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29.04.2019
Baumanns Appell

Es geht immer noch um Europa!

© nordphoto


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In den Fluren neben dem Kabinentrakt im Weserstadion hängen große Bilder. Es sind gerahmte Erinnerungen aus Werders Geschichte. Vor einem dieser Bilder sollten die Spieler in diesen Tagen vielleicht kurz innehalten. Es zeigt Werders Kapitän aus der Double-Saison 2004, Frank Baumann, mit stolzem Blick neben Meisterschale und DFB-Pokal. Damals brauchte Werder Mut und Glauben, um diesen Erfolg zu schaffen. Der legendäre 3:1-Sieg in München gelang am 32. Spieltag. Dieser drittletzte Spieltag steht Werder nun wieder bevor; diesmal heißt der Gegner Dortmund. Und weiterhin geht es für Bremen um viel – davon rückt Baumann nicht ab. Der damalige Kapitän ist heute Sportchef, doch an der für ihn typischen Mischung aus Ehrgeiz und kühlem Kopf hat sich nichts geändert. Auch mit etwas Abstand zur 1:4-Pleite in Düsseldorf appelliert Baumann, mit Mut und Glaube weiter um das Ziel Europa zu kämpfen: „Klar war das ein Rückschlag in Düsseldorf, aber es ist nach wie vor alles möglich. Es gibt keinen Grund, jetzt nachzulassen!“

Baumann erinnert im Gespräch mit Mein Werder an die Anfänge dieser europäischen Träume. „Wir wollten erreichen, dass wir bis kurz vor Schluss oben um die internationalen Plätze mitspielen“, betont der Sportchef, der das Saisonfinale mit den Spielen gegen Dortmund, Hoffenheim und Leipzig deshalb kämpferisch so einordnet: „Gerade in dieser Saison ist unsere Mannschaft an den Aufgaben gewachsen.“ Natürlich hätten drei Punkte aus dem Düsseldorf-Spiel Werders Chancen erhöht, weiß Baumann, „jetzt haben wir es nicht mehr in der eigenen Hand. Aber wir werden auch jetzt nicht auf andere schauen, sondern unsere Aufgaben annehmen.“

Und die lauten: In den letzten drei Spielen möglichst optimal punkten, um durch Patzer der Konkurrenten noch Siebter zu werden – was für die Europa League reichen würde. Es ist eine gewagte Rechnung mit Unbekannten. Als Mutmacher erinnert Baumann an die vergangene Saison, als es für Werder an den letzten drei Spieltagen „vermeintlich nur um die goldene Ananas“ ging. Da blieb Bremen ungeschlagen, gegen Dortmund (1:1) und Leverkusen (0:0) sowie mit einem Sieg in Mainz (2:1) wurden fünf wichtige Punkte geholt, die Millionen-Einnahmen im TV-Ranking absicherten. Baumann: „Selbst wenn es rechnerisch unmöglich wäre, die Europa League zu erreichen, würden wir trotzdem weiter alles geben. Wie in der vergangenen Saison.“

Kann Werder nicht Favorit sein?

Dass Werder nach zuvor 14 ungeschlagenen Spielen die vergangenen drei Partien verlor, trifft den Verein und seine Fans nach den euphorischen Tagen heftig. Doch Baumann ist nicht einverstanden mit der Einschätzung, Werder habe binnen einer Woche die Chance auf Europa verspielt. Wenn überhaupt, betont Baumann, „dann hätten wir es nicht in dieser einen Woche verspielt“. Man müsse eine Saison „schon in der Gesamtheit“ betrachten. Und da lohnt der genaue Blick in der Tat – und er wird die Werder-Verantwortlichen noch bis in den Sommer bei der Analyse beschäftigen. Denn Düsseldorf war wie ein Déjà-vu für Bremen. Wieder war das Team als Favorit in ein Spiel gegangen. Wieder ohne Erfolg. Auch deswegen brachte Trainer Florian Kohfeldt das Geschehen in einen Kontext mit früheren Rückschlägen: „Dieses Spiel, die beiden Nürnberg-Spiele, ein Stück weit auch das Stuttgart-Spiel aus der Hinrunde werden in der Sommerpause Schwerpunkte sein, über die wir sprechen werden.“

Vielleicht plagte Werder in Düsseldorf wirklich noch ein Bayern-Kater nach dem Pokal-Aus drei Tage zuvor. In jedem Fall aber leidet diese Mannschaft unter einer lästigen Keller-Phobie. Gegen die Letztplatzierten der Liga, Hannover, Nürnberg und Stuttgart, holte Werder nur sieben von 18 Punkten. Das bedeutet: Gegen die drei schwächsten Mannschaften ließ Werder elf Zähler liegen. Baumann stimmt seinem Trainer deshalb zu, dass dieser Umstand in die Saisonanalyse einfließen muss: „Denn das ist ja auffällig.“

Zu wenig Punkte gegen Kellermannschaften

Das Problem dabei wird auf den zweiten Blick deutlich: Die drei Kellerklubs holten ungewöhnlich wenig Punkte. „Vielleicht reichen diesmal 24 oder 25 Punkte für die Relegation“, erklärt Baumann. Früher sprachen Retter-­Trainer gerne von der magischen 40-Punkte-­Marke. Aber das ist vorbei. Zwar könnte Werder mit nur einem Sieg auf 49 Punkte kommen; doch auch diese Zahl büßte an Wert ein. „In den vergangenen Jahren reichten 49 Punkte schon mal für Platz sieben oder Platz fünf“, rechnet Baumann vor, „diese Saison sind mehr Punkte notwendig, um einen internationalen Wettbewerb zu erreichen. Weil gerade die Mannschaften gut performen, die um die internationalen Plätze spielen – und von den Klubs unten in der Tabelle deutlich weniger Punkte geholt wurden. Wir haben gegen diese Mannschaften im Keller sehr wenige Punkte geholt, jetzt fehlen uns diese Zähler.“

Als ersten Ansatz zur Besserung empfahl Kohfeldt mehr Cleverness auf dem Feld, „denn das ist uns in dieser Saison zu häufig passiert, wir müssen das besser kontrollieren“. Zu einem Grundsatz-Thema nach der Analyse könnte werden, ob Werder im Kader wirklich genügend Spieler hat, die eine solche Lernkurve noch hinbekommen.

Daneris am 29.04.2019, 17:49
3 Siege = Euroleaugue!
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Deltator1 am 29.04.2019, 19:14
Zwei Siege würden auch noch reichen denn die Verfolger müssen auch erst einmal gewinnen!!
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Werderstern68 am 29.04.2019, 20:14
Bei dem Restprogramm der EL-Mitbewerber die alle ( selbst inzwischen Wolfsburg) vor uns stehen ( Verfolger gibt es ja praktisch keine mehr denn das sind ja wir ) glaube ich nicht dass 2. Siege reichen werden und wenn dann muss einer davon auf jeden Fall in Hoffenheim sein.
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Deltator1 am 29.04.2019, 19:10
Die Köpfe der Spieler müssen endlich frei sein von den Spielen gegen Bayern und Düsseldorf und dann kommt auch das Ziel Europa wieder!!!
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Jonice_123 am 29.04.2019, 20:00
Der Ausdruck „Fußballwunder um Europa zu erreichen“ ist zu übertrieben.Klar wir brauchen jetzt richtig gute Leistungen und natürlich etwas Glück. Aber ein Wunder wäre es nicht wenn wir es nach Europa schaffen.Also auf gehts und schauen was die Jungs auf dem Platz noch erreichen können.
Eine gute Saison ist sowieso schon aber wir können es mit dem Einzug in die Europa League zu einer sehr guten Saison machen !
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Lebenslang am 29.04.2019, 21:19
Also rein rechnerisch finde ich "etwas Glück" , schon sehr hoch gegriffen, bis fast unmöglich... bitte nich falsch verstehen, aber es würde echt schon an ein Wunder grenzen die EL Teilnahme wirklich noch verwirklichen zu können... wünsche mir nichts sehnlicher als dies, aber die Wahrscheinlichkeit, liegt gefühlt bei unter 30%... dennoch an alle die das Privileg haben im Stadion dabei sein zu dürfen, gebt alles um diesen Traum irgendwie noch ermöglichen zu können 😉
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WERDER2016 am 29.04.2019, 20:50
Der letzte Satz des Artikels ist der wichtigste:

"Zu einem Grundsatz-Thema nach der Analyse könnte werden, ob Werder im Kader wirklich genügend Spieler hat, die eine solche Lernkurve noch hinbekommen."

Es ist zu hoffen, dass die sportlich Verantwortlichen dies auch so sehen. Mit Füllkrug (sofern er fit bleibt) hat man einen Strafraumstürmer geholt, der bisher gefehlt hat. Mit Langkamp, Veljkovic, Moisander, Bargfrede und Sahin hat man Spieler, die Werder gut tun, die viel dazu beigetragen haben, dass man eine Saison ohne Abstiegsangst bestritten hat, mit denen man aus meiner Sicht die in der Tabelle vor dem Team stehenden Clubs jedoch nicht wird überholen können.

Ich befürchte, dass man es in einer Transferperiode nicht schaffen wird, sowohl die Baustellen IV als auch das defensive MF zu schließen. Der Trainer wird mehr denn je gefordert sein, die taktische Flexibilität weiter zu entwickeln und intensiv und ständig an der im Bericht angesprochenen Cleverness zu arbeiten. Dann könnte Europa in der nächsten Saison realisierbar sein.
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Johnny_Lawrence am 29.04.2019, 21:26
Das ist ja hier in verschiedenen Foren ja auch thematisiert worden. Werder hat Europa gegen die Kellerkinder verspielt. Gegen Bayern, Dortmund oder RB kann man schon verlieren. Da wo Werder hätte liefern müssen, da haben sie es leider nicht getan. Mich stimmt aber optimistisch, dass auch die Verantwortlichen genau die Schwäche erkannt haben.
Ich bin aber irritiert das heute der 2.te Offensivmann verpflichtet wurde Ich hoffe es kommen diesen Sommer noch Verstärkungen für die Abwehr und 6er Position. Drei Spieltage vor Schluss steht immer noch nicht fest ob der wichtigste Spieler bleibt. Ist jetzt nur reine Spekulation aber ich glaube ohne Europa gibts auch keinen Kruse. Wenn er denn hätte verlängern wollen, dann wäre dies längst geschehen. Einen Kruse in dieser Form und mit dieser Bedeutung für das Werderspiel zu ersetzen, wäre keine leichte Aufgabe. Ich hoffe mal das ich mich irre und Kruse bleibt.
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Lebenslang am 29.04.2019, 22:05
100% richtig... und zwar jede aussage😉
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alanya_fuchs am 30.04.2019, 09:08
Johnny_Lawrence am 29.04.2019, 21:26
Ich bin aber irritiert, dass heute der 2.te Offensivmann verpflichtet wurde.

Ablösefreie Talente sind eine Investition in die Zukunft. Diese Spieler muss man weiterentwickeln. Passen die später doch nicht ins eigene System, werden sie wieder abgegeben. Werder muss auch Geld durch Transfereinnahmen generieren, Geschäftsmodell Ausbildungsverein.

Betrifft Kruse:
Man hat auch andere Abgänge schon überlebt, da mache ich mir weniger Sorgen.
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Frank1969 am 01.05.2019, 11:36
Zumal Kruse zumindest in der Hinrunde lange nicht in Form war. Trotzdem haben wir dort auch gute Spiele gemacht.
Kruse hat bestimmt schon eine Entscheidung getroffen, es wäre nur fair dass er endlich sagt, ob er bleibt oder gehen will. Schließlich muss Werder auch die Chance haben einen Nachfolger zu finden
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am 29.04.2019, 23:06
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
chrijunge am 30.04.2019, 10:32
Also halten wir mal fest. Werde hat dieses Jahr einen guten Job. Ich finde der aktuelle Platz ist das maximale, was rauszuholen war. Wir sind direkt hinter den B-Top Teams. Europa wäre tatsächlich ein neues Werder Wunder bei dem Spielplan. Das können wir vergessen.
Für nächste Saison stimmt mich zuversichtlich, dass FK taktisch einige Defizite der Mannschaft kompensieren ( Schade, dass er taktisch auch manchmal völlig falsch lag )
Sorgenvoll, werde ich ebenfalls bei der Frage, ob wir genug Spieler haben, die noch Potenzial mit Lernkurve haben. Mit Milot und Maxi und Seargant sehe ich welche, dann wird es aber auch schon dünn...


Die Defensive sehe ich gar nicht so sehr als Problem an. Wir werden (kaum noch) abgeschossen und viele Gegentoren kommen wegen der unzähligen Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Ich weiß nicht ob ich der einzige bin, der das sieht, aber Klaassen und Eggestein spielen dermaßen viele Fehlpässe, so dass die gesamte Mannschaft zurück muss und wir dann oft offen stehen, weil Gebreselassie zu weit vorne steht oder ein langsamer IV nur noch hinter her rennt.
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chrijunge am 30.04.2019, 10:32
Und sorry für die vielen Tippfehler :D
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chrijunge am 30.04.2019, 10:40
Ich habe gerade mal geschaut, wir kommen nach Europa wenn wir alle 3 Spiele gewinnen und:

- Hoffenheim nur 1 von 3 gewinnt und 1 untenschieden
- Wolfsburg 1 von 3 Spielen verliert und wir mehr Tore schießen

Wenn wir gegen Dortmund und Hoffenheim gewinnen, kann vlt noch was aus dem Wunder werden, aber wir sind auf fremde Hilfe angewiesen. Wir müssen unbedingt gegen BVB gewinnen ( Auch wenn wir damit vlt mal wieder die unsympathischste Mannschaft der Welt zum Meister machen :( )
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Frank1969 am 01.05.2019, 11:39
Ich schaue nur auf Werder.... Wer Meister wird ist mir eigentlich Banane. Und ich finde Dortmund ebenso unsympathisch wie die Bayern.... Pest oder Cholera, you know?
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jamal0781 am 30.04.2019, 17:59
Da hast du recht im Mittelfeld werden sehr viele Fehlpässe von Klaasen usw. gespielt.Da muss ein neuer spielstarker 6er her
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dalmatiner am 01.05.2019, 18:45
Klaassen und auch Eggestein spielen tatsächlich auffallend viele Fehlpässe.Vielleicht hat es damit zu tun,dass beide viel Risiko gehen,was auch dann mal von Vorteil ist.Wichtig ist,dass bei Fehlpässen darauf geachtet wird,dass man nicht so leicht ausgekontert wird,also nach hinten abgesichert wird.Das hat oftmals nicht geklappt,weil die Abwehrspieler zu weit aufgerückt waren,oder einfach zu langsam in der Rückwärtsbewegung waren.Die Problematik mit der Langsamkeit bei allen IV(Veljkovic,Moisander,Langkamp) wurde hier oft erwähnt.Wenn Zugänge erfolgen,sollte hier die Priorität herrschen.
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RunDMC89 am 30.04.2019, 12:35
Bzgl. letzter Absatz: Wie genau trainiert man "Cleverness"? Ähnlich wie "Kaltschnäuzigkeit" oder "Griffigkeit"?
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oldkarzwortel am 30.04.2019, 13:16
Dafür gibt es viele, viele Übungen. Nur ein Beispiel : Eine undurchsichte Mauer aufstellen und den Ball unterschiedlich darüber werfen. Der Spieler muss den Ball dann ohne Bodenberührung Ball erreichen und in ein Zeil spielen. Probieren Sie das mal in der Halle, wenn es möglich ist, es hilft.
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alanya_fuchs am 01.05.2019, 11:12
Wie man Cleverness oder Griffigkeit trainiert, weiß man nicht genau. Für Schlitzohrigkeit ist ein Kurzeinsatz mit einem Teppichmesser nötig. 😂
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Alexander061080 am 01.05.2019, 19:58
Mal ehrlich...
Europa?
So wie man sich präsentiert hat 🤔.
Gerne wenn zu gleich FK die Jungs bekommt die er braucht .
Damit meine ich richtige Kicker und keine Invaliden.
Sorry der kauf denn stell ich in Frage...
Frank R. Und Robben werden zuhaben sein und mit Pizza Rocken sie die Liga.
Viele Fragezeichen ... und wir schreien nach Europa...
Bitte landen und von Spiel zu Spiel schauen.
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