher bei den allesamt knappen Spielen hatten,ist echt unverschämt.
Nun wird es Zeit das die Bremer mal wieder gegen die Bayern gewinnen.
Auf gehts KÄMPFEN und SIEGEN !!!!!!!!!
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jamal0781 am 24.04.2019, 18:38
Uli's Schädel soll glühen💪
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Schimmelreiter am 24.04.2019, 18:42
@Jonice_123
Bravo! Klartext! 👏👏👏👏👏
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