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Rasenreport
28.02.2019
Werder in den Statistiken

Es regiert das Mittelmaß

© nordphoto


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Zwei Drittel der Saison sind vorbei und nicht nur Florian Kohfeldt freut sich schon auf die Zeit, in der es nun um Alles oder Nichts geht. Werder liegt in Lauerstellung auf die internationalen Plätze, könnte man sagen. Werder liegt im Mittelmaß und damit genau dort, wo es leistungstechnisch auch hingehört, wäre ein anderes zulässiges Zwischenfazit vor dem Saisonendspurt.

Acht Siege, acht Remis und sieben Niederlagen ergeben Tabellenplatz neun und damit rein faktisch ziemlich genau die Mitte der Liga. Und auch in den meisten Statistiken, die wirklich Relevanz haben für den Ausgang der Bremer Spiele, hat sich Werder im Mittelfeld der Liga etabliert. Eine Bestandsaufnahme.

Siege, Niederlagen und Remis:

Mit bisher acht Saisonsiegen belegt Werder einen geteilten achten Platz. Die Bayern und Dortmund (beide 16 Siege) haben bereits doppelt so viele, am anderen Ende des Rankings liegen Hannover (drei) und Nürnberg (zwei). Etwas besser sieht es bei den Niederlagen bisher aus. Sieben Stück bedeuten einen geteilten fünften Rang, nur Dortmund (eine), die Bayern (vier), Hoffenheim und Leipzig (beide fünf), sowie Frankfurt und Gladbach (beide sechs) haben bisher weniger kassiert. Schon acht Remis sind übrigens die drittmeisten der Liga hinter Hoffenheim (zehn) und Freiburg (neun). In der Heimtabelle ist Werder geteilter Neunter, in der Auswärtstabelle – völlig überraschend - ebenfalls geteilter Neunter. In der Hinrundentabelle war Werder Zehnter, in der der Rückrunde ist die Mannschaft mit bisher zwei Siegen und vier Remis immerhin geteilter Fünfter.

Tore und Gegentore:

Werder hat derzeit ein Torverhältnis von plus vier und liegt auch in dieser Kategorie auf Rang neun. Erster ist Dortmund mit plus 32, Letzter der VfB mit minus 32 Toren. Bei den erzielten Toren liegt Werder gleichauf mit dem kommenden Gegner Wolfsburg auf Platz acht, beide Mannschaften haben bisher 38 Treffer in 23 Saisonspielen erzielt. In der Tabelle der Gegentore liegt Werder mit bisher 34 kassierten Treffern auf Rang neun, Leipzig (20) hat die wenigsten kassiert, der VfB (51) die meisten.

Expected Goals:

Bei den so genannten zu erwartenden Tore werden vereinfacht formuliert die Zahl und die Qualität der Chancen einer Mannschaft unabhängig von den dabei in einem Spiel tatsächlich erzielten Tore angegeben. Nicht jeder Schuss oder jeder Angriff hat schließlich gleich hohe Erfolgschancen. In dieser Kategorie kommt Werder auf exakt 1,5 zu erwartende Tore pro Spiel, bei der entsprechend effizienten Chancenverwertung also auch auf ebenso viele Tore pro Spiel. Nach 23 Spieltagen müssten demnach 34,5 erzielte Tore stehen, in Wirklichkeit sind es aber schon 38. Werder steht bei den Expected Goals auf Rang neun, Spitzenreiter in der Kategorie sind die Bayern mit 2,3 pro Spiel, Letzter Nürnberg mit nur 0,96 pro Spiel. Bei den Gegen-x Goals, also den zu erwartenden Gegentoren pro Spiel, liegt Werder mit 1,65 sogar nur auf Rang elf. Auch hier sind die Bayern Spitze (0,86), Hannover dagegen mit satten 2,19 Letzter.

Torschützen und Joker:

37 der 38 Tore gehen auf einen Bremer Spieler, dazu kam Ron-Robert Zielers Eigentor. Die 37 Treffer verteilen sich auf 14 verschiedenen Torschützen, nur die Bayern (15) und Dortmund (18) sind noch schwerer auszurechnen. Ebenfalls nur der BVB hat bisher mehr Jokertore erzielt als Werder: 14 stehen für die Borussia zu Buche, schon zehn für Werder.

Punkte nach Führung und Rückstand:

Elf Mal lag Werder in dieser Saison in Führung und siegte danach immerhin acht Mal, bei drei Remis und noch keiner Niederlage bisher. Das macht im Schnitt 2,45 Punkte pro Partie, in der Werder das erste Tor erzielte. Auch damit belegt Werder den Mittelfeldplatz neun. Aus den zwölf Spielen, in denen die Mannschaft einem Rückstand hinterherlaufen musste, blieben am Ende immerhin noch fünf Punkte auf der Habenseite (kein Sieg, fünf Remis, sieben Niederlagen) – was für den geteilten fünften Platz in diesem Ranking reicht.

WERDER2016 am 28.02.2019, 21:26
Ganz schön mittelmäßig.

Beim Lesen des Berichts und beim Betrachten der bisherigen Spiele vor dem eigenen geistigen Auge muss man feststellen, dass sich Werder zurecht im Mittelfeld der Tabelle angesiedelt hat. Um über die Liga die EL zu erreichen, bedarf es ab sofort einer fulminanten Siegesserie, auf die nicht das geringste hindeutet. Damit sind einige unzufrieden und haben allzu schnell vergessen, dass man in den letzten 3 Jahren mit diesen Statistiken froh und zufrieden gewesen wäre. Das einzige mit bitterem Nachgeschmack sind die verschenkten Punkte gegen die Kellerkinder. Aber auch das gehört zur erreichten Mittelmäßigkeit dazu.

Für den Rest der Saison wünsche ich mir abwechslungsreichere Werderspiele als das die letzten gewesen sind. Sollte dann noch der eine oder andere Sieg dabei herausspringen war das im Vergleich zu den Vorjahren ein deutlicher Fortschritt, auf den sich aufbauen lässt. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, im Pokal noch eine gute Rolle zu spielen.
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Bentlei am 01.03.2019, 09:46
Wieso wird hier eigentlich oft von "verschenkten" Siegen gesprochen - das impliziert für mich, dass Werder deutlich besser war als der Gegner und durch Pech und Kleinigkeiten nicht gewonnen hätte. Selbst beim klaren 4:0 gegen Augsburg war das aber nicht der Fall - manchmal ist es auch einfach Zufallen, ob in einem Spiel nur ein Tor fällt - oder vier. In der Summe aber mangelnde Qualität.

Das liest sich jetzt kritischer, als ich es meine. Die Entwicklung ist ganz klar positiv und es ist toll, dass wir seit Langem mal wieder zu keinem Zeitpunkt auch nur das Geringste mit den Abstiegsrängen zu tun haben. Ein wirklich tolles Gefühl - und es ist sogar noch was drin. Was mir beim Kampf um Europa aber mehr Sorgen bereitet als die aktuellen fünf Punkte Rückstand (sowas kann sich schnell drehen, ist noch viel Zeit), ist die Tatsache, dass wir noch an drei Mannschaften vorbei müssen. Darunter die starken Frankfurter (hoffe, dass die dann doch irgendwann mal der Doppelbelastung Tribut zollen müssen, aber aktuell bekommen die das fantastisch hin) und die wiedererstarkten Leverkusener. Übergegner sind das alles freilich nicht, aber drei Mannschaften müssen de facto bis zum Saison-Ende weniger Punkte holen als wir. Kaum vorstellbar - aber ein tolles Luxus-"Problem".
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wolfgramm am 01.03.2019, 11:53
@Bentlei-Ich sehe das auch so wie Sie.Man hat einige Spiele gehabt,wo man glücklich gewonnen hat und einige,wo man hätte gewinnen können.Es zählt nun aber mal das Ergebnis und man ist im Mittelfeld richtig angesiedelt.Und ich sehe es auch schon als Erfolg an.Ohne das ambitionierte Ziel könnten alle zufrieden sein,außer die Leute,die wirklich immer nur was zum mosern suchen.Es kommen jetzt aber die "besseren" Gegner und man muss beweisen,dass man auch da mithalten kann.Kohfeldt redet ja immer davon,man lerne schnell.In der Vorrunde sah man gegen einige der nächsten Gegner nicht so gut aus.Mal sehen,ob das jetzt besser klappt.Sollte man in Wolfsburg verlieren,sollte man vielleicht das Ziel EL öffentlich streichen,heißt ja nicht,dass man es trotzdem noch schafft.Pokalsieg halte ich leider für schwierig,in Schalke wird schon schwer genug(weil die das auch nur noch als Ziel haben)und die Bayern sind ja auch noch da.
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WERDER2016 am 01.03.2019, 16:58
@ Bentlei

Wenn man in den letzten Minuten oder Sekunden vermeidbare Tore hinnehmen muss, die zu Punktverlusten führen, sind dies aus meiner Sicht verschenkte Siege oder Remis. Und das war gegen Nürnberg zweimal und auch gegen Leipzig der Fall. Im Heimspiel gegen Nürnberg hatte man ein deutliches Chancenplus und im Spiel gegen RB kann man sogar sagen, dass Werder in Halbzeit zwei auch besser war.

Man kann es natürlich auch anders formulieren, das Ergebnis bleibt dasselbe.
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Luckybox am 01.03.2019, 10:58
Gegen Mittelmaß wäre ja eigentlich nichts einzuwenden, wenn man einen für die Zukunft ausgerichteten Kader aufgebaut hätte. Hat man leider nicht. Werders Kader ist einer der ältesten der Bundesliga. Alleine in der Abwehr sind drei von vier Stammspieler Ü30.
Der Kader von Hertha BSC hingegen ist deutlich jünger und entwicklungsfähiger. Die haben ihren Kader auf die Zukunft ausgerichtet.
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